Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Schlagwort: Corona

  • Zum dritten Mal

    Zum dritten Mal im Lockdown. Beim ersten Lockdown unsicher was, wie, wo und weiter passiert. Bis Mai gab es keinerlei Tourismus an der Mosel. Stille im Moseltal, da der touristische Verkehr nicht vorhanden war. Eigenartig ruhig, aber angenehm.

    Der Sommer heftig. Alle Urlaubsquartiere waren ausgebucht, Vermieter und Gastronomen stöhnten unter der vielen Arbeit. Man konnte ja nicht in die gewohnten Urlaubsgefilden fahren und machte seinen Urlaub in Deutschland. Man gewöhnte sich an die Masken, Abstandhalten und die Reservierungspflicht in der Gastronomie. Wein probieren in der Probierstube ging gar nicht mehr. Eine lange Stehtheke im Verkaufslager diente als Coronakonformer Ersatz.

    Die Weinernte konnte noch ohne großartige Beschränkungen vonstattengehen, bis der zweite Shutdown kam. Die Impfungen sollten kommen.

    Mittlerweile der dritte Lockdown. Eine Coronaverordnung jagt die nächste und in jedem Bundesland eine andere. Keiner blickt mehr durch, was und wo wie geregelt ist. Das mit den Impfungen klappt noch nicht so ganz, leider.

    Wir haben bei uns im Kreis Bernkastel-Wittlich Glück. Nachdem wir diesen Monat mit der Inzidenz schon einmal unter 10 waren, pendel wir seit Tagen unter 30 (aktuell, Sonntag, den 28. März 23,1). Geht es aufwärts? Liegt es am Moselriesling oder ist der Moselaner entsprechend diszipliniert? Oder sind wir das „gelobte Land“?

    Die aktuelle Coronasituation bringt unseren Alltag ganz schön durcheinander und wird sicherlich tiefe Spuren hinterlassen. Wir sind gesund und unser Wein weiterhin gefragt. Leider, coronabedingt, soziale Verarmung. Die einfachsten sozialen Kontakte wie z.B. Hände geben bei der Begrüßung, fehlen einem sehr. Ich hoffe, dass es bald mit den Impfungen vorangeht, damit wir wieder in ein halbwegs soziales Leben übergehen können.

    Unser Weinverkauf ab Hof ist weiterhin geöffnet! Weinproben finden aus hygienischen Gründen nicht statt und sind behördlich verboten. Wir bitten um telefonische Terminabsprache unter 06542/1246 oder 0151/65458004. Gerne per Mail.

    Wir wünschen Ihnen alles Gute, bleiben Sie gesund.

  • Wir sind gerüstet? Und Sie?

    Wir sind in der Coronakrise gewappnet. Mundschutz um Mitarbeiter, Kunden und andere Menschen nicht zu gefährden. Dazu das Winzerkäppchen, damit der Winzer beim winzern auch direkt erkennbar ist und nicht für einen Bankräuber gehalten wird.

    Bild: Staatskanzlei Rheinland-Pfalz

    Dazu haben wir auf Empfehlung der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz stets 18 Flaschen Wein dabei, damit wir immer wissen, ob der Mindestabstand von 1,5 m eingehalten wird. 😉

    Damit Sie sich wappnen können:

    Den Mundschutz in verschiedenen Farben und Mustern gibt es bei Katjas Schneiderei in Reil.  Die Weinflaschen für die Abstandsmessung im passenden 18er Karton gibt es hier.

    Genau so ist es richtig und bitte die leergetrunkenen Weinflaschen durch volle ersetzen, damit der Abstand gewahrt bleibt.

    Prost!

  • rauf und runter

    Das Runter ist immer einfach. In normalen Jahren ist das Rauf auch kein Problem.

    Die Rede ist vom Aufhängen der Pheromone, der Sexualduftstoffe, die  für die Bekämpfung des Traubenwicklers in den Weinbergen wichtig ist.

    In normalen Jahren laufen bei dieser Winzergemeinschaftsaktion Horden von Helfern den Berg hinab und hängen die Duftstoffampullen an den Reben auf. Der Transport nach oben wird mittels Kleinbussen erledigt.

    Coronabedingt geht es dieses Jahr nicht. „Social distancing“ ist angesagt.

    Da das Hoch sehr anstrengend und mühsam ist, habe ich mir den Karton mit den Dispensern auf die Raupe geschnallt. Im Standgas hoch- und runterfahren und dabei die Sexualduftstoffe aufhängen. Ganz bequem, man ist abends nicht müde vom laufen und der übliche Muskelkater vom bergab laufen entfällt ebenfalls.

    Mehr über die Wirkungsweise der Sexualduftstoffe im Weinbau können sie hier lesen: „Schluss mit lustig“

  • Prost und bleiben Sie bitte Gesund!

    Zuallererst: Wir sind noch gesund und munter!

    Der Coronavirus bestimmt unser Leben. Wir leben jetzt mehr oder weniger seit etlichen Tagen in einer selbst gewählten „Quarantäne“. Kontakte zu anderen Menschen haben wir nur noch wenig und dann mit Abstand. Warten wir ab, was noch passiert.

    Das Moseltal ist sehr ruhig geworden. Normalerweise beginnt jetzt die Touristensaison. Es ist ungewohnt leise, der Autoverkehr hat sich spürbar verringert. Es kommt einem unwirklich vor.

    Bei größeren Weingütern haben die osteuropäischen Saisonarbeiter panikartig die Flucht in die Heimat antreten. Wir können Gott sei Dank  unsere Weinbergsarbeiten mit eigenen Kräften erledigen. Ein Wiederkommen dieser Helfer zu den Laubarbeiten oder zur Weinernte ist infrage gestellt. Die Spargel- und Erdbeeranbauer haben zurzeit massive Probleme mit der Einreise der Erntehelfer.

    Gut, das wir den meisten Wein via Internet verkaufen. Wir liefern wie gehabt per DHL und hoffen, das der Warenverkehr in Deutschland und Europa aufrechterhalten werden kann.

    Sie können uns auch weiterhin besuchen und Ihren Wein direkt kaufen. Wir halten die Hygienestandards ein. Heute Morgen gab es Information vom Landwirtschaftsministerium:
    „…dass Sie Ihren Weinverkauf zur Zeit weiter betreiben können, da Einzelhandelsbetriebe für Lebensmittel nicht geschlossen werden müssen und es sich bei Wein um ein Lebensmittel(!!!) handelt….“

    Wein, insbesondere der Riesling mit höherer Säure und tiefem pH-wert, hat bekanntermaßen einen antimikrobiellen Effekt auf verschiedene Krankheitserreger, wie z. B. Escherichia coli und Salmonella typhimurium. Gerne würde ich jetzt stündliches Gurgeln und anschließendes Runterschlucken unseres Rieslings empfehlen, aber leider hat er keine Wirkung gegen den Virus.

    Alternativ können sich mit unserem Riesling die Coronakrise schön trinken.

    Prost und bleiben Sie bitte Gesund!