Vorzeitig zeigen die Rieslingreben das erste Grün. Über zwei Wochen zu früh! Die Wetterfrösche prognostizieren für Mitte kommender Woche die ersten Spätfröste, die für leichtes Unwohlsein bei uns sorgen. Da ich mir mehrere Wetterseiten anschaue, glaube ich jetzt einmal denen, die Temperaturen über Null Grad melden. Und andererseits sind die Prognosen in diesem Zeitraum auch noch etwas spekulativ. Hoffentlich!
Schlagwort: stabile Wetterlage
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Spätfrost?
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Weinernte 2016: Qualität kommt von quälen

Qualität kommt von quälen: Zuerst quält sich der Winzer das ganze Jahr im Weinberg, um die bestmöglichste Qualität in die Trauben zu bekommen und dann muss die Rieslingrebe auch etwas gequält werden, damit die Qualität besser wird.
Mit quälen ist Stress gemeint. Vergleichbar wie beim Menschen: Bei moderatem Stress liefern wir bessere Arbeitsqualität. So auch der Riesling. Durch die seit Wochen herrschende Trockenheit stehen die Reben unter leichtem Wasserstress – sichtbar an den Blättern, die von der Sonne weggedreht sind – und geben ihr Bestmöglichstes für die Qualität.
Langsames weich kochen, wie der Geheimrat J. W. Goethe schon bemerkte:
„Der Wein will magere Nahrung an Bergen und viel Sonne haben, in der Plaine (Ebene) wird er schwer. Die Feuchtigkeit, die zudringt, kann nicht ausgekocht werden, es gibt einen ungeschlachteten Trank.“

Die Trauben sind ausnahmslos gesund, lockerbeerig und kurz vor perfekt. Jetzt noch ein leichter Landregen, nur ganz leicht, so um die 20 Liter auf einen ganzen Tag verteilt, dann wäre es perfekt. Aber es ist besser, wenn ich mir keinen Regen wünsche. Denn, wenn Petrus mir diesen Wunsch erfüllen würde, gäbe es sicherlich reichlich, viel zu reichlich Regen und das wäre dann überhaupt nicht gut.
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Etwas Ruhe kehrt ein
Die sommerlichen Hauptarbeiten sind erledigt. Die Rebtriebe sind geheftet, also in den Drahtrahmen eingeschlauft worden. Die Traubenzone wurde entblättert und der erste Laubschnitt ist auch schon gemacht.Die Weinberge sehen jetzt akkurat wie nach einem Friseurbesuch aus. Etwas Ruhe kehrt nun ein. Nicht, dass wir arbeitslos wären, aber, wie sagt man so schön, der Druck ist raus.
Zeit, sich jetzt intensiv um die im Mai gepflanzten Rieslingreben zu kümmern. Mittlerweile konnten wir mit dem Kettenschlepper eine Bodenlockerung durchführen. Im Unterstockbereich muss händisch gearbeitet werden. Eine reichhaltige Auswahl an Hacken steht für meine Helfer zur Verfügung. Jeder kann sich nach seinem Gusto das passende Gerät aussuchen.Die jungen Rieslingreben wachsen sehr gut und sind mittlerweile am Pflanzstab festgebunden.
Der Sommer mit trockenem Wetter ist auch gekommen. Etwas aufatmen für uns. Neuinfektionen durch den gefürchteten falschen Mehltau (Peronospora) werden unwahrscheinlicher und durch das starke Beerenwachstum verringert sich die Empfindlichkeit der Trauben.
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Weinernte 2015: fröhliche Erntehelfer

Das Team ist bestens eingearbeitet und auch ohne Anweisungen läuft es Hand in Hand. Sei es die Trauben mittels Kettenschlepper aus dem Weinberg zu fahren, das Keltern im Kelterhaus oder die Kelterreinigung: Mittlerweile ein eingespieltes Team. Nebenbei haben wir viel Spaß, es wird viel gelacht und alle sind bestens drauf.

Abends sind einige Helfer im Weinkeller bei der Verarbeitung des Mostes dabei. Natürlich auch, um die bisher geernteten, gärenden Rieslingweine zu probieren.
Die erste Selektionsrunde haben wir hinter uns. Es hängen nur noch gesunde Rieslingtrauben in unseren Weinbergen. Das Wetter hat bisher gepasst. Der für heute morgen angekündigte Frühfrost hat sich in Luft aufgelöst, die weiteren Wetteraussichten sind auch hervorragend. Zwar Langeunterhosenwetter, dafür aber trocken und für die weitere Rieslingreife förderlich.
Qualität und Quantität stimmen bis jetzt. Die nächsten Tage werden zeigen, inwieweit eine Aufkonzentration bzw. weitere Reife in Richtung sehr gute Spät- und Auslesen möglich ist.
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Wasser!
Am Samstag habe ich als Gastwinzer beim Hoffest meines Kollegen Reinhard Schäfer unsere Moselrieslinge präsentiert. Der Hof des Weingutes war sehr gut gefüllt, Speis und Trank gab es reichlich und die Liveband machte ausgezeichnete Musik. Zwar brütend heiß und etwas schwierig die Weine gekühlt zu halten, aber ein sehr schöner Abend.Auch in Württemberg ist die extreme Trockenheit ein allgegenwärtiges Thema. Die kleineren Regenschauer, die wir in den letzten Wochen an der Mosel hatten, fehlten dort komplett. Gestern kam allerdings die Erlösung für den Kollegen. Abends erreichte mich die freudige Nachricht per Mail:
„Hallo Harald,
innerhalb einer Stunde 50 Liter Wasser. Halle schwimmt. Alle Regenwasser-Tanks laufen über. Mussten am Haus die Hochwasser-Sperre anbringen!
Gruß
Reinhard“
Wie unser Weingut, liegt auch das Weingut Schäfer nahe am Fluss (Bottwar). Als Moselanlieger würde ich eher Bach sagen. Und wie das nun mal bei Flussanliegern ist, die zudem direkt im Talgrund liegen, gibt es mal leichte Überschwemmungen. Nicht meterhoch wie wir es an der Mosel gewohnt sind, aber plötzlich 15 cm Wasser in Hof und Halle sind ja auch schon was.
Für Reinhard ist auf jeden Fall die Sorge um die Trockenheit im Weinberg sehr schnell und ausreichend erledigt. Da nimmt er gerne die kleine Überschwemmung in Kauf.
Für uns ist das Problem mittlerweile auch kleiner geworden. Letzte Nacht gab es fast 20 Liter/qm Regen, kommende Nacht soll es auch noch regnen. Etwas Entspannung!
Ich hoffe und wünsche, dass genügend Regen für alle Winzer fällt, da die extreme Hitze und Trockenheit die Wasserreserven in ganz Europa schwinden lässt. Beispielsweise schreibt auch unser Kollege Bernhard Fiedler in Österreich über die Auswirkungen des Wassermangels.
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Ungebremst

Ungebremst wachsen die Reben weiter. Die Triebspitzen sind noch gekrümmt und die Reben voll auf Wachstum eingestellt. Ich denke, dass ich in zwei Wochen zum dritten Mal mit dem Laubschneider in den Weinberg muß. Ich kann mich nicht entsinnen, dass ich jemals dreimal Laubschneiden musste.

Die momentane Luxusversorgung mit Wasser ist verantwortlich für das exzessive Wachstum. Im Juni hatte ich mich noch über die Trockenheit beschwert und jetzt hätte ich es gerne anders rum.
Gestern gab es wieder reichlich, so um die 30 Liter. Eine längere Trockenphase ist auch nicht in Sicht, die für die Gesunderhaltung der Trauben wichtig wäre. Mit Schrecken denke ich noch an die letzte Ernte, bei der der Regen den Trauben übel mitspielte und ein großer Teil der Ernte verfaulte.
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aufgefüllt

Die Mosel ist wieder aufgefüllt, die Weinbergsböden auch. In den letzten Tagen ist der lang herbeigesehnte Regen endlich gefallen. Es könnte zwar noch viel mehr sein, aber für den Augenblick sind wir zufrieden.
Man hat den Reben den Wassermangel schon etwas angesehen. Beginnende Gelbfärbung und die Streckung der Triebspitzen waren schon erste Anzeichen von Trockenstress.
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In trockenen Tüchern?
In trockenen Tüchern? Noch nicht ganz, aber fast! Ich berichtete unter anderem hier über den extrem nassen Sommer und über die dadurch bedingten Widerwärtigkeiten hier und hier. Mittlerweile sind wir der Ernte um einiges näher gerückt und die Ernte fast in trockenen Tüchern. Die Trauben sind nicht mehr anfällig gegen die vor Wochen allgegenwärtigen Pilzkrankheiten. Die jetzt herrschenden hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad dämmen z.B. den Infektionsdruck des falschen Mehltaues stark ein. Etliche nachwachsende junge Rebblätter sind zwar teilweise von diesem Pilz befallen, werden aber weiterhin Assimilate, also Zucker und Geschmack, für die Rieslingbeeren bilden können. Nur noch Hagel oder Traubenfäule wie in den letzten Jahren kann die Erntemenge verringern.Nun könnte man schon an eine Ernteschätzung wagen, aber da bin ich ganz schlecht und ich möchte den Tag nicht vor dem Abend loben. Da halte ich es lieber so wie Dirk Würtz, der die Erntemenge so einschätzt: „Mehr als 2010, weniger als 2011 – oder vereinfacht ausgedrückt – der Keller wird wohl nicht ganz voll.“ Zwei in der Erntemenge total gegensätzliche Jahre und in dieser Spanne werden wir sicherlich liegen. Ich hoffe in Richtung des 2011er, der doch eine sehr gute Quantität brachte. Weniger glücklich wäre ich natürlich bei Annäherung an den 2010er.
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stabile Wetterlage
Wir brauchen eine stabile Wetterlage, meinte ein Kollege in den letzten Tagen. Haben wir doch, meinte ich. Nass und feucht, ist ja auch eine stabile Wetterlage. Nur im Moment die falsche!Pilze wachsen mittlerweile in den Weinbergen. Gott sei Dank auf dem Boden und nicht auf den Reben.

Die wenigen trockenen Tage werden genutzt, um mit der Raupe Maschinenarbeit zu machen. Ungeahnte Höchstgeschwindigkeiten werden teilweise erreicht wenn man im Steilhang abschmiert. Bevor Sie nachfragen: Alles im Griff! In der Regel sind die „gefährlichen“ Stellen mit etwas schmierigen Boden nur wenige Meter lang und fahrtechnisch gut zu beherschen.