Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Allgemein

  • Wir wünschen ein frohes Neues Jahr

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    Wir wünschen allen Besuchern unserer Homepage von Herzen ein gutes und erfolgreiches neues Jahr

    Harald Steffens und Marita Keß

  • Junges Leben

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    Heute war ich zum letzten mal einige Weinberge mähen, damit meine Erntehelfer nicht kniehoch in der Begrünung stehen müssen. Da ich beim letzten mal vergessen hatte den Mulcher zu säubern, wuchs schon junges Leben auf den Resten vom letzten Mähgang. Morgen noch Generalreinigung und dann geht es auch für den Mulcher in die Winterpause.

  • Bis jetzt zufrieden

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    Nach einigen Tagen mit reichlich Regen und typischem, kühlem Herbstwetter, geht es jetzt in die diesjährige Endrunde. Die Reifephase der Trauben bis zu Ernte ist für uns die wichtigste Zeit im Vegetationsjahr. Wünschenswert wären kühle Nächte und warme Tage, damit die Aromaausprägung optimiert wird. Regen und Nebel sind dagegen unerwünscht, um die Trauben möglichst lange in einem gesunden Zustand weiter reifen zu lassen.

    Die Trauben präsentieren sich zur Zeit, bis auf kleine Ausnahmen, sehr gesund. Beim Rivaner findet man hin und wieder einige faule Beerchen in sehr kompakten Trauben.

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    Unsere gefiederten Freunde sind sehr zutraulich. Solange wir mit den fast handzahmen Meisen um die Nudeln in der Pfanne konkurrieren, ist das kein Problem.

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    Kleine Fraßschäden durch Vögel habe ich auch schon in einem Weinberg gesehen. Neben den Ernteverlusten steigt dadurch die Gefahr der Essigfäule, die eine extreme Lesedisziplin erfordert, um die kranken Beeren auszusondern, damit der Wein keinen Schaden nimmt.

    Bis jetzt sind wir zufrieden und sind gespannt auf die kommenden Tage und Wochen bis zur Weinernte.

  • Jeden Tag werden die Karten neu gemischt!

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    Den ganzen Sommer über war ich über die extreme Trockenheit am jammern. Im Nachhinein vielleicht ein Glücksfall, wenn man die Situation in anderen Deutschen Weinbaugebieten oder in anderen teilen der Mosel betrachtet:

    „…wir hatten fast 40 Liter. Die angeschlagenen Beeren sind ständig eingeweicht. Das Laub ist (noch) gesund. Bin mal gespannt, wie´s weitergeht…“
    so Kollege Reinhard Schäfer aus Württemberg.

    Auch Beate Fader, unsere Ökoberaterin, berichtet in ihren Weinbauinformationsbriefen aus Rheinhessen und der Rheinpfalz wie folgt:

    „In der letzten Woche kam es zum Teil zu ergiebigen Niederschlägen. Nach einer kurzen Trockenphase am Freitag und Samstag regnet es seit Sonntag. Bis einschließlich Mittwoch ist keine Änderung in Sicht. Ab Donnerstag soll es wieder trockener und wärmer werden. Hoffen wir, dass die trockener Witterung anhält, sonst wird sich die bereits vorhandene Fäulnissituation weiter verschärfen. Manche befürchten bereits eine Wiederholung des Jahres 2006.

    Der Peronospora-Befall im Gipfellaub explodiert zurzeit auch in Weinbergen mit schwachem Vorbefall. Hier wird es zum Verlust des Gipfellaubes kommen. In gefährdeten Weinbergen keine späte Entblätterung der Traubenzone vornehmen, um nicht den völligen Verlust der Assimilationsfläche zu riskieren.“

    Ähnliches berichtet Bernhard Fiedler aus Österreich in seinem Blog.

    Durch die Trockenheit in der Beerenwachstumsphase nach der Blüte sind unsere Trauben etwas kleiner geblieben. Sie sind lockerbeerig und Feuchtigkeit kann sehr gut abtrocken. Trauben, die während dieser Wachstumsphase genügend Wasser hatten, sind extrem dicht gepackt, einzelne Beeren können abgedrückt werden und Fäulniss findet seinen Nährboden.

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    Gut, daß von den letzter Woche gemeldeten Niederschlägen gerade mal 20 Liter je qm fielen. Bis jetzt sind alle unsere Trauben gesund und wir hoffen, daß sie es bis zur Ernte bleiben.

    Aber jeden Tag werden die Karten neu gemischt und es sind noch einige Wochen, bis wir das Ergebniss eines Jahres im Keller liegen haben.

  • Laubschnitt

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    Eine der wenigen Weinberge, in dem sich heute ein Laubschnitt lohnte. Nur alte Weinberge die auf „fetteren“ Böden stehen und ihre Wurzeln tief genug in den Schieferfelsen treiben konnten, sind bei der Trockenheit in den letzten Wochen noch gewachsen. Flachgründige Rebstandorte und insbesondere die jüngeren Rebanlagen haben massiv gelitten und das Wachstum fast vollständig eingestellt. Leider ist auch das Dickenwachstum der Trauben beeinträchtigt und wir müssen die Erntemenge voraussichtlich nach unten korrigeren.

    Ich habe den Eindruck, das wir hier für dieses Jahr die „Arschkarte“  gezogen haben. Während ringsum reichlicher Regen fiel, sind wir bisher fast leer ausgegangen. Es reicht für die Reben gerade zum Überleben. Entspannung ist evtl. für nächstes Wochenende vorhergesagt.

    Doch so richtig den Regen herbeisehnen? Lieber nicht! Es kann auch nach hinten losgehen, wie es die Hochwässer in Sachsen und Pakistan zeigen oder wie wir es an der Mosel alle Jahre selbst erleben.

  • Entspannung

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    Nach mehreren Regengüssen in den letzten Tagen ist etwas Entspannung angesagt. Zudem sind die Temperaturen stark zurück gegangen, so das die Niederschläge nicht direkt wieder verdunsten. Die ärgsten Probleme der Trockenheit der vergangenen Tage sind beseitigt.

    Morgen sollen in unseren neuen Weinbergen noch einige Topfreben nachgepflanzt werden, die die nicht angewachsenen Reben oder beim unvorsichtigem Fahren mit der Raupe geplätteten Reben ersetzen.

  • innovativer Gummilappen

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    Auf Anregung meines Ökoberaters ziert nun ein Gummilappen unser Mähgerät. Der mechanisch ein- und ausschwenkende Unterstockmähteller hat leider die Eigenschaft nicht nur beim Rebstock einzuschwenken um ihn nicht zu beschädigen, sondern auch einige robustere Wildkräuter widerstanden ihm und Handarbeit war angesagt. Nun ist besagter Gummilappen aus Förderbandgummi vor dem Unterstockmulcher angebaut. Verstärkt mit Schrauben als „Reißzähne“ werden nun die Pflanzen im Unterstockbereich umgedrückt und der Mäher kann sie kürzen. Der heutige, erste,  Einsatz verlief sehr zufriedenstellend und die Nacharbeit per Hand wird stark verringert.

  • Wasser fahren

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    Wasserlanze in den Boden stechen, warten bis die benötigten 5 Liter Wasser in den Wurzelbereich der Reben gepumpt sind und zum nächsten Rebstock weiterfahren.

    Ich sehe schon kommen, das es nicht das letzte mal sein wird, dass ich in die einjährigen Rebanlagen Wasser fahren muß. Wie ich hier berichtete wurden wir bisher von Niederschlägen verschont und gestern abend das gleiche Spiel. Viel Donner, noch mehr Blitze und fast kein Regen. Den gabs wieder bei den Kollegen in Brauneberg, die schon vor einer Woche reichlich bedacht wurden.

  • Trockenheit

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    Die Laubarbeiten im Weinberg sind größtenteils getan. Nach dem Laubschnitt sehen die Rebzeilen wie gestriegelt und gekämmt aus.

    Sorgen bereitet uns momentan die Trockenheit. Etliche jüngere Weinberge oder Reben die auf dem Felsen stehen zeigen schon Trockenstreß: Das Wachstum ist eingestellt, die Blätter sind von der Sonne weggedreht, die normalerweise leicht gebogenen Triebstpitze ist gerade und bald dürften auch schon die ersten gelben Blätter zu sehen sein. Auch das jetzt beginnende Dickenwachstum der Trauben könnte beeinträchtigt werden und zu geringeren Erträgen führen.

    Das Gewitter am letzten Samstag brachte bei uns  nur 6 mm Niederschlag, die sofort verdunstet waren. Mehr Glück hatten Kollegen einige Kilometer Moselaufwärts. Dort kann wieder aus dem vollen geschöpft werden. In Brauneberg fielen 58,8 l Regen je Quadratmeter! Schön sanft, ohne Erosionsschäden zu hinterlassen. Man könnte neidisch werden.

    Wenns der Wettergott nicht richtet muss nun der Winzer selbst ran. Zwar nicht alle notleidenden Weinberge, aber die neu gepflanzten Reben bekommen in den nächsten Tagen Wasser, damit die jungen Pflanzen nicht verdorren.

  • Von hinten

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    Von hinten, auf der Flucht aus meinem Weinberg, der mir liebste Anblick eines Hasen. Die direkt daneben gelegene, frisch gepflanzte Junganlage ist bisher von den Hasen in Ruhe gelassen worden und es sind noch keinerlei Verbisschäden entstanden, so das wir auf den Einsatz von Pflanzhüllen, bzw. Wildverbissnetzten bisher verzichten konnten.