Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Sonstiges

  • brutzeln und braten

    Da morgen die Begrünung gemäht werden soll, sollte heute das Mulchgerät abgeschmiert werden. Leider blieb es nicht beim abschmieren. In der Konstruktion des Mähers gab es wieder einige Risse und das Schweißgerät musste ran. Risse zuschweißen und Verstärkungseisen befestigen. Von der Optik näher an brutzeln und braten als an einer sauberen Schweißnaht. Wird sicherlich – so wie ich meine Schweißkenntnisse kenne – halten, aber der nächste Materialriss ist mir gewiss. Mit guter Pflege und vielen Schweißnähten hat das Gerät jetzt schon 16 Jahre harten Steillageneinsatz hinter sich. Ich hoffe, dass es noch etliche Jahre mehr werden, natürlich mit noch mehr brutzeln und braten.

  • Weiterbildung

    „Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer unterschiedlich ausgedehnten ersten Bildungsphase“ so Wikipedia zum Thema Weiterbildung. Im ökologischen Weinbau ganz einfach „Einführungskurs ökologischer Weinbau“ genannt. Für Winzer  gedacht, die sich für den biologischen Weinbau interessieren und evtl. ihre Weingut umstellen möchten. Dieses Jahr zum ersten mal auf der Jugendbildungsstätte Marienburg bei Pünderich, nachdem diese Weiterbildungsveranstaltung 25 Jahre in der ev. Landjugendakademie in Altenkirchen (Westerwald) stattgefunden hatte.

    Für mich fußläufig erreichbar, was ich letzte Woche auch mehrmals gemacht hatte. Nachdem ich stellvertretend für unseren Bioverband ECOVIN die Kollegen begrüßt hatte, übernahm der Dr. Uwe Hofmann als Seminarleiter die Weiterbildung.

    Einen Tag später übernahm ich mit meinem Kollegen Clemens Busch die Seminarteilnehmer zu einer kleinen Exkursion. Wir berichteten von unseren praktischen Erfahrungen im Ökoweinbau. Bei widrigen Wetterverhältnissen wanderten wir durch die Weinberge von Clemens in der Pündericher Marienburg zu mir nach Reil zur Weinkellerbesichtigung. Danach weiter zum Weingut von Clemens in Pünderich, vorher meine Rieslingweinberge in der Reiler Goldlay besichtigend.

    Nach der Rückkehr ins Seminarhaus natürlich Weinprobe mit den Weinen von Clemens und mir.

    Am Donnerstag, dem letzten Abend des Einführungskurses, mein letzter Auftritt. Nachdem die Ergebnisse der Nachmittäglichen Workshops zur Umstellung eines Beispielweingutes vorgetragen waren, durfte ich als erfahrener Ökowinzer noch über die Weinbereitung referieren.

    Bleibt zu hoffen, dass viele der anwesenden Winzer nun ihre Weingüter auf den ökologischen Weinbau umstellen.

  • In dieser Reihenfolge

    Der Weihnachtsmann kam gestern auch zum bloggenden Winzer und hatte sehr kreative Geschenke dabei. Neben einem Wein, der in den nächsten Tagen hier in den Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß besprochen wird, obiges, nettes Flaschentool. Ein abschließbarer Weinflaschenverschluß, damit die Familienangehörigen oder Freunde nicht heimlich die angebrochene Weinflasche leeren können. In unserem Haushalt selten von Nöten, angebrochene Weinflaschen gibt es bei uns fast nicht.

    Der Knaller, das Geschenk von meiner persönlichen Weinprinzessin: Ein Flaschenständer aus alten Weinfassdauben!

    Sie erinnern sich noch? Genau! Aus den Weinfässern, die ich vor der Weinernte aus dem Keller entfernen musste. Ich berichtete hier und hier davon. Jetzt weiss ich wenigstens, was ich mit dem Rest der Fässer machen werde. Ich werde mal meinen Schreiner fragen… Interessensbekundungen meiner Leser nehme ich schon gerne im Vorfeld entgegen.

    Und genau in dieser Reihenfolge wurde gestern abend getrunken. Von oben nach unten. Mit dabei Wein von meinen bloggenden Kollegen Bernhard Fiedler, Armin Kobler und Thomas Lippert. Dann die dicke Auslese von mir und da die ganzen Weine doch recht kräftig im Alkoholgehalt waren, zum Schluß ein leichtes Möselchen aus der Literpulle.

    Nun ist mein Weinkühlschrank mit den Gastgeschenken und Weintauschpaketen, über den ich vor einigen Monaten berichtete, fast geleert und wartet auf Nachschub.

  • Frohe Weihnachten

    Wir wünschen ein besinnliches Weihnachtsfest

    Harald Steffens, Marita Keß und die Kinder Felix, Sophie und Alice

  • unterirdisch

    Ich gehe nicht gerne auf Weihnachtsmärkte. Überhaupt nicht! Nippesverkauf, fürchterliche Glühweine, durchdringende Kälte beim Genuß dieser oder waagerechter Regen sind nicht mein Ding.

    Mit einer Ausnahme. Für mich der einzige Weihnachtsmarkt zu dem ich gerne hin gehe. Nun im zweiten Jahr, der unterirdische Weihnachtsmarkt in Trarbach. Ich berichtete hier schon einmal darüber.

    Angenehme Temperaturen in den unterirdischen Weinkellern, in denen der Markt stattfindet. Kein frieren oder naß werden, der Glühwein wird von qualitätsbewussten Winzerkollegen gemacht, der Rieslingwein ist auch sehr gut und das Angebot an Marktwaren auf einem hochwertigen Niveau.

    Für den, der sich diesen nicht alltäglichen Weihnachtsmarkt anschauen möchte: Bis zum 06. Januar hat man noch die Gelegenheit dazu.

  • Alles passend

    Gestern war alles passend für die Bio-Glühwei(h)n-Nacht. Schnee bei knackigen 6 Grad minus, nur wenige wärmten sich im Hof am Feuerkorb,

    im Verkaufslager Gedränge und den zur Kälte passenden Rieslinglühwein. Für die jüngeren Besucher gabs Kinderpunsch und als Kaltgetränk Rieslingwein. Dazu noch ein Kürbissüppchen.

    Die Besucher und wir sehr waren sehr zufrieden mit dieser Bio-Glühwei(h)n-Nacht. Da der Rieslingwein und der Rieslingglühwein gegen eine Spende ausgeschenkt wurde, wird sich die Villa Kunterbunt in Trier über die beiden gut gefüllten Spendendosen freuen.

    Weil es so gut war und schon Nachfragen nach dem Rezept des Süppchens kamen, nun für alle das Rezept:

    80 gr Zwiebeln
    1 Knoblauchzehe
    1 Chillischote gesäubert
    in Öl anschwitzen
    600 gr Kürbis kleingeschnitten dazu und ebenfalls kurz anschwitzen
    800 ml Gemüsebrühe dazu und 20 min köcheln
    pürieren
    100ml Sahne, 10 gr Zitronengras, etwas Ingwer und 1 EL frischer Koriander dazu und 5 min köcheln
    Zitronengras entfernen und nochmals purieren

    Das Rieslingglühweinrezept gibt es hier.

  • Bio-Glühwei(h)n-Nacht: Bitte vormerken!

    Gemütliches Beisammensein bei leckerem Bio-Wein und Bio-Glühwein – natürlich aus Riesling –  Infos und Gespräche zum Öko-Landbau und eine kleine Überraschung.

    Am Samstag, den 08. Dezember, ab 16.oo Uhr, findet zum x-ten Mal in unseren Kellerräumen die Bio-Glühwei(h)n-Nacht statt.

    Wie gehabt geht der Erlös an die Villa Kunterbunt in Trier, ein Nachsorgezentrum für chronisch- und schwerstkranke Kinder. Über weitere reichliche Spenden würden wir uns und auch die Villa Kunterbunt herzlich freuen.

    Für die, die von weiter herkommen: Der letzte Zug ab Reil fährt um 21.55 nach Bullay, dort besteht Anschluß nach Trier bzw. Koblenz. In Richtung Tr.-Trarbach fährt der letzte Zug um 22.23 Uhr.

  • Nachhaltigkeit

    „Nachhaltigkeit ist die Bezeichnung für eine Wirtschaftsweise, die sicherstellt, dass die Leistungsfähigkeit eines Ökosystems für kommende Generationen unvermindert erhalten bleibt oder moderner ausgedrückt, die Entwicklung, welche den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Das Leitbild der Nachhaltigkeit beinhaltet dabei sowohl ökologische, als auch ökonomische und soziale Aspekte.“

    So eine kurze Beschreibung der Nachhaltigkeit, die in aller Munde ist. Leider wird viel geredet und noch weniger getan. Ressourcenschonung könnte man auch dazu sagen. So wenig wie möglich Rohstoffe verbrauchen und die Ökosysteme belasten. Auch eine Diskussion in der Weinbranche, auf die ich jetzt nicht eingehen möchte. Vielleicht ein andermal.

    Wir kennen es doch alle: Handys, MP3 Player und Tablet PC, die spätestens dann weggeworfen werden, wenn der fest eingebaute Akku den Geist aufgibt, das restliche Gerät jedoch noch nicht am Ende seiner Lebenserwartung ist. Schlimmer noch die Geräte mit eingebautem Verschleiß, Obsolenz genannt, wie der Stern hier berichtete. Dazu Geräte, die sich nicht öffnen und reparieren lassen.

    Gut, das es auch anders geht. Ressourcenschonend, reparabel und kostengünstig.

    Mein guter Anhänger, gerade mal 37 Jahre alt und an einen Kollegen verliehen, machte voll beladen beim rangieren mit dem Traktor das, was er wollte. Nicht anders rum, wie es eigentlich sein sollte. Ausser der krummen Anhängedeichsel gab es keinen weiteren Schäden. Eine passende Ersatzdeichsel konnte kurzfristig besorgt und angebaut werden. Nun kann der Anhänger mit mir alt werden und in Rente gehen.

    Das verstehe ich unter anderem als Nachhaltigkeit und ressourcenschonend!

  • Der kulinarische Notfallkoffer: Über Katzenpippi, marmeladige Holzsuppe und unfallfrei trinkbare Weine

    Das zweite Buch von Rainer Balcerowiak ist anlässlich der Frankfurter Buchmesse druckfrisch auf dem Markt. Über sein Erstlingswerk „Das demokratische Weinbuch!“ berichtete ich hier. Als linker Journalist befasst er sich intensiv mit dem Wein, dass spannendste und facettenreichste Getränk, welches die Menschheit hervorgebracht hat.

    In gewohnt flotter Schreibweise schreibt er nicht über die schöne Welt edler Weine und Speisen. In diesem Büchlein werden Trink- und Esskultur kritisch hinterfragt und mit kräftigen Worten bedacht. Jeder bekommt sein Fett weg. Ohne um den heißen Brei herum zu reden, werden die Dinge beim Namen genannt. Ein sehr wohltuendes Buch, kurzweilig geschrieben mit viel Sachverstand, Hintergrundwissen und teilweise zum Nachdenken anregend. Nicht der übliche Weinführer, das übliche Bla, Bla, wo der eine vom anderen abschreibt. Davon habe ich schon genügend im Regal stehen. Dieses Buch ist erfrischend anders!“

    Ein Rundumschlag! Seien es die Weintrinker, die Winzer, die Biowinzer natürlich auch, Weinvermarkter, unsere Politiker und andere, alle bekommen es auf die Mütze.

    Lassen Sie sich entführen in die Weinwelt von Rainer Balcerowiak. Wenn sie mehr über Katzenpippi, marmeladige Holzsuppe, unfallfrei trinkbare Weine, aufgeblasenen Mist u. a. wissen möchten, wenn sie erfahren wollen, was Dosensuppen mit Spitzenköchen und ein Völlerei-Contest mit modernem Ablasshandel zu tun haben:

    „der kulinarische Notfallkoffer“  Mondo Verlag Heidelberg,

    14,95 €, 155 Seiten, gebunden, 13×19,5 cm, ISBN: 978-3-938839-32-4

  • Mein Freund das Pferd

    „Wer eine minderjährige Tochter hat und es sich gründlich mir ihr verderben will, hat eine ziemlich einfache und absolut sichere Möglichkeit: Einfach mal leckeres Pferdefleisch auf den Esstisch stellen. Doch auch viele…“

    Endlich hat er einen Blog. Ich hatte schon  lange darauf gewartet. Rainer Balcerowiak ein linker Journalist, der sich ausgiebig mit Genussthemen befasst, hat endlich mit dem bloggen angefangen. Unter dem Motto „Genuss ist Notwehr“ ist sein Blog online gegangen. Interessante Betrachtungen über die Dinge rund um den Genuss. Erfrischend, frech und provokativ, so ganz anders als andere Schreiberlinge.

    Ich mag seine Texte. Vor längerer Zeit berichtete ich schon einmal über sein Buch „das demokratische Weinbuch“ und freue mich schon darauf, Anfang Oktober sein Neues Werk „der kulinarische Notfallkoffer“ druckfrisch zu erhalten und anschließend darüber zu berichten.