Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Eigentlich gibt es nichts zu berichten, aber übers Wetter kann man immer reden

Seit gefühlten Wochen, mit sehr kurzen Unterbrechungen,  hängt dichter Nebel im Moseltal. Man sieht fast nicht, ob der Lehrling beim Reben schneiden arbeitet oder nicht.

Heute morgen dann eine grandiose Aussicht vom Zug aus – leider waren die Scheiben nicht geputzt –  auf die Marienburg und Pünderich. Nebel, der sich von der anderen Seite der Moselschleife bei Zell ins Tal bei Pünderich ergießt.

Seit dem Hagelunwetter Ende August gab fast keine nennenswerten Niederschläge. Die Böden sind wie bei einer Sommertrockenheit ausgetrocknet. In der Landwirtschaft wären die Wintersaaten bedroht, wenn nicht durch Nebel ein wenig Feuchtigkeit in den Oberboden käme. Der Feldsalat, der in unseren Weinbergen wächst, muss umgehend zu Salat verarbeitet werden, da er durch den Wassermangel schnell anfängt zu welken.

In der Mosel ist durch die Staustufen noch genügend Wasser, allerdings jetzt weniger ein Fluss – kommt ja auch von fließen – , eher ein stehendes Gewässer. Bedrohlich die Lage am Rhein. Mangels Wasser sind die Pegelstände auf ein nie gekanntes Maß gefallen, die Flussbreite hat sich auf ein Drittel reduziert, die Frachtschiffe können fast keine Ladung aufnehmen und bei Koblenz tauchen alte Bomben aus den Fluten auf, die der Kampfmittelräumdienst entschärfen muss. Kilometerlang kann man nun auf dem freigelegtem Flussgrund des Rheines im Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz wandern.

Den Verweis auf eigene Artikel über den Klimawandel hier in den Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß werde ich mir ersparen…

Stattdessen ein Link.

Kommentare

  1. Avatar von Reinhard Schäfer

    Hallo Harald,

    wir haben nicht mal Nebel als Feuchtespender. Dafür sind Kohlweißling,
    Marienkäfer und Schnaken im Weinberg unterwegs. Ich fahre mit dem
    Motorrad in den Weinberg zum Rebschnitt–ohne Handschuhe! Und das
    im Dezember.

    Grüße aus dem Bottwartal
    Reinhard

  2. Avatar von Thomas
    Thomas

    Rebschnitt im November, ist das nicht etwas zeitig?
    Wurde früher nicht mit dem Rebschnitt erst nach St. Vinzenz begonnen?
    (Reservestoffeeinlagerung)
    Und dann vielleicht noch bei absteigenden Mond.

    Viele Grüße aus dem Fläming

  3. Avatar von harald
    harald

    @Thomas: Gerne würde ich jetzt in den Winterschlaf gehen und erst im Februar die Reben schneiden. Da aber eine große Fläche zu schneiden ist, mein Personal beschäftigt werden muß und das Wetter uns hold ist, sind wir jetzt schon beim Rebschnitt. Die Reservestoffe sind auch schon jetzt vollständig eingelagert, im Februar ist lediglich die Rebe in der vollständigen Winterruhe. Ein früher Rebschnitt schadet überhaupt nicht, es sei denn, es treten sehr tiefe Winterfröste auf und die Fruchtruten erfrieren. Bei absteigendem Mond zu schneiden, würde den Rebschnittzeitraum noch weiter einengen und keine weiteren Vorteile bringen.
    Viele Grüße

  4. Avatar von dino venturini
    dino venturini

    Während hier über das pro und kontra beim Rebschnitt diskuttiert wird, haben meine Frau und ich mal wieder ein lecker Käsefondue gegessen. GRANDIOS begleitet von einem 09er Burger Hahnenschrittchen Kabinett. Die Flasche war scheller leer als der Topf…..die Köchin und der Winzer haben mal wieder alles richtig gemacht!

    Gruss aus der Heide

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