Schnee ohne Ende. Auch ältere Semester können sich nicht erinnern, das an der Mosel jemals so viel Schnee gefallen ist. Ideale Bedingungen um nächtens mit Glühwein bewaffnet – natürlich Moselrieslingglühwein – Schlitten auf dem steilen Wirtschaftsweg in der Reiler Goldlay zu fahren.
Für den richtigen Adrenalinkick sorgte die Schlittenfahrt im Steilhang zwischen den Rieslingreben.
Die alljährliche Drückjagd oberhalb der Weinberge in der Reiler Goldlay war heute angesagt. Bemerkenswert, wie die Hundeführer schon heute morgen vor Jagdbeginn das mitgebrachte Gastgeschenk direkt vor Ort verkosteten. Mangels Korkenzieher den Korken mit dem Finger reingedrückt und ohne großes Aufheben zu machen verkostet und zustimmend genickt. Sind halt Hardcore-Männer und dopen sich schon vor der Jagd…
Ich war wie immer als Treiber dabei, der die Hundeführer begleitete. Sehr reizvoll war der eingeschneite Wald. Zudem konnte ich viel mehr aufgescheuchtes Wild beobachten, da es mit seinem dunklen Fell im Schnee seine Tarnung verloren hatte.
Nachdem mir dieses von einem Hund gejagdtes Wildschwein schon einmal zwischen den Beinen hindurch gelaufen war, klappte ein Schnappschuß mit der Kamera, zwar nicht gut, aber auch dieses Schwein wird keinen Schaden mehr in unseren Weinbergen anrichten.
In Zell an der Mosel geht ein Licht auf, titulierte die Rhein Zeitung in ihrem Bericht. Der runde Turm, eines der letzten Relikte der alten Stadtbefestigung in den Weinbergen, ist als Weihnachtskerze verkleidet worden, wie diese Bilderserie zeigt. Das mag ja in der Dunkelheit bei Beleuchtung auch so aussehen, aber bei Tageslicht?
„Muss man Wein eigentlich immer genießen? Oder darf man ihn auch einfach nur trinken“ (Wiglaf Droste)
Ein klasse Weinbuch wurde mir die Tage von Rainer Balcerowiak geschickt. Ich kenne Ihn schon seit einigen Jahren und war und bin immer wieder begeistert über seine Artikel zum Thema Wein. Sei es in der Wochenendbeilage oder in der Weinkolumne „Korkenzieher“ der linken Tageszeitung jungewelt. Wer jetzt vermutet, das es ein linkes Weinbuch ist, täuscht sich.
Es ist ein Weinlesebuch über die Helden des Alltags und ein Plädoyer für eine umfassende Teilhabe aller Menschen am Weingenuss. Wein soll Spaß machen – genau wie dieses Buch. Nicht das ewig langweilige Herunterleiern von Bewertungen in Form von Punkten, mit denen die wenigsten etwas anfangen können, sondern ein mit einem Glas Wein in der Hand locker geschriebenes Weinlesebuch.
Lassen Sie sich entführen in die Weinwelt von Rainer Balcerowiak, der über Geisterfahrer, Rebsorten die die Welt nicht braucht, Weine mit Fetisch Faktor und andere Scheußlichkeiten berichtet, damit sie unfallfrei saisonale Geschmacksverbrechen und andere schlimme Flüssigkeiten umgehen können.
Für mich das beste Weinbuch seit vielen Jahren mit einer Menge Lesespass.
Letztes Wochenende fand in Kröv/Mosel das alljährliche Schleppertreffen statt. Jede Menge alte Traktoren konnte man bewundern. Viele davon habe ich in meinem Winzerleben schon fahren dürfen.
Neben uralten Kleinschleppern mit weit unter 10 PS bis hin zu Schlüter Großtraktoren war eine große Bandbreite alter Traktoren vertreten. Bei den Großtraktoren gab es süffisante Warnhinweise auf der riesigen Motorhaube.
Am faszinierensten finde ich die ganz alten Lanz Traktoren. Zuerst minutenlang den Glühkopf des riesigen 10 Liter Einzylinderzweitaktmotores vorheizen, dann mittels Lenkrad den Motor anwerfen (Bilder und weitere Information gibt es hier.), dann ein Sound der seinesgleichen sucht, wenn der Motor seine Höchstdrehzahl von 750 U/min erreicht.
Fahrzeuge für richtige Männer: Der 45 PS Lanz Eilbulldog. Keinerlei Elektronik, Elektrik nur fürs Licht, Servolenkung und Sychrongetriebe unbekannt und die Unwucht des Einzylinders schüttelt zudem den Traktoristen energisch durch.
Ein Ausnahmewein! Ich bin ja gar nicht empfindlich, habe auch eine robuste Nase und Geschmacksnerven, aber das habe ich noch nicht erlebt. Natürlich trinke ich am liebsten gute und sehr gute Wein, aber gestern hatte ich den Höhepunkt meiner Weintrinkerkarriere im Glas.
Es war schlicht eklig! Gerochen, kurz die Zunge in diese rote Flüssigkeit gesteckt, zustimmendes Nicken meiner Gattin und sofort ins Spülbecken entsorgt. Ich wage erst gar nicht den Versuch, den mir aus dem Glas entgegewabbernden Duft Gestank verbal zu beschreiben, geschweige denn den Namen und die Herkunft des Weines zu nennen.
Wie kann man so etwas produzieren? Ich würde mich in Grund und Boden schämen, wenn ich eine solch schräge Brühe im Keller hätte. Doch sicherlich gibt es Weintrinker, die solch ein Getränk gerne trinken und für eine gute Qualität halten. Eine Geschmacksfrage?
Schon alleine das Biertrinken bei Tisch erzeugt bei etlichen Gourmets widerwillen, wie unten stehendes Zitat belegt. Ich wäre gestern trotzdem froh gewesen eins zu haben…
„Das gemeinste nach dem Wasser ist Bier. Man nannte es (wie man wahrscheinlich glaubte: poetisch) flüssiges Brot. In vielen Städten, Marktflecken und Dörfern Deutschlands wird es auch bei Tisch getrunken. Die Grönländer trinken bekanntlich Fischtran. Es sind Angelegenheiten des individuellen Geschmacks. Wie aber ein Mensch, der irgendeine Zunge hat, bei Tisch Bier trinken kann, ist ein Problem, über welches ich oft ernstlich und reiflich nachgedacht, dessen Auflösung mir aber bis auf diesen Augenblick immer noch nicht gelingen wollte. …. Dieses Biertrinken bei Tisch scheint mir nahe am Gipfel des Ungeschmacks und barbarischer Roheit zu liegen….“
Weinfestzeit! Wie in jeden Jahr seit ???? ist an diesem Wochenende Weinfest in Reil. Mit Musik wurde die neue Weinkönigin im elterlichen Weingut abgeholt.
Der Zuschauer waren viele.
Sogar von oben wurde zugeschaut,
und mit Blasmusik wurde die zukünftige Weinkönigin zum Festplatz geführt.
Die Weinmajestäten der umliegenden Weinorte waren ebenfalls anwesend und sprachen die Laudatio zu Ehren der alten und neuen Weinhoheit.
Als mittäglicher Höhepunkt die Krönung von Corinna, die von iher Vorgängerin vorgenommen wurde.
Am Ehrentisch der Gemeinde konnte ich schon einige, sehr gute, Weine probieren, die gleich, beim zweiten Besuch des Weinfestes in den Abendstunden, intensiver verköstigt werden.
Schöne Bilder, schräge Dialoge, klasse Darsteller und viel Moselwein. Das muß man sehen!
Die Tragikkomödie “Lingo Vino” wurde im Jahr 2007 unter der Regie von Daniel Texter gedreht und spielt größtenteils in den Luxemburger Weinbergen, die an der Mosel liegen.
„LEO und JAKOB sind zwei Winzer. Leo schwört auf seinen Weißwein, den er beinahe streng wissenschaftlich anbaut. Jakob ist in seinen Rotwein verliebt und vertraut vom Schneiden der Reben bis zum Keltern rein auf sein Gefühl. Jeder hält seinen Wein für den besseren, und so zechen sie jeden Abend miteinander, um ihre Winzerkunst schon fanatisch zu messen. Es sind zwei alte kauzige Knacker, verschroben, einander Spinnefeind und doch die besten Freunde. Sie brauchen insgeheim auch einander, weil sie sonst niemanden mehr haben, mit dem sie sich kabbeln könnten. Eigentlich leben sie ganz glücklich hier oben in den Weinbergen miteinander, wenn da nicht die Wunden der Vergangenheit und die zerrütteten Familienverhältnisse wären.“
Die Hitze der vergangenen Tage machte zu schaffen. Gestern morgen, bevor ein sehr kleines Gewitter für Abkühlung sorgte, brauchte ich beim Laubsaugen mehr Sprudel wie die Raupe Diesel.
Als Entschädigung für die schweißtreibende Arbeit tagsüber, das abendliche Beobachten der Nilgans an der Mosel und herrlichstes Abendrot in der Dämmerung.
Wie jedes Jahr im Juni/Juli wurden wir Ökowinzer an der Mosel heute von unseren Ökoberatern Beate Fader und Peter Gänz besucht. Bei unserem Kollegen Markus Boor im Kirchengut in Traben-Trarbach/Wolf fand das Treffen statt. Beim Weinbergsrundgang wurde über die aktuellen Situation in den Weinbergen diskutiert.
Die Rebanlagen von Markus Boor waren bis auf kleinere Befallsherde der Schwarzfäule in einem sehr gesunden Zustand. Durch phytosanitäre Maßnahmen, wie das Absammeln der befallenenen Blätter, dürfte dieser leichte Befall in den Griff zu bekommen sein. Gravierender waren die Winterfrostschäden in einer besichtigten Burgunderanlage. Kümmerwuchs und absterbende Rebstöcke ließen keine Freude bei Markus aufkommen.
Die beiden Berater berichteten auch über die Situation in den anderen Weinbaugebieten. Z. B. hat das Hagelunwetter vor einigen Wochen in der Pfalz massivste Schäden hinterlassen. Ca. 3000 ha Rebfläche sollen gänzlich vernichtet sein. Zudem sind in der Pfalz und in Rheinhessen heftige Infektionen mit zu erwartenden Ertragsminderungen durch die Rebkrankheit Peronospora aufgetreten.
Wichtige Tipps zur Unterstockbodenbearbeitung, bzw. -pflege und Bodenbearbeitung mit sehr leichtzügigen Geräten wie die Spatenrollegge gabs noch obendrein. Auch einige Kollegen berichteten über eigene Entwicklungen, die ich mir in den nächsten Tagen anschauen werde
Nebenbei gab es auch noch Informationen über aktuelle Diskussionen zu Verordnungen/Gesetzen, die den ökologischen Landbau betreffen. Aber wie immer, wenn die Politik an etwas rumwerkelt wovon Sie keine Ahnung hat, hatten wir den Eindruck, dass dort wieder sehr viel sinnfreies gemacht wird und auf uns Winzer wieder einiges an Paperkram zukommen wird und weitere Regularien geschaffen werden.