Der Winter beschert uns eine Atempause. Im Weinberg sind sämtliche Arbeiten zur Ruhe gekommen, im Weinkeller nur noch Kleinigkeiten zu arbeiten.
Zeit um etwas zu entspannen und sich Ruhe gönnen, z.B. im Stadtpalais Mertes in Bernkastel-Kues. Den Blick auf die perfekt restaurierte Stuckdecke richten und dabei
in Ruhe frühstücken. Sei es das obige, gesunde Frühstück oder das deftigere Bauernfrühstück, das Cafe K im Stadtpalais hat die richtige Auswahl. Jetzt im Winter ganz entspannt und ruhig, da keinerlei Touristen die Moselstadt bevölkern. Und wie schon oben erwähnt habe: Unbedingt die prächtigen, perfekt restaurierten Stuckdecken anschauen oder das restaurierte Dach, bei dem sich der Dachdecker verwirklichen konnte.
Wegen diesem Hamburger hat Christoph Heim seinen Spitznamen weg: McHeim! Seit er nun schon im zweiten Jahr das Restaurant vom Reiler Hof, Heims Restaurant, leitet, hat sich einiges getan. Ich berichtete hier schon einmal über die regionale Küche des Restaurants. Sogar einen Tag hinter die Kulissen schauen konnte ich bei einem Kochkurs.
Von ganz einfach, der extrem leckeren Currywurst, über obigen genial schmeckenden Hamburger und Schnipo bis hin zur Sterneküche.Sterneküche auch letzten Sonntag: Mit Freunden Martinsgans essen. Als Vorspeise Entenleber mit entsprechender Garnitur. Die Belugalinsen der Garnitur einfach genial und alles lecker angerichtet.
Klassische Gans mit Knödel, Rotkraut, Rosenkohl und Bratapfel. Portionen so groß, das wir auf das Dessert verzichteten. Dazu Weine aus der kleinen, aber feinen Weinkarte. Die übliche, lockere Atmosphäre im Restaurant zudem ungemein förderlich für den Wohlfühlfaktor.
Wie gesagt, Sterneküche! Den Anfang hat er gemacht. Im Neuen Michelin Führer hat er die erste Hürde genommen. Eine Empfehlung (Guide Michelin 2013 mit einem Bib Gourmand) – ich würde sagen ein halber Stern – gab es in diesem Restaurantführer. Herzlichen Glückwunsch an mein Lieblingsrestaurant!
Endlich hat er einen Blog. Ich hatte schon lange darauf gewartet. Rainer Balcerowiak ein linker Journalist, der sich ausgiebig mit Genussthemen befasst, hat endlich mit dem bloggen angefangen. Unter dem Motto „Genuss ist Notwehr“ ist sein Blog online gegangen. Interessante Betrachtungen über die Dinge rund um den Genuss. Erfrischend, frech und provokativ, so ganz anders als andere Schreiberlinge.
Ich mag seine Texte. Vor längerer Zeit berichtete ich schon einmal über sein Buch „das demokratische Weinbuch“ und freue mich schon darauf, Anfang Oktober sein Neues Werk „der kulinarische Notfallkoffer“ druckfrisch zu erhalten und anschließend darüber zu berichten.
So einen Pokal will ich auch! Bei meinem Lieblingsmetzger stehen diese Pokale massenhaft im Verkaufsraum. Zum Blutwurstritter geschlagen, Europameister in der Wurstherstellung, Großer Preis für die besten Würstchen, Gewinner des Fleischwurstpokals, um nur einige seiner Ehrungen zu nennen, die mit einem Pokal geehrt wurden.
So etwas gibt es leider im Weinbereich nicht. Keine schönen Pokale, aus denen man Wein trinken könnte, bestenfalls eine Münze zum umhängen und die obligatorische Urkunde. Mit diesen könnte ich mittlerweile Probierstube und Flur tapezieren.
Trotzdem freue ich mich, wenn wieder eine Urkunde ins Haus flattert. Wir machen nur bei wenigen Weinwettbewerben mit. Ich schrieb hier schon einmal über diese Wettbewerbe. Aber es gibt einige Pflichtveranstaltungen. Da muss ich mitmachen! Z. B. bei ECOVIN, unser Anbauverband, der jährlich die EcoWinner Verkostung durchführt.
Meistens bei den trockenen Rieslingen immer vorne dabei, mehrfach schon die ersten Plätze belegt. So auch dieses Jahr. In der Kategorie kräftige Rieslinge belegten wir mit unserer 2011er Reiler Goldlay Auslese trocken den ersten Platz. Das schmeichelt unserem Ego, zeigt, dass unsere Weine nicht so schlecht sein können und hilft natürlich beim Weinverkauf.
Heute Mittag, beim Zubereiten des regional gewachsenen grünen Spargels, erinnerte ich mich. Bisher hatte ich noch nicht über das königliche Gemüse geschrieben. Brauche ich aber auch nicht, da alle Medien in der Spargelzeit darüber berichten.
Aber eine Weinempfehlung werde ich trotzdem geben: Riesling! 2011er und trocken wie diese hier. Für die, die nicht genug Riesling bekommen können, sei der Spargel in Riesling-Schaum oder Spargel mit Rieslingsoße zu empfehlen. Natürlich kann man die Spargelcremsuppe auch mit Riesling verfeinern. Weitere Rezepte gibt es hier.
Wieder Festtage überstanden. Neben Weihnachten sind auch die Ostertage mit reichlich Essen und trinken verbunden. Natürlich Lamm, gehört einfach zum Osterfest und wurde in Form einer Haxe in meinem Lieblingsrestaurant genossen. Schneller weggegessen wie fotografiert.
Natürlich war auch selber kochen angesagt. Der Rotwein wanderte ausschließlich in die Soße für die Keule. Für mich beim Kochen noch eine angebrochene Flasche Chardonnay aus Kalifornien im Kühlschrank gefunden. Aus der Rubrick „Geh ich nicht ran“. Mein Sohn hatte diese Flasche geschenkt bekommen. Einfachste Ware aus dem Supermarkt. In der Aromatik an Fisch erinnernd. Geruchlich Richtung Miesmuschel beim Kochen. Nach der Probe wieder zurück in den Kühlschrank, wo sie jetzt noch steht und wahrscheinlich bald entsorgt wird.
Die Kategorie „Geh ich nicht ran“ wird z.B. durch Reste der Partys meiner Kinder immer wieder in meinem Weinkühlschrank aufgefüllt. Am Etikett teilweise schon anzusehen, das es sich um dürftigste und für das körperliche Wohlbefinden gefährliche Weine handelt. Wie dieser Riesling aus Brasilien, der vor einigen Monaten verkostet wurde. Mehr als zehn Freunde verkosteten, geschmacklich fast wie Jauche, der Rest fand den Weg zur Kläranlage.
Da lobe ich mir Gastgeschenke von Kunden, Winzerkollegen oder die berühmten Winzertauschpakete. So dieser Trollinger aus Württemberg, den ich nebst anderen Weinen gegen ein Rieslingpaket von uns getauscht hatte. Typisch helle Farbe, sehr erfrischend mit guten Trinkfluss. Für einen Rotwein sehr hell, aber das sogenannte Schwabenblut sollte man als eigene Kategorie verstehen. Es muss nicht immer ein tiefroter, marmeladig und holzbetont schmeckender Rotwein sein. Darf auch mal leichter schmecken mit weniger Alkohol. Passte auf jeden Fall sehr gut zur Keule.
Das erste Ergebniss unseres Neuen Projektes, über das ich vor längerer Zeit hier und hier berichtete, ist abgefüllt. Riesling-Balsamessig! Im kleinen Holzfass aus Eiche und Maulbeere lange gereift und nun zum Start in die Salatsaison käuflich erwerbbar.
Dazu Feldsalat, der in unseren ökologisch bewirtschafteten Weinbergen wild wächst. Leider sehr aufwendig beim Säubern, aber geschmacklich perfekt im Gegensatz zum turbomäßig gezüchteten Gewächshaussalat. Verfeinert mit einer Vinaigrette aus den von uns angebotenen Zutaten, ganz nach ihrem Gusto. Heute Abend bei uns mit Riesling-Balsamessig, gerösteten Sonnenblumenkernen und Croutons und davon einen ganzen Teller voll zum sattessen.
Einen Tag Chefkoch, ein Geburtstagsgeschenk meiner Freunde, durfte ich gestern im Reiler Hof spielen und das von den Freunden selbst gebastelte Kochmützchen tragen.
Mit Anleitung von Chefkoch Christoph und unter Zuhilfenahme von etlichen Gläsern Riesling durften meine Freunde und ich ein Menue zubereiten. Ich berichtete hier schon einmal über die regionaltypische Küche im Reiler Hof. Durch den Einstieg von Junior Christoph, der in einigen renomierten Restaurants sein Handwerk gelernt und gearbeitet hat, hat die Qualität der Küche des Reiler Hofes einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht.
Als Vorspeise gab es geräucherten Moselaal
auf Rote Beete und Bouillonkartoffeln. Obendrauf ein Häubchen Ruccolasalat mit Riesling-Balsamessig und selbstgemachte Kartoffelchips.
Für die Ravioli von Blut- und Leberwurst musste ich den Teig machen. Ohne Küchenmaschine, ganz mühsam mit den Händen geknetet.
Thomas füllte dann den Teig mit der Wurst, der nach dem Garen mit Rieslingkraut serviert wurde.
Die Beilagen für das Hauptgericht wurden natürlich alle frisch zubereitet und wir lernten vieles dazu. Viele Tricks der Profiköche wurden uns beigebracht: Speisenvorbereitung, punktgenaues Garen, Anwendung von Wasserbad und Wärmeschrank, Fleischreifung, verwendung von Gewürzen und vieles mehr. Spannend das Pochieren von Wachteleiern mit anschließendem panieren und fritieren. Ich habe richtig viel gelernt.
Die Rezepte zum Nachkochen soll ich in den nächsten Tagen bekommen.
Rosenkohl, auf den Punkt gegart und mit Speck verfeinert. Eigentlich ganz einfach und so lecker, das wir immer wieder in der Küche probierten und nur noch wenige für den Hauptgang übrig blieben.
Das Hauptgericht: Eifeler Hirschrücken mit Kartoffelkrapfen und Rosenkohl! Selbst gemacht und selbst gegessen. Die Optik auf den Teller könnte etwas besser sein, aber wir sind ja Anfänger im Dekorieren.
Das Dessert wurde dann von Christoph persönlich angerichtet.
Schon alleine die Dekoration des Tellers war faszinierent für uns.Das Gesamtkunstwerk, hier nur ein Ausschnitt davon, überzeugte: Interpretation vom Apfelstrudel!
Wie es sich für gut erzogene Ehemänner gehört, wurde natürlich auch der Abwasch in der Küche umgehend erledigt.
Noch ein Dankeschön an Maria Schroeder, die für den perfekten Service am Tisch sorgte und Christoph, der uns viel beibrachte.
Die Zusammenfassung des gemeinsamen Kochens gibt es hier als kurzes Video:
Und es gibt sie doch, die regionale Küche. Nicht die allgegenwärtige Schnitzel-Pommes Esskultur oder die aufgemotze, sogenannte Regionalküche im Spitzenrestaurant. Das einfache, regionaltypische aus der bodenständigen Küche zu moderaten Preisen war in den Restaurants selten geworden.
Eine schöne Entwicklung hat die Speisekarte des Restaurants Reiler Hof gemacht, seit Junior Christoph Heim Küchenchef ist. Neben gebratener Blut- und Leberwurst mit Gräwes und einigen anderen moselländischen Gerichten hatte ich gestern das Vergnügen, den krossen Schweinebauch mit glasierten Rotweinschalotten, weißem Bohnenpüree und Schupfnudeln zu essen. Dazu gab es einen trockenen Riesling. Das ganze auf der Terrasse des Restaurants und der Abend war perfekt. Jederzeit zu empfehlen!
Endlich ist es wieder soweit und unser Riesling-Weinessig ist ab sofort wieder verfügbar. Das von uns verwendete Orleans Verfahren braucht seine Zeit, um aus Wein Essig zu machen, ergibt aber auch die besten Essigqualitäten. Die sogenannte Essigmutter wurde per Hand aus dem Gärgefäß geschöpft und der Rieslingessig nach der Filtration keimarm abgefüllt.
Nun kann ich die Salatsaison offiziell eröffnen, der Sommer kann kommen.