Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Schlagwort: Essen

  • Erntezeit

    Noch nicht im Weinberg, aber im Garten ist Erntezeit! Bei den Trauben ist es ganz einfach. Man presst sie aus, lässt sie vergären und erhält ein sehr lange haltbares Genussmittel. Beim Gemüse aus dem Garten sieht es anders aus. Zeitweise wird man regelrecht überschwemmt mit dem gesunden Zeug.

    Eine ideale Lösung ist das saure Einlegen in Essig. Diese Methode konserviert das Gemüse nicht nur wochen- und monatelang, sondern sorgt auch nach dem Öffnen des Glases dafür, dass das Gemüse lange frisch und genießbar bleibt.

    Ein wesentliche, den Geschmack bestimmende Zutat ist der Essig. Wir empfehlen Weinessig, am besten vom Riesling. Damit erhält das sauer eingelegte Gemüse, auch Mixed Pickles genannt, die für den Geschmack entscheidende Note.

    Wir empfehlen ihnen natürlich unseren Riesling-Weinessig. Das Grundrezept für das Einlegen finden Sie hier.

    Das Gleiche gilt auch für andere Lebensmittel. Essig konserviert! Sie können es beispielsweise mit einer Forelle oder einem anderen Weißfisch versuchen. Das Grundrezept gibt es hier.

    Weitere Verwendungsmöglichkeiten außer für den Salat sind der bekannte Sauerbraten, als Würzmittel in der Küche, in der Naturheilkunde, zum Putzen. Für Letzteres ist unser Riesling-Weinessig allerdings zu schade.

  • Straußwirtschaft

    Die Straußwirtschaft, auch als Besenwirtschaft, Buschenschank, Häckerwirtschaft bekannt. Eine Besonderheit in den Weinbaugebieten. Der Winzer darf saisonal seine eigenen Produkte ausschenken und einfache Speisen dazu reichen. Das ganze ohne Gaststätten-Konzession. Ein etwas vereinfachtes Verfahren, um Gäste mit Speis und Trank zu bewirten. Aber nicht ohne Regeln wie z.B. beschränkte Öffnungszeiten, Sitzplatzbeschränkung, Speisenangebot und andere mehr.

    Als Kennzeichen dafür, dass geöffnet ist, wurde traditionell ein Strauß oder ein Besen vor die Türe gehängt. Der bekannte Spruch: „Wo`s Sträuß`che hängt, wird ausgeschenkt“, kommt daher nicht von ungefähr.

    Verbunden mit einem abendlichen Spaziergang ins Nachbardorf sind wir vor einigen Tagen bei einem befreundeten Winzer eingekehrt und ließen es uns gut gehen. Eine große Vesperplatte dazu einige Gläschen Riesling und der Abend war gerettet. Ein „einfaches“ Abendessen, in anderen deutschsprachigen Regionen auch als Jause oder Brotzeit bekannt. Als kleine Zwischenmahlzeit oder als bauchfüllendes Abendessen. In der Straußwirtschaft immer mit Wein serviert!

     Wer abends nicht ausgiebig in einem Restaurant dinieren möchte, für den ist die Straußwirtschaft eine sehr gute und preiswerte Alternative.

  • Charity Cheese Tasting

    Unter dem Motto „Charity Cheese Tasting“ hatte der Förderverein Roundtable  und Ladies Circle Lübeck e.V. zu einer Online Käseverkostung geladen. Pünktlich kam der Käse an, der Wein war gekühlt und die Technik bereit. Mit Weingläsern und Besteck bewaffnet, saßen wir mit unseren Nachbarn vor dem Bildschirm und harrten der Dinge, die da kommen sollten.

    Gestartet wurde mit Weichkäse aus Rohmilch, dann Rotschmierkäse (Munster), Rauchkäse, Ziegenfrischkäse, Schafshartkäse usw. aus ganz Europa. Dazu gab es Weine aus unseren Beständen. Natürlich Riesling von uns und aus Rheinhessen, Auxerrois aus Baden und noch etwas Rotes aus Chianti, Italien, um einige zu nennen. Die Käsequalitäten konnten durchgehend überzeugen. Die verkosteten Käse nebst handschriftlichen Notizen meiner Mitesser gibt es hier: Käseliste

    Der letzte Käse in der Runde hatte es in sich. Im Vorfeld rätselten wir, was das sein könnte. So richtig als Käse konnten wir dieses braune Etwas nicht identifizieren. Das Wort Seife fiel…😃

    Es war Gudbrandsdalen aus Norwegen. Bei der Herstellung von diesem Braunkäse wird die Molke lange eingekocht. Der enthaltene Milchzucker karamellisiert und gibt der Masse den typischen süßlichen Geschmack und die braune Farbe. Für unsere Geschmäcker etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach mehrfachem probieren konnten wir uns an diesen speziellen Geschmack gewöhnen.

    Durch die Degustation führten zwei Moderatoren, die gekonnt die elf verschiedenen Käsesorten kommentierten und Weinempfehlungen zum Käse gaben. Sie vermittelten viel Hintergrundwissen zur Käseherstellung. Beachtlich!! Es war die bisher längste Onlineveranstaltung, an der wir teilgenommen hatten. Über drei Stunden, unterbrochen durch eine kurze Pause, saßen wir vor dem Bildschirm. Es wurde nicht langweilig den Moderatoren zuzuhören. Sehr gut gemacht und ein dickes Lob an die Veranstalter.

    Die bereit gestellten Wein passten perfekt. Nennt man Food Pairing und geht nicht mit Bier!

    Wie es für einen sogenannten Service-Club üblich ist, wurde für wohltätige Zwecke gesammelt. Um eine Spende für Familienhospizdienste in Schleswig-Holstein wurde gebeten und von uns nachgekommen.

  • Food Pairing

    Ein Themenbereich, den ich hier im Blog bislang etwas vernachlässigt habe: Wein und Essen! Zu einem guten Essen, einem edlen Menü oder zu kleinen Snacks passt eigentlich immer ein Glas Wein. Im Idealfall ergänzen sich Wein und Essen. Man kann es auf die Spitze treiben und versuchen, zu jeder Speise den passenden Wein zu finden. Nennt man Food Pairing.

    Die Frage „Welcher Wein zu welchem Essen?“ lässt sich aber auch ganz unkompliziert beantworten: jeder, der dir zu diesem speziellen Essen schmeckt. Erlaubt ist, was gefällt!

    Die wichtigste Regel, die unbedingt zu beachten ist: kein Bier zum Essen! Aber nicht nur zum Trinken ist Wein da. Zum Kochen sehr gut verwendbar. Z. B. Braten, drei Tage in unserem Riesling-Weinessig und einer Flasche Reiler Goldlay gebadet. Verfeinert mit den üblichen Zutaten von Zwiebeln, Möhren, Lorbeer und einigem mehr. Scharf angebraten und bei Niedertemperatur gegart. Fisch kann man unter Zuhilfenahme von Wein und Essig dünsten. Als Beispiel die Forelle blau oder der Aal grün. Eine weitere Variante der Weinverwendung in der Küche ist das beizen oder marinieren. Ideal für diese Küchenverwendung ist unser Riesling bzw. der daraus hergestellte Rieslingessig. Der Fischgeschmack wird durch die elegante Rieslingaromatik unterstützt.

    Man könnte die Aufzählung noch seitenlang fortsetzen und ergänzen. Die Möglichkeiten sind fast unendlich…

    Zum Thema Wein und Essen noch eine weitere, letzte, sehr wichtige Regel: Man muss nicht essen, wenn man trinken will!😉

  • Eine Handvoll…

    Eine Handvoll Kräuter aus dem Kräutergarten, alternativ ergänzt durch im Weinberg wachsende Kräuter wie Allium vineale, Pfefferminze, Oregano oder Zitronenmelisse. Nach Belieben Knoblauch. Das Ganze mit einem scharfen Messer klein hacken, kräftig Salz und Pfeffer dazu, mit Riesling-Weinessig ansäuern. Mit einem halben Pfund Butter vermischen und fertig ist die Kräuterbutter.

    Auf ein frisches Baguette gestrichen, ein Glas Riesling dazu und der Sommer kann kommen.

  • Frühstückswein

    Der Morgentrunk, später reduziert auf den Frühschoppen: Ernährungsgewohnheiten, die uns heute befremdlich vorkommen. Im edlen Metropolitan Hotel in New York 1859 als Frühstückswein im Angebot. (Auf das Bild klicken, um die ganze Frühstückskarte zu sehen). Aber auch der einfache Mensch startete durchaus mit Wein in den Tag:

    „Zum ersten Frühstück wurde Malzkaffee oder Milch getrunken, bei den Männern häufig Wein… Zum zweiten Frühstück und zu allen übrigen Mahlzeiten, auch zur Jause trank man ebenfalls Wein. Es stand aber auch immer ein Krug mit frischem Brunnenwasser auf dem Tisch….Wenn man durchgefroren oder erkältet war, trank man einen Glühwein oder „russischen“ Tee mit Rum.“
    Wendelin Hambuch – Ida Husznai-Hambuch – Franziska Keidl – Alois Strigens, Ungarndeutsche Studien 5.

    In Deutschland war der Frühstückswein weniger bekannt. Als Biertrinkerland mit wenig entwickelter Weinkultur waren/sind die Frühstücksgetränke anderer Natur. Dafür gibt es aber heute noch das Hüttenfrühstück. Leider mit Bier… 😉 (gesehen im Café der Völklinger Hütte).

    Ich berichtete schon einmal über die geänderten Trinkmuster im Wandel der Zeit. Hier zum Nachlesen.

  • Neues aus der Moselstraße

    Coronabedingt mussten Horst und Roland Ballé im letzten Jahr ihren Urlaub in Deutschland, bzw. an der Mosel verbringen. Zum Glück für unser Dorf verliebten Sie sich in ein zum Verkauf stehendes altes Hotel. Eine berufliche Veränderung stand ebenfalls an.

    Kurzerhand wechselte das Hotel den Besitzer und wurde im Jugendstil Flair renoviert. Seit einigen Wochen beherbergt es das Café Ballé. In der hauseigenen Pâtisserie werden von Hobbykoch Horst Ballé und der Konditorin Michelle die leckersten Törtchen, Torten und Kuchen kreiert. Kleine Snacks ergänzen die Karte.

    Die Kuchenkarte wurde von uns schon hoch und runter ausgiebigst getestet und es war jedes Mal ein kulinarisches Vergnügen. Eine Bereicherung der örtlichen Gastronomieszene, über die ich hier und hier schon einmal berichtete.

    Hier ein Bericht des SWR über das Café Ballé.

  • Kunstwerke

    Glücklicherweise sind wir bei uns in Reil mit ausreichend Gastronomie gesegnet. Noch besser ist, dass alle gastronomischen Betriebe in ihrer jeweiligen Kategorie Spitzenleistungen erbringen. Angefangen vom Imbissstand unterm Rathaus, über die leckeren Schnitzel in der Linde, dem Weinberg-Hotel Nalbach mit der sehr guten bürgerlichen Küche, den Straußwirtschaften bis hin zu den  beiden Top Restaurants Reiler Hof und Villa Melsheimer.

    Bemerkenswert in der Villa Melsheimer sind neben der Weinkarte die Desserts, eine Passion des Küchenchefs. Für mich kleine Kunstwerke, für andere Dekorationsorgien. Aber egal, schmeckt unheimlich gut!

    Weitere, bessere Bilder wie das obige, gibt es auf dem Instagramaccout des Restaurants.

  • Küchenparty

    Der Winzer winzert nicht nur im Weinberg und Weinkeller. Auch der Verkauf muss gefördert werden. So freuten wir uns am vergangenen Wochenende über die Einladung unseres Lieblingsrestaurants Reiler Hof, bei der Küchenparty teilzunehmen und einige unserer Weine vorzustellen. Trinken und Essen auf höchstem Niveau!

    Die Kleinigkeiten zum Aperitif wurden in den Speisesälen als Fingerfood gereicht. Schlemmen war angesagt.

    Gratinierte Austern, Froschschenkel mit Cremespinat und andere kleine Leckereien überzeugten.

    Die Vorspeisen ebenfalls deliziös: Z.B. Créme Brülée von der Gänseleber oder Thunfisch mit Currymango und asiatischem Gemüsesalat. 

    Als Sattmacher und Hauptspeise folgten weitere Köstlichkeiten aus der Restaurantküche, die vom Dessert gekrönt wurden.

    Bis auf das Fingerfood mussten sich die Gäste selbst in der Küche und bei den vier im Lokal anwesenden Rieslingwinzern bedienen. Das ganze als Küchenparty zelebriert. Nicht steif am Tisch sitzen und sich bedienen lassen, sondern ständig in Bewegung bleibend um Nachschub an Trink- und Essbarem zu besorgen und nebenbei noch andere nette Menschen kennenlernen.

  • Abendessen?

    2017-05-04 Tanja Grandits' Himbeer-Granola Dessert

    Foto: Steinbeisser

    Abendessen ist vielleicht etwas zu einfach ausgedrückt. Eher schon hohe Kunst in der Gastronomie, wie hier das Himbeer-Granola Dessert von Tanja Grandits2017-05-04 Jef Schuur's Mikado-Chard-Rose-Hip-Dip Vorspeise.Foto: Steinbeisser

    oder das Mikado-Chard Rose Hip Dip von Jef Schuur. Experimentelle  Gastronomie, die von Steinbeisser (2009 von Jouw Wijnsma und Martin Kullik gegründet) weltweit organisiert wird.

    „Die Experimental-Gastronomie vereint renommierte Köche und Künstler zu einem kulinarischen Erlebnis der Extraklasse. Lebensmittel- und Getränkezutaten sind vollständig pflanzlich (vegan) und stammen von lokalen biologischen und biodynamischen (Demeter) Produzenten. Künstler kreieren Besteck und Geschirr, das Experimentieren und die Suche nach neuen Wegen zum Genuss von Essen feiert. Das Abendessen präsentiert zeitgenössische Küche auf höchstem Niveau und vereint Design, Gastronomie und Natur.“

    so die Initiatoren auf ihrer Homepage.

    Wir hatten die Gelegenheit, bei verschiedenen Kochevents von Steinbeisser Zutaten liefern zu dürfen. Insbesondere unsere Essigspezialitäten waren heiß begehrt, die auch beim Mikado-Chard Rose Hip Dip und Himbeer-Granola Dessert verwendet wurden.

    Dazu wird eine Sammlung außergewöhnlichen Bestecks und Tafelgeschirrs präsentiert, die von mehr als 25 Künstlern in fünf Jahren experimenteller Gastronomie gestaltet wurden.

    Schauen Sie bitte einmal in das Journal von Steinbeisser und genießen Sie die Bilder dieser Kochevents. Klasse fotografiert und beachten Sie unbedingt das von Künstlern kreierte Essgeschirr.