Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Allgemein

  • Topfreben

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    In unserem neu gepflanzten Weinberg in der Reiler Goldlay sind leider 10% der jungen Reben nicht ausgetrieben. Normalerweise liegt die Ausfallquote bei max. 2 – 3%. Nach einigen Telefonaten mit meinem Lieferanten habe ich heute einige Reben zur Diagnose durch ihn ausgebuddelt und im Gegenzug Topfreben als Ersatz bekommen.  Die Reben werden Anfang nächster Woche gepflanzt und müssen ausreichend angegossen werden, damit sie anwachsen.

    Es ist noch ein weiter Weg, bis diese jungen Reben den ersten Ertrag bringen.

  • Laubscnitt

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    Nachdem Anfang Juli das erste mal die Rebtriebe mit dem Laubschneider eingekürzt wurden, war jetzt soviel nachgewachsen, das der zweite Schnitt nötig war. So richtig gelohnt hatte es sich im obigen Weinberg. Trotz der vorherrschenden Trockenheit war das Triebwachstum ungebremst und eine „Frisur“ war dringend notwendig.

    In einigen jüngeren Weinbergen können wir uns diese Arbeit sparen. Die Reben haben das Wachstum eingestellt und leiden etwas unter Trockenstress. Die Gewitterniederschläge der letzten Tage sind in anderen Teilen der Mosel niedergegangen und haben dort teilweise zu Schäden geführt.

  • Roter Brenner: Bekämpfungsstrategien

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    Wie ich hier schon berichtet hatte, hat die Pilzkrankheit Roter Brenner uns in der Reiler Goldlay etliche Trauben gekostet. Um im nächsten Jahr diesen Pilz zurück zu drängen, muss schon jetzt nachgedacht werden.  Sozusagen eine Strategie entwickelt werden, damit wir diese heimtückische Krankheit zurückdrängen können, die alle paar Jahre Epedemieartig auftritt. Da beten nicht hilft, muss ich anders vorgehen.

    Kurz zur Biologie: Die Sporen überwintern auf dem Boden. Nach ausreichender Feuchtigkeit reifen sie und können bei den nächsten Niederschlägen (mind. 10 l/qm) auf die Blätter verfrachtet werden. Zum Eindringen in das Blatt/Blütenstand wird keine Feuchtigkeit benötigt.  Besonders empfindlich ist unser Riesling und die Infektionen findet man bevorzugt in flachgründigen Schieferweinbergen mit schwächer wachsenden Reben.

    Unsere Strategie:

    Die Rebsorte wechseln kommt natürlich nicht in Frage. Wir bleiben bei unserem Riesling.

    Wir könnten auch hoffen, das der Regen, im Gegensatz zu dem diesjährigen Gewitter, als Nieselregen fällt und die ausgeschleuderten Sporen den Sprung zu den grünen Rebteilen nicht schaffen.

    Die Spritzung unserer Pflanzenpflegemittel, die auch eine Wirkung auf diesen Parasit haben, näher an vorhergesagte Niederschläge terminieren, damit durch das Wachstum der Rebe die Wirkstoffe nicht verdünnt werden.

    Als ganz wichtige Maßnahme ist die Steigerung der Bodenfruchtbarkeit anzusehen. Wobei ich dieser Steigerung mit gemischten Gefühlen entgegensehe. Aber der Reihe nach. Starkwüchsige Anlagen haben eine geringeren Traubenbefall als schwächer wachsende Weinberge. Also muß aufs Gaspedal getreten werden.  Kompostfahren ist angesagt. Nach dem Blattfall im Herbst werden wir Grünschnittkompost in die betroffenen Weinberge bringen. Zu einem „verschütten“ wir die Überwinterungsform des Roten Brenners und senken das Infektionspotential und die bisher schwach- bis frohwüchsigen Reben werden durch die Kompostgabe hoffentlich Starkwüchsig.

    Aber da beißt sich die Katze in den Schwanz:

    Die Empfindlichkeit gegenüber unseren anderen Pilzkrankheiten Peronospora, Oidium und Botrytis wird zunehmen und entsprechende Gegenmaßnahmen erfordern.

    Um qualitativ hochwertige Rieslingtrauben  zu erzeugen, sind frohwüchsige, leicht unter Stress stehende Reben erforderlich, die lockere und kleinbeerige Trauben tragen. Da dann die Reben stärker wachsen (hoffentlich) sind zusätzliche Arbeitsgänge erforderlich um lockere und kleinbeerige Trauben zu erhalten.

    Fazit:

    Es gibt jede Menge Arbeit! Angefangen mit mit der Kompostausbringung bis hin zu ertragsreduzierenden und qualitätsfördernden Maßnahmen.

  • Nicht schon wieder…

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    Wie im letzten Jahr hat die Pilzkrankheit Roter Brenner in den Weinbergen zugeschlagen. Einige Parzellen in der Reiler Goldlay hat es sehr heftig getroffen. Dort sind neben dem Blattverlust auch Traubenverluste entstanden. Das gleiche Szenario wie im Vorjahr: Reife Sporen auf dem Boden und dann das heftige Hagelunwitter am 30. Mai, welches die Pilzsporen so richtig auf die Rebblätter und Blütenansätze verteilt.

    Noch ist die Ernte nicht in trockenen Tüchern. Es kann noch einiges passieren.

  • Burger Hahnenschrittchen: Unter Lebensgefahr…


    Laubschnitt – MyVideo

    Burger Hahnenschrittchen: Unter Lebensgefahr für die Kamera habe ich in den frühen Morgenstunden die über dem Drahtrahmen stehenden Rebtriebe mit dem Laubschneider gekappt.

  • Erbsengröße

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    Das warme Sommerwetter hat in der letzten Woche die Trauben mächtig wachsen gelassen. Teilweise ist schon das Entwicklungsstadium Erbsengröße erreicht. Der Vegetationsvorsprung gegenüber dem langjährigen Mittel liegt bei ca. drei Wochen. Das läßt uns auf eine qualitativ gute Ernte hoffen.

  • Entblättern

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    Nachdem die Blüte vorbei und die Reben in den Drahtrahmen eingeschlauft sind, wurde es so langsam Zeit, die Traubenzone zu entblättern. Um den optimalen Effekt der Abhärtung der Traubenschale gegen Traubenfäulniss und Sonnenbrand zu erreichen, ich berichtete hier darüber, muss diese Arbeit bis zur Schrotkorngröße der jungen Trauben erledigt sein. Da zwischen Rebblüte und den Wachstumsstadiun Schrotkorngröße nur eine kurze Zeitspanne ist und wir in den letzten Jahren immer mit der Arbeit des Entblätterns hinterherhingen, kam dieses Jahr unser neuer Entlauber zum Einsatz. Richtigerweise müßte dieses Gerät Laubzupfmaschine heißen. Eine Gebläse saugt aus einer sich drehenden Lochwalze die Rebblätter an und mit einer gegenläufig drehenden zweiten Walze werden die Blättern abgezupft. Als Nebeneffekt sparen wir noch über 150 Arbeitsstunden ein, die wir sinnvoller einsetzen können.

  • Hagelunwetter: Winterstimmung

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    In Zentrum des Hagelunwetters, über das ich hier vor zwei Wochen berichtete, sieht es düster aus. Wie im tiefen Winter stehen die Reben in einigen Gemeinden der Terassenmposel ohne Laub da. Der Hagel hat dort großflächig ganze Arbeit geleistet und den dortigen Kollegen die Ernte geraubt.

  • Abgehende Blüte

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    In den meisten unserer Weinberge ist das Wachstumstadium „abgehende Blüte“ erreicht. Das heißt, dass die Reben verblüht sind. Sehr gut, denn durch das warme Wetter der vergangenen Tage dürfte die Rebblüte sehr gut verlaufen sein. Die heute fast pünktlich eingetretene Schafskälte, könnte in den weniger wärmeexponierten Weinbergen die Blüte herauszögern und vielleicht zu nicht optimalen Befruchtungsergebnissen führen.

  • Runter helfen alle mit, nur rauf…

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    Nun ist die Hauptwachstumsphase der Reben. Hoch und runter läuft der Winzer im Steilhang, um die jungen Triebe in den Drahtrahmen einzuschlaufen. Während runter alle Teufel mithelfen, geht es bergauf nur mühsam. Das schwüle Wetter kommt erschwerend hinzu.

    Die Rebblüte beginnt. Zwei Wochen vor der Zeit, ein gutes Zeichen. Das Wetter soll in den nächsten Tagen auch mitspielen und so hoffen wir, das die Blüten optimal bestäubt werden.