Wie die Jungfrau zum Kind, kam ich die letzten Tage zu einer Wundertüte. Besser gesagt zu einem Wunderkarton.
„Ich denke, dass Du damit etwas anfangen kannst, bei mir schimmeln die noch im Keller“,
sagte ein Freund. Der erste Blick in den Karton war schon vielversprechend. Obenauf Weinlyrik und -prosa zu sehen, typisch 50ziger und 60ziger Jahre. Literatur über Wein und die Mosel.
Meine kleine Sammelleidenschaft!
Zuhause beim Sichten des Kartons die Überraschung! Es war noch alte Fachliteratur dabei, ganz unten im Karton. Aus den 20er, den 50er und den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Der Knüller aber, neben der sachgemäßen Anleitung zur Weinverbesserung, „Das Handbuch des Weinbaues und der Kellerwirtschaft“, erster Band Weinbau, von Frhr. A. von Babo und E.Mach. Das erste Standardwerk über den Weinbau und die Kellerwirtschaft. Erstausgabe 1881.
Übrigens, Babo ist das Jungendwort des Jahres 2013. Nur so nebenbei.
Für mich ist es immer wieder spannend, etwas über die Weinbereitung in vergangen Zeiten zu erfahren. Das Handwerk, insbesondere im Weinkeller an sich, hat sich nicht so viel geändert. Moderne Technik, die Klimaänderung, andere Verbrauchererwartungen und das Wissen über die Weinbereitung sind die größten Änderungen gegenüber der „Guten alten Zeit“.
Teilweise wurden die Trauben noch wie bei den alten Römern gekeltert. Hieß dann rheinische Spindelpresse. Natürlich gab es auch schon „moderne“ Pressen, wie die klick-klack Kelter oder die damals hypermodernen hydraulischen Pressen. Beide Keltertypen kenne ich noch aus meiner Jugend.

Es gab auch schon Filterapparate. Müssen unheimlich groß gewesen sein. Nicht umsonst der Namen „Riesenfilter“. 
Pumpen waren damals noch selten und teuer. Ein einfacher Blasebalg aufs Fass gesetzt und der Wein wurde mittels Luftdruck ins nächste Fass gedrückt. Schonender geht es nicht. Kenne ich auch noch aus meiner Jugend. War die modernere Ausführung und sah aus wie eine überdimensionierte Fahrradluftpumpe.
Wenn statt der einfach zu druckenden Strichgrafiken und Zeichnungen richtige Bilder ins Buch sollten, wurden diese extra auf besserem Papier gedruckt, ausgeschnitten und in das Buch eingeklebt.
Schon damals wollte man die Fässer im Herbst voll haben. Aus einen Ratgeber für den Winzer aus den 20er Jahren dieser Bildvergleich: Falsch und Richtig. Schon damals galten volle Fässer mehr als weniger Ertrag mit besserer Qualität.
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