Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Sonstiges

  • Plastiktüte

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    Während heute jeder ungefragt ohne Bezahlung Bilder macht wenn sich der Winzer mit dem Kettenschlepper in den Weinberg stürzt, ich berichtete hier darüber, gab es früher noch Geld dafür.

    Neulich fand ich diese Plastiktüte wieder. Nach der Wende wollte die Ostdeutsche Zeitung „Deutsches Landblatt“ im Westen expandieren und startete eine Werbekampagne. Als Winzer durfte ich mit einer Hacke bewaffnet im Weinberg Model stehen. Für die paar Stunden gabs dann 300 Mark als Lohn. Verwendet wurde das Bild für Flyer und obige Plastiktüte, die, gefüllt mit einer Zeitung, mir auf einer Agrarmesse massenhaft begegnete. Und keiner hat mich erkannt…

    Hätte es damals schon diesen Jungbauernkalender oder jenen gegeben, ich hätte mich sicherlich beworben und einer Zweitkarriere neben dem Winzerdasein hätte nichts im Weg gestanden.

  • Gabriele 20

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    Beim Aufräumen ist mir diese legendäre mechanische Schreibmaschine wieder in die Hände gefallen.  Auf dieser Maschine wurde Geschichte geschrieben, Ökoweinbaugeschichte!

    Neben den ersten Weinrechnungen meiner damals noch jungen Selbstständigkeit und meiner Meisterarbeit, die ich in die Tasten hackte, spielte Gabriele 20 eine sehr bedeutende Rolle im ökologischem Weinbau. Während andere Ökowinzer in Deutschland – vielleicht typisch deutsch – zuerst einen Ökoweinbauverein gründeten, hatten wir Moselaner andere Dinge in unserem Blickfeld. Nach monatelangen Diskussionen wurden an der Mosel 1983 die weltweit ersten Richtlinien für den ökologischen Weinbau erstellt. Mit Gabriele zu Papier gebracht, ebenso wie die spätere Satzung des Regionalverbandes Mosel von ECOVIN.

    Ich werde Elke vom Weinmuseum Reil fragen, ob sie dafür ein ehrwürdiges Plätzchen in ihrem Museum hat.

  • schöntrinken

     

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    Heute nennt man so was Ü 30 oder Ü 40 Party. Früher wurde es einfach als Kellerfest bezeichnet und anstatt Eintrittskarte gab es obiges Weinglas.

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    Die Zielsetzung  der Party war die gleiche wie bei den Ü Partys und mit dem Riesling im Glas konnten sich  Männlein/Weiblein gegenseitig schön trinken.

  • Dampfspektakel

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    Das österliche Dampfspektakel, über das ich berichtete war sehr spannend. Etliche historische Züge überquerten das Eisenbahnhangviadukt zwischen Reil und Pünderich.

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    Morgens und abends der TEE Rheingold, der historische Luxuszug aus den 60zigern,

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    etliche  Dampfbetriebe Sonderzüge

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    und der klassische Schienenbus auf der Moselweinbahn zwischen Bullay und Traben-Trarbach

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    Während ich  am Sonntag, während meines Dienstes am Gemeinschaftsstand der Reiler Winzer, auf übelste fror, warteten Horden von Eisenbahnbegeisterten  auf die Züge um sie zu fotografieren. Die Kameraausrüstungen vom feinsten, Teleobjektive dick wie Abwasserrohre und das teilweise zweimal am Halse baumelnd. Zum neidisch werden…

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    Für mich viel reizvoller: Die allabendliche Illumination der Fachwerkdoppelstock- brücke in Bullay.

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    Richtig schön das Hangviadukt zwischen Reil und Pünderich.

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    Hier vom Moselufer aus fotografiert.

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    Als Höhepunkt des österlichen Spektakels gestern abend das Feuerwerk über der Pündericher Marienburg.

  • Für den kleinen Jungen im erwachsenen Mann: Dampfspektakel

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    Das erste touristische Highlight an der Mosel findet an Ostern statt. Zum Doppeljubiläum „175 Jahre Deutsche Eisenbahnen – 20 Jahre Plandampf in Deutschland“ werden auf zahlreichen Eisenbahnstrecken in Rheinland-Pfalz Linienfahrten mit alten Dampflokomotiven oder historischen Dieseltriebwagen durchgeführt. So auch auf der Moselstrecke.

    Zitat der Veranstalter:

    Durch das Land der Reben – die Moselstrecke

    Die 1879 eröffnete Moselstrecke gehört zweifellos zu den schönsten Eisenbahnstrecken Deutschlands. Zwischen Koblenz und Ürzig rollen die Züge durch die einzigartige Wein-Kulturlandschaft der Terrassenmosel mit ihren engen Flussschleifen, Burgen, historischen Winzerdörfern und sehenswerten Touristenmagneten wie Cochem, Beilstein und natürlich die Römer-Metropole Trier.

    Fans historischer Eisenbahnarchitektur begeistert die Moselstrecke mit besonderen Höhepunkten: Mit 4203 Metern ist der Kaiser-Wilhelm-Tunnel bei Cochem einer der längsten Eisenbahntunnel Deutschlands, bei Pünderich geht es über den längsten Eisenbahn-Hangviadukt der Republik, und bei Bullay führt die Strecke über eine spektakuläre doppelstöckige Stahlfachwerkbrücke, die aus den Weinbergen besonders gut zu fotografieren ist.

    Dem ist eigentlich nichts hinzu zu fügen. Fahrpläne gibt es hier.

    Als Krönung des Wochenendes ist ein Moselfeuerwerk geplant. Am Montag fährt ein Schiffskonvoi rund um die Zeller Moselschleife, die historischen Häuser und Ortsansichten sollen beim Vorbeifahren illuminiert werden, das Eisenbahnhangviadukt bei Pünderich wird angestrahlt und das ganze wird von einem Feuerwerk auf der Marienburg gekrönt.

    Den besten Platz zum fotografieren gibt es da, wo es leckeren Bioriesling gibt! Mit meinen Reiler Winzerkollegen habe ich einen Weinstand unterhalb des Hangviaduktes am ehemaligen Staatsbahnhof Pünderich. Dort wo die kleinen Bruchsteinhäuschen stehen, am Moselaufwärts gelegenen Ende der Hangbrücke. Das Viadukt ist komplett einsehbar, der Reiler Hals Tunnel  und der Abzweig der Moselweinbahn nach Traben-Trarbach sind auch in Griffweite.

    Damit ich Sie, als Leser dieser Zeilen, vielleicht einmal persönlich kennenlerne oder Sie meinen Wein, möchte ich Sie zu einem Glas Moselriesling einladen.  Persönlich bin ich am Sonntag am Weinstand und habe Dienst. Ansonsten einfach einen Bildschirmausdruck dieses Blogeintrages anfertigen und meine Kollegen werden Sie in meinem Namen zu einem Glas Ökoriesling einladen.

  • Leseempfehlung: „Jungweinwahn“

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    Kollege Dirk Würtz schreibt über den Jungweinwahn in seinem Blog, dem Run auf den allerneuesten Weinjahrgang. Hauptsache jung, egal ob der vorherige Jahrgang gereift ist und besser schmeckt.

    Unsere Leseempfehlung nebst den dazugehörigen Kommentaren.

  • Riesling am Morgen

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    „Riesling schmeckt mir besonders gut am Morgen.“ so Gérard Depardieu in einem Interview der Zeitschrift „Feinschmecker“ wie Nikos-Weinwelten hier berichteten. Der schauspielende Franzose, der schon mehrere Weingüter hat, könnte sich vorstellen, auch in Deutschland aktiv zu werden. Nicht ein ganzes Weingut, ein Weinberg von drei Hektar würden reichen. Ein Angebot ihm beim Weinbergskauf zu unterstützten kam schon von der Moselweinwerbung und die Welt lästerte auch schon darüber.

    Da möchte ich Herrn Depardieu gerne unterstützen. Riesling hab ich, zwar etwas mehr als drei Hektar die auf mehrere Weinberge verteilt sind und mein Moselriesling ist sicherlich auch schon zum Frühstück trinkbar. Das Ganze nennt sich zudem noch Weingut.

    Lieber Herr Depardieu, wie wäre es,  mich als geländegängigen geländekundigen Partner zu nehmen? Ich wäre sicherlich bereit, mein Weingut für einige Mio. zu verkaufen um anschließend mit einem ordentlichen Geschäftsführergehalt das Weingut zu leiten.

    Aber auf der anderen Seite, der Trierische Volksfreund berichtete darüber, etwas Vorsicht ist auch geboten:

    „Ein wenig Skepsis angesichts des Depardieu-Wunsches sollte dennoch angebracht sein. In einem Interview bezeichnete er es als große Sehnsucht, „drei Monate lang betrunken zu sein und dann einfach zu explodieren“. Das wäre wohl dann keine gute Weinwerbung…“

  • Wieder zurück

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    Nach dem ersten Wintereinbruch vor Weihnachten gab es bei warmen Temperaturen ausgiebige Niederschläge. Im Moseltal dunstige Nebelschwaden und eine kleine Wolke ausgerechnet über einem unserer Weinberge in der Reiler Goldlay.

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    Ein Minihochwasser, ca. 4 Meter über normal, überschwemmte das Reil gegenüberliegende Ufer.

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    Mittlerweile ist der Winter ist wieder zurück und es soll es in den nächsten Tagen bitterkalt werden. Zu kalt um in Weinberg mit dem Rebschnitt fortzufahren. Winterschlaf, Reparaturen an Maschinen, nebst deren Pflege, vielleicht noch ein Weiterbildungsangebot der Agrarberatung: Planungen für die nächsten Tage.

  • Weihnachtsgruß

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    Wir wünschen ein besinnliches Weihnachtsfest

    Harald Steffens und Marita Keß

  • Eiskalt

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    Der Winter ist massiv eingekehrt. Mit minus 16 Grad heute Morgen ist es äusserst ungemütlich. Eisblumen an den Fenstern und starker Schneefall lassen mich die Wärme neben den Ofen suchen.

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    Die Mosellandschaft präsentiert sich im schönsten Winterweiß und die alten Rebstöcke tragen Schneehäubchen.

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    Die nächsten Tage wird es wohl nichts mit in den Weinberg gehen und Reben schneiden. Na ja, im Weingut ist noch etwas Arbeit, Weihnachten steht auch vor der Türe und gegen etwas Winterschlaf habe ich auch nichts einzuwenden.