
Gestern war es wieder einmal so weit. Das Steffens-Keß Verkosterteam traf sich zur Finalprobe 2015er Riesling bei uns in der Probierstube. Kurze Unterrichtung meinerseits, was denn so ungefähr auf dem Tisch stand, dann durften alle nacheinander probieren. Der auch dabei gewesene Oberkellermeister meinte nur, das ein falsch in der Reihe platzierter Wein dabei sei, andere rochen etwas, was ich beim besten Willen, andere auch – nicht nachvollziehen konnten. Ich schwieg einfach dazu und wollte keine weiteren Informationen geben. Alles normal, wie immer.
Bei der zweiten Verkostung kurze Zeit später, die Jungweine waren mittlerweile wärmer geworden und hatten etwas Luftsauerstoff gezogen, ein anderes Geschmacksbild. Alles im positivem Bereich.
Nach dem gereichten Imbiss, dann die dritte Probenrunde, in der ich Details zu den Weinen, den Ursprungsweinbergen und der Vinifikation preisgab, die zu regen Diskussionen führte.
Zu später Stunde kam dann endlich die „Jugendgruppe“ des Steffens-Keß Verkosterteams, probierte sich durch und kam zum gleichen Ergebniss wie die ältere Generation.
Gleich werde ich noch einige Weine nachprobieren, aber schon jetzt steht fest, dass wir sehr zufrieden mit den 2015er Weinen sein können. In zwei Wochen beginnen wir mit dem Abfüllen, kurz danach ist er käuflich hier im Shop erwerbbar und Sie können sich selbst ein Bild über die Qualität machen.
Während draußen im Weinberg die Natur einen auf Frühling macht
gehen wir im Weinkeller der typischen Dezemberarbeit nach.
Foto: Klaus Lay
Das Wetter war während der Erntewochen äusserst winzerfreundlich. Wenige kalte Tage – nur an einem Morgen gab es kalte Finger-, nur einen Regentag und leider auch wenige sonnige Tage, aber das störte nur den Fotografen in mir. Der Indian Summer, also die schöne Herbstverfärbung der Blätter, kam dann auch mit Ende der Ernte und ist nun weitestgehend zu Ende. Der Winter kann nun kommen.
Dazu arbeitsmässig absolut streßfrei, eine ganz tolle Erntemannschaft, mit der man eine Menge Spaß hatte und mit der so manches Gläschen Riesling geleert wurde.
Wieder eine Weinernte geschafft. Eine anstrengende, jedoch entspannte und von Wetterextremen verschonte Weinernte liegt hinter uns. Doch dazu später mehr.
Obendrauf darf dann noch an den Süßigkeiten genascht werden. Essensmäßig ein Wunschkonzert für die Lesemannschaft.
Im Weinberg sind wir mit dem zweiten, selektiven Erntedurchgang fertig. Nur noch beste Rieslingtrauben hängen an den Rebstöcken. Das Wetter soll uns in den nächsten Tagen auch hold sein.

Schluß mit Helden zeugen, also das Wetter zum Helden zeugen, wie ich im
Morgens alles betaut, das Spinnennetz in seiner ganzen Pracht ersichtlich und
die nassen Arbeitshandschuhe werden praktischerweise auf dem Transportgestell für die Lesekisten auf der Raupe getrocknet.
Mit dem ersten selektiven Lesedurchgang werden wir noch einige Tage beschäftigt sein. Zurück bleiben ausschließlich gesunde Trauben, die weiter reifen können.
Ein Wetter zum Heldenzeugen, auch Kaiserwetter oder Winzerwunschwetter genannt. Vor zwei Wochen hatten wir noch etwas Muffensausen bezüglich der Fäulnis. Mittlerweile bester Altweibersommer. Kühle Temperaturen in der Nacht, tagsüber bei strahlend blauen Himmel die Sonne genießen, keinerlei Regen und aufkommender, feuchter, Nebel wird durch den Wind sofort vertrieben.
