Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Rund ums Weingut

  • Danke!

    2016-12-10-gluehweinnacht1Danke an alle, die uns am letzten Samstag zur Bio-Glühwei(h)n-Nacht besuchten und unseren Rieslingglühwein gegen eine Spende tranken.

    2016-12-10-sparschweinWie gehabt, sponsorten wir den Glühwein und der diesjährige Erlös wird an Weitblick, eine Studenteninitiative an der Uni Münster, gespendet.

    Weitblick setzt sich für einen weltweit gerechteren Bildungszugang ein. Es werden Schul- und Berufsbildung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und in Partnerprojekten in Benin, Madagaskar und Kambodscha gefördert.

    Das goldene Spendenschweinchen war gut gefüllt und in den nächsten Tagen werden wir über 1000,- € an Weitblick weiter leiten.

  • unprofessionell

    2016-12-06-dwzManchmal will man es nicht glauben, wie diletantisch und unprofessionell die Profis der schreibenden Zunft arbeiten. Nachdem ich obiges Bildchen in einem Blogeintrag während der Weinernte 2016 veröffentlichte, fragte die Moselweinwerbung an, ob sie dieses Bildchen für ihre Zwecke verwenden könnte.

    Natürlich kein Problem. Das Originalbild wurde Ansgar Schmitz von der Regionalwerbung kostenfrei zur Nutzung überlassen, mit der Maßgabe, dass die Fotoherkunft bei Veröffentlichung angegeben wird. Also in meinem Fall mit Harald Steffens oder Weingut Steffens-Keß gekennzeichnet. Im verteilten Pressematerial der Moselweinwerbung wurde das auch so kommuniziert.

    Einige Tage später fand ich das Bild in der hiesigen Tageszeitung wieder. Natürlich mit nicht existentem bzw. unkorrektem Bildquellennachweis. Das gleiche gestern in der Deutschen Winzerzeitung in einem Bericht über das extreme Weinjahr 2016. In beiden Fällen die Redaktionen angerufen und reklamiert. Man tat ahnungslos, hatte Ausreden und Ausflüchte. Ich kam mir vergackeiert vor.

    Wenn ich schon kein Bildhonorar nehme, dann soll wenigsten Ruhm und Ehre für mich abfallen und die Bildunterschrift stimmen. Alternativ könnte ich eine Abmahnung nebst Rechnung für das entgangene Bildhonorar verschicken.

  • Veterinäramt!!! Hä?!?!??!

    2016-11-25-veterinaeramt

    Veterinäramt!!! Hä?!?!??! Etwas irritiert beendete ich den Telefonanruf, den ich im Weinberg von Chefin Marita bekommen hatte. Veterinäramt vor der Haustüre, Essig, Internet und kommt noch mal wieder, waren die Schlagworte.

    Pünktlich nach der Mittagspause, wie mit meiner Frau verabredet, stand dann der Mann vom Veterinäramt vor der Haustüre. Da sie unter dem Motto „Mein Name ist Hase und ich weiß von nichts“ beim Erstbesuch reagiert hatte, war ich nun gespannt, was denn der Herr von der Lebensmittelkontrolle bei mir wollte.

    War aber eher harmlos. Auf Landesebene gibt es eine Dienststelle, die Recherche im Internet betreibt und dann Kontrollmitteilungen an die Veterinärämter schickt. Big Brother is watching you. Vor allen Dingen hat man es auf Nahrungsergänzungsmittel abgesehen, insbesondere Mittel aus dubioser Herkunft, die illegal im Internet vermarktet werden. 

    Nun ja, unser Essig zählt zwar nicht dazu – also Nahrungsergänzungsmittel aus dubioser Herkunft -, aber die Kontrolle unterliegt nicht der Weinkontrolle, sondern der Lebensmittelkontrolle, die bisher noch nichts von unserer Essigproduktion wusste. Also wurde ein kurzer Kontrollbericht angefertigt und nun sind wir bei einer weiteren Kontrollinstanz registriert.

  • Großes Lob

    2017-eichelmann-internet

    Wir freuen wir uns immer wieder, wenn wir bei Weinverkostungen sehr gut abschneiden. Großes Lob gab es dieses Jahr wieder beim Eichelmann Weinführer. Mit drei Sternen zählen wir zu den sehr guten Weingütern in diesem Buch.

    Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass unser Schoppenwein, der 2015er Riesling in der Literpulle, ein extra Lob bekommen hat: „Das Qualitätsniveau … und bereits an der Basis sehr voll überzeugend, wie der straffe, zupackende Literwein beweist.“

  • Weinernte 2016: Nach der Ernte ist vor der Ernte

    2016-10-31-greta-louis

    Nach der Ernte ist auch immer vor der Ernte. Immer hinterfragen, ob man alles richtig gemacht hat, um für das nächste Weinjahr zu lernen, um eventuell noch besser zu werden.

    Waren alle Entscheidungen, wann, wo, wie und mit wem geerntet wurde, zum Zeitpunkt der Entscheidung richtig gewesen? Waren diese auch bei jetziger Betrachtung im Nachhinein richtig gewesen? Was kann ich daraus lernen?

    Neben vielen richtigen Entscheidungen, war eine auf jeden Fall goldrichtig: Wir haben die nächste Generation am Start! Die beiden „Kleinen“ haben sich wacker im Weinberg geschlagen. Es gab mal Zeiten, da war das Durchschnittsalter unserer Erntemannschaft so um die zwanzig. Wäre ein Ziel für die Zukunft, aber mein eigenes Alter steht dem entgegen und die damalige Stammmannschaft, die auch heute noch größtenteils mit ernten geht, ist auch gealtert 😉

  • Goldener Oktober: Postkartenbilder

    2016-10-30-reiler-schlange

    Während bei der Ernte meistens Wolken am Himmel waren und das Tal mit diesigem Dunst verhangen, habe ich den heutigen blauen Himmel mit Sonnenschein genutzt, um diese „Postkartenbilder“ zu machen.

    Also einfach anschauen und vom nächsten Urlaub an der Mosel träumen.

    2016-10-30-herbstlaub

     

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    2016-10-30-reil

  • Wie werde ich mit einem Weinblog reich, sexy und berühmt?

    2016-07-25 Bemusterung

    „Wie werde ich mit einem Blog reich, sexy und berühmt?“ So das Thema eines Vortrages auf einem Barcamp zum Thema Wein vor einigen Jahren. Zum Thema sexy fragen Sie bitte meine Frau, reich werden ist sogar mit dem Hauptjob als Winzer schwer, da muss das Geldverdienen mit dem Blog hinten anstehen. Berühmt? Eher berüchtigt!

    Mein Bekanntheitsgrat reicht schon seit längerem aus, um Kooperationsanfragen von Marketingagenturen zu bekommen, die jedoch ohne Gegenleistung dieser Agenturen direkt in die Mülltonne wandern. Mittlerweile bekomme ich Warenproben zugeschickt, um diese hier zu besprechen. Das will ich dann auch ausnahmsweise tun.2016-07-25 Gefro

    Ein ganzes Paket mit Instantsuppen, Instantfertigsoßen, Instantsalatdressing und anderes aus ihrer Produktserie Balance schickte mir die Firma Gefro zu. Schon seltsam, dass ein Instantprodukthersteller einem Winzer mit Blog diese Probensendung geschickt hat. Nun ja, wir haben natürlich probiert.

    Das Ganze beworben mit „ohne Haushaltszucker, mit Isomaltulose, niedrigem glykämischen Index“  usw., soll also sehr gesund sein. So unter dem Motto: Gesund sterben…

    Die Tütensuppen waren gut, aber eine selbst gemachte Suppe ziehe ich auf jeden Fall vor.  Das Salatdressing braucht eigentlich keiner, egal wie die Qualität ist. Zum Salat braucht man eigentlich nur sehr guten Essig, sehr gutes Öl, Salz, Pfeffer und eine Handvoll Kräuter aus dem Kräutergarten oder Blumentopf. Da finde ich Instantware komplett überflüssig.

    Einzigst die dunkle Soße „Kraft & Saft“ verwende ich des Öfteren. Ist zwar vegan, aber wenn meine selbst gekochte Bratensoße mengenmäßig nicht ausreicht, verlängere ich diese damit. 2016-03-28 Primitivo

    Wein habe ich auch zugeschickt bekommen. Natürlich mit der Bitte im Blog zu lobhudeln besprechen. Also die Gelegenheit einer Blindverkostung der Jugendgruppe des Steffens-Keß Verkosterteams genutzt, um diese Weine neutral zu probieren und in der Gruppe zu diskutieren.

    Das Rheinische Weinkontor schickte mir diesen Primitivo di Manduria Villa Santera 2014 zu. Dazu gab es ein kleines Rezeptbuch. Von den an diesem Abend probierten Rotweinen, gefiel er mir am besten. Nix mit kleinem Holzfass (Barrique), klare, glasklare Fruchtaromatik, es machte so richtig Spaß den Wein zu trinken, lediglich der Alkoholgehalt mit 14,5% bremste etwas. Hat mir sehr gut gefallen, genau mein Geschmack.

    2016-08-01 Scolca

    Von einem ganz anderem Kaliber war der italienische 2015 Gavi dei Gavi La Scolca Bianco Secco, den mir der Importeur Weinwolf schickte. Zuerst kam das Prospektmaterial mit Ankündigung der Lieferung zweier Flaschen dieses Weines. Extrem aufwendig gemacht, das Infomaterial. Reichlich Bilder von Profifotografen, entsprechende Texte, das meiste in italienisch. Ca. 200 Seiten Hochglanzpapier, auf denen dieser Wein, bzw. das Weingut mit Lifestylewerbung, Pressetexten, Verkostungsberichten und Weinwettbewerbsergebnissen vorgestellt wurde.

    Alleine vom Prospektlesen bekam man Respekt und Hochachtung!

    2016-07-29 Blindprobe

    In der Verkostung sah es dann aber etwas anders aus. Respekt und Hochachtung vom Prospektlesen verloren sich wieder schnell. Die Rieslingweine meiner Jungwinzerkollegen K. J. Thul vom gleichnamigen Weingut und von Timo Dienhart, Weingut Römerkelter, die als Gastgeschenke in meinem Kühlschrank gelandet waren und ebenfalls verkostet wurden, verwiesen den La Scolca Bianco Secco auf einen hinteren Platz. Sehr gut Vinifiziert, leider ein extrem dezentes Aroma, erfrischend und mit einem moderaten Alkohol versehen, kam er an die Klasse der beiden Rieslingweine nicht heran. Für diese Qualität preislich sehr ambitioniert (ca. 25 €/Fl.), aber das Werbematerial muss auch bezahlt werden.

    Falls noch jemand eine Besprechung eines Produktes haben möchte, meine Adresse steht im Impressum. Ich bräuchte noch und hätte gerne:………..

  • Virtuelle Weingutsbesichtigung

    Vor etlichen Jahren beschäftigte ich mich mit Panoramen, genauer gesagt, mit Kugelpanoramen. Einige Exemplare, zusammengefasst zu einer virtuellen Weingutsbesichtigung, gab es auch hier auf unserer Homepage.

    Damals war es eine stundenlange Arbeit, bis ein Kugelpanorama ferig war. Das Fotografieren war noch das einfachste, danach viel Arbeit am Computer mit verschiedenen Bildbearbeitungsprogrammen.

    Da die digitale Fotowelt und das Internet enorme Fortschritte seit dem gemacht hat, wurde es Zeit diese virtuelle Weingutsbesichtigung zu erneuern.

    Selbst machen kam nicht infrage, mir fehlt das Know how und die Technik. Der Profi musste ran. In Wilfried Pinsdorf von 360plus fand ich den richtigen Partner. Gestern war der Fototermin, heute Morgen war schon alles als Google Street View Tour mit weiteren Panoramen im Internet publiziert. Leider machte das Wetter nicht mit und wir mussten uns auf die Innenaufnahmen konzentrieren. Bei einem nächsten Fototermin wird dann die virtuelle Weingutsbesichtigung komplettiert.

    Ein kleiner Rundgang durch unser Weingut. Die gleiche Führung, die Sie bei einem Weingutbesuch bei uns auch bekommen. Von der  Probierstube durch die Garderobe und das Verkaufslager, geht es ein Stockwerk tiefer in den Flaschen- und Fasskeller.

    Mit der Maus kann man das Bild drehen und beim anklicken der Pfeile kommt man zum nächsten Bildstandort.

    Wer sich für diese Art der virtuellen Besichtigung interessiert, kann auf der Homepage von Wilfried Pinsdorf viele Beispieltouren, bzw. virtuelle Spaziergänge, ansehen.

    
    
  • Erste Ernte

    2016-05-04 Bienen

    Die erste Ernte wurde letzte Woche eingebracht.  Am Vorabend der Entnahme der Honigwaben aus dem Bienenstock, durfte ich mit dem Freischneider den Zugang zu den Bienenstöcken mähen, damit der Abtransport der Bienenwaben im steilen Grundstück der beiden Jungimkerinnen unfallfrei vonstatten gehen konnte. Die Bienen sahen etwas angriffslustig aus, sodass ich beim Mähen sehr vorsichtig war. 2016-07-28 entdeckeln

    Nach der Entnahme einiger Honigwaben – der meiste Honig verblieb im Bienenstock, damit die Bienen genügend Nahrungsvorräte für den Winter haben – wurden die Waben mittels einer speziellen „Gabel“ entdeckelt.

    2016-07-28 schleudern

    Dann kam die Zentrifuge zum Einsatz. Kräftiges drehen an der Kurbel und kräftiges Festhalten der ganzen Zentrifuge, da durch die immer vorhandene Unwucht das Ganze stark wackelte. 2016-07-28 Honigsieb

    Nach dem Ablass aus der Zentrifuge wurde noch gesiebt, damit Bienenwachsrückstände nicht in den Honig gelangten.

    Der Duft und Geschmack des Honigs ist sehr gut und unverkennbar ist die Hauptblütepflanze Robinie, bzw. Akazie schmeckbar.

  • Die Sekretärin hatte gesagt…

    2016-07-19 Hydraulik

    Die Betätigungsstößel Ventile der Joysticksteuerung unserer Raupe waren undicht und Hydrauliköl tropfte heraus. Also kurzerhand den Hersteller der Raupe angerufen und um Rat bzw. um Ersatzteile gebeten.  

    Nach kurzer Zeit kam der Rückruf von den Bürodamen. Man hatte sich beim Techniker sachkundig gemacht, die Ersatzteile kommen und es wäre ganz einfach, kann jeder.

    Die Sekretärin hatte gesagt… ja richtig, es war ganz einfach diese Ventile zu wechseln. Aber!

    Die hinteren Hydraulikschläuche zu demontieren war noch das Einfachste, die Lenkeinheit auszubauen, eine andere Nummer. Zuerst verstehen, wie diese Komponente eingebaut ist und welche Schrauben zu lösen sind. Dann, bei der sehr kompakten, ganz engen Bauweise des Kettenschleppers, dass passende Werkzeug anzusetzen um die Schrauben zu lösen, weitere Teile abschrauben, weil der gedachte und mutmaßliche Lösungsweg doch der falsche war. Dann noch Schrauben suchen, die im Eifer des Gefechts herunter gefallen waren..

    Nach zwei Stunden war es endlich geschafft! Ich konnte die Ventile wechseln, dauerte keine zehn Minuten. Der Zusammenbau ging dann schneller, ebenfalls vom suchen nach heruntergefallenen Schrauben unterbrochen.

    Die Steuerung ist wieder dicht und ich weiß jetzt, wie es geht, falls es noch einmal zu Undichtigkeiten kommt.