Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Allgemein

  • Müde arbeiten oder Bodybuilding?

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    Im Burger Hahnenschrittchen haben wir einen neuen Weinberg bekommen. Vor dreissig Jahren noch als traditionellen Mosel-Einzelpfahlerziehung gepflanzt, wurde der Weinberg in der letzten Woche auf eine moderne Erziehungsart umgestellt. Aus qualitativen Gründen und um rationell mit Maschinen in diesem Steilhang zu arbeiten, mußte jede zweite Rebzeile entfernt werden. Zusätzlich wurde ein Drahtrahmen erstellt, in den die grünen Rebtriebe eingeschlauft werden und Maschinen zu Laubpflege eingesetzt werden können. Als Voraussetzung dafür wurden Stahlstickel mit der Pfahlramme eingeschlagen.

    Eine richtige Knochenarbeit. In flachen Weinberge mechanisierbar, im Steilhang Handarbeit.
    Wenig genutzte Muskeln spürte man am ersten Tag, der Schlaf in der folgenden Nacht war tief und fest, der Muskelkater blieb gottseidank aus, am zweiten Tag fiel die Arbeit schon leichter und man spürte die entsprechenden Muskeln wachsen und dann waren alle Stahlstickel gottseidank im Boden drin. Nur der letzte Stickel machte Probleme. Nein, nicht der Stickel: Im Untergrund war ein Stein im Weg, der mühsam ausgebuddelt werden mußte um den Weg frei zu machen.

  • Wintereinbruch

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    Der Winter ist zurück. Dichtes Schneetreiben hat die Landschaft verzaubert. Dick liegt der Schnee auf unserem Olivenbäumchen und biegt die Triebe nach unten.

  • Kunst im Weinberg: Teil 4, Umbettung

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    Wegen der anstehenden Wiederbepflanzung der Weinbergsparzelle drohte dem Rauchverbot, über das ich hier berichtete, ein vorzeitiges Aus.

    Gestern fand die „Umbettung des Rauchverbots“ unter reger Teilnahme des Lauftreffs Reil statt. Mit vereinten Kräften wurde das Kunstwerk abgebaut und unweit in einer anderen Parzelle wieder aufgebaut.

  • Ein neuer Zyklus…

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    Ein neuer Zyklus beginnt. Die Reben werden nach der Winterpause aktiv und fangen an zu bluten. Die Rebwurzeln drücken Wasser und Nährstoffe in die Leitbahnen, welches an der Schnittstelle austropft bis die Leitbahnen verstopft sind.

  • Abfüllvorbereitungen

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    Vorgestern kam die seit langem ersehnte Füllmaschine.

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    Heute kamen die Korken und morgen kommen die Weinflaschen. In den nächsten Tagen wird dann der neue Jahrgang abgefüllt. Das Weinlager ist bis auf einige Reste leer und die Kunden durstig. Ab der zweiten Märzwoche sind wir wieder Lieferfähig.

  • Roden

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    Hier hatte ich schon darüber berichtet. Nun war es soweit. Da der Boden gut abgetrocknet war, konnte ich heute mit der Rodezange die alten Reben aus dem Boden herausziehen. In den nächsten Tagen werden dann die Rebstämme aufgesammelt und der Neuanpflanzung im April steht nichts mehr im Weg.

  • Sieht aus wie…

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    Sieht aus wie …, ist es aber nicht. Zur Zeit vermehren wir wieder eine Essigmutter. Ein Teil davon geht morgen nach Österreich zu einem Hobbyessighersteller, dessen eigene Kultur kollabiert ist. Üblich in der Szene der Essigproduzenten: Essigmutter – und Erfahrungsaustausch.
    Aus einer kleinen Anfangmenge wird stufenweise bis zur benötigten Endmenge vermehrt. Etwas alle zwei Wochen kann die Essigmutter verdoppelt werden. Wir füttern natürlich mit Riesling. Bei Erreichen der Endmenge dauert es dann noch einige Zeit, bis der restliche Alkohol zu Essigsäure mittels Acetobacter Orleanensis (Essigmutter/Essigbakterien) vergoren ist.

    Im Vergleich zur alkoholischen Gärung ist das von uns verwendete Orleans Verfahren sehr aufwendig, ergibt aber den besten Essig. Gegenüber den modernen Verfahren (Submersevergärung) haben wir Verdunstungsverluste an Essigsäure und Alkohol, so das wir beim vergorenen Essig bei ca. 7 % Essigsäuregehalt liegen. Bei den modernen Verfahren wird aus 1 % Alkohol ca. 1 % Essigsäure gebildet und da die Säure dann nach Vergärung zu hoch ist, wird auf den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestsäuregehalt von 6% mit Wasser verdünnt. Säure verdünnen ist ja schön, aber das Aroma, der Geschmack, wird dann auch dünner.

  • Rebschnitt

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    Der Rebschnitt ist die wichtigste Winterarbeit im Weinberg und zugleich, neben der Weinernte, die arbeitsintensivste Kulturmaßnahme. Auch andere Kollegen berichten hier und hier über das Rebenschneiden.

    Durch den Rebschnitt wird die Fruchtbarkeit und Wuchskraft der Reben reguliert.Das Ziel ist die langfristige Erhaltung des Gleichgewichtes zwischen generativer und vegetativer Entwicklung. Gleichmäßige Erträge mit guten Mostgewichten ohne Überlastung der Rebstöcke sind anzustreben. Nach der Witterung, der Rebsorte und der Lage, ist der Anschnitt die wichtigste und am einfachsten durchzuführende Maßnahme zum Beeinflussen von Ertrag und Qualität.

    Leider ist die Rebe eine Kletterpflanze, die sich selbst am Drahtrahmen festrankt. Insbesondere unser Riesling rankt sehr intensiv und diese Ranken müssen losgeschnitten werden. Gegenüber anderen Rebsorten die weniger Ranken, z. B. Burgunder, ist der Zeitaufwand um bis zu 40 Stunden pro Hektar höher.

  • Bio-Glühwei(h)n-Nacht

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    Als Demonstrationsbetrieb für den ökologischen Weinbau laufen bei uns im Weingut die Vorbereitungen für die Bio-Glühwe(h)n-Nacht an. Konzentriert laden 140 Demonstrationsbetriebe für den ökologischen Landbau am ersten Adventwochenende zu Glühwein, Weihnachtsgebäck und anderen Aktionen ein.

    Als besonderer Höhepunkt wird bei uns im Weingut dieser Weblog auf Papier ausgedruckt und im Weinkeller auf die Wäscheleine gehängt. Zu einem gibt es immer noch genügend Menschen, die keinen Internetanschluß haben, zum anderen ist es für uns selbst sehr spannend, die Blogeinträge mal nebeneinander an zu schauen. Der Blickwinkel ist ganz anders, als wenn man vor dem Computer sitzt und am Bildschirm scrollt.

    Für die, die kommen möchten, nun das offizielle Programm:
    WANN?
    Freitag/Samstag, den 07./08. Dezember 2007, ab 16.00 Uhr
    WO?
    Demonstrationsbetrieb Weingut Steffens-Keß
    WAS?
    Kostenloser Glühwein und Kinderpunsch(solange der Vorrat reicht)
    Bio-Weihnachtsgebäck zum Probieren
    Infos und Gespräche zum Öko-Landbau
    Wir über uns:
    Bildergeschichtenaus dem Weingut Steffens-Keß!
    Das Jahr des Winzers in Fotos und Texten

    Und da der Kinderpunsch, der Glühwein und die Weihnachtsplätzchen umsonst sind, wird eine Spendenbüchse für die Villa Kunterbunt in Trier aufgestellt, ein Nachsorgezentrum für chronisch- und schwerstkranke Kinder.

    apropos:

    Bei uns wird der Glühwein aus Riesling gemacht und schmeckt nicht so unsäglich beschi.. wie Charles M. Bugnowski es hier in seinem blog beschreibt.