Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Weinkeller

  • Weinernte 2018: Erntevorbereitungen

    Die Erntevorbereitungen sind im Weingut fast beendet. Die Fässer, Tanks und der Kleckerkram sind generalgereinigt und warten auf die kommende Ernte. Nur noch die Holzfässer müssen mit einem Pflegeöl eingerieben und auf dem Fasslager ausgerichtet werden.

    Bevor das über den Sommer konservierende Wasser in den Fässern abgelassen wurde, durfte der Azubi nochmals den Anstich bei unserem typischen Moselfuderfass üben. Den Zapfen am Fass mit dem Hammer lösen, diesen ganz schnell herausziehen und ebenso schnell den Hahn mit dem Anstichkonus in das Zapfenloch stoßen. Eigentlich ganz einfach. Die Kunst ist es nur, so wenig Flüssigkeit wie möglich daneben laufen zu lassen.

    Da Azubi aber an jedem Fass üben konnte, kann er es jetzt und darf muss dann an mit Riesling gefüllten Fässer den Anstich durchführen.

    Jetzt fehlt nur noch die Betriebsbereitschaft der Weinpresse. Vor zwei Wochen wurde das Presstuch nach 11 Jahren Einsatz erneuert und die Presse durchgecheckt. Bei Inbetriebnahme stellten wir fest, dass eine Sicherung geschmolzen war. Kein Problem, Steckdose gewechselt und die Presse lief.

    Gestern sollte sie gereinigt werden. Beim Einschalten funktionierte nichts, aber auch rein gar nichts. Der abends herbeigerufene Elektriker diagnostizierte eine defekte Sicherung innerhalb der Maschine. Sicherung erneuert und die Maschine hatte Strom. Weiter überprüften wir diese nicht. Heute der erneute Versuch der Reinigung. Wieder ein Problem! Das Luftablassventil reagierte nicht. Nach kurzer Zeit war der Elektriker da und die Suche begann. Da das Ventil nachträglich eingebaut worden war, gab es keine Schaltpläne von diesem und die Diagnose dauerte etwas länger. Nach geraumer Zeit stellten wir fest, dass an der Steuerelektronik des Stellventiles ein Kurzschluss entstanden war. Jetzt hatten wir die Erklärung für die beiden kaputten Sicherungen. Ein komplett neues Luftventil (elektronikfrei!) ist bestellt und wird nächste Woche eingebaut.

    Ich hoffe, das war es für diese Saison. Vor etlichen Jahren gab es schon einmal massiv Probleme. Nach und nach versagten etliche Komponenten der Weinpresse und fast täglich waren die Monteure bei uns im Weingut. Hier nachzulesen: Murphys Gesetz „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“

  • Raum Nr. 3, 4 und 5

    Nachdem Raum Nr. 1 schon seid längerem in Betrieb ist, können nun die Räume 3, 4 und 5 in unserem neuen Betriebsgebäude in Betrieb genommen werden. Die Fertigstellung der Böden hatte etwas länger gedauert wie geplant. Noch einige Stellen mit Farbe bepinseln und dann können nächste Woche die Palettenregale aufgebaut und eingeräumt werden.

    Fehlt nur noch der Wasseranschluß, Malerarbeiten im Aussenbereich und andere Kleinigkeiten. Ach ja, fast vergessen, den aufmerksamen Lesern ist es sicherlich aufgefallen. Es gibt noch einen Raum Nr. 2: Die Sanitär- und Sozialräume! Dauert noch etwas. Bisher hatten wir keine und daher vermissen wir sie auch nicht so richtig.

  • Raum Nr. 1

    Der in der Archtektenzeichnung als Raum Nr. 1 genannte Kellerraum  ist nun voll betriebsbereit. Mit Abfüllung des neuen Jahrganges ist das neue Verkaufslager – bei größeren Versendern heißt das Logistikzentrum – nun voll im Betrieb. Es ist genügend Platz für alle Weine und die entsprechenden Kartonagen vorhanden. Die Arbeitsabläufe sind gegenüber den alten Räumlichkeiten bedeutend besser geworden.

    Nächste Woche werden die anderen Lagerräume in unserem neuen Betriebsgebäude wahrscheinlich fertiggestellt. Bis auf kleinere Handwerkerarbeiten können dann alle Betriebsräumlichkeiten ohne Einschränkungen genutzt werden. Die Außenarbeiten sind auch schon weit gediehen, ein Ende der Bauarbeiten ist in Sicht.

  • weinsteril

    Morgendlicher Nebel machte sich im Weinkeller durch den Heißdampf breit, mit dem letzte Woche die Füllanlage und der Sterilfilter sterilisiert wurde.

    Wir nennen das weinsteril: Sämtliche Keime (Hefen, Säure abbauende Bakterien usw.), die dem Wein schaden können, müssen durch den Sterilfilter entfernt werden und eine nachfolgende Wiederverkeimung in der Füllanlage muss verhindert werden.

    Der neue Jahrgang ist nun  komplett abgefüllt. Genau passend bei dem sehr kalten Wetter, das ein arbeiten im Weinberg unmöglich machte. Im Weinkeller war es zwar nicht kuschelig warm, aber unser Tagewerk konnte verrichtet werden.

    Jetzt noch Preisliste gestalten, Internetshop aktualisieren, Flaschen etikettieren und einiges mehr. In Kürze ist der 2017er Riesling erhältlich.

  • Heute im Weinfilter: Nur die allerbesten

    Diese Woche filtrierten wir die jungen Rieslinge schonend mittels Kieselgurfiltration. Die vor der Filtration noch vorhandene leichte Hefetrübung behinderte das Freisetzen des Bouquets. Erst jetzt, nach der Filtration kann man die ganze Bandbreite der Aromen riechen und schmecken.  Die Jungweine präsentieren sich nun viel klarer und bedeutend fruchtiger.

    Mit den „einfachen“ Basisweinen haben wir begonnen. Gestern haben wir die sehr guten Weine geklärt. Egal ob es die Lagenweine, Kabinette oder Spätlesen waren, aus dem Burger Hahnenschrittchen oder der Reiler Goldlay, wir waren begeistert, als wir die frisch filtrierten Weine direkt aus dem Filter probierten.

    Heute waren die Allerbesten Rieslingqualitäten dran. Freude kam auf, als das Rieslingbouquet in meiner Nase zu riechen war. Die ganze Bandbreite an Aromen wie reife Birne, Pfirsich, Maracuja und weitere Tropenfrüchte, die typisch für den Moselriesling sind, waren zu riechen. Einige glänzten zusätzlich mit dezentem Bouquet nach Kräuterhonig und kräftigem Körper mit Schmelz.

    Wir freuen uns, Ihnen in einigen Wochen den neuen Jahrgang präsentieren zu dürfen.

  • Hochwasser 2018, Teil 4: Wir sind wieder betriebsbereit

    Wieder haben wir ein Moselhochwasser verabschiedet. Der Weinkeller ist generalgereinigt, ordentlich aufgeräumt, und wieder betriebsbereit.  Nur die Zurrgurte, die die Holzfässer auf dem Fasslager sichern, erinnern noch an den lästigen Besuch der Mosel in unserem Keller.

    Wie ich schon in einem früheren Beitrag schrieb: Ein kleines Hochwasser, nur einmal kurz ärgern, mehr war dieses Mal nicht. Wir konnten noch nicht einmal einen Strich zu den bisherigen Hochwassermarken im Treppenhaus ziehen.

  • Hochwasser 2018, Teil 3: Lästiger Besucher

    Schaurig schön, das Moselhochwasser vor unserem Weingut in der nächtlichen Dunkelheit. Nach den gestrigen Prognosen waren wir sehr entspannt. Heute stieg die Anspannung nach den morgendlichen Hochwasserprognosen wieder. Ein Wiederanstieg über den bisherigen Höchststand wurde für morgen vorhergesagt. Mit der Tendenz weiter zu steigen.  Meine persönliche Schmerzschwelle war damit überschritten.

    Azubi Ken war sofort zur Stelle, als ich Ihn anrief. Übrigens das erste Mal, dass bei einem Hochwasser der Lehrling oder Praktikant erreichbar war und mithalf. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, oder durch Wasser beschädigt werden kann, kam in Gitterboxen und wurde ins Trockene gebracht. Die Holzfässer wurden mittels Gurten am Fasslager festgezurrt.

    Der ganze Flaschenkeller wurde umgestapelt. Unter die gefüllten Gitterboxen kam eine leere Box. Moselschlammverkrustete Weinflaschen sind vor dem etikettieren nicht so leicht zu reinigen. Nun sind die Weinflaschen bis zu einem Pegelstand von knapp über 9 m gesichert.

    Zu guter Letzt entfernten wir die gestern angebrachte Abdichtung, die verhinderte, dass die Mosel über die Regenwasserkanalisation in den Keller kam. Da wir ja einiges unter dem Wasserstand der Mosel lagen, schoß das Wasser mit Kraft in den Weinkeller.

    Ich lasse mich einmal überraschen, wie lange sich dieser lästige Besucher in unserem Weinkeller aufhält.

  • Hochwasser 2018, Teil 2: Die Sache mit der Decke

    Als ich heute Morgen in den Keller kam, lief die Mosel schon in diesen. Das Hochwasser war stärker gestiegen als prognostiziert. Die Hochwasserwarnungen heute Morgen gingen von einem weiteren Steigen der Mosel aus. Ein Ende war nicht absehbar.

    Wichtigstes Arbeitsmaterial, und auch sofort eingesetzt, war daher heute Morgen eine alte Decke und ein Hochdruckfass. Die Decke wurde exakt (!) viermal gefaltet und auf den Schacht, aus dem über die Regenwasserkanalisation die Mosel in den Keller strömte, gelegt. Dann kam die Schachtabdeckung auf die Decke, die mit dem Drucktank beschwert wurde. Und dicht war das Ganze. Die Mosel war vorerst ausgesperrt.

    In aller Ruhe wurde dann mit dem Sichern des Weinkellers begonnen. Da das Hochwasser nicht allzu hoch kommen würde, wurde nur das kleine Programm durchgeführt: Weinpumpe, Kleckerkram, der auf dem Kellerboden stand und einige Paletten mit Spezialtanks wurden eine Etage höher gebracht.

    Zwischendurch immer wieder der Blick ins Internet mit den aktuellen Hochwasserprognosen. Heute Mittag dann schon darüber nachgedacht, dass der Keller doch noch geflutet werden müsste. Also das ganz große Programm des Weinkellers aufräumen. Ab dem späten Vormittag dann die Entwarnung. Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, fällt die Mosel wieder. Laut aktueller Prognose soll in 24 Stunden unser Kellerfußboden wieder oberhalb der Wasserlinie unseres Flusses sein.

    Nur einmal kurz ärgern, mehr war dieses Mal nicht. Wir konnten noch nicht einmal einen Strich zu den bisherigen Hochwassermarken im Treppenhaus ziehen.

    Das bisher „angenehmste“ Moselhochwasser!

  • Hochwasser 2018: Hoch und runter

    Die Regenfälle der letzten Tage im Einzugsgebiet der Mosel, haben unser ansonsten friedliches Flüsschen in den letzten Tagen stark anschwellen lassen. Mal hoch, mal runter mit dem Wasserstand. Heute Morgen war der Moselpegel wieder sehr hoch und beim Runtergehen hinterließ der Fluss einiges an Treibgut direkt in der Hofeinfahrt.

    Ab Morgen wird es spannend! Am Nachmittag soll lt. Vorhersage des Hochwasserzentrums in Trier, der Wasserstand der Mosel in gleicher Höhe wie unser Kellerfußboden sein, mit der Tendenz noch weiter zu steigen.

    Wir hatten sie seit sieben Jahren nicht mehr zu Gast in unserem Weinkeller. Ich berichtete hier. Wir haben sie schon fast vermisst, aber man kann auch darauf verzichten.

    Wir werden ab morgen früh die ersten Vorbereitungen treffen, um den Keller hochwassersicher zu machen.

  • tres chic

    2017-12-14 altes VerkauflagerDer letzte Arbeitstag im alten, viel zu kleinen Verkaufslager, hatte es wieder in sich gehabt. Kein vor- und zurückkommen, obwohl einige Paletten auf dem Hof standen, damit im Lager Platz zum arbeiten blieb. 2017-12-14 Raum1 bezugsfertigAm kommenden Montag werden wir umziehen! So richtig tres chic ist das Verkaufslager in unserem neuen Betriebsgebäude geworden. Nur noch die Malerarbeiten sind zu erledigen. Die restlichen Lagerräume werden voraussichtlich im Januar fertiggestellt.

    Morgen, Samstag, den 16. Dezember, findet in diesem Raum die von uns alljährlich veranstaltete Bio-Glühwei(h)n-Nacht statt. Sozusagen eine kleine Einweihungsparty.

    Wer kommen möchte, ist herzlichst eingeladen.