Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Schlagwort: Laubarbeiten

  • Schlipsbauer

    Die erste Runde der Laubarbeiten – also das Einschlaufen der Rebtriebe in den Drahtrahmen – wurde letzte Woche abgeschlossen. Damit der zweite Durchgang arbeitstechnisch optimierter ablaufen kann, gab es zunächst eine theoretische Unterweisung meiner Nachfolger. Ziel war es, sowohl die Arbeitsqualität als auch die Arbeitsgeschwindigkeit bei diesem Arbeitsschritt weiter zu verbessern. Für die Winzer, die hier mitlesen: Wir arbeiten mit zwei Wanderdrahtpaaren.

     

    Zunächst wurde beobachtet, wie ich diese Arbeit ausführe. Anschließend wurden unter meiner Aufsicht einige Rebzeilen geheftet. Schlussendlich stand ich – ganz wie ein Schlipsbauer – am oberen Wegrand, schaute zu und freute mich darüber, dass die Wissensvermittlung erfolgreich war.

     

    Apropos Schlipsbauer: Im Maifeld und den angrenzenden Regionen von Eifel und Mosel ist dies die regionaltypische Bezeichnung für einen wohlhabenden beziehungsweise großen Bauern. Der Begriff geht historisch darauf zurück, dass die Großbauern auf dem fruchtbaren Maifeld mit seinen Lössböden so wohlhabend waren, dass sie die körperliche Arbeit auf dem Feld nicht mehr selbst verrichten mussten. Stattdessen ließen sie andere für sich arbeiten und konnten es sich leisten, ihren Hof im „guten Sonntagsstaat“ – also mit Schlips und Kragen – zu verwalten.

     

    Das mittlerweile kühlere Sommerwetter hat das Rebwachstum etwas ausgebremst und diese Arbeit kann etwas gemütlicher vonstattengehen. Auch das Ende der Rebblüte wird sich etwas verzögern.

  • Laubarbeiten

    2015-06-18 HeftenWir schlaufen die Rebtriebe zurzeit in den Drahtrahmen, damit kein Windbruch entsteht.  Die Reben haben dadurch eine optimale Belichtung und Besonnung. Der erste Durchgang erfolgte letzte Woche, nun sind wir bei der zweiten und letzten Runde.

     

    Das Ganze dazu noch ganz gemütlich und stressfrei. Leider!

     

    Die anhaltende Trockenheit bremst das Wachstum der Rieslingreben stark. Es gab zwar im Wochenrhythmus 15, 10 und heute 11 Liter Regen, aber das hilft nur einige Tage. Nicht wirklich befriedigend und ausreichend. In einer jungen Rebanlage wird es nur noch wenige Tage dauern, bis die ersten Trockenstressanzeichen massiv auftreten. Zumindest sind die Weinbergserdbeeren, die am verdorren waren, wieder ins Leben zurückgekehrt.

     

    Die Meteorologen machen uns für die nächsten Tagen Hoffnung. Ich lasse mich überraschen.

     

    Ich will nicht jammern und zu laut Regen herbei wünschen. Das ging schon im letzten Jahr schief, als wir bei der damals herrschenden Trockenheit viel Regen wünschten. Leider wurden diese Wünsche reichlich erfüllt und es regnete ab Juli fast ununterbrochen und wir hatten eine problematische Weinernte. Ich berichtete auch hier und hier.

  • gemütlich

    2014-05-29 heften2

    Die Rebtriebe werden zur Zeit in den Drahtrahmen eingeschlauft damit kein Windbruch entsteht und die Reben eine optimale Belichtung und Besonnung bekommen. Das ganze dazu noch ganz gemütlich und stressfrei.

    Das Rebwachstum ist bei den jetzigen Temperaturen bei so knapp über 20 Grad etwas ruhiger und wir kommen mit der Arbeit gut nach. Es ist bei diesen Temperaturen auch viel angenehmer im Steilhang zu Arbeiten als bei hochsommerlichem Wetter wie im letzten Jahr. Auch arbeitet unser Praktikant schnell und selbstständig, was eine enorme Beschleunigung der Arbeit bedeutet.

    Für das Festbinden von Trieben nachgepflanzter Rebstöcke, die nicht in den Drahtrahmen eingeschlauft werden können, hängt ein Bündel Naturbast am Gürtel. Einfach zu verarbeiten und ökologisch absolut korrekt!