Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Mäander abkürzen

Warm angezogen starteten wir gestern zu Fuß in Richtung Bernkastel. Über den Berg, um die Moselmäander abzukürzen.

Der erste Aussichtspunkt, das Birkensteinchen mit seinem Panoramablick auf die Mosel, war schnell erreicht. Nach kurzer Rast mit einem Glas Riesling wanderten wir weiter, bis wir oberhalb von Kröv die Mosel wieder sahen.

Die erste Moselschleife hatten wir hinter uns gelassen. Durch die Weinberge, am alten jüdischen Friedhof vorbei, hinunter ins Tal nach Kinheim. Nach der Moselüberquerung wieder den Berg hinauf um die nächste Moselschleife abzukürzen.

Unterwegs die ersten Vorboten des Frühlings, die mutig ihre Blüten durch den Schnee reckten.

Oberhalb von Graach erblickten wir wieder die Mosel. Leider war durch das mittlerweile eingesetzte Schneetreiben die Aussicht auf die Wehlener Brücke und Weinberge eingetrübt. 

In Bernkastel angekommen machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant. Im Winter nicht so einfach, da in dem Touristenstädtchen mangels Wintertouristen auch die meisten gastronomischen Betriebe geschlossen sind. Als wir fündig wurden, fiel uns die Speisekarte auf. Wann war das noch mal? Vierstellige Postleitzahlen? Anstatt aufgrund der vierstelligen Postleitzahl vorsichtig zu sein, bestellten wir. Ich will ja nicht ablästern, aber als ich die Frikadelle biß, die beim sogenannten Winzerschmaus mit auf dem Teller war, sagten mir meine Geschmacksnerven, das diese ein ähnlich hohes Alter hatte. Zum ersten mal in meinem Leben hörte ich sofort zu essen auf und beschied die Nachfrage des Kellner ob es geschmeckt hat mit einem klaren Nein. Meinen Mitwanderern erging es ähnlich. Wörter wie Touristennepp fielen… Wären wir doch besser in den alten Moselbahnhof eingekehrt. Einfache Bürgerliche Küche, empfehlenswert der legendäre Spießbraten.

Der Kaffee und Kuchen im Cafe K – ich berichtete hier schon einmal über das Cafe – den es anschließend gab und der danach in der Station Cues degustierte Riesling versöhnte uns wieder mit der Bernkasteler Gastronomie, bevor es mit dem Taxi in Richtung Heimat ging.


Größere Kartenansicht

Zum Nachwandern die Streckenführung bei Google Maps. Im Sommer kann die Rückfahrt per Schiff bis Trarbach und dann mit der Bahn bis Reil erfolgen. Alternativ zu Fuß über die eiserne Weinkarte nach Trarbach und dann mit der Bahn nach Reil. Je nach Lust, Laune und körperlicher Kondition.

Kommentare

  1. Avatar von Rüdiger
    Rüdiger

    Ja die Gastronomie im Winter ist sehr einsam in Bernkastel und Umgebung. Im Januar hatte ich Besuch aus Slowenien. Wir haben an einem Wochentag von Wintrich bis Bernkastel kein gutes Restaurant gefunden welches auf hatte. Das war schon sehr peinlich, aber das gute Abendbrot bei uns hat die Gäste entschädigt.

    Ich bin gestern wieder aus La Palma zurück gekommen und freute mich auf das Frühlingswetter welches vor einer Woche schon da war und auf die Arbeiten im Weinberg mit den ersten Sonnenstrahlen. Dann hatten wir im Anflug 1 Stunde Verspätung aufgrund des Schneetreiben am Flughafen in Luxemburg. Der Winter ist wieder da !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert