Beim Rebschnitt finden wir täglich frische Spuren in unseren Weinbergsbegrünungen. Auf der Suche nach tierischem Eiweiß, wie etwa Engerlingen, anderen Larven und Würmern, durchwühlen Wildschweine den Erdboden systematisch. Unsere Ökoweinberge sind besonders beliebt. Durch die ökologische Bewirtschaftung ist der Humusgehalt hoch und viele Larven und Würmer finden sich im Boden, die den Schweinen schmecken.
Bisher waren die Wühlschäden der Wildschweine noch im erträglichen. In diesem Winter hat die Wühltätigkeit massiv zugenommen. Man muss aufpassen, dass man nicht in die gewühlten Stolperfallen tritt und sich verletzt. Zusatzarbeit im Frühjahr. Die Bodenverwerfungen müssen in einem extra Arbeitsgang mit der Kreiselegge geglättet werden, damit der Kettenschlepper ohne großartiges Geschaukel fahren kann.
Die Wildschweinpopulation ist seit Jahren am Steigen. Ursachen sind Veränderungen in der Landwirtschaft. Erhöhter Maisanbau oder die Verbuschung nicht mehr genutzter Land- bzw. Weinbaufläche, die mehr Rückzugsräume für die Tiere schafft. Auch die Klimaänderung ist neben weiteren Faktoren dafür verantwortlich. Coronabedingt waren zudem weniger Jäger unterwegs oder konnten aus dem benachbarten Ausland nicht einreisen. Die Bejagung, die das ökologische Gleichgewicht herstellen soll, war daher nicht intensiv genug.
Ich denke, dass ich beim Jäger mal wieder ein Reiler Goldlayschwein bestellen muss. Diese Spezies habe ich lieber im Backofen als im Weinberg.


Desaströs der Anblick in den von Peronospora und Schwarzfäule betroffenen Weinbergen. Einige wenige gesunde Trauben, viele teilgeschädige oder gänzlich vernichtete Trauben. Mittig eine mit Schwarzfäule befallene Traube, rechts ein Totalschaden durch Peronospora.
Fleißig haben wir in den letzten Tagen unseren Riesling geerntet. Das Wetter hat mitgespielt. Morgens war es meistens kühl und das Moseltal noch nebelverhangen.
Mittags war es dann oft sonnig und warm. Das bisschen Regen, der uns zwischendurch leicht ärgerte, ist schon vergessen. Ebenso der vergangene Montag bei fast frostigen Temperaturen, der die Finger im Morgennebel erstarren ließ. Insgesamt typisches, ruhiges Erntewetter im Oktober!
Die 2021er Rieslingtrauben finden regen Zuspruch: Vögel haben uns einige Trauben weggefressen. Ein erstes Indiz für gute Qualität!


Leider ist das weniger sehr häufig im Weinberg zu sehen. Wir rechnen mit einer weit unterdurchschnittlichen Erntemenge.




Blitzschnell sind die Reben in den letzten Tagen gewachsen. Ich kann mich nicht erinnern, dass es in meiner Winzerlaufbahn ein ähnliches Rebenwachstum gegeben hat. 

