
Der heimtückische Peronosporapilz (falscher Mehltau), ich berichtete hier und hier, hat auch bei uns zugeschlagen. Seit Anfang der Woche sieht man auf der Blattoberseite vermehrt den sogenannten Ölfleck, eine gelbliche Aufhellung.
Auf der Blattunterseite dann der Pilzrasen von dem weitere Infektionen ausgehen. Bis jetzt sind wenige Blätter befallen. 
Im Rebstock sieht es einiges übler aus. Bei stark wüchsigen Reben mit dichtem Blätterwerk finden wir viele vertrocknete Trauben, die schon vor der Blüte befallen waren und mittlerweile, ohne sichtbaren Pilzbefall, eingetrocknet sind.
Junge Beeren, mit einem Pilzrasen überzogen habe ich beim Riesling noch nicht gesehen, in unserem kleinen Rivanerweinberg jedoch leicht zu finden.
Zurzeit treffen wir mentale Vorbereitungen für die kommende Ernte: Jetzt schon geistig auf eine nicht so üppige, vielleicht kleine, oder sogar sehr kleine Ernte vorbereiten.
Seit zwei Tagen sind die Weinbergsböden, nach wochenlanger Regenperiode, endlich wieder abgetrocknet und problemlos befahrbar. Das Wetter hat sich auch verbessert. Trotzdem heißt es aufgepasst. Durch die vielen infizierten Blätter und Trauben ist ein gewaltiges Sporenpotenzial in den Weinbergen. In den letzten Tagen habe ich mit dem Laubsauger die Rebblätter aus der Traubenzone gezupft, damit diese besser durchlüftet wird und Feuchtigkeit besser verdunsten kann. Zudem können dann die junge Träubchen optimaler mit unseren Pflanzenpflegemitteln benetzt werden, um weiteren Pilzbefall (hoffentlich) zu verhindern.




Wir warten auf wärmere Temperaturen, damit die Terrassensaison dauerhaft eröffnet werden kann.
Foto:
Foto:
Fotos: 

Obendrauf darf dann noch an den Süßigkeiten genascht werden. Essensmäßig ein Wunschkonzert für die Lesemannschaft.
Im Weinberg sind wir mit dem zweiten, selektiven Erntedurchgang fertig. Nur noch beste Rieslingtrauben hängen an den Rebstöcken. Das Wetter soll uns in den nächsten Tagen auch hold sein.
Schluß mit Helden zeugen, also das Wetter zum Helden zeugen, wie ich im
Morgens alles betaut, das Spinnennetz in seiner ganzen Pracht ersichtlich und
die nassen Arbeitshandschuhe werden praktischerweise auf dem Transportgestell für die Lesekisten auf der Raupe getrocknet.
Mit dem ersten selektiven Lesedurchgang werden wir noch einige Tage beschäftigt sein. Zurück bleiben ausschließlich gesunde Trauben, die weiter reifen können.
Ein Wetter zum Heldenzeugen, auch Kaiserwetter oder Winzerwunschwetter genannt. Vor zwei Wochen hatten wir noch etwas Muffensausen bezüglich der Fäulnis. Mittlerweile bester Altweibersommer. Kühle Temperaturen in der Nacht, tagsüber bei strahlend blauen Himmel die Sonne genießen, keinerlei Regen und aufkommender, feuchter, Nebel wird durch den Wind sofort vertrieben.

