
Den ganzen Sommer über war ich über die extreme Trockenheit am jammern. Im Nachhinein vielleicht ein Glücksfall, wenn man die Situation in anderen Deutschen Weinbaugebieten oder in anderen teilen der Mosel betrachtet:
„…wir hatten fast 40 Liter. Die angeschlagenen Beeren sind ständig eingeweicht. Das Laub ist (noch) gesund. Bin mal gespannt, wie´s weitergeht…“
so Kollege Reinhard Schäfer aus Württemberg.
Auch Beate Fader, unsere Ökoberaterin, berichtet in ihren Weinbauinformationsbriefen aus Rheinhessen und der Rheinpfalz wie folgt:
„In der letzten Woche kam es zum Teil zu ergiebigen Niederschlägen. Nach einer kurzen Trockenphase am Freitag und Samstag regnet es seit Sonntag. Bis einschließlich Mittwoch ist keine Änderung in Sicht. Ab Donnerstag soll es wieder trockener und wärmer werden. Hoffen wir, dass die trockener Witterung anhält, sonst wird sich die bereits vorhandene Fäulnissituation weiter verschärfen. Manche befürchten bereits eine Wiederholung des Jahres 2006.
Der Peronospora-Befall im Gipfellaub explodiert zurzeit auch in Weinbergen mit schwachem Vorbefall. Hier wird es zum Verlust des Gipfellaubes kommen. In gefährdeten Weinbergen keine späte Entblätterung der Traubenzone vornehmen, um nicht den völligen Verlust der Assimilationsfläche zu riskieren.“
Ähnliches berichtet Bernhard Fiedler aus Österreich in seinem Blog.
Durch die Trockenheit in der Beerenwachstumsphase nach der Blüte sind unsere Trauben etwas kleiner geblieben. Sie sind lockerbeerig und Feuchtigkeit kann sehr gut abtrocken. Trauben, die während dieser Wachstumsphase genügend Wasser hatten, sind extrem dicht gepackt, einzelne Beeren können abgedrückt werden und Fäulniss findet seinen Nährboden.

Gut, daß von den letzter Woche gemeldeten Niederschlägen gerade mal 20 Liter je qm fielen. Bis jetzt sind alle unsere Trauben gesund und wir hoffen, daß sie es bis zur Ernte bleiben.
Aber jeden Tag werden die Karten neu gemischt und es sind noch einige Wochen, bis wir das Ergebniss eines Jahres im Keller liegen haben.
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