Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Sonstiges

  • Newsletter No. 7: Ein kurzer Jahresrückblick, des Winzers Nebenaktivitäten, Randgeschehen und ein Prognöschen

     

    Endlich bin ich fast da wo ich jedes Jahr hinmöchte: Die Früchte der jährlichen Arbeit zu ernten. Das bisher schwierigste Jahr, seitdem ich ökogischen Weinbau betreibe, liegt hinter mir. In den vergangenen 30 Jahre Bioanbau hatte ich noch nie so viel Angst um die Ernte gehabt. Ein extrem nasser Mai und Juni förderten massiv die Pilzkranheiten, führten zu einer nicht optimalen Befruchtung der Rebblüten und erschwerten die Bewirtschaftung unserer Steillagen.

    Die heißen Temperaturen im August bremsten dann jedoch unsere pilzlichen Feinde aus. Trockenes,  heißes Wetter! Optimal. Da die Rebblätter nur die trüben, kühleren Tage vorher gewöhnt waren, setzte die ungefiltert auf die Pflanzen auftreffende UV Strahlung der Sonne diesen etwas zu. Auf der Sonnenseite der Reben durch UV Strahlen aufgehellte, geschädigte Blätter, auf der Schattenseite normale Blattfarbe. So ähnlich wie beim Menschen. Ist er nicht abgehärtet, bzw. daran gewöhnt, wird er rot, im anderen Fall braun. Ich denke, dass die Assimilationsleistung (Zucker- und Geschmacksbildung für die Beeren) nicht oder nur minimal gelitten hat.

    Der Winzer hat noch viele Nebenaktivitäten neben dem Winzern. Z.B. war ich letzte Woche als Jubelperser, bzw. „die Claque“  unterwegs. Alle Jahre bin ich dabei, wenn eine junge Frau aus Reil sich für das Amt der Moselweinkönigin bewirbt. Eine bunte Mischung von Reiler Bürgern mit der amtierenden Dorfweinkönigin und ihren Prinzessinnen hatte sich nach Trier auf den Weg gemacht.

    Die ältere Schwester unserer jetzigen Dorfweinkönigin wurde unterstützt. Corinna Dauns machte Ihre Sache auf der Bühne sehr gut. Spontan und natürlich! Aber leider knapp, ganz knapp – wie mir ein Jurymitglied verriet –  wurde sie nicht zur Königin oder Prinzessin gekürt. Vielleicht im nächsten Jahr, oder  es wird die kleine Schwester, die jetzt als Dorfweinkönigin übt und Weinbau studiert.

    Samstag, drittes Septemberwochenende, die seit Jahren regelmäßig veranstaltete Wanderweinprobe unter dem Motto „2011 Wandert“. Durch die Reiler Weinberge wandern und unterwegs von verschiedenen Winzern 2011er Weine probieren, die dann vom Winzer auch vorgestellt werden.  Mittlerweile ist dieses Event sehr bekannt und beliebt. Wir kommen so langsam an unsere Grenzen. Es  freut uns natürlich, dass diese Aktivität von weininteressierten Touristen so gut angenommen wird. Nächstes Jahr werden wir wohl mit Mikrofon und Lautsprecher durch die Weinberge ziehen, damit die „Menschenmassen“ die Anprache des Winzers auch gut verstehen können.

    Mit zum Erfolg dieser Veranstaltung hat unser Weinbergsessen beigetragen, das zwischendurch in den Weinbergen gereicht wird.

    Immer wieder gibt es irgendwelche Studien, die besagen, das ökologisch erzeugte Lebensmittel nicht gesünder für den Menschen, genauso unökologisch erzeugt sind wie konventionelle Produkte und natürlich auch Pestizidrückstände enthaltne. So auch diese aktuelle Studie. Es werden aber immer nur Teilaspekte betrachtet. Auch ist die Frage, wer diese Studien in Auftrag gegeben hat und welche Ergebnisse gewünscht sind. Ein kleines Beispiel. Als ich vor Jahren mit dem ökologischen Weinbau anfing, ging es einfach nur um Ökologie und Nachhaltigkeit im Weinberg. Rückstandsdiskussionen gab es einfach nicht. Wer keine Pestizide verwendet, hat auch keine Rückstände. Eigentlich logisch! Mittlerweile wird ökologischer Landbau vom Verbraucher mit Rückstandsfreiheit gleichgesetzt, geht aber nicht. Wir haben eine allgemeine Umweltbelastung mit Pestiziden, Autoabgasen usw. und wir sind auch davon betroffen, wenngleich auch um einiges weniger. Aber unser Produkt Wein hat gegenüber anderen Lebensmitteln einen entscheidenden Vorteil! Durch die Trennung von Saft und Pressrückstand haben wir schon eine gewaltige Abreicherung evtl. vorhandener Schadstoffe. Während der Gärung bindet die Hefe weitere Pestizidrückstände und Schwermetalle, so das nach Gärende, falls überhaupt, nur noch minimalste Spuren an Rückständen vorhanden sein können. Das größte Gift im Wein ist und bleibt der Alkohol. Da lasse ich überhaupt nicht mit mir diskutieren.

    Ökologischer Landbau/Weinbau ist mehr! Lesen sie dazu diese Kolumne der Frankfurter Rundschau, die auch andere ökologische Aspekte aufgreift:

    „Wir ruinieren mit unserem Gefresse von Schrottnahrung die Gesundheit und Zukunft Minderprivilegierter.“

    Eine Ernteprognose abzugeben ist schwierig. Da mache ich lieber ein Prognöschen, ein kleines.

    Eine riesengroße Menge wird es nicht! Die verzettelte Blüte mit nicht optimaler Befruchtung der Beeren, in einigen Weinbergen Pilzbefall vom falschen Mehltau (Peronospora) und durch die Dauerfeuchte im Juni/Juli weggefaulte Trauben haben die Erntemenge nach unten korrigiert. Wie weit, weiß ich nicht. Ich bin sehr schlecht im Erntemengen schätzen.

    Die qualitativen Erwartungen sind gut bis sehr gut. Trockenes, kühles  Wetter ist in den nächsten Tagen gemeldet. So können unsere Trauben recht lange gesund bleiben und reifen. Tagsüber warm, so um die zwanzig Grad, nachts deutliche Temperaturrückgänge. Ideal für den Riesling. Die Aromausprägung dürfte durch diesen Tag/Nacht Temperaturunterschied sehr gut werden.

    Über erste Gedanken zum Erntebeginn habe ich letzte Woche geschrieben. Hört sich etwas einfach an, ist es aber nicht! Da steckt viel mehr dahinter. Winzerkollege Armin Kobler aus Südtirol hat in den letzten Tagen seine Gedanken zum Erntebeginn in seinem Blog beschrieben. Pragmatische Ausführungen, die Zusammenfassung wie folgt:

    „Der Rede kurzer Sinn: wir haben gestern mit der Lese begonnen, und zwar mit dem Grauen Burgunder Klausner. Und es sieht nicht schlecht aus.“

    Ich kann Ihnen diesen Artikel wärmstens empfehlen, ist fast das gleiche was mir durch den Kopf geht. Unser Lesetipp:

    Blindlandung — Atterraggio alla cieca

    Danke Armin, ich hätte es nicht besser beschreiben können.

     

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    ……

  • Nachdem

    Nachdem ich gut erholt aus dem Urlaub zurück gekommen bin, in dem ich erstklassige Fischabteilungen in den Supermärkten gesehen habe,

    den Fisch dann selbst gekauft und zubereitet, dazu natürlich gut gekühlten Moselriesling getrunken hatte,

    bin ich diese Woche wieder voll im Einsatz. Das Los der Selbstständigen! Immer selbst und ständig im Einsatz. Die Arbeit musste erledigt werden,  die sich in der Urlaubswoche angesammelt hatte.

    Heute morgen kam dann die Ökokontrolle. Seit dem es die EU Bioverordnung gibt, unterliegen biologisch arbeitende Betriebe einer zwangsweisen jährlichen Kontrolle. Zuerst wurde mit der Kontrolleurin eine Menge Papierkram gewälzt. Die Dokumentation der Arbeiten im Weinberg, Lieferantenlisten, Kundenlisten, Finanzbuchhaltung, Kellerbuchführung, Flaschen im Keller zählen usw. um nur einige Kontrollpunkte zu nennen. Dazu noch Überprüfung der Betriebsmittel und zum Schluß natürlich noch einige Weinberge besichtigen.

    Kurz nach Beginn der Kontrolle dann die Überraschung! Die Kontrolle wurde kontrolliert*! So saß ich dann einer zweiten Kontrolleurin am Tisch gegenüber und wurde natürlich von dieser auch noch kritisch beäugt und befragt. Aber alles wie immer, keine, noch nicht einmal kleinste Mängel wurden in meiner ökologischen Bewirtschaftung und Dokumentation gefunden bzw. bemängelt. Bin halt ein Unschuldslamm! Bis auf das ich die Rechnung für die Kontrolle selbst bezahlen muss, war es sehr angenehm mit den beiden Damen und es floß zusätzlich noch viel Information. Nun habe ich wieder ein Jahr Ruhe, falls nicht noch eine unangekündigte Zwischenkontrolle kommt.  Hoffentlich nicht!

    *Die Ökokontrolle wird von privaten Kontrollinstituten durchgeführt, die vom Staat zertifiziert sind. Diese wiederum werden dann in Rheinland-Pfalz von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier überprüft.

     

  • Propeller

    Powerblade nennt das der Hersteller. Für mich ein innovatives Mähmesser für den Freischneider. In früheren Jahren habe ich mit dem Freischneider die ganze Rebfläche gemäht. Jetzt dient der Freischneider nur noch zum Mähen der Böschungen an den Vorgewenden der Weinberge. Das dort stehende verfilzte Gras und Gestrüpp kann nicht mit dem Nylonfaden, sondern nur mit einem Dickichtmesser gemäht werden. Leider sehr aufwendig, da das Messer nur 25 cm im Durchmesser hatte. Aber jetzt gibt es ja den Propeller. Satte 40 cm im Durchmesser, durch die Propellerform auf einem Luftkissen sanft über dem Boden schwebend und, ganz wichtig, es werden viel weniger Pflanzenteile oder Steine durch die Gegend geschleudert.

    Da das Abmähen der Böschungen eine der letzten Arbeiten im Weinberg vor der Ernte ist, diese noch in etwas fernerer Zukunft liegt, wird der Winzer mal einige Tage weg sein. Gekühlten Wein wird es dann auch geben, der Strand jedoch mit feinem Sand bedeckt sein und die Aussicht etliche Kilometer weiter. Also fast genau so, wie an der Mosel letzten Sonntag. Aber nur fast so…

  • Gastgeschenke, Tauschpakete und ähnliches

    Voll, fast randvoll: Mein privater Weinkühlschrank wurde in den letzten Tagen gut gefüllt. Gefüllt mit  Gastgeschenken, Tauschpaketen und ähnlichen wohltätigen Gaben.

    Winzertauschpakete sind ja bekannt. So unter dem Motto tausche meinen Wein gegen Deinen. Nun bin ich bestens sortiert mit Weinen von Bernhard Fiedler, Reinhard Schäfer und anderen Kollegen.

    Die Weine von Thomas Lippert sind als Gastgeschenk seines Besuches vor drei Wochen als Gastgeschenk in meinem Kühlschrank gelandet. Es gibt sogar Weinkunden, die zum Weineinkauf beim Winzer ein Fläschchen als Geschenk mitbringen. Ich freue mich immer auf Herrn Baum aus Thionville in Frankreich, der mir so manch gutes Tröpfchen in die Hand drückte.

    Mit freundlichen Grüßen schickte mir gestern Herr Hoffman von VinArTours, ein Veranstalter von Weinerlebnissreisen, gestern eine Bouteille Sangiovese aus Italien. Er hatte den Wein auf einer Weinreise kennengelernt, findet ihn sehr gut – nein, er schrieb : Der Wein hat mich begeistert! – und will mich mit seiner Begeisterung anstecken. Wird in den nächsten Tagen verkostet.

    Auch Weine von Frank Brohl sind es öfteren in meinem Bestand. Maschine verliehen, einige Tage später sauber und geschmiert zurück, als Miete ein Riesling aus der Nachbargemeinde daneben stehend.

    Sogar ein Gewinn eines Preisauschreibend hat sich angesammelt. Vin et Vie, ein Weingroßhandel aus Koblenz schickte mir ein sechserkistchen französischer Weine, die auch bald degustiert werden.

    Jetzt einfach mal ein Dankeschön an alle, auch die, die  hier nicht genannt sind. Danke für die leckeren Weine, die mein Weinverstand, meinen Weinhorizont erweitern und die den Fundus bilden, aus denen ich die Weine für die Weinrallye auswähle.

  • Goldlay

    Die Reiler Goldlay in der Abendsonne, das restliche Tal schon im Schatten. Gold wie die Sonne, Lay, die Klippe, der Fels, das Gestein. Unseren Häuser sind ja auch mit Layen von Layendecker gedeckt. Der Schiefer ist gemeint. Am Mittelrhein mit „e“ geschrieben, z.B. die Loreley.

    So einfach kommen Weinlagennamen zustande. Bei der Reiler Goldlay einfach zu erklären. Aber bitte fragen Sie mich bitte nicht, woher der Name Burger Hahnenschrittchen oder Wendelstück herkommt. Ich weiß es schlicht und einfach nicht. Da ist sprachlich sicherlich einiges von unseren Vorfahren in diesen Lagenbezeichnungen. Etwas keltisch und fränkisch, die Franzosen waren auch schon des öfteren an der Mosel und die deutsche Sprache hat sich auch in den letzten Jahrhunderten gewandelt.

  • Winzer ist mal weg…

    Der Biowinzer ist mal weg. Die Reben wachsen von alleine und bedürfen keiner Betreuung. Die Eisheiligen lassen uns in den nächsten Tagen hoffentlich in Ruhe und der Moselwinzer macht eine Auszeit. Ganz kurz und auf Weinreise. Bestellungen müssen dann in Gegensatz zu sonst einige Tage ruhen und ich werde hoffentlich erholt und ausgeruht in einigen Tage wieder  zurück sein.

  • Endlich!

    Das World Wide Web und sein Vorgänger Btx war schon immer bei uns im Einsatz. Zuerst reichte bei den abrufbaren Inhalten und Datenmengen das analoge Telefonnetz. Dann kam ISDN und seit einigen Jahren DSL. DSl war ein Meilenstein, endlich eine Flatrate ohne dauernd auf die Kosten schauen zu müssen. Sagenhafte 384 Kilobit Daten  in der Sekunde konnten auf den Rechner herunter geladen werden. Und das war es dann, mehr ging nicht!

    Schnellere Internetverbindungen gab es nicht bei uns auf dem Dorf. Während andere Internetseiten immer datenintensiver wurden – ich verzichtete  mir solche Seiten zeitaufwändig auf den Rechner zu laden – optimierte ich diese Seite für langsame Internetverbindungen.

    Letztes Jahr wurde auf der anderen Moselseite ein Glasfaserkabel verbuddelt. Rasend schnelles Internet? Weit gefehlt, ausschließlich für die Moselkraftwerke. Nix für den Dorfbewohner. Das gleiche geplant für die Bahnstrecke in Reil, aber ebenfalls nix für den Dörfler. Internet via Satelit  gabs, aber zu teuer. Dann lieber vorn Rechner warten. Alternativ die Netzwerkstecker zu den anderen PC´s im Haus ziehen, wenn die Kinder mal wieder in Internet waren. Dann hatte man 10 Sekunden, bis die Bürotüre sich öffnete und der Schrei ertönte „Ich hab kein Internet“. Auch an das Mobilfunknetz war nicht zu denken. Geringste Datenübertragung bei uns im Ort.

    Doch jetzt, seit einigen Wochen in Reil verfügbar, seit gestern in unserem Hausnetzwerk: LTE. Dieser neue Mobilfunkstandard bringt nun endlich schnelles Internet ins Dorf. Da macht das Internet noch mehr Spaß. Binnen ganz kurzer Zeit hat das halbe Dorf auf diese schnelle Technologie umgestellt.

    Jetzt könnte ich diese Seite so richtig aufblasen. Technische Futures einbauen, hochauflösende Videos und Bilder einstellen und und und. Wird aber nicht geschehen! Viele Nutzer, insbesondere die, die wenig ins Netz gehen, haben noch langsame Verbindungen . Auch Vielnutzer, die immer und überall ins Netz gehen, haben ihr Mobiles Internet in Form eines Smartphones oder Tablet-PC dabei und entsprechend langsame Internetverbindungen.

     

     

  • Treff der virtuellen Weinwelt

    Nun schon zum zweiten mal: Das VINOCAMP Deutschland, dass im letzten Jahr erstmalig in der Weinuni Geisenheim stattfand, wie ich hier berichtete.

    Am letzten Freitag zuerst ein ungezwungenes Beisammensein im Alten Rathaus in Oestrich-Winkel. Die meisten Weinblogger kannte man bereits aus dem Vorjahr. Unbekannte Gesichter wurden schnell am großen Tisch beim Abendessen in die Gemeinschaft integriert. Nach der Begrüßung und Vorstellung der ca. 130 Teilnehmer des VINOCAMPS wurde die Vorträge festgelegt und den einzelnen Hörsälen zugeteilt. Bei Matthias vom Duesiblog ging es wie im letzten Jahr um rechtliche Fragen. Während er sich im letzten Jahr dem  Messwein und seinen Absatzchancen für Weinproduzenten gewidmet hatte, informierte er uns über die rechtlichen Grundlagen des Rebpflanzverbotes.

    Im stündlichem Rhythmus wechselten die Vortragsangebote in drei Hörsälen.

    Wie werde ich reich mit einem Weinblog, das österreichische Wein- und Bezeichnungsrecht im Vergleich zum deutschen, wieviele Weinshops braucht das Netz, Kundenbindung und weitere  Themen die angeboten wurden.

    Natürlich stand der Wein im Mittelpunkt. Viele Weinproben wurden durchgeführt:

    Frühstücksweinprobe, Elsässer Weine, Rieslingweine, Exoten, Südafrika, Orange Weine, Spätburgunder, natürlich Bioweine und einige mehr.

    Die Samstagsabendparty in der Winebank in Hattenheim stand unter dem Motto gereifte Weine.

    Reichlich gab es zu probieren. Jeder Teilnehmer am VINOCAMP brachte für die einzelnen Verkostungen und die abendliche Party Weine mit. Glücklicherwiese hatte ich das Glück, den ältesten Wein verkosten zu können. Hatte sich richtig gut gehalten!

    Nach einer kurzen Nacht, neben weiteren Vorträgen, wieder eine Probe für alle Teilnehmer. Dieses mal ging es um Weinfehler. Prof. Junk von der gastgebenden Forschungsanstalt referierte über Weinfehler und bemusterte sie auch gleichzeitig.

    Die ganze Veranstaltung war kostenlos da sich genügend Sponsoren gefunden hatten. Die Sponsoren durften ihre Produkte im Foyer präsentieren. Z.B Die Deutsche Weintasche für Weinfreunde, die zeigen möchten, welche Rebsorten sie aus welchem Anbaugebiet bevorzugen. Eine kreative Idee von Sponsorin Eva Wenke.

    Und natürlich das ultimative Gruppenfoto von Andreas Baldauf, der das ganze VINOCAMP mit seiner Kamera begleitete. Weitere Fotos könen auf seiner Homepage angeschaut werden.

    Hier an dieser Stelle noch ein großes Dankeschön an das Organisationsteam. Weitere Informationen über das Vinocamp finden Sie im VinoCamp Blog hier, die Facebookseite mit weiteren Berichten über das VINOCAMP finden sie hier.

  • Der Tote im Hochwasser

    Trier Krimis gibt es, Koblenz Krimis gibt es ebenfalls, aber dazwischen, an der Mittelmosel bei uns, da gab es bis jetzt gar nichts. Bisher eine heile, friedvolle Welt ohne Erpressung, Mord, Todschlag und vergiftete Hunde. Das hat sich nun geändert, seit dem sich Peter Friesenhahn, Musiker aus unserem Nachbarort Pünderich, dem Schreiben gewidmet hat.

    Spannend die Texte, die er gestern abend bei der Autorenlesung vorlas. Da ich Peter Friesenhan schon seit langer Zeit kenne, gehe ich davon aus, dass die vier Kurzkrimis in seinem Buch mich begeistern werden. Daher, bevor ich das Buch gelesen habe, schon meine Leseempfehlung:

    Der Tote im Hochwasser von Peter Friesenhahn, erschienen im Rhein-Mosel-Verlag ISBN Nummer 978-3-89801-050-4.

    Ebenfalls zu empfehlen ist das Verlagsprogramm der Rhein-Mosel-Verlages, der sich auf Literatur von Rhein, Mosel, Eifel und Hunsrück spezialisiert hat und nebenbei auch ein Faible für die Autorin Clara Viebig hat.

  • „Flaschenpost“ oder „In Gottes Frieden“

    Schon etwas länger her, bei einem mittelprächtigen Moselhochwasser. Meine Kinder kamen aufgeregt in den Weinkeller zu mir, den ich hochwassersicher machte. Eine Flaschenpost wäre die Mosel hinuntergeschwommen, sagten die Kiddies und weg waren sie wieder. Aber nur kurz, denn mit dem Ruf: Da kommen noch mehr Flaschen die Mosel runter geschwommen, kamen sie kurz darauf wieder zurück. Als ich selbst nach der Flaschenpost schaute, waren diese abgelöst von gelben Säcken, die die Mosel hinuntertrieben. Der Nachbar, einige Häuser weiter, war die Ursache….

    Man hat das Gefühl, das es immer noch an Umweltbewußtsein mangelt. Einfach alles in die Landschaft werfen, entsorgen. Aus den Augen aus dem Sinn, soll sich jemand anderes drum kümmern.

    Darum war heute Dreck-weg-Tag in Reil. In der Natur entsorgter Abfall wurde mühsam wieder aufgesammelt. In einzelnen Gruppen wurde heute die Gemarkung Reil durchkämmt. Mit meiner Gruppe suchten wir das Moselufer, einige Feldwege und einen Bachlauf ab, man kennt ja die Ecken.

    Plastikverpackungen, Glasflaschen, Computer, volle Müllsäcke, Einzelteile eines Kühlschrankes und vieles mehr wurde aufgesammelt. Obigen Grabstein haben wir jedoch am Moselufer liegen gelassen. Zu schwer! Da hatte sich einer die Mühe gemacht, den Stein sehr weit vom Friedhof zu entsorgen. Wahrscheinlich vor längerer Zeit, denn bei dem heutigen Umweltbewußtsein und Strafen bei illegaler Entsorgung, wäre die Grabinschrift so gut wie eine Visitenkarte des Umweltfrevlers.

    Am Ende war ein großer Abfallcontainer gefüllt, es gab ein gemeinsames Helferessen und Reil, zumindest die Gemeindeeigenen Flächen, sind nun müllfrei.

    Es blieben nur die privaten Schandflecke…