
Dieser Tage standen alle 2013er Weine wie jedes Jahr auf den Tisch. Mittlerweile filtriert und abfüllfertig. Die jährliche Jungweinprobe mit Freunden und Winzerkollegen um der eigenen Betriebsblindheit vorzubeugen und um unser Neues Weinsortiment zu gestalten. Dazu kamen noch einige Weine der Mitverkoster.
Ich schrieb schon einmal, das der 2013er schmeckt. Nun die Bestätigung. Bis auf einen Wein, den das Verkosterteam qualitativ gänzlich anders als ich bewertete, sind alle Weine gelungen. Bei den einzelnen Partien ist die selektive Arbeit während der Weinernte glasklar erschmeckbar! Wunderschöne Fruchtaromatik bei den Partien, die ausschließlich aus gesunden Trauben stammten, verhaltenere Fruchtaromatik bei den Weinen, die eine mehr oder weniger große Beeinträchtigung durch den Botrytispilz hatten. Ich schrieb schon mehrfach über diesen Pilz, der gute Seiten, aber auch schlechte Seiten hat. Eine Hassliebe.
Das 2013er Sortiment wurde bei der Probe in einem Abwasch auch noch gestaltet. Witterungsbedingt keine Auslese, die Alkoholwerte auf moderatem Niveau, die Mengen teilweise bescheiden.
Morgen in einer Woche starten wir mit dem Abfüllen, ab morgen in zwei Wochen können die 2013er Weine voraussichtlich käuflich erworben werden.





Der
Zwischendurch musste den Kindern noch die heimische Fauna erklärt werden.
Spaß mit dem Matsch hatte auch unser Praktikant beim Reinigen des Kettenschleppers. Erst nach mühseligem Hochdruckreinigereinsatz war die Raupe sauber, der Praktikant von oben bis unten bespritzt und an der Waschstelle lag einiges an Erde.
Im Weinkeller sind alle Moste am Gären. Bei der täglichen Gärkontrolle wird natürlich probiert und wir sind zufrieden, zumindest qualitativ. Die Menge ist sehr bescheiden. Das zweite Erntejahr mit wenig Ertrag in Folge. Die gärenden Weine schmecken alle sehr sauber und reintönig. Keinerlei negative Einflüsse durch vergammelte Trauben, da wir diese im Weinberg hängen gelassen haben. Ich denke, dass wir auch in diesem Jahr alles richtig gemacht haben.
Pünktlich zum Wetterumschwung beendeten wir die Weinernte. Nun ist ideales Erntewetter, kühl und trocken, leider drei Wochen zu spät, aber so ist das halt, wenn man mit der Natur arbeitet.

Während sich die Bänderschnecken bei dem feucht/warmen Wetter sehr wohl fühlen, leiden die Rieslingtrauben ungemein.
Nicht mehr verwerfen, wie in meinem letzten Artikel, sondern einfach hängen lassen. Retten was noch zu retten ist! Man sieht die Trauben förmlich wegfaulen. Eilig die gesunden und verwertbaren Trauben ernten, die mies aussehenden und schon teilweise stark muffig stinkenden hängen lassen. Können wir für unsere Weine nicht gebrauchen.
Ideale Bedingungen für die Dinge, die der Winzer nicht braucht. Zum Glück hatten wir bisher nur frisch von Fäulnis befallene Trauben, welche keine geschmacklichen Probleme im Wein bereiten. Nur einige, ganz wenige, wurden verworfen.



