Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Zum dritten Mal

Zum dritten Mal in diesem Jahr erleben wir eine Hitzewelle mit Temperaturen von über 30 °C. Die Auswirkungen auf die Weinberge werden immer deutlicher. Der bislang im Juli gefallene Regen ist nahezu wirkungslos verdunstet, und die Weinbergsbegrünungen sind weiterhin vollständig vertrocknet.

Die extreme Verdunstung bei dieser Hitze und der kräftigen Luftbewegung ist enorm. In manchen Weinbergen gelingt es den Wurzeln der Rebstöcke nicht mehr, ausreichend Wasser aus dem Boden zu den Blättern zu transportieren. Erste Welkeerscheinungen werden sichtbar.

Das Wachstum der Reben ist inzwischen größtenteils zum Stillstand gekommen. Gerade aufgerichtete Triebspitzen zeigen den Wachstumsstopp an. An einigen Reben sind die Triebspitzen bereits vertrocknet – Trockenstress in seiner deutlichsten Form.

Die Folgen zeigen sich auch an den Trauben von Rebstöcken, die schon länger unter Wassermangel leiden. Die Trauben bleiben kleinbeerig, die unteren Blätter sind bereits abgefallen und die Beeren verfärben sich leicht grünlich-blau. Dies sind Anzeichen dafür, dass die Rebe vermehrt Bitterstoffe in die Beeren einlagert. Damit schützt sie ihre Nachkommen – die Beerenkerne – vor den Folgen der Trockenheit und sichert so ihr Überleben. Für den Winzer sind das keine guten Aussichten. Dünne, Aromalose und bittere Weine sind die Folge. Bei der Weinlese werden wir deshalb besonders sorgfältig sortieren und verwerfen müssen.

Zum Vergleich die Trauben bei noch einigermaßen versorgten Rebstöcken.

Foto: Azienda Agricola Fiorana

 

Ein lang anhaltender Landregen wird gesucht. Und bitte in flüssiger Form! Die ersten Hagelunwetter, z.B. in Würtemberg und der Pfalz haben schon etliche Weinberge geschädigt, bzw. zu Totalschäden geführt. Auch in Italien, in der Region um Ascoli Piceno in den Marken, gingen riesige Hagelkörner nieder, die Weinberge und Olivenhaine massiv beschädigten.

 

Für die Statistik: Im Juni hatten wir 43 Liter Regen, demgegenüber 127 Liter Verdunstung. Im Juli 26 Liter und 129 Liter Verdunstung. Die fehlenden 187 Liter müssten im Idealfall aus den Bodenwasservorräten stammen – doch diese sind inzwischen weitgehend aufgebraucht. Wer sich unsere Wetterstation und die statistischen Werte einmal näher anschauen will, bitte hier klicken.

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