Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Allgemein

  • Menschenströme

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    Während es letzte Woche noch ruhig am Anleger der Touristenschiffe war, wurde sich an diesem verlängerten Wochenende im Schlangestehen geübt. Nicht nur die Mosel ist mit Wasser gut gefüllt, auch das Moseltal ist voll mit Touristen. Menschenmassen bewegten sich zu Fuß, per Pedes, Motorrad und Auto beiderseits des Flusses auf den Straßen. Auffällig war, dass nur auf den beiderseits des Wassers gelegenen Wegen das Verkehrsaufkommen riesig war. In den Weinbergen waren interessanterweise keine Besucher unterwegs. Vielleicht zu mühsam um auf den Wirtschaftswegen in den Weinbergen hoch zu wandern?

    Sobald ich mich am Freitag mit dem Kettenschlepper in den Weinberg stürzte,  hatten die Fahrradfahrer und Wanderer ihr Spektakel: Kopf in Richtung Weinberg verdrehend, über das Anhalten fast vom Fahrrad stürzend und anschließend im Rucksack nach den Fotoapperat wühlend. Irgendwann wird der Tag kommen, dass ich noch „Zugaberufe“ bekomme, wenn ich in einem Weinberg mit Arbeiten fertig bin.

    Wenn ich pro Bild, das von mir gemacht wird, einen EURO bekäme, würde eine kleine Fläche an der Hauptstraße ausreichen um zu leben. Die Frage ist nur, wie ich das realisieren kann, das mit dem einen Euro …

  • Bis jetzt sieht es gut aus…

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    Die Reben stehen zur Zeit sehr gut. Durch die Regenfälle in der vergangenen Woche sind die Bodenwasserreserven aufgefüllt. Gottseidank kam der Regen sehr gemütlich vom Himmel. In Baden gab es schon die ersten Unwetter mit Hagel wie Lars Breidenbach berichtete.

    Die Begrünungen in den Weinbergen sind zum ersten mal gemäht und wir stehen in den Startlöchern für die bevorstehenden Laubarbeiten. Nach den kühleren Temperaturen der letzten Wochen soll es in den nächsten Tagen wärmer werden und das Rebwachstum wird sich beschleunigen.

    Bis jetzt sieht es gut aus…

  • Grundrauschen

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    Gestern etwas länger geschlafen und beim wachwerden nur Vogelgezwitscher. Das übliche Grundrauschen durch den Autoverkehr fehlte. Happy Mosel, das Fahradevent an der Mosel, war angesagt. Zwischen Cochem und Schweich war beiderseits der Mosel das Autofahren zugunsten der Fahrräder verboten.  In den Orten luden viele Stände zum Essen und Trinken ein. Nachdem ich etliche Kilometer mit meinem Drahtesel abgespult hatte, kehrte ich bei einem Freund ein, genoß die Maibowle und hörte den Duo Saitensprung zu, die spontan ein kurzes Konzert gaben.

  • Wespennest

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    Eine Wespe hat sich Mühe gemacht. Leider in einer Tetrapackhülle, die als Anwachshülle und Hasenfraßschutz für junge Reben verwendet wird. Das im Bau befindliche Nest wurde vorsorglich entfernt um schmerzhaften Begegnungen während den Sommerarbeiten zu verhindern.

  • Scheiss Schweine…

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    Heute mit großem Gefährt unterwegs gewesen. Um einer Versauerung unserer Schieferböden entgegen zu wirken wurde gemahlenes Kalkgestein gestreut. Den Fachleuten als Dolomitkalk bekannt, der von der Obermosel kommt.

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    In einigen steilen Weinbergen gab es erhebliche Probleme durch Wildschweinwühlschäden. Löcher und Kuhlen, die das Fahren mit der Raupe erschwerten, bzw. teilweise ein Bergauffahren unmöglich machten. Weinbergsbegrünungen, die nur noch erahnen ließen, dass sie einmal eine geschlossene Begrünung war. Jeden Morgen frische Spuren. Nicht nur in Waldnähe, nein, auch  mittlerweile in weiter entfernteren Weinbergen.

    Es wird noch problematisch werden. Die Wühlschäden sind noch verkraftbar, aber was ist wenn die Schwarzkittel Appetitt auf Riesling entwickeln? Bisher bevorzugten sie rote Trauben, insbesondere den Dornfelder, den ich im Gegensatz zu den Schweinen, nicht mag. Iris berichtet hier auf Ihrem Blog, was die Wildschweine in Südfrankreich anrichten.

    Die Jäger schaffen es nicht die Wildschweine auf ein ökologisch verträgliches Maß  zu reduzieren. Einige wollen es scheinbar auch nicht. Während ich im Dezember bei einer Drückjagd, an der ich teilnahm,  35 erlegte Tiere zählen konnte, wurde im Nachbarrevier gerade mal eine Sau erlegt. Unter den Kollegen ist der Unmut groß und einige reden hinter vorgehaltener Hand schon von Eigeninitiative, wenn die Jäger das Problem nicht in den Griff bekommen.

    Zur Not sollte man auch über Frischlingsfallen verstärkt nachdenken, die ganze Waidmannsromatik Ad acta legen und entsprechend mit Wärmekameras und Nachtsichtgeräten aufrüsten oder gar Köder mit pharmazeutischen Empfängnissverhütungsmitteln im Wald auslegen.

    Für die, die es interessiert wie groß das Problem mittlerweile geworden ist, hier und hier noch etwas Lesestoff zu diesem Thema.

  • Alle Jahre wieder…

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    Alle Jahre wieder nehmen wir an wissenschaftlichen Untersuchungen teil. Sei es bei der Grundlagenforschung über die Pilzkrankheit Schwarzfäule oder der Lebensweise der Glasflügelikade, die die Schwarzholzkrankheit verbreitet. Bei einem Kollegen wurden sogar Nistkästen im Weinberg aufgestellt um eine Langzeitstudie zur Brutbiologie von höhlenbrütenden Singvögeln im Weinbau und die Habitatnutzung und Futtersuche von Kohlmeisen zu erfassen.

    Nun sind die Regenwürmer dran. Es soll die Regenwurmabundanz durch Handauslese der endogäischen Arten und Formalinextraktion der Tiefengräber bestimmt werden.

    Die Wissenschaftler rückten an zur Vorauswahl der Beprobungsflächen und Entnahme von einzelnen Bodenproben zwecks Analyse und bodenkundlicher Basisparameter um zu prüfen, ob die von mir zur Verfügung gestellte Fläche für die Feldstudie geeignet ist. Als Vergleichsflächen wurde eine nachbarliche Brache und eine naturbelassene Referenzfläche zusätzlich beprobt.

    Ich lasse mich mal überraschen, ob ich bei der Feldstudie dabei bin. Wird sicherlich spannend. Regenwürmer jagen…  Wildschweine wären mir lieber!

  • Kompost verteilen

    Der Boden war heute soweit abgetrockent, das ich den Kompost, den ich vor einigen Wochen mit der Ladeschaufel in den Weinberg gefahren hatte, verteilen konnte.  Die einzelnen Komposthäufchen wurden mit der flach eingestellten Kreiselegge flächig verteilt.

    Etwas geübt und nun ist die Videoqualität gegenüber den vorhergehenden besser geworden. Da könnte es Spaß machen noch mehr Videos in diesen Blog einzustellen. Jetzt fehlt nur noch die Helmkamera um beim Raupenfahren beide Hände für die Maschine frei zu haben und Ihnen als Leser bzw. Zuschauer noch noch mehr aus dem Steilhang zu zeigen.

  • Geschafft

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    Der letzte Schnitt. Heute wurden wir mit dem Rebschnitt fertig. Früher als in den vergangenen Jahren haben wir die aufwändigste Weinbergsarbeit erledigt.  Der sehr kalte Winter hatte diese Aussenarbeit zwar stark gebremst, jedoch hatten wir frühzeitig angefangen und unsere Azubine hat schon einiges an Geschwindigkeit zugelegt. Ruhiger und stressfreier wie in den letzten Jahren können wir nun die weiteren Frühjahrsarbeiten angehen.

  • Kulturreise/Weinreise

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    Ein Kurztrip nach Sachsen liegt hinter uns. Mit Freunden ging es zum Wandern in die sächsische Schweiz. Ziel war die Bastei bei Rathen. Eine herrliche Wanderung, zwar etwas getrübt durch den Dauerregen aber trotzdem super! Am Amselsee vorbei, die Schwedenlöcher durchklommen und die Bastei mit der Felsenburg Neurathen erkundet: Hinter jeden Fels eine neue spannende Überraschung.

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    Neben einem Besuch in Dresden war der sächsische Weinbau das wichtigste Ziel unseres Kurzurlaubes. Mein Kollege Rolf Fehrmann, dessen Tochter Ines vor Jahren ein Praktikum in unserem Weingut abgeleistet hatte, erwies sich als sehr guter Führer durch den Weinbau an der Elbe. Am Anfang besichtigten wir das ökologisch arbeitende Weingut Hoflößnitz und den Staatlichen Weinberg Goldener Wagen, der durch eine Mauer eingegrenzt ist.

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    In der Meissener Winzergenossenschaft gab es dann in der neuen Vinothek die ersten Weine zu probieren. 2009-03-15-karrikatur.jpg

    Im Obergeschoß waren Karrikaturen zum Thema Wein ausgestellt und weinprobierend schlenderten wir an den Bildern vorbei.

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    Der Besuch im Weingut Schloß Proschwitz hinterließ Respekt bei uns. Das ehemalige Familienweingut wurde nach der Wende von Dr. Georg Prinz zur Lippe zurückgekauft, renoviert und mit Leben erfüllt.  Mittlerweise das größte Privatweingut in Sachsen und qualitativ Spitze. Im Gutshof Zadel, der als Kellerei dient und modernst renoviert wurde, gab es noch eine Kellerführung mit Blick in den Barriquekeller.

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    Herrlich hinter dem Gutsgebäude gelegen, die Weinberge von Rolf, die zum Abschluss unserer Exkursion besucht wurden. Kleinräumige Terassen, die klimatisch bevorzugt sind und Spitzenweine hervorbringen. Leider hatte der sehr kalte Winter in Sachsen bei bis zu minus 25 Grad sehr viele Rebknospen erfrieren lassen. Rolf rechnet bei einigen Sorten mit bis zu 90 % Knospenschäden. Evtl. sind etliche Reben sogar gänzlich erfroren und müssen ersetzt werden. Klarheit wird es erst beim Austrieb Ende April geben. Ich drücke ihm die Daumen, dass der Schaden geringer ist wie erwartet.

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    Im Anschluss gab es eine weitere Weinprobe mit vielen leckeren Weine, bevor es wieder in unser Quartier ging.

    Leider war ich der Fahrer und hätte gerne mehr probiert…

  • Briefpost

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    In den vergangenen Tagen sind die letzten Weine abgefüllt worden. Das Verkaufssortiment ist nun wieder komplett.

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    Zeit die Weinliste zu schreiben und an die Kunden zu senden. Klassisch, per Briefpost mit einer echten Briefmarke. Gottseidank gibt es seit längerer Zeit selbstklebende Marken. Auch in Zeiten des WEB 2.0 für uns ein wichtiges Marketininstrument um über unsere Weine zu informieren.

    Ab Dienstag in den Briefkästen meiner Kunden.