Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Schlagwort: Rieslingreben

  • Start in das neue Weinjahr

    Jetzt kommt Schwung in die Natur. Die letzten warmen Tage bemerkt man schon an den Pflanzen. Das allgemeine Ergrünen der Landschaft wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.

    Die Pfirsichbäume stehen kurz davor, die Blüten zu entfalten, die anderen Obstbäume werden sicherlich binnen weniger Tagen folgen.

    Die Startbedingungen für die Reben sind auf jeden Fall hervorragend. Der in den letzten Tagen reichlich gefallene Regen füllte die Bodenwasservorräte auf.  Der Austrieb der Rieslingreben ist durch die kalten Tage in den letzten Wochen verzögert worden und später als im letzten Jahr.  Die Gefahr durch Spätfröste ist dadurch geringer. Wenn uns in den kommenden Wochen beim Austrieb der Rhombenspanner in Ruhe lässt, wäre das ein idealer Start in das neue Weinjahr 2018.

  • fast fertig

    Die Winterarbeiten im Weinberg sind fast fertig. Letzte Woche wurde der sehr zeitaufwendige Rebschnitt beendet. Die nach dem Rebschnitt verbliebenen Fruchtruten der Rieslingreben werden nun im Drahtrahmen nach unten gebogen und festgebunden. Ein kleines Helferlein, der Beli Rebenbinder, umschlingt die Rute und den Weinbergsdraht mit einem dünnen Draht und verdrillt diesen.

    Mehr Info über dieses kleine Helferlein finden Sie hier, ein passendes Video hier.

    Endlich eine Arbeit, die viel schneller vonstatten geht, als der Rebschnitt. Einige Tage noch und auch diese Arbeit ist fertig.

    Trotz der sehr kalten Tage zum Monatswechsel, die ein Arbeiten im Weinberg verhinderten, und der Renovierung unseres neuen Betriebsgebäudes, liegen wir sehr gut in der Zeit.

    Jetzt darf muss der Frühling kommen, damit die Natur erwacht und alles ergrünt.

  • Reben schneiden

     Wir sind fleissig am Reben schneiden. Diese Woche kam auch endlich der Winter mit kalten Temperaturen und ein wenig Schnee. Was uns am meisten erfreute, war die Sonne, die sich endlich am Himmel zeigte. Schon beim Rebschnitt sieht man die Klimaänderung. Immer mehr Rebstöcke sind mit der Viruskrankheit Esca oder der Schwarzholzkrankheit befallen. Klimaerwärmung und Klimastreß, insbesondere die beiden letzten Jahre mit ihrer extremen Witterung (Trockenheits- und Nässephasen), fördern diese Schaderreger.

    Als  alleinige Maßnahme bleibt nur der Weg, die Rebe bis auf einen kleinen Stammrest zurück zu schneiden. Sozusagen das von Schaderregern befallene Rebholz komplett zu entfernen. Aus den im kommenden Frühjahr sich neu bildenden Trieben kann der Rebstock dann wieder aufgebaut werden. Leider gibt es ein Jahr keine Ernte von diesen Rebstöcken und es sind viele Reben, die stark zurück geschnitten werden.

  • Erbsengröße

    2017-06-29 Riesling, erbsendickDie Rebblüte ist bei optimalem Wetter vor drei Wochen sehr gut gelaufen, fast alle Blüten wurden bestäubt. Die Rieslingtrauben sind richtig dick geworden. Erbsengröße nennt das der Winzer. 2017-06-29 Regenmesser

    Mittlerweile gab es auch etwas Regen, der die derzeit anhaltende Trockenheit abmildert. Reichlich ist es nicht – ein Mehrfaches wäre nötig, um den Boden zu durchfeuchten – aber es hilft den Reben. Ein kleineres Gewitter wäre nett, natürlich ohne Hagel  und extreme Niederschläge, aber leider haben sich diese woanders ausgeregnet.

    Wir hoffen, dass die Trauben auch davon profitieren und richtig groß werden, damit die Verluste durch den Frost und den Rhombenspanner ausgeglichen werden.

  • Etwas Ruhe kehrt ein

    2016-07-06 LaubschnittDie sommerlichen Hauptarbeiten sind erledigt. Die Rebtriebe sind geheftet, also in den Drahtrahmen eingeschlauft worden. Die Traubenzone wurde entblättert und der erste Laubschnitt ist auch schon gemacht.

    Die Weinberge sehen jetzt akkurat wie nach einem Friseurbesuch aus. Etwas Ruhe kehrt nun ein. Nicht, dass wir arbeitslos wären, aber, wie sagt man so schön, der Druck ist raus.2016-07-07 HackenZeit, sich jetzt intensiv um die im Mai gepflanzten Rieslingreben zu kümmern. Mittlerweile konnten wir mit dem Kettenschlepper eine Bodenlockerung durchführen. Im Unterstockbereich muss händisch gearbeitet werden. Eine reichhaltige Auswahl an Hacken steht für meine Helfer zur Verfügung. Jeder kann sich nach seinem Gusto das passende Gerät aussuchen.

    Die jungen Rieslingreben wachsen sehr gut und sind mittlerweile am Pflanzstab festgebunden.

    Der Sommer mit trockenem Wetter ist auch gekommen. Etwas aufatmen für uns. Neuinfektionen durch den gefürchteten falschen Mehltau (Peronospora) werden unwahrscheinlicher und durch das starke Beerenwachstum verringert sich die Empfindlichkeit der Trauben.

  • warten

    2016-05-07 SpiegelungWir warten auf wärmere Temperaturen, damit die Terrassensaison dauerhaft eröffnet werden kann.

    Die Eisheiligen bringen zurzeit kalte Polarluft an die Mosel. Nicht ganz so kalt wie vor zwei Wochen, als es schwere Schäden durch Spätfrost in Europas Weingärten gab. Dazwischen eine sehr warme Woche, die die Reben schnell wachsen ließ und uns die Terrassensaison schon einmal antesten ließ.

    Wir warten auch auf das Weiterwachsen der Reben. Bis auf den Vegetationsfortschritt, der einige Tage hinter dem Durchschnitt der Jahre ist und leichte Knospenfraßschäden durch den Rhombenspanner, sieht alles sehr gut für die kommende Wachstumsperiode der Rieslingreben aus.

  • Angespannt, sehr angespannt

    2015-07-22 Riesling

    In den guten Lagen, also den frühen, sind die Trauben sehr gut verblüht. Man sieht nur wenige kleine Beerchen, die von nicht bestäubten Blüten stammen.2015-07-22 Verrieselt

    Vollkommen gegensätzlich die Trauben in den späteren Lagen. Zwei Tage Kälteeinbruch während der Blüte sind deutlich zu sehen. Ganz extrem – wie im obigen Bild – ist das Blüteergebnis bei Rebstöcken, die zum Zeitpunkt der Blüte schon unter Wassermangel gelitten haben. Der Riesling ist sehr empfindlich in der Blütephase.

    2015-07-2 Triebspitze

    In einer jungen Rebanlage mit sehr vielen nachgepflanzten Rieslingreben haben wir das Wachstum wieder angekurbelt. Nach zweimaliger Wassergabe sind die kurz vor den vertrocknen stehenden Triebspitzen wieder ergrünt und das Längenwachstum hat wieder eingesetzt.

    Die Reben sehen besser aus, als aufgrund der hohen Temperaturen erwartet. Wir haben Weinberge, die immer noch ausreichend Wasser im Boden finden und an denen man die Trockenheit nicht ansieht, bis hin zu sehr stark trockengestressten Rebstöcken, bei denen die Triebspitzen und die unteren Blätter schon verdorrt sind. Leider auch schon Trauben, die ins bläuliche verfärben. Nicht so gut für die Qualität.

    Jetzt wäre es an der richtigen Zeit, die Reben zu bewässern. Leider haben wir diese Möglichkeit nicht. Da beneide ich Kollege Armin, der die Möglichkeit zum Bewässern hat.

    Uns bleibt nur die Möglichkeit zu warten. Die Lage ist leider angespannt, sehr angespannt.

    Letzte Woche gab es etwas Regen. Kommende Woche sind weitere Niederschläge gemeldet. Es wird ein hangeln von Regen zu Regen, jeweils ein Tropfen auf den heißen Stein.

  • Fast erledigt

      20015-03-31 Fruchtruten

    Der Sturm mit dem verbundenen Regen hat in den letzten Arbeitstagen unsere Planungen etwas durcheinender geworfen. So sollten heute alle unsere Rebanlagen aussehen: Die Fruchtruten alle im Drahtrahmen nach unten gebogen!

    Jetzt noch zwei Arbeitstage und die Hauptarbeiten für diesen Winter und Frühling sind erledigt.2015-03-23 Ranken

    Verbliebene Rebranken an den Drähten oberhalb, die in wenigen Wochen das frische Grün der Rieslingreben stabilisieren sollen. 2015-03-26 Bluten

    „Während man in den letzten Jahren meist den Eindruck hatte, das Wetter läßt den Frühling aus und wechselt vom Winter nahtlos in den Sommer, scheint es heuer eine richtige Übergangszeit zu geben. Sonnige, aber nicht all zu warme Tage und Nachttemperaturen nur wenig über dem Gefrierpunkt.“ schreibt mein Kollege Bernhard Fiedler in seinem Blog. 

    Ein langsames Erwachen der Natur. Später als letztes Jahr, als die Obstbäume zum gleichen Zeitpunkt schon am blühen waren. Auch der Saftfluss der Reben kommt nur zögerlich in Gang.

    Das deutet auf einen späteren Austrieb der Reben hin. Das ist gut so, denn dann sinkt die Gefahr durch Spätfröste, die schon mehrmals bei uns Schaden angerichtet hatten.

  • „Es regnet gern, wo es schon naß ist.“

    „Es regnet gern, wo es schon naß ist.“ besagt eine althergebrachtes Sprichwort. Leider auch heute. Von der Arbeit hochschauend, sah ich die Regenwolken, die ohne abzuregnen, über mich hinweg gezogen sind. Freude bei mir! Aber kurze Zeit später, die nächsten Wolken mit einem kräftigen Regenguss, der mich nach Hause fahren ließ.

    Es macht im Moment keinen Spaß mehr. Immer dieses Rumgematsche im Weinberg. Eine Wetteränderung ist, bis auf kühlere Temperaturen, nicht gemeldet. Die Widerwärtigkeiten der Natur, über die ich hier berichtete, machen mir noch keine Sorgen. Etliche Kollegen sind da weniger verschont geblieben. Auch erste Hagelunwetter soll es schon in der Pfalz gegeben haben.

    Ach so, nebenbei noch angemerkt: Die Rieslingreben haben einen Entwicklungsvorsprung von 8 Tagen gegenüber den langjährigem Mittel. Wenigstens eine gute Nachricht aus dem Weinberg!