Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Schlagwort: Ernte

  • Erntezeit

     2014-08-27 Pflaumen

    Seit Wochen ist schon Erntezeit im Weingut. Kirschen gabs reichlich. Mit unseren Mirabellen wurde die Tiefkühltruhe gefüllt und die halbe Nachbarschaft versorgt. Der kleine Zwetschgenbaum hat auch überaus gut getragen und ein Teil der Ernte wurde eingekocht.……………………………………………………………………………………….2014-08-27 PfirsichDer Weinbergspfirsich und die Vereinsdechantbirne dürften in ca. zwei Wochen erntereif sein und werden als Winterobst ebenfalls eingeweckt. Zwischendurch noch schnell den Apfelbaum für die Saftgewinnung beernten – leider eine Sorte, die nicht lagerfähig ist und schon vor der Ernte am Baum wegfault, egal obs regnet oder trocken ist -. Irgentwann noch die Feigen zu Chutney verarbeiten – Ganz wichtig: Bitte diesen Balsamessig verwenden! – und dann!

    Und dann Riesling! Aber der wird anders konserviert. Und wenn es mich nicht täuscht, es dürfte eine ebenfalls reichliche Ernte geben, wie bei den Obstbäumen.

  • Den Mangel verwalten

    Da standen sie am letzten Sonntag zum Probieren, die 2012er Weine. Wenig im Vergleich zum Vorjahr. Die Freunde probierten mit, um der Betriebsblindheit vorzubeugen. Die Qualitätserwartungen, die ich schon während der Weinernte geäussert hatte, sind  eingetroffen.  Die Qualität sehr gut, frische Frucht, Eleganz und saftig. Die Alkoholgehalte  bei den Basisweinen wie immer  moderat, so das diese wieder als Spaßweine bezeichnet werden können.

    Wenn da nur die kleine Ernte nicht wäre. Ich kann es drehen und wenden wie ich will, es ist zu wenig da. Viel zu wenig! Das dürfte kann hinten und vorne nicht bis zur nächsten Ernte reichen. Von den Basisweinen aus 2012 ist, durch die größe Erntemenge 2011  zwar noch einiges da, aber den 2012er Nachfolger gibt es nur in bescheidenen Mengen. Zudem haben wir für einige Weine größere Vorbestellungen, die dann erst gar nicht in den allgemeinen Verkauf kommen oder in solch geringen Mengen vorhanden sind, dass sie nur einige Wochen zum Kauf zur Verfügung stehen.

    Wie immer, kurz vorm reich werden, es reisst immer wieder ab. Entweder geht irgend etwas ungeplant kaputt und Ersatzinvestitionen müssen getätigt werden oder die Weinernte ist klein. Und wenn man es dann doch bis kurz vors reich werden geschafft hat, meldet sich das Finanzamt. Ich gebe es so langsam auf… 😉

  • In trockenen Tüchern?

    In trockenen Tüchern? Noch nicht ganz, aber fast! Ich berichtete unter anderem hier über den extrem nassen Sommer und über die dadurch bedingten Widerwärtigkeiten hier und hier. Mittlerweile sind wir der Ernte um einiges näher gerückt und die Ernte fast in trockenen Tüchern. Die Trauben sind nicht mehr anfällig gegen die vor Wochen allgegenwärtigen Pilzkrankheiten. Die jetzt herrschenden hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad dämmen z.B. den Infektionsdruck des falschen Mehltaues stark ein. Etliche nachwachsende junge Rebblätter sind zwar teilweise von diesem Pilz befallen, werden aber weiterhin Assimilate, also Zucker und Geschmack, für die Rieslingbeeren bilden können. Nur noch Hagel oder Traubenfäule wie in den letzten Jahren kann die Erntemenge verringern.

    Nun könnte man schon an eine Ernteschätzung wagen, aber da bin ich ganz schlecht und ich möchte den Tag nicht vor dem Abend loben. Da halte ich es lieber so wie Dirk Würtz, der die Erntemenge so einschätzt: „Mehr als 2010, weniger als 2011 – oder vereinfacht ausgedrückt – der Keller wird wohl nicht ganz voll.“ Zwei in der Erntemenge total gegensätzliche Jahre und in dieser Spanne werden wir sicherlich liegen. Ich hoffe in Richtung des 2011er, der doch eine sehr gute Quantität brachte. Weniger glücklich wäre ich natürlich bei Annäherung an den 2010er.

  • Immer wieder schön

    Immer wieder schön: Die Rebblüte!

    Der Blütenansatz ist dieses Jahr etwas geringer wie im letzten. Der jetzige Dauerrregen könnte zudem zu sogenannten Verrieselungsschäden führen, also Nichtbefruchtung der Blüten. Aber mal abwarten, es dauert noch etliche Tage, bis wir mehr wissen. Muss auch nicht schlecht sein, es gibt dann lockerbeerige Trauben, die weniger anfällig für Fäulniss sind.  Der gute Wuchs der Reben, aufgrund der feuchten Böden, lässt auch darauf schließen, das das Dickenwachstum der Beeren nach der Rebblüte rasant wird und überaus dicke Trauben entstehen können. Alle Optionen bezügl. der Erntemenge  sind noch offen!

    Eine sehr gute Ernte gibt es bei den Walderdbeeren, die unter den Rebstöcken wachsen.  Da diese momentan Nährstoffe und Wasser aus dem Vollen schöpfen können, sind die Erdbeeren zwei- bis dreimal so groß wie sonst und die Zwischenmahlzeit für den Winzer in kürzester Zeit gepflückt.