Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Schlagwort: Riesling

  • Weinernte 2018: Läuft!

    Nachdem das Kurzehosenwetter vergangener Woche gestern nach einem kräftigem Gewitterregen durch kühles, winzerfreundliches, Langeunterhosenwetter abgelöst wurde, haben wir heute mit der Rieslingernte begonnen. Traumhaftes Wetter mit den lange vermissten kalten Morgenstunden. Die nächsten Tage soll es kühl bleiben.

    Perfekte Trauben, ohne jegliche Fäulnis wanderten in die Weinpresse. Der Traubenmost ist geschmacklich und analytisch perfekt für unseren Sektgrundwein. Punktlandung! Sehr erfreulich ist die Erntemenge, die über unseren Erwartungen liegt.

  • Weinernte 2018: Kurz vor Perfekt

    Die Trauben sind kurz vor Perfekt. Einige Tage noch und die ersten Rieslingtrauben werden geerntet. Sie sind schon sehr aromatisch. Der Beereninhalt ist schon gut verflüssigt und die Kerne werden braun: Anzeichen für vollreife Trauben.

    Die Nächte sind mittlerweile kühl geworden und werden die Aromabildung fördern. Was mich am meisten freut, ist der überaus gesunde Zustand. Kein bisschen Fäulnis ist zu sehen. Das wird den Aufwand für die selektive Lese stark verringern.

    Wir sehen der kommenden Weinernte freudig entgegen. Top gesunde Trauben mit einer sehr hohen Qualität und vor allen Dingen gibt es reichlich davon.

  • abgeräumt

    Foto: ECOVIN

    Beim Weinwettbewerb EcoWinner unseres Ökoverbandes ECOVIN, haben wir gleich dreimal abgeräumt:

    Die beiden Spätlesen aus der Reiler Goldlay und dem Burger Hahnenschrittchen, sowie die Auslese aus der Reiler Goldlay haben den Sprung aufs Siegertreppchen geschafft.

    Abweichend von anderen Weinwettbewerben wurden die besten Weine ohne Punktenennung in einer Siegergruppe zusammengefasst.

    Wie Sie als Leser meines Blogs wissen, halte ich sehr wenig von Weinwettbewerben mit Punktevergaben und Bestenlisten, da dort vieles dem Zufall überlassen ist und Weine sich nicht in ein starres Punktssystem pressen lassen. Daher freue ich mich über diese Art der Bewertung, so ganz ohne Punkte und Rankinglisten, da Wein ein viel zu emotionales Produkt ist und Qualität nicht durch Punkte erfassbar ist.

     “Da es aber dem eigenen Ego sehr gut tut, nehme ich trotzdem an einigen Weinwettbewerben teil und es schmeichelt, wenn mal wieder eine Urkunde oder eine lobende Erwähnung in Haus flattert…”

    schrieb ich einmal hier im Blog. Für den langfristigen Reputationsaufbau sind, trotz oben aufgeführter Kritik, diese Weinwettbewerbe sehr gut geeignet.

    Die gesamte Siegerliste gibt es hier.

  • Weinernte 2018: Terminierung

    Die Terminierung der diesjährigen Weinernte ist etwas komplizierter als in den letzten Jahren. Bedingt durch die Trockenheit gibt es sehr starke Reifeunterschiede bei den Rieslingtrauben. Dort wo „noch“ genügend Wasser zur Verfügung steht, schreitet die Reife fort. Wo Knappheit herrscht, stockt die Reifeentwicklung.

    Das Problem ist nur, dass diese unterschiedlichen Reifestadien sogar innerhalb eines Weinberges vorhanden sind. Hatten wir so ähnlich schon einmal vor zwei Jahren.

    Die Trauben sind sehr gesund und lockerbeerig. Ich gehe davon aus, dass, falls es wieder regnet, keine Fäulnisgefahr durch sich gegenseitig abquetschende Beeren besteht. Der Boden kann bei evtl. übergroßen Niederschlägen einiges an Wasser aufnehmen, bevor ein Wasserüberschuss zum Aufplatzen der Beerenhäute mit nachfolgender Fäulnis beiträgt, wie wir es schon vor einigen Jahren hatten.

    Die letzten Wochen vor der Weinlese werden spannend.

    Der Erntebeginn ist für die letzte Septemberwoche geplant. Die Erntemannschaft ist informiert, der Weinkeller ist bis dahin auch generalgereinigt.

  • Wein am Fluss

    Wein am Fluss trinken und die Weinberge auf der anderen Moselseite betrachten. Bei heißem Wetter kann man sich zusätzlich in der Mosel abkühlen. Am kommenden Wochenende machen wir Reiler Winzer es Ihnen noch einfacher mit dem Wein am Fluss trinken.

    Foto: Gemeinde Reil Archiv 08/2017

    Weinfestzeit in Reil! Direkt an der Mosel unterhalb unseres Weingutes, findet jetzt am Wochenende das Reiler Weinfest statt. Morgen, am Freitag, wird mit einer Weinpräsentation gestartet, danach natürlich Wein, Weib und Gesang.

    An allen Tagen gibt es ein reichhaltiges Kulturprogramm mit moderner, fetziger Musik.  Der Weinstand ist gut bestückt und die Festgastronomie hält auch einige Überraschungen bereit.

     

  • Erstens: Jahrhundertjahrgang, zweitens: nicht so einfach, drittens: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben

    Foto: Archiv August 2003

    Erstens:

    Ich rufe hiermit den Jahrhundertjahrgang aus! In den Medien wird ja überall schon davon geredet, dass der 2018er ein sehr gutes Jahr, ein Jahrhundertjahrgang, wird. Ich will auch mitreden.

    Foto: Archiv August 2003

    Zweitens:

    Es wird vergessen, dass die Rieslingrebe, wie andere landwirtschaftliche Kulturen auch, Wasser braucht, um optimale Qualitäten zu bringen. Die Rebe wurzelt zwar tief und übersteht Trockenheit besser, aber irgendwann ist auch das Wasser im Boden zu Ende.

    Vergleiche zum sogenannten Jahrtausendjahrgang 2003 werden gezogen, der schon ab Mai 2003 in der Presse so betitelt wurde.  In der Realität sah es etwas anders aus. Anfang August sah man je nach Gemarkung schon massivste Trockenschäden bis hin zum verdorren der Rieslingreben (siehe obige Bilder aus meiner Anfangsphase des digitalen Fotografierens).

    Notreife mit niedrigen Zuckergehalten in den Beeren, Bitternoten und Qualitätsprobleme beim Wein waren stellenweise die Folge. Nur dort wo die Reben im Untergrund noch genug Wasser fanden, gab es gute Qualitäten.

    Damals hatten wir zu unserem Glück Anfang August ein sehr lokal begrenztes Gewitter mit 40 l Regen, das uns den „Arsch“ rettete.

    Drittens:

    Durch die „kleine Erfrischung“ vor zwei Wochen sieht es in unseren Weinbergen noch sehr gut aus, aber Regen wird dringend benötigt, wenn es ein Jahrhundertjahrgang werden soll.

    Wir Winzer werden erst nach Weinernte und Vergärung wissen, wie gut oder schlecht der 2018er wird. Wie immer: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!

  • Erfrischung

    Riesenglück für uns. Ein ergiebiges, gemütliches Gewitter regnete sich am vergangenen Samstag über unseren Weinbergen aus. Eine erfrischung für die Rieslingreben.

    Mit sagenhaften 35 Liter Regen wurde der Böden befeuchtet. Es regnete sozusagen Geld vom Himmel und bewahrt uns vorerst vor Trockenschäden bei der jetzigen Hitzewelle.

    Andere Kollegen hatten weniger Glück.  Zwei Orte moselaufwärts gab es nur 5 Liter, an der nächsten Moselschleife waren es etwas mehr als 10 Liter. Zu wenig für die Weinberge.

    Ein wichtiger Grundstein für eine gute qualitative und qualitative Ernte. Das könnte Wein vom glücklichen Winzer werden.

  • Nur übers Wetter reden…

    So schön der abendliche Blick ins Moseltal mit den Rieslingweinbergen auch ist, im Detail macht sich der Winzer des Wetters wegen Sorgen. Den Wassermangel in den Böden sieht man jetzt den Weinreben verstärkt an, wenn man näher hinschaut.

    Bei etlichen jungen Reben, die sehr deutlich unter Wassermangel gelitten haben, wurden die Fruchtruten mit den Trauben entfernt, um die Rebstöcke zu entlasten.

    Viele Reben sehen besser aus, als wir aufgrund der hohen Temperaturen erwartet haben. Wir haben Weinberge, die immer noch „ausreichend“ Wasser im Boden finden und denen man die Trockenheit nicht ansieht, bis hin zu stark trockengestressten Rebstöcken, bei denen die Triebspitzen und die unteren Blätter schon verdorrt sind.

    Ein junger Weinberg wurde bewässert, damit die Rieslingreben vital bleiben. Ein sanfter Landregen mit reichlich Wasser vom Himmel wäre mir lieber.

    Bisher angekündigte Gewitter regneten immer am falschen Ort, ist auch manchmal gut so, wenn Hagel dabei ist.

    Es ist schon Paradox, wie mein Kollege Eberhard Klein aus Württemberg via Twitter schreibt:

    „…ca 30 L in den letzten 8 Wochen. Rundum Hagel — braucht dann auch kein Mensch. Paradox — kann kaum an den Neckar gehen um zu fischen wg. Hochwasser und die Weinberge daneben verdursten…“

    Trotz der Trockenheit und fast fehlender Taunässe findet man hin und wieder junge Blätter, die vom Peronosporapilz befallen sind. Wahrscheinlich eine Infektion durch das kleine Gewitter Anfang Juli und den darauf folgenden Taunächten. Diese Pilzinfektionen kann man zur Zeit vernachlässigen. Die Trauben können nicht mehr durch diesen heimtückischen Pilz infiziert werden und es bleiben genügend Rebblätter übrig, die für die Reife der Trauben wichtig sind.

  • Hoffnung in den Zeiten der Dürre

    Die Trockenheit nimmt zu. Ein kräftiges Gewitter letzte Woche hat keine Entspannung bei der Wasserversorgung der Rieslingreben gebracht. Seit fast sechs Wochen hat es bis auf diese Ausnahme nicht geregnet. Bei einigen jungen Rieslingreben sieht man schon vergilbte Blätter und Kümmerwuchs.

     

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    Ein Beitrag geteilt von Weingut Schönhals (@weingutschoenhals)

    Wir haben es schon mit Fenster putzen und Auto waschen versucht – sie wissen schon, sobald eines der beiden sauber ist, regnet es auch prompt – , hat aber meistens nix geholfen. Die Jungwinzerinnen vom Weingut Schönhals in Rheinhessen, versuchen es mit einem Regentanz auf Ihrer Instagrammseite. Auch einmal einen Versuch wert!

    Hoffnung in den Zeiten der Dürre…

  • grandios

    Der Blick in die Traubenzone beim Riesling ist grandios. Jede Knospe ist im April ausgetrieben und der Blütenansatz war überaus reichlich. Die Rebblüten sind nicht alle bestäubt worden, so das größtenteils lockerbeerige Rieslingtrauben zu erwarten sind, die eine frühzeitige Fäule durch gegenseitiges Abquetschen der Beeren verhindern.

    Die Rebstöcke hängen voll mit Trauben und wir erwarten eine sehr gute Erntemenge.

    Das Wetter war bisher auch perfekt. Jetzt dürfte müsste es noch etwas regnen, da die Böden schon stark ausgetrocknet sind.

    Unsere jungen Reben merken schon den Wassermangel und stellen die sonst gebogene Triebspitze gerade. Ein Hinweis auf beginnenden Wassermangel bzw. Trockenstress.