Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

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  • Besuch im Weinkeller: Hochwasser

    Foto: Anonym

    Nach den massiven Unwettern im Saarland vor zwei Tagen ist der dort gefallene Regen auch bei uns angekommen. Am Freitag noch die Hoffnung, dass der Keller verschont würde. Am späten Nachmittag wurde es Gewissheit: Besuch von der Mosel im Weinkeller!

    Wir starteten bei unseren Nachbarn vom niederländischen Motorrad Gasthaus De Waard, dem wir unseren trockenen Unterstellmöglichkeiten anboten. Nun sind wir Besitzer eines Bierlagers. Die Kellerbar musste wegen Hochwassers geräumt werden. Sogar die Bestuhlung haben wir jetzt im Lager. Jemand Durst?😉

    Der eigene Weinkeller folgte. Mittlerweile ist der Höchststand erreicht und die Mosel fällt wieder. Morgen dürfte das Wasser wieder unseren Weinkeller verlassen haben. Wieder ein Ereignis der Klimaänderung. Extreme Wetterereignisse, die zunehmen und immer bedrohlicher werden.

    Im ersten Teil des Videos der Anstieg der Mosel an der Moselstraße, ca. 20 cm Wasser im Weinkeller. Im zweiten Teil vom Boot im Keller aufgenommen.

    Berichte über vergangene Hochwässer finden Sie hier.

  • Weinernte 2020: „Minihochwasser“

    Heute Morgen starteten wir mit der Generalreinigung im Weinkeller. Das Wasser, das unsere Holzfässer im Sommer konserviert hatte, wurde abgelassen und verursachte ein „Minihochwasser“ im Keller.

    Bodenreinigung und Wandreinigung, Behälter (Holzfass, Stahltank) Außen-, dann Innenreinigung. In dieser Reihenfolge! Zwischendurch Kleinteile, Armaturen usw. säubern. Der Kellerboden glänzt mittlerweile genauso neu wie die Edelstahltanks. Morgen der restliche Kleckerkram im Keller nebst wenigen Holzfässern noch.

    Zwar ist der Wein ein relativ unproblematisches Lebensmittel, dass nicht so vom Verderb bedroht ist wie z.B. Milch oder Fleisch, jedoch können Hygienemängel die geschmackliche Qualität negativ beeinflussen. Die Grundreinigung – außer bei den Holzfässern –  erfolgt mit Natronlauge, die den Schmutz aufweicht, dazu kommt noch Wasserstoffperoxid, den Hausfrauen als Aktivsauerstoff bekannt. Wasserstoffperoxid desinfiziert,  bleicht und hilft als Reinigungsverstärker der Natronlauge. Beim Frisör zum blondieren verwendet. Harmlos und umweltverträglich.

    Bei den Holzfässern wird Heißdampf verwendet und bei allen Reinigungsvorgängen viel Wasser und die Kraft eines Hochdruckreinigers.

  • Hochwasser 2020, Teil 3: Betriebsbereit

    Pünktlich zum Arbeitsbeginn heute Morgen konnten wir mit dem Säubern des Weinkellers anfangen. Beginnend mit dem Leerpumpen des Aufzugsschachts gab die langsam fallende Mosel immer mehr Kellerfußboden frei, der gesäubert werden konnte.

    Pünktlich zum Feierabend war es geschafft. Alles Sauber und wir sind wieder betriebsbereit.

    Heute Abend noch an den beiden unteren Hofeinfahrten den Moselschlamm Wegkehren, morgen den Kleckerkram in den Keller bringen.

    Übermorgen dürfte die Moselstraße wieder frei sein und es ist wie vorher, als ob nichts gewesen ist.

  • Hochwasser 2020, Teil 2: Einige Impressionen

    Der Höchststand des aktuellen Mosel Hochwassers wurde heute Morgen erreicht. Die Mosel zieht sich mittlerweile zurück. Morgen früh Keller putzen und einräumen.

    Die Holzfässer sind mit Wasser oder Wein befüllt. Damit sie nicht durch den Keller schwimmen mittels Zurrgurten am Fasslager festgebunden.

    Nebenbei bemerkt: Ein Hochwasser ist für uns Moselaner etwas ganz normales, „fast“ alltägliches, wenn man direkt an der Mosel wohnt.

    Es ist ja nicht so, das die Mosel plötzlich durch die Terrassentür ins Wohnzimmer schwappt und den auf der Couch ruhenden Winzer mit nach draußen reißt.

    Man kann damit umgehen. Es ist keine Katastrophe, aber lästig. Ein gutes Vorwarnsystem hilft uns mit seinen Prognosen. Schäden entstehen bei Hochwässern dieser Größenordnung in der Regel nicht. Kostet nur Zeit für die Reinigung.

    Folgend noch weitere Impressionen vom Hochwasser.Der Tankkeller

    Die mit Flaschen gefüllten Gitterboxen sind auf leere Boxen gestapelt.

    Der Kleckerkram aus dem Keller steht neben die Kellertüre im Hof.

    Die untere Zufahrt ist durch die Mosel blockiert. Gut, das wir einen Hintereingang haben.

    Der Blick auf unser Weingut von der anderen Moselseite.

    Weinberge neben der Mosel sind ebenfalls überschwemmt. Beim zwischen den Bäumen gelegenen Campingplatz ist ebenfalls Land unter.

    Das Hochwasser behindert den Verkehr zwischen Eifel und Hunsrück, zwischen denen die Mosel liegt. Neben den Fähren wie hier in Pünderich, sind wichtige Verkehrsadern beeinträchtigt oder gesperrt.

  • Hochwasser 2020, Teil 1: Wenn das nur alles Wein wäre

    Wenn das nur alles Wein wäre, ist es aber leider nicht.

    Die Mosel hat sich wieder für einen Besuch angemeldet. Die Niederschläge in den vergangenen Tagen, insbesondere an der französischen Mosel, haben den Pegelstand ansteigen lassen. Jetzt, gerade in diesem Moment, läuft der Tankkeller voll. Der etwas höher gelegene Holzfasskeller dürfte in einer Stunde nur noch mit Stiefeln betretbar sein.

    Es war eine kurze Nacht vorangegangen. Zuerst den eigenen Keller mit Freunden – übrigens: Dankeschön fürs Helfen! – hochwassersicher machen, dann zu einem Kollegen, der außer Haus war und nervös am Telefon Ratschläge und Anweisungen gab.

    Es dürfte ein kleineres Hochwasser wie im letzten Jahr werden, weniger lästig. Vielleicht nur einen Meter hoch im Keller.  Ärgerlicher wird es erst bei höherem Wasserpegel, wenn mit einem Schlauchboot durch den Keller gefahren werden muss, um die Energiesparlampen an der Decke vor dem Wasser zu retten.

  • Hochwasser 2018, Teil 4: Wir sind wieder betriebsbereit

    Wieder haben wir ein Moselhochwasser verabschiedet. Der Weinkeller ist generalgereinigt, ordentlich aufgeräumt, und wieder betriebsbereit.  Nur die Zurrgurte, die die Holzfässer auf dem Fasslager sichern, erinnern noch an den lästigen Besuch der Mosel in unserem Keller.

    Wie ich schon in einem früheren Beitrag schrieb: Ein kleines Hochwasser, nur einmal kurz ärgern, mehr war dieses Mal nicht. Wir konnten noch nicht einmal einen Strich zu den bisherigen Hochwassermarken im Treppenhaus ziehen.

  • Hochwasser 2018, Teil 3: Lästiger Besucher

    Schaurig schön, das Moselhochwasser vor unserem Weingut in der nächtlichen Dunkelheit. Nach den gestrigen Prognosen waren wir sehr entspannt. Heute stieg die Anspannung nach den morgendlichen Hochwasserprognosen wieder. Ein Wiederanstieg über den bisherigen Höchststand wurde für morgen vorhergesagt. Mit der Tendenz weiter zu steigen.  Meine persönliche Schmerzschwelle war damit überschritten.

    Azubi Ken war sofort zur Stelle, als ich Ihn anrief. Übrigens das erste Mal, dass bei einem Hochwasser der Lehrling oder Praktikant erreichbar war und mithalf. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, oder durch Wasser beschädigt werden kann, kam in Gitterboxen und wurde ins Trockene gebracht. Die Holzfässer wurden mittels Gurten am Fasslager festgezurrt.

    Der ganze Flaschenkeller wurde umgestapelt. Unter die gefüllten Gitterboxen kam eine leere Box. Moselschlammverkrustete Weinflaschen sind vor dem etikettieren nicht so leicht zu reinigen. Nun sind die Weinflaschen bis zu einem Pegelstand von knapp über 9 m gesichert.

    Zu guter Letzt entfernten wir die gestern angebrachte Abdichtung, die verhinderte, dass die Mosel über die Regenwasserkanalisation in den Keller kam. Da wir ja einiges unter dem Wasserstand der Mosel lagen, schoß das Wasser mit Kraft in den Weinkeller.

    Ich lasse mich einmal überraschen, wie lange sich dieser lästige Besucher in unserem Weinkeller aufhält.

  • Hochwasser 2018, Teil 2: Die Sache mit der Decke

    Als ich heute Morgen in den Keller kam, lief die Mosel schon in diesen. Das Hochwasser war stärker gestiegen als prognostiziert. Die Hochwasserwarnungen heute Morgen gingen von einem weiteren Steigen der Mosel aus. Ein Ende war nicht absehbar.

    Wichtigstes Arbeitsmaterial, und auch sofort eingesetzt, war daher heute Morgen eine alte Decke und ein Hochdruckfass. Die Decke wurde exakt (!) viermal gefaltet und auf den Schacht, aus dem über die Regenwasserkanalisation die Mosel in den Keller strömte, gelegt. Dann kam die Schachtabdeckung auf die Decke, die mit dem Drucktank beschwert wurde. Und dicht war das Ganze. Die Mosel war vorerst ausgesperrt.

    In aller Ruhe wurde dann mit dem Sichern des Weinkellers begonnen. Da das Hochwasser nicht allzu hoch kommen würde, wurde nur das kleine Programm durchgeführt: Weinpumpe, Kleckerkram, der auf dem Kellerboden stand und einige Paletten mit Spezialtanks wurden eine Etage höher gebracht.

    Zwischendurch immer wieder der Blick ins Internet mit den aktuellen Hochwasserprognosen. Heute Mittag dann schon darüber nachgedacht, dass der Keller doch noch geflutet werden müsste. Also das ganz große Programm des Weinkellers aufräumen. Ab dem späten Vormittag dann die Entwarnung. Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, fällt die Mosel wieder. Laut aktueller Prognose soll in 24 Stunden unser Kellerfußboden wieder oberhalb der Wasserlinie unseres Flusses sein.

    Nur einmal kurz ärgern, mehr war dieses Mal nicht. Wir konnten noch nicht einmal einen Strich zu den bisherigen Hochwassermarken im Treppenhaus ziehen.

    Das bisher „angenehmste“ Moselhochwasser!

  • Hochwasser 2018: Hoch und runter

    Die Regenfälle der letzten Tage im Einzugsgebiet der Mosel, haben unser ansonsten friedliches Flüsschen in den letzten Tagen stark anschwellen lassen. Mal hoch, mal runter mit dem Wasserstand. Heute Morgen war der Moselpegel wieder sehr hoch und beim Runtergehen hinterließ der Fluss einiges an Treibgut direkt in der Hofeinfahrt.

    Ab Morgen wird es spannend! Am Nachmittag soll lt. Vorhersage des Hochwasserzentrums in Trier, der Wasserstand der Mosel in gleicher Höhe wie unser Kellerfußboden sein, mit der Tendenz noch weiter zu steigen.

    Wir hatten sie seit sieben Jahren nicht mehr zu Gast in unserem Weinkeller. Ich berichtete hier. Wir haben sie schon fast vermisst, aber man kann auch darauf verzichten.

    Wir werden ab morgen früh die ersten Vorbereitungen treffen, um den Keller hochwassersicher zu machen.

  • Der Tote im Hochwasser

    Trier Krimis gibt es, Koblenz Krimis gibt es ebenfalls, aber dazwischen, an der Mittelmosel bei uns, da gab es bis jetzt gar nichts. Bisher eine heile, friedvolle Welt ohne Erpressung, Mord, Todschlag und vergiftete Hunde. Das hat sich nun geändert, seit dem sich Peter Friesenhahn, Musiker aus unserem Nachbarort Pünderich, dem Schreiben gewidmet hat.

    Spannend die Texte, die er gestern abend bei der Autorenlesung vorlas. Da ich Peter Friesenhan schon seit langer Zeit kenne, gehe ich davon aus, dass die vier Kurzkrimis in seinem Buch mich begeistern werden. Daher, bevor ich das Buch gelesen habe, schon meine Leseempfehlung:

    Der Tote im Hochwasser von Peter Friesenhahn, erschienen im Rhein-Mosel-Verlag ISBN Nummer 978-3-89801-050-4.

    Ebenfalls zu empfehlen ist das Verlagsprogramm der Rhein-Mosel-Verlages, der sich auf Literatur von Rhein, Mosel, Eifel und Hunsrück spezialisiert hat und nebenbei auch ein Faible für die Autorin Clara Viebig hat.