Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Schlagwort: Wetter

  • Im Schnelldurchgang

    So, nun im Schnelldurchgang in Kürze die aktuellen Entwicklungen im Weinberg und in der Natur, damit dieser Weinblog nach dem Domainwechsel wieder an Fahrt gewinnt.

     

    Nach einem trocken und teilweise vorwiegend kühlem Frühjahr ergrünten die Reben um den letzten Monatswechsel. Auch Zeit, um den Umgang mit dem Kettenschlepper beim Mähen zu üben. Im „flacheren“ Weinberg angefangen, dann langsam die Steigerung in steilere Weinberge. Wissensvermittlung an meine Tochter Sophie. Mit dem Mulchgerät zu fahren ist etwas anspruchsvoller, als bei der Weinernte die Trauben aus dem Weinberg transportieren. Dennoch klappte alles sehr gut. Mit etwas weiterer Übung kann ich mich künftig auf die Rolle des Beobachters zurückziehen.

    Der Mitte Mai einsetzende Regen füllte die Bodenwasservorräte wieder gut auf, und erste Sorgen wegen möglicher Trockenheit waren schnell verflogen.

     

    Die für einen Mai ungewöhnlich hohen Temperaturen von zeitweise über 30 Grad ließen das Rebwachstum förmlich explodieren. Innerhalb weniger Tage kam es zu einem enormen Längenzuwachs der Triebe. Bereits in der vergangenen Woche wurde zögerlich mit dem Einschlaufen der Rebtriebe in den Drahtrahmen begonnen. Nun ist jedoch Eile geboten, damit diese Arbeit rechtzeitig abgeschlossen werden kann.

    Außergewöhnlich früh beginnt in diesem Jahr auch die Rebblüte – ein weiteres Zeichen des Klimawandels. Im Vergleich zum langjährigen Mittel liegt der Blühbeginn etwa 20 Tage früher.

     

    Auf dem Bild sind die Details gut zu erkennen: Sobald das Blütenkäppchen abgeworfen wird, erscheinen Fruchtknoten, Narbe und Staubgefäße. Kurz darauf erfolgt bereits die Bestäubung. Die für die kommenden Tage vorhergesagten gemäßigten Temperaturen dürften zu einem guten Bestäubungsergebnis beitragen.

  • Weinernte 2025: Nach dem großen Regen

    Eine intensive Weinernte liegt hinter uns – arbeitsreich, spannend, herausfordernd. Wochenlang kaum Zeit, hier etwas zu berichten. Daher nun, im Nachhinein, ein paar Eindrücke und Gedanken zur Lese 2025. Weitere Berichte werden folgen.

    Ein perfektes Weinjahr kündigte sich an. Der Sommer mit ausgeglichenem Wetter war fast perfekt. In den Weinbergen hingen jede Menge Trauben und diese waren größtenteils gesund. Schon früh zeigte sich, dass die Reife weit fortgeschritten war – so früh, dass wir bereits im September mit der Ernte begonnen haben. Die früheste Rieslinglese in der Geschichte unseres Weinguts.

    Etwas selektieren war angedacht und dann in die vollen gehen. Ein großartiger Jahrgang kündigte sich an. Doch es kam anders. In den ersten Tagen, sehr gesunde Trauben mit einer hohen Qualität und richtig guter Ertrag. Aber dann kam der große Regen im September, in dem gesamt 138 Liter Regen gefallen waren (87 Liter mehr wie im langjährigen Durchschnitt), der zu warm war und in der Spitze mit Temperaturen an die 30 Grad). Das war zu viel für den Riesling.  Der Riesling mit seiner im reifen Zustand dünnen und empfindlichen Beerenhaut reagierte entsprechend. Die Trauben saugten Wasser aus dem Boden und platzten auf. Eile war angesagt, damit kein Verderb drohte.Botrytis machte sich breit. Wir Winzer hassen und lieben sie zugleich. Im Idealfall durchlöchert der Pilz die Beerenhaut, Flüssigkeit verdunstet und der Rest konzentriert sich. Zudem hinterlässt der Pilz seine honigähnlich schmeckenden Stoffwechselprodukte im Saft.  Nur so können hochwertigste Weine wie Auslesen, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen produziert werden. In diesem Fall nennt man das Edelfäule.

    Im Bild ein sogenanntes Goldtröpfchen, konzentrierter zäher Traubensaft, der aus der Beere austritt.Bei lockerbeerigen Trauben kein Problem. Die Beeren werden von Luft umspült und können sauber eintrocknen.Aber wehe, die Trauben werden kompakter. Dann geht es sehr schnell ins Negative. Es ist keine saubere Eintrocknung mehr möglich. Dicker Pilzrasen und weitere Schadpilze wie z.B. Essigfäule kommen dazu und führen zu Verderb der Trauben.2017-10-07 reife Rieslingtrauben mit Selektionsschere2Ein massiver Einsatz der Ernteschere war nötig! Ganz wichtig sind die beiden langen, schmalen Klingen, mit denen nicht gewünschte faule Beeren oder Traubenteile mit chirurgischer Präzision von den gesunden reifen Rieslingtrauben weggeschnitten werden.Mit jeden weiteren Tag der Weinernte verschlechterte sich der Gesundheitszustand der Trauben massiv. Viele Trauben mussten auf den Boden geschnitten werde. Insbesondere dicht gepackte Trauben litten. Ich berichtete hier.In den letzten Erntetagen waren nur noch die lockerbeerigen Trauben in einem guten Gesundheitszustand.

    Trotz der Verluste durch Fäulnis liegt die Erntemenge insgesamt im Durchschnitt. Die Qualität ist sehr gut, und im Keller macht es Freude, den jungen, noch gärenden Wein zu probieren.
    Ein Jahrgang, der uns viel abverlangt hat und viel verspricht.

  • Weinernte 2025: Der große Regen

    Die ersten Weinberge sind selektiv beerntet. Nur noch gesunde Trauben mit Potenzial hängen dort.

    In einer kleinen Parzelle mussten wir allerdings alles auf einmal ernten. Das Fäulnisrisiko war dort einfach zu hoch, ein Verderb hätte gedroht. In den anderen Weinbergen war die Situation hingegen noch sehr entspannt. Nur wenige Trauben wurden selektiv geerntet.

    Leider gab es seit vorgestern jede Menge Regen. Das prognostizierte Hauptunwetter ist Gott sei Dank südlich an uns vorbeigezogen. Aber immerhin fielen noch 47 Liter Regen vom Himmel. Die Mosel ist über die Ufer getreten, und die Enten haben den Parkplatz unter unserem Weingut als neuen Spielplatz entdeckt.

    Ab morgen geht es wieder weiter mit der Lese. Die Wetterprognose verspricht nun endlich eine längere trockene Phase. Wir hoffen, dass wir morgen die Trauben im gleichen gesunden Zustand wieder finden wie vor dem großen Regen. Erinnerungen an vergangene Ernten werden wach…

    Geplant ist zunächst der Grundwein für den Sekt, danach selektive Vorlese und dann vielleicht sogar etwas ganz Besonderes – wenn es so klappt, wie wir uns das Wünschen – und so weiter und so fort.

    Soweit die Planungen. Jetzt muss nur noch die Natur mitspielen.

  • Weinernte 2025: Auf der Zielgeraden

    Alles war vorbereitet und minutiös geplant. Leider hat das Wetter nicht so richtig mitgespielt. Der Regen der letzten Tage und die für die Jahreszeit extrem hohen Temperaturen haben einigen Rieslingtrauben etwas zugesetzt. Bei sehr kompakten Trauben, ich berichtete hier, hat sich negative Fäulnis gebildet. 

    Noch sehe ich das nicht als Problem. Es soll kühler werden, was die Verbreitung der Fäulnis verlangsamt. Wir haben den Erntebeginn um eine Woche vorgezogen und starten morgen mit der Rieslingernte. Mit kleiner Erntemannschaft werden wir vorab die befallenen Trauben selektiv ernten. Die guten in die Erntekiste, die schlechten auf den Boden. In einer Woche starten wir dann mit der großen Erntemannschaft in die Haupternte.

    Das ist der früheste Erntetermin in meiner bisherigen Winzerlaufbahn. Der Klimawandel lässt grüßen.

    Während der Traubeninhalt vor einigen Tagen noch sehr fest war und die Kerne grün, verflüssigt sich das Mark nun langsam durch traubeneigene Enzyme. Die Kerne sind braun verfärbt. Das ist ein Zeichen für die sogenannte „physiologische Reife“ oder Geschmacksreife. Die Folge sind mehr Aroma und eine höhere Pressausbeute beim Keltern. Wir sind qualitativ auf der Zielgeraden. Zu diesem Thema können Sie bei meinen Kollegen Bernhard Fiedler mehr nachlesen.

  • Weinernte 2025: Vorfreude

    Auch wenn man den Tag nicht vor dem Abend loben sollte, blicken wir mit großer Vorfreude auf die bevorstehende Weinlese. In den Weinbergen präsentieren sich gesunde, vielversprechende Rieslingtrauben.

    Bei einigen Reben finden sich sehr kompakte Trauben, bei denen eine erhöhte Gefahr besteht, dass sich einzelne Beeren gegenseitig zerdrücken und dadurch Fäulnis begünstigt wird.Sehr viele Trauben, die weniger dicht gepackt sind.

    Etliche Trauben, die je nach Blütetag bei kühlem Wetter schlecht verblüht und sehr lockerbeerig sind. Man beachte die kleinen jungfernfrüchtigen Beeren, die mittels mangelhafter Bestäubung klein geblieben sind. Kleine Beeren mit viel Aroma und wenig von Fäule bedroht. Das ist das Potenzial für die besten Weine!

    Die Witterungsverhältnisse im bisherigen Vegetationsverlauf waren nahezu ideal. Einzig ein angekündigtes Unwettergebiet in den kommenden Tagen bereitet noch gewisse Sorgen. Die Prognosen schwanken derzeit zwischen leichtem Landregen und potenziell schweren Unwettern.

    Erntebeginn ist am 29. September, morgens um acht! Wahrscheinlich etliche Tage Vorselektion, damit die verbleibenden Trauben weiter reifen können. Danach die Haupternte, und mit etwas Wetterglück dürfen wir uns zum Abschluss auf eine besonders hochwertige Selektion freuen.

    Prognose: Es sieht nach einem Traumjahrgang aus. Qualitativ ist alles drin, quantitativ wirds richtig gut. 🙂

     

     

  • Winzerwunschwetter

    Der Wunsch nach Regen kam vor nicht einmal zehn Tagen auf. Man merkte den Rieslingreben an, dass das Wasser im Boden knapp wurde. Das Wachstum hatte sich stellenweise stark verringert und die Triebspitzen begannen sich aufzurichten – ein erstes Anzeichen von Wasserknappheit. An wenigen Stellen, wo nur wenig Boden den felsigen Untergrund bedeckt oder bei jungen, nachgepflanzten Reben, die noch nicht so tief wurzeln, sah man schon eindeutige Trockenstresssymptome: aufgerichtete Triebspitzen und Blätter, die sich schützend von der Sonne wegdrehten.

    Unsere Wünsche wurden auch prompt erfüllt. Seit dem sind 44 Liter Regen je qm gefallen. Schon fast eine Luxusversorgung für die Reben. Nicht als Landregen, meistens kräftige Schauer mit heftigem Wind. Zeitweise war die gegenüberliegende Moselseite nur schemenhaft zu erkennen.

    Wettertechnisch zeigt sich die aktuelle Vegetationsperiode bislang von seiner unkomplizierten Seite. Die bisherigen Trockenphasen wurden stets rechtzeitig durch Regen unterbrochen, und die Temperaturen bewegten sich – abgesehen von einigen sehr heißen Tagen zum Monatswechsel – im angenehmen Bereich.

    Für die Reben ideale Bedingungen, um sich gesund und ausgeglichen zu entwickeln. Da schlägt das Winzerherz ein wenig höher.

  • So spät wie noch nie

    So spät wie noch nie haben wir den Laubschnitt in unseren Rieslingweinbergen gemacht. Hochsommerliche Temperaturen und eine gute Wasserversorgung ließ das Rebwachstum explodieren. Fast waagerecht ragten die Rieslingreben oberhalb des Drahtrahmens in die Rebzeile.

    Es hat sich richtig gelohnt, mit dem Laubschneider zu fahren.

    Jetzt sehen die Rebzeilen wieder ordentlich aus. Wie frisch vom Frisör😉

    Eine in der Regel wichtige Arbeit werden wir dieses Jahr allerdings nicht durchführen. Das entlauben der Traubenzone werden wir uns ersparen. Durch das sehr schnelle Wachstum haben wir den richtigen Zeitpunkt verpasst. Um den optimalen Effekt der Abhärtung der Traubenschale gegen Traubenfäulniss und insbesondere Sonnenbrand zu erreichen, muss diese Arbeit bis zur Schrotkorngröße der jungen Trauben erledigt sein. Diese Zeitspanne war dieses Jahr viel zu kurz.

    Das Risiko für Sonnenbrand ist auch immer relativ zu sehen. Es gibt eine Vielzahl von Einflussfaktoren, die ich hier nicht alle erläutere, denn das würde zu kompliziert werden.

    Der späte Laubschnitt könnte sich jedoch vorteilhaft gegen späte Fäulnis auswirken. Die Traube und die Triebspitze konkurrieren um die gebildeten Assimilate. Schneide ich früh die Triebspitze (Laubschnitt) ab, gelangen die Assimilate der Rebe bevorzugt in die Trauben, die dadurch groß und kompakt werden. Leider kann der Riesling so kompakt werden, dass sich die Beeren gegenseitig zerdrücken und Fäulnis entsteht. Bei spätem Laubschnitt kann die Traube lockerbeeriger werden, ohne dass sich die Beeren gegenseitig zerdrücken.

    Aber wie schon oben geschrieben: Es gibt eine Vielzahl von Einflussfaktoren, die ich hier nicht alle erläutere, denn das würde zu kompliziert werden.

    Der Weinbau ist ein äußerst komplexes System. Jeder einzelne Parameter ist wichtig. Dazu gehören die Arbeit des Winzers, die Rebsorte, der Standort, der Boden, die Temperatur, die UV-Strahlung, die Niederschläge, die Luftfeuchtigkeit und vieles mehr. Einiges kann der Winzer beeinflussen, vieles nicht. Während einige dieser Variablen – etwa Bodenpflege, Rebschnitt oder Lesezeitpunkt – gezielt gesteuert werden können, entziehen sich andere, wie Wetterextreme oder klimatische Schwankungen, jeglicher Kontrolle. Die Herausforderung besteht in der kontinuierlichen Optimierung dieses Zusammenspiels. Ziel ist die Herstellung eines Weines, der die spezifischen Merkmale seines Ursprungs mit bestmöglicher Traubenqualität authentisch widerspiegelt.

  • Alles bestens!

    Zunächst hatte die Rebblüte aufgrund des kühlen Wetters nur zaghaft begonnen. Warmes Sommerwetter beschleunigte die Blüte letztes Wochenende jedoch so stark, dass sie binnen weniger Tage der Vergangenheit angehörte. Das Bestäubungsergebniss dürfte gut sein.

    Die jungen Beerchen sind rasend schnell gewachsen und das Dickenwachstum wird weiter zunehmen. Ich rechne damit, dass die Beeren Ende der kommenden Woche erbsengroß sein werden. Ab diesem Wachstumsstadium nimmt die Empfindlichkeit der Trauben gegenüber den Pilzkrankheiten ab.  Die Spaltöffnungen der Beeren verschließen sich. Der Peronosporapilz kann dann nicht mehr in die Beere eindringen und sie nicht mehr infizieren. Zudem unterstützt uns der Sommer mit trockenem, pilzfeindlichem Wetter. Ich rechne dieses Jahr nicht mehr mit Problemen durch die für die Rebe gefährlichen Pilzkrankheiten.

    Die Ernteaussichten sehen bislang gut aus. Alles bestens! Der Start in die Vegetationsperiode war sehr gut. Aus jeder Knospe kam ein Rebtrieb mit vielen Blütenständen und die anfängliche Trockenheit ist kein Thema mehr. Bislang keine Wetterunbilden wie Spätfrost, Hagel, übermäßiger Regen und Krankheitsbefall. Die Weinernte ist zwar noch einige Monate entfernt, aber wir blicken positiv in die Zukunft.

  • Wetterwechsel

    Vor einigen Tagen endeten die sehr kalten und trockenen Frühlingsmonate mit stellenweisem Bodenfrost. Die Eisheiligen kamen sehr spät. In Moselnähe kamen in sogenannten Frostlöchern leider einige Weinberge zu Schaden. Wir sind nicht betroffen! Erinnerungen an letztes Jahr mit seinen massiven Frostschäden im April wurden wach.

    Der Wetterwechsel brachte auch einige Regenfälle, die die akute Trockenheit beendeten. Insgesamt sind es bis heute am Weingut ca. 40 l Niederschlag. Von langsamem Landregen bis hin zu leichten Gewittern, die keinen Schaden anrichteten, war alles dabei. Eine echte Entspannung für den Wasserhaushalt des Bodens. Im Jahresvergleich sind wir jedoch noch weit vom langjährigen Niederschlagsdurchschnitt entfernt.

    Weitere Regenfälle sind gemeldet und die Temperaturen erreichen allmählich sommerliches Niveau. Das zögerliche Wachstum der Reben in den vergangenen Wochen ist somit beendet. „Nicht zu warm und nicht zu kalt”, sagen die Meteorologen. Genau das richtige Winzerwunschwetter, damit wir die kommenden sommerlichen Laubarbeiten rechtzeitig erledigen können.

    Den ganzen Tag bergauf und bergab laufen und die Rebtriebe in den Drahtrahmen einschlaufen, damit die Rieslingreben die optimale Belichtung und Besonnung bekommen. Eine anstrengende Arbeit, die jedoch mit Blick auf das gemeldete Wetter in diesem Jahr weniger anstrengend sein dürfte. Angenehme, nicht zu hohe Temperaturen und ein gemäßigtes Wachstum erleichtert voraussichtlich die Arbeitserledigung.

  • Vegetationsstart

    Früher als im langjährigen Mittel, aber später als in den letzten Jahren hat der Austrieb begonnen. Die Rebknospen sind dick geschwollen und erste Blättchen sind teilweise sichtbar. Bei den jetzt gemeldeten höheren Temperaturen wird das Rebwachstum gefördert. Die Weinbergarbeiten wie Rebschnitt und binden der Reben sind erledigt. Die Pheromondispenser zur Bekämpfung des Traubenwicklers haben wir in den letzten Tagen aufgehängt. Sie wissen schon, das ist die Sache mit „Schluss mit lustig“. Hier nachzulesen.

    Auch haben Knospenschädlinge, wie z.B. der Rhombenspanner kaum Schäden verursacht. Das Zeitfenster, in dem der Wurm die Knospen ausfressen kann, ist dieses Jahr sehr kurz. Die jungen Rebtriebe wachsen schneller als der Rhombenspanner, die für ihn schmackhaften Knospen fressen kann.

    Jetzt fehlt nur noch Regen für einen guten Start in die Vegetationsperiode. Dieser März ist äußerst trocken gewesen, einer der trockensten seit Messbeginn im Jahr 1881, heißt es vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Für die Landwirtschaft ist das ein großes Problem. Für uns Winzer noch nicht so sehr, denn die Reben wurzeln sehr tief und finden dort noch Wasser. Hat was mit Klimawandel zu tun…

    Die Mosel führt ungewöhnlich wenig Wasser. Die unter Wasser gelegenen Böschungssteine sind alle trocken. Der Wasserpegel ist auf dem Tiefststand. Ohne die Staustufen wäre die Mosel ein Rinnsaal wie der Rhein.

    Kein Vergleich zu den extrem nassen letzten beiden Jahren. Riskante Fahrmanöver mit dem Kettenschlepper im Steilhang und extrem hohe Begrünungen infolge der überreichlichen Niederschläge sind dieses Jahr nicht zu erwarten. Die Grasnarbe ähnelt eher einem Magerrasen. Fast pflegeleicht!

    Die Wetteraussichten für die nächsten Tage sind bis auf den fehlenden Regen gut. Vor allem die Nachttemperaturen liegen deutlich im Plusbereich. In der vergangenen Woche gab es morgens noch leichte Minusgrade, die bei der extrem trockenen Luft den schon empfindlichen Rebknospen keinen Schaden zugefügt haben. Ein nochmaliger katastrophaler Spätfrost wie im letzten Jahr braucht keiner.

    Wir sind gespannt, was uns die kommende Vegetationsperiode bringt. Dürre oder Dauerregen mit nie dagewesenem Hochwasser und Pilzbefall, oder vielleicht doch ein normaler Sommer ohne Wetterextreme wie in den vergangenen Jahren.

    Wünsche an das Wetter hätten wir genug.