Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Sonstiges

  • Urlaubswetter

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    Der Sommer ist wieder zurück. Zeit, um die Mosel aus einer anderen Perspektive zu erleben, denn ausser Riesling hat die Mosel noch einiges mehr zu bieten.

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    Viele Badestrände an der Mosel laden z.B. zum schwimmen und relaxen ein.

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    Für die, die anstatt zu relaxen, aktiver sein möchten, ist eine Kanufahrt auf der Mosel bestens zu empfehlen. Langsam die Mosel runter paddeln und die Landschaft aus einer ganz anderen Perspektive erleben wie es von den Wegen am Moselufer oder hoch am Weinbergshang möglich ist. Sogar für mich, der schon immer hier lebt, immer wieder eine Überraschung.

    Verleihstationen gibt es überall an der Mosel, ich empfehle natürlich die Kanus von meinen Freund Karl-Heinz, der auch sehr schöne Ferienwohnungen zu vermieten hat.

  • Newsletter No. 3: Das erste deutsche Vinocamp, Hintergründe und Angst macht sich breit

     

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    Über das Internet, bzw. das Web 2.0, kennt man die bloggenden Kollegen schon länger und nun ist persönliches Kennenlernen angesagt.  Am 18. und 19. Juni ist ein Weinbloggertreffen in der Weinuni Geisenheim angesagt. Ein sogenanntes BarCamp, im Weinbereich natürlich Vinocamp genannt. Ich freue mich schon, die Personen, die man aus dem virtuellen Leben kennt, in natura kennen zu lernen.

    Beim Vinocamp gibt es keine Teilnehmer, sondern nur Mitwirkende! Ein BarCamp ist eine offene Tagung, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern im Tagungsverlauf selber entwickelt werden. Es wird von jedem Teilnehmer erwartet, das er aktiv am Geschehen teilnimmt. Das Vinocamp ist keine Konferenz auf der einfach Wissen konsumiert wird, es wird getauscht und geteilt, geben und nehmen. Meine Aktivitäten konzentrieren sich auf den ökologischen Steillagenweinbau und die Kellertechnik.  Mit Iris und Karl-Josef zusammen werde ich zu diesen Themen referieren und mit den Teilnehmern diskutieren.

    Der von uns angebotene Ausbildungsplatz  als Winzer steht kurz vor der Besetzung. Mehrere junge Menschen absolvierten in den letzten Wochen ein Kurzpraktikum in unserem Weingut. So lernte ich die Arbeitsweise, die Motivation und das Sozialverhalten kennen.  Diese Woche noch eine Kandidatin und nächste Woche wird entschieden wer die Lehrstelle bekommt. Kerstin, meine jetzige Azubine, wird in vier Wochen die Gesellenprüfung machen und dann in die rauhe Arbeitswelt entlassen.

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    Der erst letzte Woche abgefüllte Mosto Cotto hat schon Freunde gefunden. Die Musterflasche, die in der Probierstube stand, wurde kurzerhand von einem Freund entführt und zurück kamen zwei Gläser Rhabarberchutney mit Mosto Cotto. Passt hervorragend zu Käse.

    Wir haben zur Zeit drei Wochen Vegetationsvorsprung. Der Riesling ist am blühen. Die Rahmenbedingungen sind sehr gut, so das eine gute Befruchtung zu erwarten ist.

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    Nachdem am 4. Mai in weiten Teilen Deutschland die Reben mehr oder weniger erfroren sind, ist die derzeit herrschende Trockenheit das beherrschende Thema und macht uns Angst. Es soll der trockenste Frühling seit 1893 sein. Wir hatten zwar das Riesenglück das am 20. Mai ganz regional in Reil 23 Liter Regen fielen, aber die Reben dürsten weiterhin nach Wasser. Das Längenwachstum der Triebe ist stellenweise stark vermindert und das Laub verfärbt sich gelblich. Es gibt Standorte an der Mosel, bei denen sogar alte Rieslingreben mit entsprechend tiefen Wurzeln, unter massivem Wasserstreß leiden und die Situation dramatisch wird. Etwas Regen ist in den nächsten 24 Stunden gemeldet, die lang erhoffe Entspannung wird es nicht sein. Die Situation dürfte weiterhin sehr kritisch bleiben und macht uns Angst.

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  • Eisenmenschen

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    Anläßlich des 100jährigen Firmenjubiläums meines Weinbau- und Kellereimaschinenhändlers Kessler am letzten Wochenende, stellte die Kunst AG der Integrierten Gesamtschule Zell Ihre Werke aus.

    Fast ausschließlich Weinbau- und Kellergerätschaften wurden für diese Figuren verwendet. Hacken, Traubenkiepen, Schubkarren, alte Rückenspritzen und andere Winzergeräte wurden zu Eisenmenschen verwandelt, die selbstredend Weinbergsarbeiter darstellten.

    Dazu gab es leckeren Wein, gutes Essen vom Buffet und Livemusik. Fast wie auf einer richtigen Vernissage, jedoch nur auf dem Betriebsgelände der Fa. Kessler  zwischen Weinpressen und Weintanks.

  • Felssicherung

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    Man vergisst es immer wieder, dass die Mosel zwischen Hunsrück und Eifel liegt und das ganze ein Mittelgebirge ist. In einem Gebirge gibt es Berge und Felsen die auch mal abrutschen können. Einige Felsen bei Reil sind sehr morbide. Vor etlichen Jahren mußte sogar ein Fels mit Sprengstoff zu Fall gebracht werden.

    Bei zwei weiteren Felsnasen haben Industriekletterer im Auftrag der Bahn, die die Verkehrssicherungspflicht hat,  den Bewuchs zu entfernt und lose Felsbrocken gezielt zum Absturz gebracht. Nun werden Löcher gebohrt, damit Felsanker gesetzt werden können an denen später Drahtnetze befestigt werden. So soll verhindert werden, das Felsbrocken auf die darunter liegenden Gleise der Moselweinbahn fallen und Menschen gefährden.

  • Schade, das man einen Wein nicht streicheln kann.

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    Das übliche Spielchen unter Winzern: Weinflaschentausch. Ein Kistchen meiner Rieslinge ging auf den Weg nach Österreich zum Neusiedlersee und Kollege Bernhard Fiedler schickte mir eine Kollektion seiner Weine zu. War genau passend! Meine Bestände an Weinen von anderen Kollegen waren gegen null gesunken.

    Natürlich mußte sofort probiert werden. Mein Interesse fand der 2010er Muskat Ottonel, trocken, der im Alkohol leichter (11,5%) ist und ich an diesem Abend keine Mittrinker hatte. Schade, das man einen Wein nichtstreicheln kann, denn der Muskat Ottonel hätte es verdient. Für einen noch so jungen Wein (2010er) schon ein intensives, feines und würziges Muskatbukett. Typisch für solch eine Bukettrebsorte. Im Geschmack klar, brillant und wie ein frischer Bergquell. Kein fetter und wuchtiger Wein, eher leicht und verspielt. Leergetrunken, ratzfatz! War lecker!

  • „Wappen für Arme“

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    Die Hausmarke, eine Art einfaches Wappen für Bauern. Ein Sippenzeichen, welches aus einfachen Strichen leicht zu erstellen ist. Teilweise bezugnehmend auf den Beruf wie z.B. Müller, Schneider oder Schmied.

     

    Der älteste Sohn übernahm es für seine Familie, die anderen Söhne fügten weitere Symbole oder Striche dazu und hatten ihr eigenes Zeichen. Man kennzeichnete mit diesem Eigentumszeichen sein Werkzeug, Weinberge oder sein Haus. Heute kann man diese Hausmarken noch auf den Türstürzen der Eingangstüren oder Kellertüren sehen, die dort noch durch die Jahreszahl derHauserbauung ergänzt wurden.

     

    Unten links (Nr. 43) ist unsere Hausmarke. Mein Großvater verwendete es noch. Da ich der älteste Sohn bin und mein Vater nur Schwestern hatte, kann ich diese Hausmarke unverändert übernehmen, während mein Bruder noch einen Strich hinzufügen müßte, wenn er es weiter verwenden wollte. Wäre vielleicht eine Idee fürs Weingutslogo, aber wir haben ja eins.

  • hohe Wellen schlagen

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    Während des Moselhochwassers, welches letztes Wochenende hohe Wellen schlug und mittlerweile  ganz, ganz langsam weggeht, gab es aufgrund des Dioxinskandals ebenfalls hohe Wellen.

    Mal abgesehen davon, das solche Skandale immer wieder vorkommen und sich nicht wirklich verhindern lassen, egal welch neue Gesetze die Politik wieder erfindet, sollten wir uns an die eigene Nase greifen. Solange die Geiz ist Geil Mentalität vorherrscht wird es nicht besser. Wenn wir meinen, billigste Lebensmittel, die zudem im Überfluss produziert werden, kaufen zu müssen, dann wird auch irgend jemand bereit sein diese zu produzieren und wir dürfen uns nicht wundern, wenn billigster Müll an die Tiere verfüttert wird. Auch dürfen wir uns nicht wundern, wenn die Fleischqualität der müllgefütterten Tiere minderwertig ist. Dazu kommen noch minderwertige Kunstprodukte wie Kunstkäse und zusammengeklebtes Separatorenfleisch.

    Wir als Verbraucher bestimmen mit unserem Kaufverhalten mit, wie die Landschaft aussieht, ob die bäuerliche Landwirtschaft erhalten bleibt und die Qualität der Lebensmittel gegeben ist. Industrielle Landwirtschaft mit Massentierhaltung, mit den damit verbundenen Umwelt- und Qualitätsproblemen oder maschinen- gerechte Landschaften sind u. a. die Folgen billigster Lebensmittelpreise. Zeitgleich verlieren wir ökologisch wertvolle Kulturlandschaften und nehmen Abschied von der bäuerlichen Landwirtschaft.

  • Frohe Weihnachten

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    Wir wünschen ein besinnliches Weihnachtsfest

    Harald Steffens und Marita Keß

  • Moselstraße

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    Im wahrsten Sinne des Wortes.

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     Die Moselstraße ist durch das Hochwasser komplett überschwemmt.

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    Der Höchststand der Mosel ist erreicht. Unser Weinkeller ist nicht betroffen. Das Leerrohr, durch das das Moselwasser in unseren Keller fließt, habe ich abgedichtet. Wir liegen nun einige Zentimeter unterhalb des Moselspiegels. Ist also nichts mit Schlauchboot fahren im Keller und Videos drehen.

  • Moseleisberge

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    Wie kleine Eisberge sehen die Schneereste im Hochwasser  aus, die ich die Tage mit Kettenschlepper und Planierschild an die Mosel geschoben habe. Regen und Tauwetter haben die Mosel mächtig anwachsen gelassen. Die Uferstraße ist bereits überflutet und einige tiefer gelegene Weinkeller hat es ebenfalls getroffen. Wir sind frohen Mutes, dass unser Keller trocken bleibt. Es dreht sich nur um einige Zentimeter. Laut Hochwassermeldedienst wird morgen der Höchststand erreicht, das Tauwetter ist wieder durch Frost abgelöst worden und weitere Regenfälle sind auch nicht zu erwarten, bzw. würden als Schnee fallen.