Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Rund ums Weingut

  • Hochwasser 2011 Teil 11: 7371 Tage

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    7371 Tage lebe ich nun hier in Reil an der Mosel. 14 mal war die Mosel jeweils für einige Tage zu Gast. Beim ersten Besuch, es war über Weihnachten, gab es richtige Probleme, da die Mosel sogar Küche und Wohnzimmer sehen wollte. Im Februar 1997 machte sie nochmals richtig Ärger, als ich bis 18.00 Uhr alle Utensilien zum Abfüllen in den Keller geschleppt hatte und ab 19.00 Uhr das Ganze wieder aus dem Keller raus mußte. Das waren geschätze 40 Tage mit einem Gast im Keller. Warum soll ich die anderen 7331 Tage direkt hier am schönen Moselufer missen. Ich wußte ja, auf was ich mich eingelassen habe.

    Das ärgerliche an den Hochwässern ist nur, daß die Mosel meistens Nachts kommt und geht und zeitgleich Praktikannten und Lehrlinge meistens Urlaub oder Schule haben oder wegen sonst was nicht im Betrieb sind; wie auch jetzt.

    Ich geh jetzt mal in den Keller schauen. Ich denke, das so gegen Mitternacht der Flaschenkeller leer und gesäubert ist.

  • Hochwasser 2011 Teil 9: Erleichterung macht sich breit

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    Das dürfte es gewesen sein. Der Maximalpegel der Mosel ist erreicht: Der Schnee in den Höhenlagen ist abgetaut und der gemeldete Regen wird die Mosel nicht mehr ansteigen lassen. Fallende Wasserstände…

    Mein Freund Kalle kam gestern sichtlich erleichtert vorbei. Bei ihm fehlte gerade mal einen Zentimeter bis in die Wohnung.

  • Hochwasser 2011 Teil 7: Bootsbau

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    Da auf die Schnelle kein Badeboot auftreibbar war, habe ich mir selbst ein Boot gebaut. Der Stapellauf mit Sektflaschenzerschlagen werden wir auf später verschieben, wenn die Mosel unseren Keller wieder verlassen hat.

    Die Energiesparlampen sind nun gegen billige Glühlampen ersetzt worden und das Hauswasserwerk ist auch gerettet. Im Tankkeller war es etwas schwieriger, da dort das Bodenniveau einiges tiefer ist. Aber mit Hilfe zweier Leitern ging es wie mit Stelzen zu den Lampen.

  • Hochwasser 2011 Teil 6: Schluß mit Lustig

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    Einen Schrecken bekam ich heute morgen beim Aufruf des Hochwasserwarndienstes im Internet. Weiter steigende Pegel und kein Ende abzusehen. Jetzt ist Schluß mit Lustig! Gleich werden die Energiesparlampen gegen ganz normale Glühbirnen ausgetauscht – hoffentlich gibt es noch einige Lichtstärkere zu kaufen – das Hauswasserwerk ausgebaut und die Zurrgurte überprüft. Heute abend müssen wahrscheinlich die Sicherungen herausgedreht werden. Die für heute geplante Bootsfahrt im Keller ist vorerst abgesagt.

    Das könnte eine kleinere Katastrophe werden.  Für uns weniger, es gibt nur eine Menge mehr an Arbeit beim Aufräumen, jedoch werden etliche Häuser im Wohnbereich betroffen sein mit bedeutenden finanziellen Schäden. Ich hoffe, das der neue Hochwasserlagebericht, der in einer Stunde im Netz stehen soll, für uns positive Nachrichten bringt. Wenn nicht, weiss ich schon, wo ich im Dorf bei Freunden helfen werde die Wohnung auszuräumen.

  • Hochwasser 2011 Teil 5: Badeanstalt

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    Ein Meter höher und 25 Grad wärmer: Das wäre sicherlich das  größte private Schwimmbad, das in einem alten Weinkeller stilvoll untergebracht ist. Der Meter höher ist kein Problem, aber die 25 Grad wärmer?

  • Hochwasser 2011 Teil 4: Läuft rein

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    Der Kellerboden wird nun feucht. Meine Azubine fand die ganze Kellerräumaktion äusserst spannend und wollte unbedingt dabei sein, wenn der Keller geflutet wird. Aber weit gefehlt. Das THW rief an und ich mußte Sie eben zum Einsatz fahren. Etliche kleine Bäche haben sich zu reissenden Flüssen entwickelt und drohen über die Ufer zu gehen. Zudem wird in den nächsten Stunden die Hochwassermauer in Zell überflutet und die Stadt läuft mit Wasser voll.

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    Als vorletzte Maßnahme habe ich die Abwasserleitungen zum Keller zugedreht. Ausser Moselwasser – Riesling wäre mir lieber – möchte ich nichts anderes  in meinem Keller haben.

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    Am Sonntag soll  die Scheitelwelle des Hochwassers mit 900 bis 930 cm Pegelstand Trier passieren. Die Frage ist nur, was von Hunsrück und Eifel unterhalb Triers noch dazu kommt. Der Warndienst macht bis jetzt keine Angaben, leider. Wieviel mehr wird es denn? Saufen Lichtschalter und Steckdosen ab? Ich habe keine Lust meine Elektroinstallation trocken zu pusten, bzw. das ganze nur mit Taschenlampe bewaffnet zu erledigen und im halbdunkeln den Keller zu reinigen.

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    Die langen Stiefel habe ich startklar gemacht und die Vorbereitungen sind entgültig abgeschlossen.

  • Hochwasser 2011 Teil 3: Hochwassersicher

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    Der ganze Flaschenkeller ist umgestapelt worden. Unter die gefüllten Gitterboxen kam eine leere Box. Moselschlammverkrustete Weinflaschen sind vor dem etikettieren nicht so leicht zu reinigen. Nun sind die Weinflaschen bis zu einem Pegelstand von knapp über 9 m gesichert.

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    Der Aufzug wurde in der oberen Etage geparkt und stromlos gemacht. Leider wurde ein elektrischer Schaltkreis sehr tief in der Kellerebene eingebaut, der nach Hochwässern bei Wiederinbetriebnahme schon mal Ärger gemacht hatte.

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    Zu guter Letzt natürlich noch notieren wo welcher Wein in Flaschen oder in den Fässern liegt, falls die Bezettelung der Gitterboxen und Fässer im Hochwasser wegschwimmen sollte.

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    Der Keller ist bis auf Kleinigkeiten Hochwassersicher. Im Schacht, in den ein Leerrohr von der Mosel mündet, ist das Wasser schon zu sehen. Es fehlen noch 30 cm oder ca. 2 – 3 Stunden.

  • Hochwasser 2011 Teil 2: Sagenhaft!

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    Sagenhaft, 39 cm pro Stunde in Trier! Bei bisherigen Hochwässern habe ich eine dermassen steigende Mosel noch nicht erlebt. Die Hochwasserwelle ist am laufen.

  • Hochwasser 2011 Teil 1: Besuch kommt!

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    Ich habs geahnt und auch schon hier im Blog darüber geschrieben. Zweimal kam die Mosel gucken und nun besucht sie uns, bzw. unseren Weinkeller. Warmer Regen und Tauwetter werden die Mosel mächtig anschwellen lassen. Nach ersten, vagen Prognosen können zum Wochenende bis zu 10 m Pegelstand erreicht werden. Das wären 1,80 hoch in unserer Kelleretage.

    Grund genug für uns, schon heute den Fasskeller für den Besuch vorzubereiten. Der ganze Kleckerkram wurde in Gitterboxen geräumt und in den höheren Etikettierraum geschafft. Div. Kleinbehälter, Weinschläuche und andere wetterfeste Kellerutensilien stehen in Hof. Es wurde fast alles aus dem Keller entfernt was schwimmen oder kaputt gehen kann. Nur noch die Energiesparlampen und unser Hauswasserwerk verbleiben bis zum letzten Moment.

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    Die nicht mit Wein gefüllten Holzfässer wurden mit Wasser gefüllt und

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    mittels Zurrgurten aufs Fasslager fixiert, damit sie nicht aufschwimmen können.

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    Einige Fässer haben wir traditionell mit abgeschnittenen Weinbergspfählen gegen die Decke abgestützt. Morgen geht es im Flaschenkeller weiter.

    Nebenbei informierten wir Freunde über die drohende Hochwassergefahr und haben unsere Hilfe angeboten. Tiefer gelegene Häuser werden voraussichtlich sogar im Wohnbereich überschwemmt und das Leerräumen einer Wohnung ist eine ganz andere Kategorie als den Keller moselfest zu machen.

    Ganz wichtig: Alle Wasserschläuche aus dem Weinkeller wurden in den hochwassersicheren Bereich gebracht.  Es ist peinlich, bei Nachbarn Schläuche leihen zu müssen um den Hof sauber zu spritzen, während die eigenen im Keller abgesoffen sind.