
Ein Ausnahmewein! Ich bin ja gar nicht empfindlich, habe auch eine robuste Nase und Geschmacksnerven, aber das habe ich noch nicht erlebt. Natürlich trinke ich am liebsten gute und sehr gute Wein, aber gestern hatte ich den Höhepunkt meiner Weintrinkerkarriere im Glas.
Es war schlicht eklig! Gerochen, kurz die Zunge in diese rote Flüssigkeit gesteckt, zustimmendes Nicken meiner Gattin und sofort ins Spülbecken entsorgt. Ich wage erst gar nicht den Versuch, den mir aus dem Glas entgegewabbernden Duft Gestank verbal zu beschreiben, geschweige denn den Namen und die Herkunft des Weines zu nennen.
Wie kann man so etwas produzieren? Ich würde mich in Grund und Boden schämen, wenn ich eine solch schräge Brühe im Keller hätte. Doch sicherlich gibt es Weintrinker, die solch ein Getränk gerne trinken und für eine gute Qualität halten. Eine Geschmacksfrage?
Schon alleine das Biertrinken bei Tisch erzeugt bei etlichen Gourmets widerwillen, wie unten stehendes Zitat belegt. Ich wäre gestern trotzdem froh gewesen eins zu haben…
„Das gemeinste nach dem Wasser ist Bier. Man nannte es (wie man wahrscheinlich glaubte: poetisch) flüssiges Brot. In vielen Städten, Marktflecken und Dörfern Deutschlands wird es auch bei Tisch getrunken. Die Grönländer trinken bekanntlich Fischtran. Es sind Angelegenheiten des individuellen Geschmacks. Wie aber ein Mensch, der irgendeine Zunge hat, bei Tisch Bier trinken kann, ist ein Problem, über welches ich oft ernstlich und reiflich nachgedacht, dessen Auflösung mir aber bis auf diesen Augenblick immer noch nicht gelingen wollte. …. Dieses Biertrinken bei Tisch scheint mir nahe am Gipfel des Ungeschmacks und barbarischer Roheit zu liegen….“
so die Worte von Antonius Anthus
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