Dreissig Jahre OINOS – bedeutet auf griechisch Wein – , Bund ökologischer Moselwinzer. Der erste Ökowinzerverein an der Mosel. Sozusagen der regionale Vorgänger von ECOVIN, unserem Ökoverband. Es war damals, nach den weltweit ersten Richtlinien für den ökologischen Weinbau, der zweite Meilenstein in der Geschichte des Ökoweinbaues an der Mosel.
Ich berichtete hier schon einmal darüber. Gestern die Jubiläumsfeier mit den alten Kollegen im Weingut Rudolf Trossen und reichlich getrunken und gegessen. Einer der Höhepunkte der Feier war die Diashow mit alten Fotos und die Geschichten dahinter. Hatten die Kollegen damals noch lange Haare, im Gegensatz zu heute.……………………………………………. …………. ……….. ………. ……. ……..Damals genau das gleiche bei der Weinernte wie heute: Die Kleinkinder werden mit in den Weinberg genommen, wie ich hier und hier berichtete.
Mit Hilfe eines Freundes wurde es gestern zerlegt. …………………………………………..
Heute die Weiterverarbeitung, also Fleisch parieren, portionieren und einfrieren. Die braune Sauce aus den Knochen und Fleischresten, nebst Verwendung von Wurzelgemüse, Zwiebeln, Kräutern und reichlich Rotwein, köchelt momentan noch auf dem Herd.
Jetzt noch genügend Mitesser finden – die halbe Familie isst vegetarisch und fällt daher aus -, eine der beiden Keulen aus der Tiefkühltruhe nehmen, diese drei Tage in unserem Riesling-Weinessig und einer Flasche Reiler Goldlaybeizen baden. Das Bad mit den üblichen Zutaten von Zwiebeln, Möhren, Lorbeer und einigem mehr verfeinern. Scharf anbraten und bei Niedertemperatur garen.
Die Rebtriebe werden zur Zeit in den Drahtrahmen eingeschlauft damit kein Windbruch entsteht und die Reben eine optimale Belichtung und Besonnung bekommen. Das ganze dazu noch ganz gemütlich und stressfrei.
Das Rebwachstum ist bei den jetzigen Temperaturen bei so knapp über 20 Grad etwas ruhiger und wir kommen mit der Arbeit gut nach. Es ist bei diesen Temperaturen auch viel angenehmer im Steilhang zu Arbeiten als bei hochsommerlichem Wetter wie im letzten Jahr. Auch arbeitet unser Praktikant schnell und selbstständig, was eine enorme Beschleunigung der Arbeit bedeutet.
Für das Festbinden von Trieben nachgepflanzter Rebstöcke, die nicht in den Drahtrahmen eingeschlauft werden können, hängt ein Bündel Naturbast am Gürtel. Einfach zu verarbeiten und ökologisch absolut korrekt!
Die Details wahrnehmen, das, was sonst noch im Weinberg drumherum passiert. Sei es nur ein Marienkäfer (Coccinella septempunctata), seine Larven oderdie Walderdbeeren Weinbergserdbeeren (Fragaria vesca), die vor zwei Wochen trockenheitsbedingt klitzeklein, mittlerweile, nach ausreichenden Nieder- schlägen, normal groß sind, jedoch kleiner als im letzten Jahr.…………………………….Oder die verschiedenen Insekten an der Rebe oder im Weinberg. Man muss einfach nur die Augen offen halten, es gibt viele Dinge im Kleinen zu entdecken. Ich berichtete schon einmal: Mein persönlicher Mikrokosmos
Wieder eines unserer Haus- und Hoftierchen, die mit uns ums Weingut wohnen. Turdus merula, bekannter als Amsel.
Mit den Würmern abwartend, bis wir keine Notiz von ihr nehmen und dann schnell zu den Jungvögeln, die versteckt in der Fassagdenbegrünung auf ihr Mittagessen warten. Die Kellerkatze kennt zwar das Nest, ist aber leider unerreichbar für sie.
Menschenleer waren am Freitag die Straßen in Reil. Nicht Fußball, sondern die arte Dokumentation über die Mosel leerte die Dorfstraßen. Schöne Geschichten über an der Mosel lebende Menschen und klasse Landschaftsaufnahmen machten das Zusehen zu einem Vergnügen. Wir waren auch sehr zufrieden über die Szenen, in denen wir als Statisten mitspielten. Wer es verpasst hat, kann in der Mediathek von Arte die Dokumentation anschauen.
Der Frühling ist bei fast sommerhaften Temperaturen an die Mosel gekommen. So ca. drei Wochen früher wie im letzten Jahr stehen die Bäume an den Weinbergen in der Vollblüte.
Anlass für den Fotografen Ralf Scholze, der des öfteren bei uns Fotos macht, diese Rebtränen zu fotografieren. Dabei wurden auch Ideen gesammelt und nachgedacht, wie man denn das Rebwasser verwerten könnte.
Also kurzerhand ein Neues Projekt! Seit heute sammeln wir Rebtränen in Weinflaschen, erste Ideen versuchen wir umzusetzten. Soll gegen alles helfen, wie ich in oben verlinkten Artikel beschrieb:
Gegen Warzen aber für die Schwangere,
Für Kopf, Magen, Darm, Niere und Blase
Ein Antialkoholicum?
Gegen Brechreiz
Gegen Sommersprossen und nicht bewältigte Schrecken
Gegen Zahnschmerz
Für Haut, Augen und Ohren aber gegen die Haare
Da müsste doch etwas zu machen sein, dieses Universalmittel, in welcher Form auch immer, auf den Markt zu bringen und für Gesundheit und Schönheit zu vermarkten.
Ein bisschen spät zwar, bzw. die Natur ist dieses Jahr sehr früh, komme ich endlich dazu, wieder einige Bäumchen zu pflanzen. Natürlich in den Weinbergen. Oberhalb der Weinbergsmauern am Vorgewende und bei einigen sogenannten Spitzzeilen soll gepflanzt werden.
Selbstredend ausschließlich ausschließlich Prunus persica, der Rote Weinbergspfirsich. Heute habe ich einige Sämlinge bei einem befreundeten Hobbygärtner abgeholt. Nächste Woche wird gepflanzt.
Ein bisschen warten, so ein, zwei Jahre, und dann könnten die ersten Früchte an den Bäumchen hängen. Der Pfirsich wird zwei bis drei Tage in mehreren Erntedurchgängen vor der Essreife geerntet. Man kann ihn dann nachreifen lassen, dann ist er bis zu sechs Wochen haltbar oder schälen und als halbe Frucht einkochen für den winterlichen Vitaminnachschub. Ganz lecker als Marmelade und bei vielen anderen Rezepten verwendbar.
Der Winter ist bisher fast komplett ausgefallen. Gerade mal – wenn ich mich recht entsinne – drei Tage gab es morgens Frost. Während im Osten Deutschlands der Winter mit dicken Minusgraden eingezogen ist, herrscht bei uns warmes, fast mediterranes Frühlingswetter. Sogar eine Schmetterlingsraupe fand ich heute quitschfidel im Weinberg.
Das könnte ein früher Rebaustrieb werden mit seinen angenehmen und unangenehmen Begleiterscheinungen. Evtl. angenehm für die Weinqualität, da dann die Vegetationsperiode länger wird und die Trauben eine längere Zeit haben zu reifen. Unangenehm, da es auch noch Spätfröste geben kann, bis in den Mai hinaus. Es gab da in den letzten Jahren einige Schreckensmomente und auch Schäden an den grünen Rebtrieben. Und wenn der Winter mit niedrigen Temperaturen doch noch kommt: Ich denke, das die Weinstöcke mit jeden Tag empfindlicher auf starke Kälte reagieren. Aber daran will ich im Moment nicht denken bzw. darüber spekulieren.
Auf jeden Fall fängt das Neue Weinjahr spannend an und ist wieder ganz anders als die Weinjahre vorher.
Die Präsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Dagmar Barzen, hatte mich persönlich eingeladen. Heute stand Ministerbesuch in der Avelsbach an. Natürlich unsere Weinbauministerin Ulrike Höfgen und Avelsbach ist Winzerumgangssprachlich die Staatliche Weinbaudomäne in Trier an der Avelsbach. Da ich Zeit und Lust hatte und persönlich eingeladen war, folgte ich heute der Veranstaltungseinladung zum Thema „Entwicklung der Staatlichen Weinbaudomaine“. Neben Vertretern von Agrarberatung, Politik und Presse war auch die Führungsspitze unsere Verbandes ECOVIN anwesend.
Nach dem üblichen Begrüßungszeremoniell mit Präsidentin, Ministerin und Dienststellenleiter der Agrarberatung gab es dann die Überraschung:
Der 24 ha Betrieb wird auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt und bewirbt sich um eine Mitgliedschaft in unserem Verband ECOVIN!
Sehr gut! Ein Leitbetrieb mit Vorbildfunktion für andere Weingüter. Ein wichtiger Schritt in der Ökologisierung des Weinbaues an der Mosel. Als Regionalgruppenvorsitzender von ECOVIN Mosel freue ich mich schon auf diesen Neuen Mitgliedsbetrieb und auf die Zusammenarbeit mit den Betriebsleitern.
Die Unterstockpflege ist im Steilhang ein schwieriges Thema. Herbizide kommen bei uns als Ökobetrieb selbstredend nicht in Frage. Die mechanischen Geräte sind alle für die Ebene konzipiert und funktionieren dort gut. Ich hatte schon einmal im Blogeintrag „Gestern! Heute! Morgen?“ über mechanische Möglichkeiten berichtet. Der Lösungsansatz ist gut, aber das Preisschildchen, das natürlicherweise auf diesen Maschinen klebt, sagte mir etwas anderes.
Also die bekannte und im Betrieb vorhandene Technik verbessern und optimieren. Den ersten Ansatz hatte ich schon vor zwei Jahren gemacht. Ein innovativer Gummilappen, mit Schrauben als Reißzähne bewehrt, soll die Wildkräuter zur Seite drücken, damit der Unterstockmulcher diese erfassen kann und abmäht.
Mittlerweile ist der Gummilappen noch etwas optimiert worden, eine Gasdruckfeder sorgt für zusätzliche Kraft am Ausleger, weitere Verbesserungen sind angedacht und werden in arbeitsruhigeren Zeiten am Mähgerät umgesetzt.
Das ganze ohne große Kosten. Es fällt nur noch minimal Handarbeit an. Einige Kräuter sind noch stärker wie Gummilappen und Mähteller und müssen händisch beseitigt werden. Zu Fuß mit der gekröpften japanischen Sichel geht es diesen an den Kragen. Die große Sense mit dem kurzen Blatt, hat, bis auf einige Spezialanwendungen, für diese Arbeit ausgedient.
Die Kosten sind um einiges geringer wie bei einer vollständigen mechanischen Lösung. Die Sense kann aus der Portokasse bezahlt werden und die Mehrarbeit des hindurchlaufens der Rebanlage liegt unter 5 Stunden pro Hektar und kann durch eine entsprechendes Begrünungsmanagement noch weiter verringert werden, bzw. mit einer etwas toleranteren Einstellung zu Wildwuchs im Unterstockbereich gegen null geführt werden.