Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Weinberg

  • ungebremst

    Ausreichende Wasservorräte im Boden und hohe Temperaturen lassen die Rieslingreben ungebremst wachsen. Binnen kürzester Zeit mussten die Rebtriebe in den Drahtrahmen eingeschlauft werden. Dank zweier Aushilfen konnten wir diese Arbeit in den beiden vergangenen Wochen zeitnah erledigen.

    Ebenfalls ungebremst erhalten wir laufend Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes. Bisher sind wir verschont geblieben. Die gestrigen Gewitter entluden sich in der Eifel und lösten Kathastrophenalarm aus. Mehr als 900 Rettungskräfte kämpften gegen überflutete Straßen und vollgelaufene Keller. Aus kleinen Bächen wurden reißende Flüsse, wie in diesem Video zu sehen ist.

  • Reichlich

    Reichlich Regen gab es vor zwei Tagen. Geschätzte 50 Liter je qm regnete es bei einem nächtlichen Gewitter. Reichlich genug um die Bodenwasservorräte nach einem trockenen Mai wieder aufzufüllen. Reichlich genug, um die Mosel schnell über die Ufer treten zu lassen. Auch schnell steigend, so dass ein parkendes Auto gestern mit dem Abschlepper vor dem Moselwasser gerettet werden musste.

    Gottseidank kam der Gewitterregen ohne Hagel. Leider gab es kleine Erosionsschäden, die aber nur etwas ärgerlich sind.

  • Helix pomatia und der Liebespfeil des Amor

    Über Helix pomatia, die Weinbergsschnecke, berichtete ich schon vor einigen Jahren hier im Blog.

    In den letzten Tagen begegnete sie mir mehrfach im Weinberg ins Liebesspiel vertieft. Also habe ich mich einmal sachkundig gemacht und war sehr erstaunt über das Liebesleben der Weinbergsschnecke.

    Anders als beim Menschen, bei dem ca. 50% der Bevölkerung als Vermehrungspartner ausfallen, kann jede Schnecke mit einer beliebig anderen, da sie Zwitter sind. Phänomenal ist die Dauer des kompletten Liebesakts, der von der ersten Berührung bis zur Trennung der Partner, selten weniger als 12 Stunden, oft 24 Stunden und länger dauert.

    Und dann kommt noch der Liebespfeil (bitte dem Link folgen) zum Einsatz, der ähnlich wie die Pfeile des Gottes Amor, der ganzen Sache noch etwas Schwung gibt und aphrodisierende Wirkung hat.

    Da staunt der Mensch und wundert sich.

  • Wir haben Mai

    Wir haben Mai und der Riesling ist am blühen! Ungefähr drei Wochen vor der normalen Zeit. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass die Rieslingblüte jemals so früh erfolgte.

    Der Klimawandel lässt grüßen.

    Die Rahmenbedingungen sind sehr gut. Warme Tage und Nächte dürften sich positiv auf eine optimale Bestäubung auswirken. Zusammen mit der sehr hohen Anzahl an Blütenständen könnte eine quantitativ große Ernte bevorstehen.

  • Infloreszenz

    Die Infloreszenz – der Winzer sagt Geschein – oder der Blütenstand der Rieslingrebe. Dieses Jahr sind reichlich Blütenstände vorhanden, die auf viele Rieslingtrauben und volle Keller hoffen lassen.

    Einige Gescheine sind riesig geraten. Das könnten Monstertrauben werden. Da man ja den Tag nicht vor dem Abend loben soll und der volle Weinkeller noch nicht in Sicht ist, beschränke ich mich auf die nahe Zukunft. Ich wünsche mir einen ordentlichen Regenguss – es wird so langsam trocken – und optimales Wetter für die Rebblüte, die in einigen Wochen beginnt.

  • Das alte Teil

    Gestern den Mulcher an die Raupe angebaut und heute fing ich an, unsere Begrünungen zu mähen. Klappte alles Prima. Das alte Teil mit den vielen Schweißnähten und Verstärkungseisen funktionierte wie am ersten Tag, der schon über 20 Jahre zurückliegt. Zwischendurch mal einen der vier Antriebskeilriemen gewechselt, ganz normaler Verschleiß. Dann jedoch kam die Stelle in unseren Weinbergen, in denen das Reiler Goldlayschwein im Winter sein Unwesen getrieben hatte.

    Ich schrieb schon damals, dass das Mulchgerät sich „freuen“ wird. Die Mulchmesser hatten durch die Wühlarbeiten der Wildschweine des Öfteren Bodenkontakt und eine sogenannte Reibscheibe, die größere Beschädigungen am Antrieb verhindern soll, musste mehrfach ausgetauscht werden. Lästig, das Teil zu wechseln und die Rebzeile, die nur teilweise gemäht war, nochmals zu mulchen. Zudem in kurzer Zeit mehr Reibscheiben verschlissen, wie ich sonst im ganzen Jahr benötige.

  • Die erste Hürde ist überstanden

    Die erste Hürde ist überstanden. Dank des hochsommerlichen Wetters letzter Woche ist das Rebwachstum rasant fortgeschritten. Vor einer Woche war noch nichts grünes zu sehen und jetzt sind schon die ersten Blättchen entfaltet. Aus allen Knospen wachsen Rebtriebe.

    Es gibt fast keine Verluste durch Austriebsschädlinge, die die Knospen ausfressen. Auch kein Frost in Sicht, der bittere Gedanken an das letzte Jahr aufkeimen lässt.

    Bisher gefällt mir das aktuelle Weinjahr. Noch ist alles im grünen Bereich und ich hätte nichts dagegen, dass es so weitergeht. Vielleicht einmal eine Normalernte mit vielen gefüllten Weinfässern? Dann hoffe ich einmal, dass uns dieses Jahr die Witterung freundlich gesonnen ist.

  • Wo kein Mistus, da hilft auch kein Christus

    Gestern Morgen saß ich noch mit dem kleinen grünen Schippchen in der Transportwanne des Kettenschleppers, um den Fledermausguano als Dünger im Weinberg zu verteilen. Mittags war der Schleuderstreuer an der Raupe angebaut und der Azubi brachte alleine das pelletierte Federmehl aus. Meine Hilfe beschränkte sich auf das Nachfüllen des Streuers und der Vermittlung von Lerninhalten.

    „Wo kein Mistus, da hilft auch kein Christus“, eine alte Bauernweisheit. Der „Mist“ bringt die Nährstoffe in den Boden zurück, die der Winzer ihm mit dem Wein entzieht. Es ist zwar nicht viel was die Rebe benötigt, aber Ersatz ist wichtig, damit die Weinreben nachhaltig vital und gesund bleiben.

    Nächste Woche wird der Dünger in einigen Weinbergen mit dem Grubber eingearbeitet und die Grundlage für einen guten Vegetationsstart ist von meiner Seite aus gegeben. Jetzt muss in den nächsten Monaten nur noch das Wetter mitspielen.

  • Start in das neue Weinjahr

    Jetzt kommt Schwung in die Natur. Die letzten warmen Tage bemerkt man schon an den Pflanzen. Das allgemeine Ergrünen der Landschaft wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.

    Die Pfirsichbäume stehen kurz davor, die Blüten zu entfalten, die anderen Obstbäume werden sicherlich binnen weniger Tagen folgen.

    Die Startbedingungen für die Reben sind auf jeden Fall hervorragend. Der in den letzten Tagen reichlich gefallene Regen füllte die Bodenwasservorräte auf.  Der Austrieb der Rieslingreben ist durch die kalten Tage in den letzten Wochen verzögert worden und später als im letzten Jahr.  Die Gefahr durch Spätfröste ist dadurch geringer. Wenn uns in den kommenden Wochen beim Austrieb der Rhombenspanner in Ruhe lässt, wäre das ein idealer Start in das neue Weinjahr 2018.

  • fast fertig

    Die Winterarbeiten im Weinberg sind fast fertig. Letzte Woche wurde der sehr zeitaufwendige Rebschnitt beendet. Die nach dem Rebschnitt verbliebenen Fruchtruten der Rieslingreben werden nun im Drahtrahmen nach unten gebogen und festgebunden. Ein kleines Helferlein, der Beli Rebenbinder, umschlingt die Rute und den Weinbergsdraht mit einem dünnen Draht und verdrillt diesen.

    Mehr Info über dieses kleine Helferlein finden Sie hier, ein passendes Video hier.

    Endlich eine Arbeit, die viel schneller vonstatten geht, als der Rebschnitt. Einige Tage noch und auch diese Arbeit ist fertig.

    Trotz der sehr kalten Tage zum Monatswechsel, die ein Arbeiten im Weinberg verhinderten, und der Renovierung unseres neuen Betriebsgebäudes, liegen wir sehr gut in der Zeit.

    Jetzt darf muss der Frühling kommen, damit die Natur erwacht und alles ergrünt.