Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Weinernte 2016

  • Weinernte 2016: Qualität kommt von quälen

    2016-09-26-trockenheit

    Qualität kommt von quälen: Zuerst quält sich der Winzer das ganze Jahr im Weinberg, um die bestmöglichste Qualität in die Trauben zu bekommen und dann muss die Rieslingrebe auch etwas gequält werden, damit die Qualität besser wird.

    Mit quälen ist Stress gemeint. Vergleichbar wie beim Menschen: Bei moderatem Stress liefern wir bessere Arbeitsqualität. So auch der Riesling. Durch die seit Wochen herrschende Trockenheit stehen die Reben unter leichtem Wasserstress – sichtbar an den Blättern, die von der Sonne weggedreht sind – und geben ihr Bestmöglichstes für die Qualität.

    Langsames weich kochen, wie der Geheimrat J. W. Goethe schon bemerkte:

    „Der Wein will magere Nahrung an Bergen und viel Sonne haben, in der Plaine (Ebene) wird er schwer. Die Feuchtigkeit, die zudringt, kann nicht ausgekocht werden, es gibt einen ungeschlachteten Trank.“

    2016-09-22-riesling

    Die Trauben sind ausnahmslos gesund, lockerbeerig und kurz vor perfekt. Jetzt noch ein leichter Landregen, nur ganz leicht, so um die 20 Liter auf einen ganzen Tag verteilt, dann wäre es perfekt. Aber es ist besser, wenn ich mir keinen Regen wünsche. Denn, wenn Petrus mir diesen Wunsch erfüllen würde, gäbe es sicherlich reichlich, viel zu reichlich Regen und das wäre dann überhaupt nicht gut.

  • Weinernte 2016: Wieder eins weniger

    2016-09-20-fass

    Die Vorbereitungen für die kommende Weinernte sind in vollem Gange. Während die Kollegen Bernhard Fiedler vom Neusiedler See und Armin Kobler in Südtirol schon fleißig am Ernten sind, haben wir gerade die Grundreinigung des Weinkellers hinter uns.

    Heute dann die erste Verlustmeldung: Wieder eins weniger, eines unserer alten Holzfässer. Nicht ganz so tragisch, schon mein Vater wollte es vor Jahrzehnten außer Betrieb nehmen. Mit unermüdlicher Pflege hat es in unserem Weinkeller jedoch bis heute überdauert.

    Eine Kleinigkeit im Vergleich zu 2012, als zuerst ein klassisches Moselweinfaß den Geist aufgab und einen Tag später der Alptraum eines jeden Winzers wahr wurde und ein 3000l großes Holzfaß entsorgt werden musste.

    Und da das Eichenholz zu schade zum Verbrennen ist, soll daraus ein schicker Weinflaschenständer hergestellt werden.