Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Schlagwort: Riesling

  • Weinernte 2019: viermal Riesling

    Vielfältig, wie der Riesling jedes Jahr aussieht. Ich berichtete schon vor einigen Jahren darüber.

    Links eine durch den Sonnenbrand Ende Juli vertrocknete Rieslingtraube. Davon haben wir viele – leider sehr viele. Werden nicht geerntet.

    Daneben eine durch die sommerliche Trockenheit klein gebliebene Traube. Diese sind reichlich vorhanden und meistens gesund.

    Als dritte von links eine faulende Traube, wobei sich hier die Menge in Grenzen hält. Der faulige Teil wird hier herausgeschnitten und weggeworfen.

    Die vierte Traube normal entwickelt und gesund. Davon hätten wir gerne mehr. Ist aber leider nicht.

    Dazwischen gibt es natürlich sämtliche Variationen dieser vier Typen.

  • Weinernte 2019: läuft

    Seit zwei Tagen läuft die Weinernte und die ersten Fässer sind gefüllt. Die Trauben sind noch sehr gesund. Einige, wenige Fäulnisnester werden aus den Trauben herausgeschnitten und verworfen. Die bisherigen Qualitäten sind vielversprechend, die analytischen Zahlen stimmen und der Most schmeckt. Mengenmäßig wird es durch die sommerliche Trockenheit und die großen Sonnenbrandschäden einiges weniger.

    Etwas Sorgen bereitet mir das Wetter. Zu einem erschwert es das Abernten unserer Steillagen, zum anderen ist der Regen nicht gerade förderlich für den Gesundheitszustand der Weintrauben.

    Nächste Woche versuchen wir mit unserer großen Erntemannschaft, möglichst viele Weinberge in der regenfreien Zeit zu ernten, da dann einige Helfer wieder abreisen werden.

  • Weinernte 2019: Ein Rückblick und ein kleines Prognöschen

     

    Wir blicken mit Vorfreude auf die kommende Ernte. Schöne gesunde Rieslingtrauben hängen in den Weinbergen. Wenige kompakte Trauben haben Fäulnisbefall, der nicht dramatisch ist und sich durch die gemeldeten kühlen Temperaturen nicht weiter ausbreiten dürfte. Obwohl es im Boden wieder sehr trocken ist, wünschen wir uns keine größeren Niederschläge, die die dünnen Beerenhäute des Rieslings zum Aufplatzen bringen würden. Fäulnis mit den verbundenen Problemen wäre die Folge.

    Unsere Vorfreude wird durch die Auswirkungen der  Trockenheit und Hitze des vergangenen Sommers getrübt. An einigen Stellen in den Weinbergen, wo die Bodenauflage über dem Schiefergestein geringer ist, blieben die Trauben trockenheitsbedingt klein. Die Hitzewelle Ende Juli mit Temperaturen um 40 Grad (im Schatten!) verursachte massive Sonnenbrandschäden . Geschätzte 25 % der Trauben waren betroffen und sind mittlerweile eingetrocknet.

    Glück im Unglück hatten wir, als kurz nach den Rekordtemperaturen ausreichend Regen fiel. So konnten die Beeren bei der darauf folgenden Wachstumsphase noch einiges an Gewicht zulegen und die Verluste durch den Sonnenbrand etwas ausgleichen. Wir erwarten einen unterdurchschnittlichen Ertrag.

    Qualitativ sieht es gut aus. Die kühlen Nächte sind ideal, damit der Riesling Fruchtaromen bildet. Als „cool climate“ Pflanze braucht er diese Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, um sein volles Aromenspektrum zu bilden.

    Am 4. Oktober wissen wir mehr, Erntebeginn für die Weinernte 2019.

  • Herbststimmung

    Seit einigen Tagen sind die Temperaturen auf Talfahrt und die ersten Vorboten des kommenden Herbstes sind in Form von Nebel  über dem Moseltal sichtbar.

    Die Rieslingtrauben sind am reifen. Das für die nächsten Tage gemeldete Wetter mit kühlen Nächten und warmen Tagen ist ideal, um Fruchtaromen in der Traube einzulagern. Der Riesling als „cool climate“ Pflanze braucht diese Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, um sein volles  Aromenspektrum zu bilden.

    In den nächsten Tagen fange ich gemütlich mit der Generalreinigung des Weinkellers und der Kellereimaschinen an. Alles durchsehen, Funktionskontrolle der Maschinen, Lesescheren nachzählen und überprüfen, Verbauchsmaterialien in genügender Menge bevorraten und so weiter und so fort. Die Checkliste habe ich schon im Kopf erstellt.

    Die Erntemannschaft ist auch schon komplett, der Erntetermin festgelegt und wie jedes Jahr: Man freut sich auf die Früchte der Arbeit der vergangenen Monate. Noch ist man entspannt und gönnt sich die ruhigeren Arbeitstage und weiß genau, dass die Spannung zunimmt und der Erntestress bald beginnt.

  • Tigerstreifenmuster

    Das Tigerstreifenmuster lässt erkennen, das diese Rebe von der Viruskrankheit Esca befallen ist. Ich berichtete hier über diese Erkrankung und die beim Rebschnitt zu ergreifenden Maßnahmen, um den Weinstock wieder vital zu bekommen.

    Durch die bis Ende Juli herrschende Trockenheit traten diese Blattverfärbungen früher auf als in vergangenen Jahren. Die betroffenen Reben sind von mir gekennzeichnet worden, damit sie beim Rebschnitt gefunden werden und bis auf das gesunde Holz zurückgeschnitten werden können. Die Kennzeichnung ist auch wichtig für die Erntehelfer, damit diese die minderwertigen Trauben der kranken Weinstöcke nicht ernten.

  • Sonnenbrand

    Die letzten drei Tage hatten es in sich. Neue Temperaturrekorde in Deutschland und sehr hohe UV Strahlungswerte, die auch für die Winzer Auswirkungen haben. Auf der Sonnenseite der Rebzeilen gibt es durch die Hitzewelle hohe Schäden durch den Sonnenbrand. Ganze Trauben sind am verwelken.

    Die Kühlung der Beerenoberfläche durch Verdunstung ist bei den hohen Temperaturen zusammen gebrochen. Die Reben konnten aus dem trockenen Boden nicht genügend Wasser nach oben pumpen, so das die Beerentemperatur zu hoch wurde und diese regelrecht verkochten und mittlerweile am eintrocknen sind.

    In den letzten Jahren waren wir vor diesen Schäden weitestgehend verschont geblieben, da wir entsprechende kulturtechnische Maßnahmen wie z. B. das Entblättern der Traubenzone durchführen.

    Für die es gerne wissenschaftlicher haben möchten, ein Zitat von Dr. Edgar Müller (Weinbauberatung) zu diesem Thema:

    „Die trockene Luft „saugt“ regelrecht das Wasser aus der Pflanze. Diese schließt zwar die Spaltöffnungen um die stomatäre Verdunstung zu minimieren, aber die cutikuläre Verdunstung (auf Beeren jetzt ohnehin dominierend) geht weiter. Wir können nach der Hitzewelle Ende Juni zwar von einer gewissen „Abhärtung“ im Sinne von dickerer Kutikula ausgehen, aber die wachsartige Substanz ändert bei extremen Temperaturen ihre Konsistenz und wird durchlässiger. Das Problem ist dann, dass die Saugspannung im Leitbahnsystem extreme Werte erreicht. Es kommt zu Kavitationseffekten und dem Abreißen von Wasserfäden. Damit kollabiert dann auch die Wasserkühlung und die Beerentemperaturen schießen nach oben. Es bilden sich Sauerstoffradikale, die zu einer Schädigung von Eiweißstrukturen beitragen. Erschwerend kommt dabei hinzu, dass die Wasseraufnahme aus dem Boden aus dem Boden aus verständlichen Gründen erschwert ist und nur noch mit hoher Saugspannung erfolgen kann. Die UV-Strahlung spielt zusätzlich eine Rolle.“

    Das nebenbei auch etliche Blätter Strahlungsschäden aufweisen sei nur am Rande bemerkt.

    Mittlerweile oder besser Gott sei Dank, ist die Hitzewelle vor einigen Stunden durch zwei kurze, heftige Gewitter beendet worden. Im Regenmesser befinden sich nun 21 Liter Regen je qm und für morgen sind weitere Niederschläge vorausgesagt. Zudem sollen die Temperaturen stark sinken. In der Summe kann man zwar nicht von völliger Entspannung sprechen aber es beruhigt schon etwas.

  • Binnen weniger Tage

    Binnen weniger Tage hat ein gewaltiger Wachstumsschub im Weinberg stattgefunden. In der letzten Woche waren die Rieslingreben noch am blühen und jetzt sind die kleinen Beeren schon gut gewachsen.

    Die dafür förderlichen hochsommerlichen Temperaturen erschweren jedoch auch das Arbeiten von Mensch und Maschine im Weinberg. In der Mittagshitze geht nichts mehr. Der Mensch schwitzt das Wasser schneller aus, wie er es trinken kann, beim Kettenschlepper wird das Hydrauliköl heiß und Arbeitspause ist angesagt.

    Die händisch zu machenden Laubarbeiten sind größtenteils erledigt. Vorerst wird nur noch Maschinenarbeit gemacht. Aktuell Laubschnitt und das entfernen der Blätter in der Traubenzone.

    Jetzt noch ein ausgiebiger Landregen damit die etwas knappen Bodenwasservorräte aufgefüllt werden. Das wäre dann kurz vor perfekt!

  • Mythos Mosel: Eine Riesling Reise mit Spaß

    Die Bilanz ist überwältigend positiv: Mit einer wunderbaren BigBottle-Party im Park des Hotels Moselschlösschen starteten mehr als 400 Gäste am Freitagabend zur sechsten Auflage von „Mythos Mosel – Eine Rieslingreise“. Es gab kleine Speisen an verschiedenen Kochstationen im Garten und Weine aus großen Flaschen. Ca. 300 große Flaschen (Magnumflaschen mit 1,5 l Inhalt)  wurden geleert.

    Zwei Tage mit Wein probieren folgten. An den zwei Probiertagen fanden sehr viele Weininteressierte den Weg in unser Weingut. Dank der guten innerörtlichen „Beschilderung“ fanden die mit der Bahn oder den Shuttlebussen angereisten Weinfreunde schnell zu den teilnehmenden Weingütern.

    Danke an meine Winzerfreunde Max Duhr von der Domaine Madame Aly Duhr, Ahn, Luxemburg, Karl-Josef Thul von Weingut K.-J. Thul, Thörnich und Timo Dienhart vom Weingut Römerkelter, Maring-Noviand, die mit uns ihre Weine präsentierten. Es hat viel Spaß mit Euch gemacht und die Zusammenarbeit konnte nicht besser sein. Gerne wieder!

    Einige Zahlen und Fakten: Fast 5000 Gäste, 30 Gastgebende Winzer zwischen Ürzig und Briedel mit bis zu drei Gastwinzern und mehr als 700 verschiedene Weine.

    Bitte vormerken: Nächstes Jahr findet Mythos Mosel vom 05. bis 07. Juni zwischen Detzem und Wintrich statt.

  • Mythos Mosel: Eine Riesling Reise kann beginnen

    „Vom 15. bis 16. Juni werden ca. 120 Weingüter auf einer Strecke von 25 km ihre besten Weine präsentieren.

    2019 wird die Route im Weinbauort Ürzig beginnen und bis Briedel gehen. Das von der Jungwinzervereinigung Moseljünger organisierte Event lebt davon, dass sich Weingüter aus allen Verbänden und Vereinen zusammentun, um die Mosel zu repräsentieren, fern ab eines Grenzdenkens. Insgesamt wird es 30 Standpunkte, sprich Weingüter, geben, die ihre Pforten öffnen und jeweils 3 andere Winzer einladen. So können die Besucher an einem Ort direkt mehrere Weingüter kennenlernen. Zwischen den Moselorten gibt es erneut ein Busshuttle, das die Besucher jederzeit nutzen können, um sich zwischen den Weingütern zu bewegen. Bei der kompakten Strecke  können die sportlichen Besucher natürlich auch das Rad nutzen oder sogar wandern.“

    so auszugsweise der Text von der Homepage von Mythos Mosel.

    Die Vorbereitungen für Mythos Mosel, die große Imageveranstaltung der Moselwinzer, am 15. und 16. Juni, sind am laufen. Das Banner hängt am Haus – zwar noch etwas schief, aber das wird noch gerichtet -, die Wegweiser zu unserem Weingut sind gedruckt und werden in einer Gemeinschaftsaktion mit den gastgebenden Winzern aus Reil im Dorf aufgehängt, der Hof ist gekehrt und viele andere Kleinigkeiten sind auch schon vorbereitet.

    Gestartet wird am Freitag mit der Eröffnungsveranstaltung in Trarbach. Am Samstagmorgen kommen meine Gastwinzer zum Aufbau und dann kann um 11.00 Uhr mit dem Probieren losgelegt werden. Abends gibt es in verschiedenen Weingütern noch Abendveranstaltungen.

    Eintrittskarten gibt es hier auf der Homepage von Mythos Mosel oder direkt bei den Weingütern, also auch bei mir. Das Ticket beinhaltet auch die Bus- und Bahnfahrt im Trierer Verkehrsverbund. Zudem fahren Shuttlebusse  jeden Ort auf der Strecke zwischen Ürzig und Briedel im 20 min Zeittakt an. In Reil steht zusätzlich noch die Moselweinbahn in Richtung Trarbach oder Bullay zur Verfügung.

    Sie finden uns ganz einfach: Von der Shuttlebushaltestelle auf der Reil gegenüberliegenden Moselseite, die Brücke überqueren, rechter Hand sehen Sie schon unser Haus (siehe oben), nach rechts abbiegen und nach 40 m sind Sie an unserem Hintereingang. Vom Bahnhof einfach die Hauptstraße bergab gehen und nach 200 m sind Sie ebenfalls an unserem Hintereingang. Das wäre der schnellste und einfachste Weg. Auto- und Fahrradfahrer können auf dem Parkplatz unter der Brücke moselabwärts parken und unser Weingut ist auch schon in Sicht.

    Ich würde mich freuen, wenn Sie uns am 15. oder am 16. Juni besuchen würden. Als Gastwinzer sind bei uns im Weingut die Kollegen Max Duhr  von der Domaine Mme Aly Duhr in Ahn, Luxemburg, Karl-Josef Thul von Weingut K.-J. Thul in Törnich und Timo Dienhard vom Weingut Römerkelter in Maring-Noviand.

    Weitere Informationen finden Sie in auf der Homepage von Mythos Mosel.

  • Gute Startbedingungen

    Nachdem am Wochenende reichlich Regen von Himmel gefallen ist, haben wir beste Startbedingungen für die kommende Vegetationsperiode.

    Bislang ist das Rebwachstum durch die niedrigen Temperaturen zum Stillstand gekommen. In den nächsten Tagen soll es wärmer werden und das Wachstum wird angekurbelt. Nicht zu warm und nicht zu kalt sagen die Meteorologen. Genau das richtige Winzerwunschwetter, damit wir die kommenden sommerlichen Laubarbeiten zeitgerecht erledigen können.