Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Krummes und Bast

Auch heute noch ein wichtiges Arbeitsgerät: Das Krummes. Kommt von krummes Messer. In anderen Dialekten als Sesel, im hochdeutschen als Winzerhippe oder Gärtnermesser bekannt. Ist immer in der Tasche und einsatzbereit, denn zu schneiden gibt es immer mal was und wenn es nur ein hartnäckiges Unkraut ist, dass vom Mähgerät verschont wurde.

Dieser Tage als alleiniges Werkzeug mit dem Bast und dem Winzer im Weinberg unterwegs gewesen.

Der Naturbast, der von der Raphia Palme gewonnen wird, dient dazu,  junge Reben fest zu binden.  Besser und ökologischer als moderne Plastikbindematerialien oder Kunstbast, die nicht verrotten oder sich beim Rebschnitt nicht durchschneiden lassen.

Krummes, Naturbast, flinke Finger und die jungen Reben sind schnell an den Pflanzstäben festgebunden.

Eine noch älteres Bindematerial war das Langstroh, dass, als neben den Reben es noch Vieh auf den Weingütern gab, verwendet wurde. Ich selbst kenne es nicht mehr, aber mein Kollege Bernhard Fiedler aus Österreich verwendet es noch und beherrscht die Verarbeitungsweise.

Kommentare

  1. Avatar von Reinhard Schäfer

    …oder man nimmt einfach einen zähen Roggenhalm aus der Begrünung zum „Sichern“ wichtiger Triebe, die man zum Anschnitt im nächsten Jahr braucht. Hält mindestens bis zum Jahresende und ist derzeit in jeder 2. Gasse verfügbar. Bei uns im Bottwartal wächst derzeit auf dem Boden alles, was dem Öko-Winzer Freude macht. Auch an den Reben sieht´s gut aus. Grüße an die Mosel und weiterhin gutes Wetter mit Regen und Sonnenschein zur richtigen Zeit !
    Grüße aus dem Bottwartal
    Reinhard

  2. Avatar von harald
    harald

    Das mache ich ja auch, falls ich den Bast oben am Weg im Auto vergessen habe. Nur nehme ich Flughafer.
    Die Weinberge stehen sehr gut, durch die Feuchtigkeit habe ich auch im Steilhang seit Jahren wieder eine üppige Begrünung.

    Ich Grüße Dich zurück

    Harald

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