
Dieser Tage standen wie jedes Jahr alle Jungweine zum Probieren auf den Tisch. Die jährliche Jungweinprobe mit Freunden und Winzerkollegen, um der eigenen Betriebsblindheit vorzubeugen und um unser neues Weinsortiment zu gestalten. Wie jedes Jahr Diskussionen, ob der Wein in der qualitativen Reihenfolge richtig eingereiht war oder nicht und ob er der vorgesehenen Qualitätseinstufung meinerseits entspricht. Bis auf kleine Abweichungen, die meine Freunde anders sahen als ich, passte es.
Die Qualität sehr gut, frische Frucht, Eleganz und saftig. Die Alkoholgehalte, bis auf die beiden hochwertigsten Rieslingauslesen, wie immer moderat, so dass diese wieder als Spaßweine bezeichnet werden können.




Wenn es viel gibt, gibt es viel mehr. Wenn es wenig gibt, gibt es viel weniger, so der alte Winzerspruch. Das es aber so wenig ist, dass hätte ich nicht erwartet.


Deliziös, besonders wohlschmeckend und lecker sehen unsere noch zu erntenden goldgelben Rieslingtrauben aus.
Sie schmecken auch überaus köstlich. Die Traubenschale dünn, der Beereninhalt verflüssigt und die Kerne sind braun verfärbt. Zeichen der sogenannten physiologischen Reife, also dem Zeitpunkt, an dem alle Inhaltsstoffe der Traube ausgereift sind.
Etliche überreife Beerchen werden schon braun und porös. Auch ein leichter Befall mit dem Edelfäulepilz, Botrytis cinera, ist festzustellen. In beiden Fällen verdunstet Wasser aus der Beere und der Beereninhalt konzentriert sich weiter auf.

Ein sehr wichtiges Arbeitsgerät während der Weinernte: Die Ernteschere!
Seit heute ernten wir nur noch gesunde Rieslingtrauben. Den ersten, selektiven Erntedurchgang haben wir hinter uns. Von Pilzen befallene Trauben wurden selektiert und die verdorbenen Beeren weggeworfen.