Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Sonstiges

  • Kunst im Weinberg, Teil 3

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    Hier und hier hatte ich schon über die erste Aktion „Kunst im Weinberg“ berichtet. Letzten Samstag war nochmals Aktionstag.

    21 Schüler des Traben-Trarbacher Gymnasiums hatten im Rahmen des Projektes „Kunst im Weinberg“, unter Anleitung ihres Kunstlehrers Walter Mangold, ihre Entwürfe in der Reiler Gemarkung in vergängliche Kunstwerke auf aktiven Weinbergsflächen wie auch Brach- und Rodungsflächen umgesetzt.

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    Als krönender Abschluss rauchte sogar das Rauchverbot, welches ich hier schon vorgestellt hatte.

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    Auf der Reiler Moselseite ein Spinnennetz , deren Mittelpunkt natürlicherweise eine Spinne war. Auf der gegenüberliegenden Moselseite waren weitere Installationen.

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    Direkt neben der Bushaltestelle und Moselbrücke wurde mit alten Rebstämmen, Sägemehl und Kalk eine Straße mit Zebrastreifen und Bus gestaltet.

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    Kubus und Labyrinth waren sehr effektvoll. Je nachdem aus welcher Richtung man die beiden Objekte betrachtete: Es war immer anders und spannungsgeladen.

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    Der sybolisierte Bachlauf direkt neben dem ursprünglichen Wasserlauf, der vor über 35 Jahren bei der Flurbereinung in eine Betonröhre gequetsch wurde.

    Leider hat der Regen in den letzten Tagen diese Kunstwerke schon weitestgehend vernichtet. Vergängliche Kunst halt eben. Danke an Willi, der mir einige Bilder zur Verfügung gestellt hat.

  • Kunst im Weinberg

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    Gestern noch entdeckt: Weitere Kunstwerke in den Reiler Weinbergen. Da war der Künstler letztes Wochenende sehr aktiv gewesen.

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    Ich habe dieses Piktogramm etwas anders in Erinnerung.

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    Einfach und schlicht: Das Kreuz oberhalb der Pfarrkirche.

  • In Puncto Veritas

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    Tausend Jahre Reil! Der Anfang zu den Feierlichkeiten für unser tausendjähriges Weindorf Reil wurde mit der Aktion „Kunst im Weinberg“ gestartet. Der Künstler Walter Mangold aus unserem Nachbardorf Bengel wird in den nächsten Wochen noch weitere künstlerische Aktivitäten in den Reiler Weinbergen starten. Ich werde berichten.
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    Die Steillagen der Mosel sind für solche vergänglichen Bilder oder Installationen sehr gut geeignet. Man kann bequem von der gegenüberliegenden Moselseite die Kunst betrachten.

  • Panter, Tiger und Co

    Kurt Tucholsky , einer der bedeutensten Publizisten der Weimarer Republik, hatte 1929 die Mosel besucht. Herrlich beschrieben im Buch Panter, Tiger und Co. Wenn ich mal zitieren darf:

    „…An der Mosel ging es noch an. Wir soffen uns langsam den Fluß hinab, wir fuhren mit dem Saufbähnchen von Trier nach Bullay hinunter, und auf jeder dritten Station stiegen wir aus und sahen nach, wie es mit dem Weine wäre. Es war.

    Wenn wir das festgestellt hatten, stiegen wir wieder ein: der Zug führte einen Waggon mit, der sah innen aus wie ein Salonwagen, von hier aus hätte man ganz bequem Krieg führen können, so mit einem Telefon auf dem Tisch, mit dicken Zigarren und: »Seiner Majestät ist soeben der Sturmangriff gemeldet worden.« Wir führten aber keinen Krieg, sondern drückten auf die Kellnerin, und dann erschien ein Klingelknopf, oder umgekehrt, und dann konnte man auf dem langen Tisch einen naturreinen Mosel trinken und dabei Würfel spielen. … …Wir nahmen dies zur Kenntnis und stiegen in den Mosel – erst in den offenen, dann in einen jungen, frischen, dann in einen alten, goldgelben, der sehr schwer war. Es ging schnell mit uns; Mosel ist kein so bedächtiger Wein wie der Rheinwein oder der Steinwein … es ging sehr schnell. Wir hatten auch schon am frühen Nachmittag gemoselt – wir tranken unmittelbar in den Dämmerschoppen hinüber, vielleicht war es das. Karlchen und Jakopp saßen da und tranken, was sie konnten – und sie konnten!…

    … Bernkastel, Traben-Trarbach,??? Bullay … dann aber setzten wir uns in einen seriösen Zug und fuhren nach Kolbenz. (Diese Aussprache wurde adoptiert, falls Jakopp ein künstliches Gebiß hätte: es spricht sich leichter aus.) In Kolbenz tranken wir der Geographie halber einen Rheinwein, und der konnte Papa und Mama sagen, wir aber nicht mehr. Am nächsten Morgen – es war ein Sonntag hell und klar – gingen wir spazieren. Wir gingen auf der breiten, baumbestandenen Allee; vorn an der Ecke war eine Fotografenbude, sie hatten Bilder ausgestellt, die waren braun wie alte Daguerrotypien, dann standen da keine Bäume mehr, ein freier Platz, ich sah hoch … und fiel beinah um.Da stand – Tschingbumm! – ein riesiges Denkmal Kaiser Wilhelms des Ersten: ein Faustschlag aus Stein. Zunächst blieb einem der Atem weg. Sah man näher hin, so entdeckte man, dass es ein herrliches, ein wilhelminisches, ein künstlerisches Kunstwerk war. Das Ding sah aus wie ein gigantischer Tortenaufsatz und repräsentierte jenes Deutschland, das am Kriege schuld gewesen ist – nun wollen wir sie dreschen! In Holland.“

    Aber leider wurde einiges aus den Reisemanuskripten Tucholskys nicht in diesem Buch veröffentlicht. Wie Sie den Zitaten entnehmen können, wurde reichlich Moselwein getrunken und der Verstand der Freunde war vom Geist des Weines umnebelt, welches zu manchen Dummheiten führte.

    Per Zufall kamen wir vor einiger Zeit an ein Originalmanuskript aus Kurt Tucholskys Reisetagebuch. Wie oben schon erwähnt, stiegen die Freunde an jeder dritten Station aus und schauten nach dem Wein. Und wenn Sie nun von Trier aus Moselabwärts zählen – jede dritte Station – dann war Reil auch dabei!

    Aber schauen Sie selbst einmal in dieses Originaldokument aus dem Reisetagebuch von Kurt Tucholsky. Der fehlende Teil des Reiseberichtes der oben bei den Zitaten, bei den roten Fragezeichen, eingefügt werden müsste:

    tucholsky.pdf

    ca. 700 kb

    Weitere Informationen über die Moselreise von Kurt Tucholsky kann hier angefordert werden: kurt-tucholsky-institut@web.de

  • Einfach nur so…

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    Einfach nur so, weil es schön ist:
    Das Licht der Reiler Brückenbeleuchtung im abendlichen Nebel.

  • Weihnachtsgruß

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    Wir wünschen ein besinnliches Weihnachtsfest

    Harald Steffens und Marita Keß

  • Halali

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    Halali
    hieß es heute morgen. Als geländegängiger geländekundiger Treiber wurde ich einer Hundemeute zugeteilt, um in den aufgegebenen und stark verbuschten Steillagenweinbergen oberhalb des Pündericher Eisenbahnviadukts die Wildschweine den Jägern vor die Flinte zu treiben. Sosehr die Hunde sich abmühten, es waren nur 4 Wildschweine, die erlegt wurden. Ein etwas mageres Ergebniss bei der hohen Wildschweinpopulation und den vielen Jägern. Die Schweine werden mittlerweile schon im Dorf gesehen und die Schäden in den Weinbergen immer größer.
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    Der Hundeführer, dem ich zugeteilt war, hatte eine sehr interessante Waffe dabei: Sauspieß oder Saufeder genannt. Im Mittelalter die Waffe um Wildschweine oder Bären zu jagen. Damals herrschte noch Chancengleichheit zwischen Jäger und Wild. Der Sauspieß dient dem Hundeführer auch heute noch als „Nahkampfwaffe“, um seine Hunde evtl. vor angreifenden Sauen zu retten.

  • Der ganz normale Irrsinn

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    Der ganz normale Irrsinn, denke ich, wenn ich bei einem Glas jungem Riesling über die Nebenkriegsschauplätze eines Weingutes nachdenke. In der Agrarwirtschaft sind wir von EU Vorschriften und deren Umsetzung gepeinigt: Vorschriften, Formulare und Dokumentationspflichten. Sei es die Weinmarktordnung, die Weinverordnung, die Bioverordnung oder andere EU Verordnungen. Dazu kommen die einzelnen Länder, die diese EU Verordnungen umsetzen. Und davon haben wir schon in Deutschland 16 (!!), die nicht immer einheitlich diese Vorlagen umsetzen. Eine Regelungswut, die den Wein nicht besser, die Welt nicht gerechter und dem Winzer viel Arbeit macht.
    Bernhard Fiedler hat einen interessanten Artikel in seinem blog darüber geschrieben. Treffend fand ich folgende Aussage:

    Besonders nachdenklich macht das von Fischler zitierte geflügelte Wort aus Brüssel. Dort heißt es offenbar:
    Wenn eine neue EU-Richtlinie beschlossen wird,

    • protestiert der französische Präsident,
    • wird sie von Deutschland zu 120 Prozent umgesetzt (Zusatz Fischler: und von Österreich zu 150 Prozent),
    • und in Italien muß man froh sein, wenn man jemanden findet, der sie liest.
  • Neulich gesehen…

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    Weniger wäre mehr gewesen! Beim Spüldienst kommt Freude auf, wenn der Lippenstift am Glas entfernt werden muß. Gut, dass ich nicht geküßt wurde…

  • Sinnvoll genießen Teil 3

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    Neben den mehr als 100 Weinen, die es auf unserer Ökoweinpräsentation zu probieren gab, wurde richtig gutes Fingerfood gereicht. Ralph Schmidt von Restaurant Distel (Hotel Ürziger Würzgarten) hatte sich jede Menge Arbeit gemacht, um diese kleinen Appetithäppchen zu gestalten. Die Optik klasse, der Geschmack himmlisch.

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    Neben Gemälden zeigte Heidi Bogner auch andere Möglichkeiten der Verwendung von Pinsel und Farbe.


    Sinnvoll genießen – MyVideo
    Da das Sushi-Band an der Theke reizte und meine Kamera auch eine Videofunktion hat, wurde natürlich ein Video gemacht. Aber schauen Sie selbst mal rein. Man kann natürlich über die Qualität streiten, aber der Winzer soll winzern und gute Weine machen und keine Oscarpreisverdächtigen Filme.