Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Ökologie

  • Projekttreffen

    2013-08-27 Biodiversität

    Ich berichtete hier schon einmal über das Projekt der Bodenseestiftung und des Global Nature Fund zur Biodiversität. Untersucht werden die direkten ökologischen Auswirkungen eines Betriebs, für die der Winzer direkt verantwortlich ist und die er beeinflussen kann, als auch die indirekten, die durch den Dialog mit seinen Partnern/Zulieferern zustande kommen.

    15 ECOVIN Weingüter, darunter auch wir, wurden bisher eingehend auf die ökologischen Auswirkungen untersucht. Heute gab es die erste Zwischenbilanz bei einem Treffen im Weingut Klaus und Susanne Rummel in der Pfalz. Nicht nur der CO2 Fußabdruck, den ein Weingut hinterlässt, sondern auch die Wiederverwendbarkeit und Verwertbarkeit von Betriebsmitteln stand im Focus der Diskussionen. Zudem wurde auch die Reccourchenschonung intensiv betrachtet.2013-08-27 Glasrecycling

    Das Weinbehältniss, die Weinflasche, war ein Schwerpunkt des heutigen Tages. Interesannterweise kann die von uns verwendete Grünglasflasche zu 100% aus Altglas gewonnen werden, während Braun- oder Weißglas nur bis max 70% aus Altglas gewonnen wird und immer wieder neue Primärrohstoffe verwendet werden müssen. Natürlich ist das Wiederbefüllen gereinigter Weinflaschen ökologisch noch wertvoller, jedoch nicht immer machbar.

    Auch die Flaschenverschlüsse kamen auf den Prüfstand. Ökologisch der geringste CO2 Fußabdruck, allerbeste Umweltverträglichkeit bei der Produktion und der späteren Verwertung wurde dem Korken bescheinigt. Als extremer Gegensatz der Anrollverschluss aus Aluminium, der bei erstmaliger Verhüttung von Aluminiumerz mit extrem hohem Energieaufwand produziert wird und der bei der Produktion die Umwelt und den Menschen durch den dabei entstehenden Rotschlamm stark gefährdet.

    Sogar kleinste Details, wie der Klebstoff der Etiketten, wurden angesprochen. Die für Veganer vielleicht wichtige Frage, ob es Knochenleim sein darf, wurde nur am Rande erörtert, da dies nicht Umweltrelevant ist.

    Weitere Auswirkungen unseres Tun und Handelns auf die Umwelt kamen ebenfalls zur Sprache. Erste Maßnahmen zur Verringerung dieser Auswirkungen wurden auch schon besprochen. Ein weiteres Jahr wollen die Spezialisten der Bodenseestiftung und des Global Nature Fund die Weingüter analysieren und dann einen Maßnahmenkatalog erstellen, mit dem diese Auswirkungen nochmals minimiert werden können.

  • Umweltschweine

    2013-06-15 Schuh

    Leider wird die Landschaft immer wieder zur Müllverklappung verwendet. Seien es ausrangierte Schuhe, Matratzen oder alte Autoreifen. Von den Plastiktüten, Wein-, Bierflaschen und mittlerweile wieder Getränkedosen ganz abgesehen. Wird von den Winzern oder der Gemeinde eingesammelt und in die eigene Mülltonne geworfen. Ich berichtete hier schon einmal über dieses Problem.2012-07-15 Öl

    Dieser Tage eine richtige Ökosauerei. Auslaufendes Öl aus einem defekten Laubschneider! Der Kollege unfähig und nicht willens, die Hydraulik des Laubschneiders abzudichten. Lieber laufend das Öl im Traktor ergänzen als den Schraubenschlüssel zu bewegen. Und keiner kann mir sagen, das er den Ölverlust nicht gemerkt hat, denn bei diesem Mengenverlusten muss laufend Öl nachgefüllt werden, damit es nicht zu Maschinenbruch kommt.

    Nachtrag 23.07.2013:

    Obige Ölspuren wurden heute mit Ölbindemittel abgestreut. Bei anderen Weinbergen mit den gleichen Ölspuren ist nichts geschehen.

     

  • Angelica

     2013-07-18 BlasenDas das Klettenlabkraut, welches dieses Jahr sehr üppig in unseren artenreichen Weinbergsbegrünungen vertreten ist, das mit seinen Borstenhaaren auf der verschwitzten Haut Hautreizungen und Hautirritationen hinterlässt, ist für mich normal. Das man ab und zu auch von Dornen gepeinigt wird, ist auch im Rahmen des Daseins als Ökowinzer. Auch die Rheumafreiheit des Biowinzers ist willkommen, da er des öfteren während des Arbeitens die Brennesseln übersieht und sich dann inmitten dieser befindet. Alles keine Gründe, die bei den jetzigen Hochsommertemperaturen obligatorische kurze Hose, gegen eine lange zu tauschen.

    Nur Angelica ist dazu in der Lage, den Winzer von der langen Arbeitshose zu überzeugen. Angelica, zu der Familie der Engelwurzen gehörend, bildet wie der Riesenbärenklau (Herculesstaude) Furocumarine, die mit UV Strahlung zusammen die Wiesengräserdermtitis verursachen.

    Vor Jahren hatte ich schon einmal massiv Engelwurz in den Weinbergen und entsprechende Probleme. Dieser Tage der wohl einzigsten Angelica in meinen Weinbergen über den Weg gelaufen. Massive Blasenbildung wie bei einer starken Verbrennung, es Juckt dauernd, schlechtes Abheilen der Wunde und ein dunkel pigmentierte Narbe, die sehr, sehr lange sichtbar bleibt.

  • Adalia 4-punctata

    Im Gegensatz zu dem allgegenwärtigen coccinella-septempunctata, dem Siebenpunktmarienkäfer, ist der  Adalia 4-punctata, der Vierpunktmarienkäfer, ein weiterer Vertreter der überaus großen Familie der Marienkäfer. Bis auf wenige Ausnahmen in dieser Insektenfamilie sind es alles Nützlinge, die z.B. Läuse vertilgen. Gibt es sogar zu kaufen, um der Läuseplage im Blumentopf Herr zu werden, falls die Marienkäfer nicht entschwinden um Nachbars Läuse zu fressen.

  • Allium vineale

    Steht einfach so zwischen der Begrünung im Weinberg rum. Allium vineale, auch als Weinbergslauch bekannt. In etwa der Frühlingszwiebel ähnlich, im Geschmack ganz anders. Wird auch als Wilder Knoblauch bezeichnet, da er einen ähnlichen Geschmack hat. Auf ein gebuttertes Brot schnippeln und fertig ist der kleine Snack für zwischendurch. Schon oft geübt im Weinberg, als zweites Frühstück.

    Hat sogar eine Heilwirkung, insbesondere wenn er frisch und roh gegessen wird. Gut gegen Arteriosklerose, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche und der Samen soll sogar als Haarwuchsmittel brauchbar sein.

  • Der alltägliche ökologische Irrsinn

    Mit mit obigen Energiesparlampen sollte Energie gespart werden, aber…

    Gestern noch über Nachhaltigkeit geschrieben und heute morgen heute schon wieder der alltägliche ökologische Irrsinn. Zwei Energiesparlampen versagten gleichzeitig den Dienst im Weinkeller. Das wären dieses Jahr im Gesamten sechs, bei insgesamt 24 Lampen.

    Die normale Glühbirne, in der von mir benötigten Lichtstärke, ist aus Energiespargründen verboten. Leider! Denn die von mir seit Jahren eingesetzten Energiesparlampen verabschieden sich im Weinkeller fast genau so schnell wie die vorher verwendeten Glühlampen. Vielleicht wird die vom Rieslingduft geschwängerte Kellerluft nicht vertragen?

    Eine extrem schlechte Energiebilanz! Die Einsparung an Strom während der sehr kurzen Gebrauchsphase wird sicherlich, soweit mir mein (hoffentlich) gesunder Menschenverstand sagt, durch den Energieverbrauch bei der Herstellung gänzlich zunichte gemacht. Ebenso zunichte gemacht wird der Bargeldgehalt meines Portemonnaies.

    Über den Schwermetallgehalt, die Ökobilanz und das ungünstige Lichtspektrum dieser „Energiesparlampen“ können sie sich hier beim Spiegel und beim ERGONOMIC Institut sachkundig machen.