Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Allgemein

  • Handarbeit

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    Trotz des hohen Mechanisierungsgrades durch unserem Kettenschlepper können wir auf Handarbeit mit dem Karst nicht verzichten. Im Unterstockbereich ist er insbesondere in den Junganlagen noch im Einsatz.  Boden lockern und z.B. Brennnesseln entfernen, damit die jungen Reben ungestört wachsen können.

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    Für problematische Fälle und Grobarbeit ist die Wiedehopfhacke im Einsatz.  Neben den Karst auch heute im Einsatz um Dornen und störenden Buschbewuchs am Vorgewende zu entfernen.

    Die Wiedehopfhacke ist für Bodenarbeiten vorgesehen, bei denen maximale Gewalt ausgeübt werden muß. Beispielsweise für das Ausgraben und Kappen der Wurzeln eines Baumstumpfes. Mit dem beilartigen Kamm lassen sich auch die dicksten Wurzeln durchhacken. Mit etwas Entschlossenheit und Durchhaltevermögen ist das kein Problem.

  • Ausbrechen

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    Die ersten Laubarbeiten, das Ausbrechen der unerwünschten Triebe am Rebstamm, haben begonnen. Nachdem im jungen Alter der Reben der Rebstamm formiert wurde, mein Kollege Bernhard berichtet hier darüber, sind nun Stammaustriebe unerwünscht. Der Stamm hat die Aufgabe als Leitungs- und Speicherorgan zu dienen und zudem würden Stammtriebe, die nach oben wachsen, die Laubwand verdichten und Pilzkrankheiten fördern. Zeitgleich wird das unterste Heftdrahtpaar auf den Boden abgelegt. Wenn die Rebtriebe lang genug sind, werden diese wieder nach oben gehängt und die Reben zwischen den Drähten fixiert.

    Nicht besonders rückenfreundlich diese Arbeit, da in gebückter Stellung  die Triebe per Hand entfernt werden.

  • Schluß mit lustig

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    Die Reiler Goldlay, das Burger Hahnenschrittchen und das Burger Wendelstück wurden diese Woche mit Dispensern abgehangen.

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    Fast dreissig Winzer und Helfer liefen die Weinberge bergab und alle 20 qm wurde ein Dispenser aufgehangen. Bergauf ging es dann mit den Kleinbus.

    In diesen Kunststoffampullen sind Sexualduftstoffe (Pheromone), die langsam ausdünsten und die Männchen des Traubenwicklers, einer Mottenart, dermaßen verwirren, dass sie die Weibchen nicht finden. So ist Schluß mit Sex lustig und es gibt keine Nachkommenschaft.

    Die Raupen des Traubenwicklers können immense Schäden duch die sogenannte Sauerfäule (Grauschimmelfäule)  hervorrufen und durch diese elegante ökologische Methode wird die Vermehrung behindert und es gibt keine Schäden für uns Winzer.

  • Rasend schnell

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    Rasend schnell entwickelt sich die Natur bei den vorherrschenden warmen Temperaturen. Die Reben stehen kurz vor dem Austrieb. Die Knospen sind alle schon angeschwollen und im Wollestadium. Der Austrieb dürfte nächste Woche erfolgen. An Wärmeinseln, z.B. an Weinbergsmauern sind die ersten Blättchen bereits erkennbar.

    Im langjährigen Mittel (1967 – 2000) ist der Austrieb am 30. April. Sehr gut! Etliche Tage Vegetationsvorsprung und das Weinjahr 2011 legt einen Bilderbuchstart hin.

  • VitiMeteo

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    Weiterbildung war angesagt. Als Vorsitzender von ECOVIN Mosel-Saar-Ahr e.v. hatte ich zu einem Vortrag mit Herrn Dr. Zipse von der Agrarberatung geladen.

    Seit etlichen Jahren versucht man die aktuellen Wetterbedingungen mit der Wettervorhersage, die Wachstumbedingungen der Rebe und den Vermehrungsrythmus unserer Pilzerreger (echter und falscher Mehltau)  mit komplizierten Computerberechnungen zu verbinden. Herausgekommen ist VitiMeteo Peronospora (falscher Mehltau) und Oidium (echter Mehltau). Durch ein enges Netz von Wetterstationen an der Mosel können wir nun auch an diesem Warnsystem teilnehmen.

    Neben grundsätzlichen Erläuterungen zu diesen Pilzkrankheiten erklärte Herr Dr. Zispe VitiMeteo. Anhand verschiedener Grafiken mit diversen Kurvenverläufen (im obiger Grafik alleine 11 unterschiedliche Parameter)  erklärte er an einzelnen Parameter wie Temperatur, Regenereignisse, Dunkelheit, Blattfeuchte, Sporangiendichte, Rebwachstum usw. wie dieses Prognosemodell funktioniert und wie und wann wir Ökowinzer unsere Gegenmaßnahmen ergreifen können. Wobei uns die Computertechnik nur grobe Details anhand gibt. Das Feintuning muß immer noch der Mensch  übernehmen, der aus Erfahrung und Risikobereitschaft den tatsächlichen Einsatzpunkt unserer ökologischen Pfanzenpflegemittel bestimmt.

  • Winter ade

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    Frühlingshafte Temperaturen und ein dauerhaftes Hoch. Ideales Frühlingswetter! Durch die warmen Temperaturen der letzten Tage fangen die Reben an zu bluten. Die Rebwurzeln drücken Wasser und Nährstoffe in die Leitbahnen, welches an der Schnittstelle austropft bis die Leitbahnen verstopft sind. Nur noch kurze Zeit und die Landschaft wird wieder ergrünen.

  • Rankpflanzen

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    Die letzen kalten Wochen und das Moselhochwasser ließen die Arbeit im Weinberg ruhen. Seit einigen Tagen sind wir wieder im Weinberg aktiv und haben mit dem Rebschnitt begonnen. Endlich wieder an der frischen Luft und viel Bewegung!

    Der Rebschnitt, die arbeitsintensivste Arbeit an der Weinrebe und noch dazu bei einer der arbeitsintensivsten Rebsorten. Der Riesling bildet bedeutend mehr Ranken aus als andere Sorten. Gegenüber dem Silvaner werden ca 50% mehr an Arbeitszeit benötigt um das nicht mehr benötigte festgerankte einjährige Rebholz aus dem Drahtrahmen zu entfernen. Aber wir machen das ja gerne für unseren Riesling, der uns mit seinem Wein mehr als genug dafür entschädigt.

  • Hochwasser 2011 Teil 12: Und tschüß

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    Wir sind wieder Betriebsbereit. Gestern Nacht konnten wir der Mosel tschüß sagen und den Keller grob reinigen. Die Elektrik des Aufzuges wurde trockengepustet, ein Relais mußte kurz überbrückt werden und er lief. Heute Feinreinigung und wieder alles eingeräumt.

    Nichts kaputt, kein Schaden, wie immer!

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    Unsere junge Katze wollte sich das auch mal ansehen, hüpfte uns zwischen den Beinen herum und wollte fürs Foto nicht stillhalten. Vielleicht wird es ja eine Kellerkatze, so wie Thomas Lippert einen Kellerhund hat, oder vielleicht eine wie diese.

  • Hochwasser 2011 Teil 10: Einen Strich ziehen

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    Wie nach jeden Hochwasser: Der Strich bei der Treppe.  War ein eigentlich gemütliches Hochwasser. Höher wie 2001, nicht so hoch wie am 07.Januar 1994, 01.November 1998, 11.Januar 1993 und 28. Februar 1997 welches mir besonders negativ in der Erinnerung ist. Dazu noch etliche Striche oberhalb und unterhalb des Bildes.

    Und wenn Sie nun 25 cm oberhalb Ihres Computerbildschirm einen Strich ziehen: Das war das bisher höchste Hochwasser im Dezember 1993.

  • Das Ende naht

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    Das Ende der weißen Pracht naht.  In den letzten Tagen wurde es schon wärmer. Nachts noch Frost und am Tag leicht über Null. Der kälteste Dezember seit Jahrzehnten, dazu reichlich Schnee wie es selbst ältere Menschen an der Mosel noch nicht gesehen haben. Ab übermorgen wird Tauwetter einsetzen, die Wetterfrösche prognostizieren bis zu mollig warmen 10 Grad am kommenden Sonntag.

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    Dazu noch warmer Regen ab Donnerstag.

    Zweimal stand die Mosel nun schon auf der Moselstraße. Tiefer liegende Weinkeller waren überschwemmt. Zweimal wurden wir verschont. Für das auf jeden Fall kommende dritte Hochwasser habe ich ein ungutes Gefühl.