Ein ganz normaler Januar. Winterzeit, Zeit, um Reben zu schneiden. So der eigentliche Plan des Winzers. Wäre dann nicht das Wetter. Der Frost vor einigen Tagen war noch willkommen und bescherte einige ruhigere Tage, denn der Rebschnitt ist die arbeitsintensivste Arbeit im Weinberg und muss bei fast jedem Wetter gemacht werden.
Jetzt wieder ein bisschen Regen. Während der Arbeit schnell ins Auto rennen und Regenschutz suchen, damit man bei den kühlen Temperaturen nicht durchnässt wird. Nach dem Regen dann eine Rutschpartie auf dem aufgeweichten Boden im Steilhang.
Anfang Januar lief mal wieder die Mosel über. Zuerst gehofft, dass das Wasser nicht in den Keller kommt, dann versucht abzudichten, doch leider ohne Erfolg und der Keller wurde überflutet. Gerade mal Stiefelhoch. Ein Hochwässerchen. Es lohnte sich nicht einmal neben der Kellertreppe einen Strich zu ziehen, so tief stand das Wasser im Keller. Sehr zum Ärgerda anschließend den Kellerboden und die untere Hofeinfahrt gesäubert werden musste.




Der Wettergott war uns zumindest während der Weinernte günstig gesonnen. Es gab nur einen Tag mit Regenpause. Aber nach diesem direkt ein Hochwässerchen. Erste Hochwasserprognosen führte bei mir zu Unbehagen – der Weinkeller wäre abgesoffen – aber der Höchststand blieb doch etwas niedriger.














Mein Nervenkostüm wurde gestern arg strapaziert. Um halb vier zog sich der Himmel zu. Dicke Regenwolken waren am Himmel zu sehen. Noch weit weg und dann noch einmal mit dem Mähgerät den Berg runter- und hochgefahren.
Oben wieder angekommen, musste ich mich beeilen, die Raupe auf den Tieflader zu fahren, um nicht nass zu werden.
Als ich in Richtung Weingut fuhr, war Reil auf der anderen Moselseite nur noch schemenhaft zu erkennen. Auf der Moselbrücke brach dann die Hölle aus. Man sah die Hand vor Augen nicht mehr und es setzte massiver Hagel ein. Der massive Regen fiel horizontal. Die hintere Hofeinfahrt war fast komplett mit Hagelkörnern bedeckt.
Im Weingut sah es übel aus. Ein Zimmer war überschwemmt, da das Fenster offen war. Die Fassadenbegrünung sah aus wie gerupft und einiges lag auf dem Boden. Meine Nerven lagen am Boden. Frustration machte sich breit, von den Sorgen ganz zu schweigen. 
