Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Allgemein

  • Vollblüte

    2010-06-23-vollblute.jpg

    Die Rebblüte: Fast exakt im langjährigen Vegetationsdurchschnitt. Die Guten Lagen etwas weiter vorangeschritten, die weniger Guten etwa hintendran.  Durch das jetzt herrschende stabile Hoch mit seinen warmen Temperaturen dürfte die Befruchtung der Reben sehr gut verlaufen und ein guter Traubenansatz die Folge sein. Die erste wichtige Hürde für den Neuen Jahrgang ist genommen.

  • Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben

    2010-06-01-mahen.jpg

    In den letzten Tagen habe ich die Begrünungen in den Weinbergen zum ersten mal gemäht. Die Natur ist dieses Jahr etwas spät dran. Wie auch mein Kollege Bernhard aus Österreich hier schreibt, ist das Rebwachstum noch nicht soweit wie in den Vorjahren.

    Viele Winzerkollegen befürchten schon das schlimmste. Aber kein Grund zur Besorgniss für den kommenden Weinjahrgang. In den nächsten Tagen ist sehr warmes Sommerwetter gemeldet und die Böden haben genügend Niederschläge bekommen. Schnell kann die Natur den Vegetationsrückstand aufholen und allen Unkenrufen zum Trotz, kann aus dem jetzigen Vegetationsrückstand keinerlei Aussage über die zu erwartenden Qualitäten des nächsten Weinjahrganges hergeleitet werden.

    Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben und abwarten. Es ist jetzt viel zu früh, um die künftige Weinqualität beurteilen zu können. Wir sollten nicht schon im Juni von Jahrhundertsommern reden und zwangsläufig im September über Jahrhundertjahrgänge, oder umgekehrt. Das sollte man frühestens tun, wenn die Trauben geerntet und die Weine probierfähig sind.

  • Junges Leben

    2010-05-25-austrieb.jpg

    Verzögert durch die Lagerung im Kühlhaus vor der Pflanzung, fangen die frisch gepflanzten Rieslingreben an auszutreiben. Das grün gefärbte Paraffin verhindert das Austrocknen der Veredlungsstelle. Wenn die Triebe etwas länger sind, wird bis auf einen Trieb, der idealerweise die Verlängerung der Wurzelstange darstellt, ausgebrochen. Dieser Trieb wird dann der spätere Rebstamm.

    Nun fehlt noch Wärme, Regen im richtigen Maß und unsere Pflegemaßnahmen, damit die Rieslingreben optimal wachsen können.

  • Nicht schon wieder…

    2010-05-12-wuhlen.jpg

    Nicht schon wieder, waren meine heutigen Gedanken. In unserem größten Weinberg in der Reiler Goldlay hatte ich erst letzte Woche die von den Wildschweinen aufgewühlte Erde mit der Kreiselegge geglättet. Heute bot sich fast das gleiche Bild: Wühlstellen, die das Befahren des Weinberges mit der Raupe zu einer schaukeligen Angelegenheit machen. Also wieder mit der Kreiselegge anrücken und glätten.

    Während Wildschäden bei einjahrigen Kulturen, wie z.B. Getreide, zu einer Schadensersatzpflicht durch den Jagdpächter führen,  geht der Winzer leider leer aus.  Vielleicht verkauft mir der zuständige Jäger eine Wildschweinkeule zu Sonderpreis, da so ein Wildschweinchen im Backofen besser aufgehoben ist wie im Weinberg.

  • Winternachwirkungen

    2010-05-12-frost.jpg

    Die Auswirkungen des langen, sehr kalten Winters werden immer deutlicher sichtbar.  Rivaner- und Burgunderweinberge zeigen teilweise massive Knospenschäden. Insbesondere in Lagen, in denen sich Kaltluft staut, sind die Schäden immens. Der Riesling hat durch seine höhere Frostfestigkeit unbeschadet den Winter überstanden, zudem steht er in den wärmeren Steillagen. In den betroffenen Weinbergen wird es einen kleinen Herbst geben. Gut, dass wir nur kleine Fächen mit diesen frostempfindlichen Rebsorten haben.

  • pflanzen

    2010-05-05-maschinenpflanzung.jpg

    Bei eisigem Wind wurden heute morgen unsere Reben – selbstverständlich Riesling – vom Lohnunternehmer gepflanzt. Als Orientierung diente ein Draht, der die Rebzeile markiert. Idealerweise ist für morgen Regen gemeldet, der die feinen Rebwurzeln im Boden einschlämmt. Jetzt fehlt nur noch warmes Wetter und die jungen Reben können austreiben und wachsen.

    Die erste Ernte können wir in ca. vier Jahren erwarten. Bis dahin wird es noch viel Arbeit mit der Pflege des jungen Weinberges geben.

  • Tiefenlockerung

    2010-04-23-bodenvorbereitung.jpg

    Der Lohnunternehmer hat in den vergangenen Tagen die Bodenvorbereitungen für die Neuanpflanzung unserer neuen Weinberge gemacht. Zuerst wurde Begrünung mit einer Bodenfräse untergearbeitet.

    2010-04-26-tiefenlockerung.jpg

    Anschließend erfolgte die tiefe Lockerung des Bodens.

    2010-04-26-werkzeug.jpg

    Um die mächtigen Werkzeuge des sogenannten Parapfluges den Berg hinauf zu ziehen ist eine  entsprechend große und schwere Raupe nötig. Eine zusätzliche Hangeseilwinde auf der Raupe unterstützt die Bergauffahrt. Bis vor einigen Jahren war das Tiefenlockern um einiges beschwerlicher:

    „Nix für Luschen…“ wie es Thomas Lippert vom Winzerblog in einem Beitrag auf seinem Blog betitelt.

  • Der Frühling ist endlich angekommen

    2010-04-15-austrieb.jpg

    Das Leben regt sich wieder in den Weinbergen und in der Natur. Die Knospen beim Riesling sind am schwellen und der Austrieb dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen.

    2010-04-16-pfirsich.jpg

    Der Weinbergspfirsich ist mit seinen Blüten eine Augenweide. Der Frühling ist endlich angekommen.

  • Erde schubsen

     

    2010-04-12-planieren1.jpg

    Die Vorbereitungen zur Neuanpflanzung unserer beiden neuen Weinberge sind fortgeschritten. Nach dem Roden der alten Rebstöcke wurde einiges an Erde bewegt. Am unteren Weinbergsende schubste ich mir oberhalb der Mauer ein Vorgewende um mit meiner Kleinraupe im späteren Weinberg halbweg im waagerechten wenden zu können.

    2010-04-14-kalken.jpg

    Heute wurde gekalkt um der Versauerung der Böden entgegen zu wirken. Jetzt fehlt nur noch der Lohnunternehmer, der mit seiner großen Raupe den Boden tief lockern soll, dann das „Auszeilen“, also das festlegen der einzelnen Rebzeilen und Stockabstände, die Pflanzstäbe, die Pflanzung und und und…

  • aktuelle Weinbergsarbeiten

    2010-03-23-schnitt.jpg

    Das war Gestern der letze Schnitt in der diesjährigen Rebschnittsaison. Trotz des langen Winters haben wir den Rebschnitt in den letzten Wochen schnell erledigt.  Jetzt müssen nur noch die Fruchtruten im Drahtrahmen nach unten gebogen und befestigt werden und dann ist bis zum Ergrünen der Reben keine Arbeit mehr am Rebstock nötig.

    2010-03-24-roden.jpg

    Zwei Weinberge sind neu dazu gekommen. Da die Reben schon sehr alt und abgängig waren und die Erziehungsart nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht, werden diese Flächen neu gepflanzt.  Heute wurden die alten Rebstöcke mit der Rodezange aus dem Boden herausgezogen. In den nächsten Tagen wird die Fläche abgeräumt und notwendige Planierarbeiten können durchgeführt werden.

    Fast erwartungsgemäß gab es heute schon wieder die ersten Reparaturen an den Geräten. Ein Hydraulikzylinder ist verbogen und muß  ersetzt werden, ein Ölverlust an der Raupe erforderte einen neuen Wellendichtring und die selbst gebaute Rodezange ist aufs übelste verbogen und wird wohl auch nicht mehr lange durchhalten. Die Belastungsgrenzen  von Mensch und Maschine werden im Steilhang leider schneller erreicht als in der Ebene. Die Reparaturen an der Maschine sind für mich kein Problem, aber was ist, wenn es bei mir losgeht?