Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

  • Willkommen

    Dieser Blog hat seine Wurzeln im Jahr 2003. Damals startete er als Online-Tagebuch des Bioweingutes Steffens-Kess – mit vielen Einblicken in den Alltag im Weinberg und im Keller.

     

    Mittlerweile haben wir das Weingut aus Altersgründen an unsere Nachfolger übergeben, die jetzt unter dem Namen Weingut von Vielen arbeiten.

     

    Heute bin ich in diesem Blog in einer neuen Rolle unterwegs: vom Weingutsbesitzer zum „Weinbergsknecht“ bei unseren Nachfolgern. Außerdem bin ich weiterhin beratend tätig – rund um Betriebsführung, Weinberg und Keller.

     

    Ein paar Gedanken, Erfahrungen und kleine Geschichten aus dem Winzeralltag – ein lebendiges Archiv zwischen damals und heute.

     

    Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen der Bildergeschichten vom Weinbergsknecht

     

    Harald Steffens

     

    PS: Durch den Wechsel der Domain auf bioriesling.de sind leider einige ältere Beiträge, Bilder, Verlinkungen im Text und etwas Textformatierung verloren gegangen. Wer Fragen oder Anregungen hat, kann mich gerne unter bioriesling(at)gmail.com erreichen oder hier im Blog kommentieren.

  • Hitzewelle

    Foto: Archiv

    Die Hitzewelle mit neuen Temperaturrekorden von bis zu 40 °C ist nach rund zwölf Tagen beendet. Die Weinberge haben die hohen Temperaturen nahezu problemlos überstanden. Das verfügbare Wasser im Boden wurde von den Reben fast vollständig ausgeschöpft. Trockenstresssymptome traten nur bei vereinzelten Reben auf. Auch UV-Strahlungsschäden waren vereinzelt zu beobachten, sind jedoch unbedeutend.

     

    Arbeiten im Weinberg war nur in den frühen Morgenstunden möglich. Hinzu kamen tropische Nächte, und bereits morgens um 10 Uhr wurde die 30-Grad-Marke überschritten.

     

    In der vergangenen Nacht gab es endlich erfrischenden Regen. Gott sei Dank nicht in der unerwünschten Form eines Gewitters mit Starkregen und Hagel, sondern als kräftigem Landregen mit knapp 20 Litern pro Quadratmeter. Damit konnte ein Teil der Verdunstungsverluste während der Hitzewelle ausgeglichen werden.

     

    Der Klimawandel wird immer deutlicher spürbar. In diesem Jahr bereits die zweite Hitzewelle – und das ungewöhnlich früh. Die Temperaturen erreichten Werte, wie sie hier bislang noch nicht gemessen wurden.

     

    Guido Cioni, ein Wetter- und Datenspezialist hat zur Veranschaulichung dieser Entwicklung eine Website erstellt, damit Sie die Temperaturentwicklung auch für Ihren eigenen Standort nachvollziehen können.

    Beispielhaft für meinen Standort Reil die Temperaturkurve von 1980. Wichtig: Dargestellt sind die Tageshöchsttemperaturen!

     

     

    Nun die bisherige Temperaturkurve des Jahres 2026. Beachten Sie dabei, dass es sich – im Unterschied zur Temperaturkurve von 1980 – um Tagesdurchschnittstemperaturen handelt.

     

    Welch eine Entwicklung in den letzten Jahrzehnten. Mittlerweile Tagesdurchschnittstemperaturen, die höher sind wie die Tageshöchsttemperaturen vor 46 Jahren!

  • Eier backen


    Die zweite Hitzewelle dieses Jahres hat das Land fest im Griff. An reguläres Arbeiten ist kaum zu denken. Bei Temperaturen weit jenseits der Dreißig-Grad-Marke helfen weder Kühlbekleidung für den Menschen noch zusätzliche Ölkühler für die Hydraulik des Kettenschleppers.

     

    Solche lang anhaltenden Hitzephasen mit tropischen Nächten und extremen Tagestemperaturen treten immer häufiger auf. Der Klimawandel ist damit auch im Weinberg längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr, sondern prägt zunehmend den Arbeitsalltag. Arbeitsabläufe und Bewirtschaftung müssen immer stärker an die neuen klimatischen Bedingungen angepasst werden.

     

    Nach den subtropischen Nächten bleibt am frühen Morgen nur ein kurzes Zeitfenster für die Arbeit im Weinberg. Schon lange vor der Mittagsstunde sind Mensch und Maschine von der Hitze weich gekocht. Der Mensch kann kaum so schnell trinken, wie er die Flüssigkeit wieder ausschwitzt. Das Hydrauliköl des Kettenschleppers erreicht trotz zusätzlichem Ölkühler kritische Temperaturen, die Leistung der Maschine bricht spürbar ein.

     

    Das Entlauben der Traubenzone zur Vorbeugung von Sonnenbrandschäden und zum Abhärten der Beerenhaut gegen frühzeitige Fäulnis wird wohl noch einige Vormittage in Anspruch nehmen.

     

    Und nach dem frühen Feierabend könnte man auf den heißen Hydraulikteilen problemlos ein paar Eier backen.🥚🙂

  • Schlipsbauer

    Die erste Runde der Laubarbeiten – also das Einschlaufen der Rebtriebe in den Drahtrahmen – wurde letzte Woche abgeschlossen. Damit der zweite Durchgang arbeitstechnisch optimierter ablaufen kann, gab es zunächst eine theoretische Unterweisung meiner Nachfolger. Ziel war es, sowohl die Arbeitsqualität als auch die Arbeitsgeschwindigkeit bei diesem Arbeitsschritt weiter zu verbessern. Für die Winzer, die hier mitlesen: Wir arbeiten mit zwei Wanderdrahtpaaren.

     

    Zunächst wurde beobachtet, wie ich diese Arbeit ausführe. Anschließend wurden unter meiner Aufsicht einige Rebzeilen geheftet. Schlussendlich stand ich – ganz wie ein Schlipsbauer – am oberen Wegrand, schaute zu und freute mich darüber, dass die Wissensvermittlung erfolgreich war.

     

    Apropos Schlipsbauer: Im Maifeld und den angrenzenden Regionen von Eifel und Mosel ist dies die regionaltypische Bezeichnung für einen wohlhabenden beziehungsweise großen Bauern. Der Begriff geht historisch darauf zurück, dass die Großbauern auf dem fruchtbaren Maifeld mit seinen Lössböden so wohlhabend waren, dass sie die körperliche Arbeit auf dem Feld nicht mehr selbst verrichten mussten. Stattdessen ließen sie andere für sich arbeiten und konnten es sich leisten, ihren Hof im „guten Sonntagsstaat“ – also mit Schlips und Kragen – zu verwalten.

     

    Das mittlerweile kühlere Sommerwetter hat das Rebwachstum etwas ausgebremst und diese Arbeit kann etwas gemütlicher vonstattengehen. Auch das Ende der Rebblüte wird sich etwas verzögern.

  • Im Schnelldurchgang

    So, nun im Schnelldurchgang in Kürze die aktuellen Entwicklungen im Weinberg und in der Natur, damit dieser Weinblog nach dem Domainwechsel wieder an Fahrt gewinnt.

     

    Nach einem trocken und teilweise vorwiegend kühlem Frühjahr ergrünten die Reben um den letzten Monatswechsel. Auch Zeit, um den Umgang mit dem Kettenschlepper beim Mähen zu üben. Im „flacheren“ Weinberg angefangen, dann langsam die Steigerung in steilere Weinberge. Wissensvermittlung an meine Tochter Sophie. Mit dem Mulchgerät zu fahren ist etwas anspruchsvoller, als bei der Weinernte die Trauben aus dem Weinberg transportieren. Dennoch klappte alles sehr gut. Mit etwas weiterer Übung kann ich mich künftig auf die Rolle des Beobachters zurückziehen.

    Der Mitte Mai einsetzende Regen füllte die Bodenwasservorräte wieder gut auf, und erste Sorgen wegen möglicher Trockenheit waren schnell verflogen.

     

    Die für einen Mai ungewöhnlich hohen Temperaturen von zeitweise über 30 Grad ließen das Rebwachstum förmlich explodieren. Innerhalb weniger Tage kam es zu einem enormen Längenzuwachs der Triebe. Bereits in der vergangenen Woche wurde zögerlich mit dem Einschlaufen der Rebtriebe in den Drahtrahmen begonnen. Nun ist jedoch Eile geboten, damit diese Arbeit rechtzeitig abgeschlossen werden kann.

    Außergewöhnlich früh beginnt in diesem Jahr auch die Rebblüte – ein weiteres Zeichen des Klimawandels. Im Vergleich zum langjährigen Mittel liegt der Blühbeginn etwa 20 Tage früher.

     

    Auf dem Bild sind die Details gut zu erkennen: Sobald das Blütenkäppchen abgeworfen wird, erscheinen Fruchtknoten, Narbe und Staubgefäße. Kurz darauf erfolgt bereits die Bestäubung. Die für die kommenden Tage vorhergesagten gemäßigten Temperaturen dürften zu einem guten Bestäubungsergebnis beitragen.

  • Neustart & Durchstarten

    Der Neustart des Lebens nach der Betriebsübergabe an meine Nachfolger vom Weingut von Vielen ist gelungen. Mittlerweile beim dritten Lebensabschnitt angekommen läuft das Leben stressfreier als in den Jahrzehnten der Selbstständigkeit vorher. Ohne Wecker morgens aufstehen und von unserer neuen Behausung aus die Landschaft genießen. Der Weitblick bis zur nächsten Moselschleife, Sonnenaufgänge und -untergänge oder Blick auf die Spiegelung der Bäume am Moselufer auf die Mosel (weitere Bilder folgen).

     

    Wie ich hier schon früher geschrieben habe, hatten wir bereits vor Jahren versucht, unser Weingut zu verkaufen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit der vermittelnden Agentur war das Loslassen vom eigenen Weingut. Die Rolle des Beobachters einzunehmen fällt zwar manchmal schwer, ist bei einer Betriebsübergabe aber enorm wichtig. Damit wird das größte Konfliktpotenzial schon einmal deutlich reduziert.

     

    Natürlich gebe ich weiterhin meinen „Senf“ zum Geschehen im Weingut dazu. Ob dieser berücksichtigt wird oder nicht, muss mir letztlich egal sein. Meine Beratung ist jedoch meistens erwünscht, damit ich meine über viele Jahre erworbene Sachkompetenz zum Nutzen des neuen Weinguts weitergeben kann. Daneben spiele ich den Knecht im Weinberg und Keller, bin jederzeit abrufbar, behalte grob den Überblick und vermittle weiterhin das Handwerk des Winzers und Kellermeisters.

     

    Das Formelle der Betriebsübertragung ging erstaunlich schnell vonstatten. Bei Landwirtschaftskammer, Agrarverwaltung und Ökokontrolle reichten einige Telefonate, Unterlagen und Unterschriften aus. Auch die Neuanmeldungen und Registrierungen bei Finanzamt und Zoll verliefen problemlos. Selbst die Änderungen der Mitgliedschaften bei Berufsverbänden waren unkompliziert.

     

    Die kleineren Dinge bereiteten dagegen die größten Schwierigkeiten. Teilweise wurde schlicht verweigert, die neuen Inhaber in bestehende Verträge aufzunehmen. Also blieb nur die Kündigung meinerseits und der anschließende Neuabschluss der Verträge. Das war teilweise reiner Irrsinn.

     

    Der Höhepunkt war unser verschlafener Versicherungsvertreter – ein absolutes Desaster. Erst mit massivem Druck über die Versicherungsgesellschaft und die übergeordnete Generalagentur kam es zu den gewünschten Vertragsänderungen. Immerhin ergaben sich dadurch neue Tarife und letztlich sogar eine beträchtliche Ersparnis.

     

    Auch hier ich werde wieder durchstarten. Dieser Blog hat seine Wurzeln im Jahr 2003. Gestartet unter dem Namen „Die Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß“ war er ursprünglich als Informationsportal für Kunden und Freunde gedacht – mit vielen Einblicken in den Alltag des Winzers. Im Laufe der Jahre wurde daraus der meistgelesene Winzerblog in deutscher Sprache.

     

    Unsere Nachfolger möchten/können/wollen/…/…/…/ dieses Online-Tagebuch nicht weiterführen. Da mir das Schreiben und Fotografieren weiterhin große Freude bereitet und die Blogeinträge der vergangenen 23 Jahre nicht im Nirwana des Internets verschwinden sollen, werde ich den Blog fortführen.

     

    Nach einer kurzen Pause bin ich ab heute in einer neuen Rolle unterwegs: vom Weingutsbesitzer zum „Weinbergsknecht“ bei unseren Nachfolgern. Vielleicht mit einer etwas anderen Sichtweise – aber es geht weiter.

     

    Die Internetadresse hat sich inzwischen in bioriesling.de geändert. Aus den „Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Keß“ werden nun die „Bildergeschichten vom Weinbergsknecht“.

  • „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“

    „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, schrieb Hermann Hesse einst in einem Gedicht. Auch für uns Winzer hat der Beginn der Vegetationsperiode immer wieder etwas Zauberhaftes. Die Natur wird grün, die ersten Blüten in der Weinbergsbegrünung und an unseren Weinbergspfirsichen sind zu sehen.Die Knospen der Reben beginnen anzuschwellen – im Zuge des Klimawandels inzwischen oft einige Tage früher als im langjährigen Durchschnitt. Angekündigte kühleren Temperaturen in den nächsten Tagen werden diesen Prozess wohl nur geringfügig verzögern.

    Die Rebe „weint“ – von den alten Gelehrten auch Aqua Vitis oder Lachryma Vitis genannt. Die Wurzeln drücken Wasser und Nährstoffe in die Leitbahnen, die an den Schnittstellen austreten, bis diese die Saftleitbanen verschließen. Für uns markiert dieses Phänomen den Beginn einer neuen Vegetationsperiode und den Start eines neuen Lebenszyklus. Der Frühling ist da!

    Wir sind gespannt, was uns die kommende Vegetationsperiode bringt. Dürre oder Dauerregen mit nie dagewesenem Hochwasser und Pilzbefall wie vor einigen Jahren, oder vielleicht doch ein normaler Sommer ohne Wetterextreme?

    Wünsche an das Wetter hätten wir genug.

  • Verfolgungsfahrt

    An einem Morgen auf dem Weg in den Weinberg, um die Reben zu schneiden, staunte ich nicht schlecht. Da hatte doch tatsächlich jemand die Kurve nicht bekommen und war in unserem Weinberg gelandet. Der Endpfosten war umgedrückt und der Erdanker aus sehr stabilem Material deutlich verbogen. Allein der abgerissene, doppelte Spanndraht zwischen Anker und Weinbergpfosten hat eine Bruch- beziehungsweise Zugfestigkeit von 400 bis 600 Kilogramm.

    Unweigerlich setzte bei mir das Kopfkino ein – ich fragte mich, wie das Auto nach diesem Aufprall wohl ausgesehen haben musste. Natürlich hatte der Autofahrer keine Visitenkarte am Unfallort hinterlassen. Ich überlegte eine Weile, ob ich die Polizei überhaupt damit belästigen sollte – wohl wissend, dass der Verursacher mit großer Wahrscheinlichkeit ohnehin nicht gefunden würde.

    Doch es kam anders. Am nächsten Morgen stieß ich auf folgende Pressemitteilung der Polizei:

    „Am Mittwochabend verursachte ein 23-jähriger Autofahrer in Reil an der Mosel einen Unfall, nachdem er vor einer Polizeistreife geflüchtet war. Gegen 21:45 Uhr bemerkte der BMW-Fahrer die Streife in der Kaiserstraße und beschleunigte sofort in Richtung Moselbrücke. Die Polizei nahm die Verfolgung auf. Am Ende der Brücke bog der Mann auf den parallel verlaufenden Radweg ab, verlor jedoch aufgrund überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug und kam in einem Weinberg zum Stehen. Dabei wurden das Auto und mehrere Rebstöcke beschädigt, der 23-jähriger Fahrer blieb unverletzt.“

    Das vereinfachte die Sache für uns erheblich. Nach einem kurzen Telefonat mit der Polizei konnte ich Kontakt zu dem flüchtigen Autofahrer aufnehmen. Auf meine Frage, ob er bei der Reparatur helfen könne, verneinte er jedoch. Schade eigentlich. Pädagogisch wäre es sehr wertvoll gewesen, einmal selbst zu erleben, wie man einen Stahlpfosten – besonders in diesem Weinberg – mit einer schweren Pfahlramme in den extrem steinigen Boden treibt. Nichts für zarte Gemüter.

    Die Schadenregulierung verlief anschließend zumindest in finanzieller Hinsicht problemlos – und bescherte mir einen recht ordentlichen Stundenlohn.

  • Neues Sortiment

    Der neue Jahrgang liegt nun nach der Filtration füllfertig im Weinkeller und wartet auf die Abfüllung Ende nächster Woche.

    Beim Filtrieren bereitete mir die Weitergabe von praktischem und theoretischem Wissen – nebst dem Geheimwissen des Kellermeisters – an meine Nachfolger wieder große Freude. Es war spannend zu erleben, wie intensiv und schnell mein Wissen abgefragt, aufgenommen und umgesetzt wurde. Ein gutes Zeichen für die Zukunft.

    Wie jedes Jahr, der eigenen Betriebsblindheit vorbeugend, wurden die 2025er Rieslinge mit dem legendären Steffens-Keß Verkosterteam probiert. Zugleich wurde das 2025er Sortiment meiner Nachfolger vom Weingut von Vielen final gestaltet.

    Die Jungweine präsentieren sehr klar und fruchtig. Sie gefallen uns sehr gut. Frische Frucht, elegant und saftig. Feines Rieslingbukett mit einem breiten Aromenspektrum von reifen Birnen, Pfirsichen, Passionsfrüchten und anderen für den Moselriesling typischen Fruchtaromen.

    Nebenbei wurden die ersten Entwürfe der neuen Etiketten vorgestellt und gemeinsam besprochen. Sie präsentieren sich farbenfroher, jünger und kreativ gestaltet und verleihen dem Erscheinungsbild eine frische, moderne Note. Damit unterscheiden sie sich von den bisherigen Etiketten, die schlichter gehalten waren, zu ihrer Entstehungszeit jedoch ebenfalls modern und innovativ waren.

  • den Mantel nehmen…

    Symbolfoto

    Wie im vorletzten Eintrag hier im Blog schon angedeutet, haben wir Nachfolger für unser Weingut gefunden. Schon vor Jahren versuchten wir schon einmal Nachfolger bzw. Käufer zu finden. Aber Pustekuchen. Einige Interessenten kamen vorbei, der Chinese mit seiner Entourage war sogar zweimal im Weingut. Dann kam Corona dazwischen…

     

    Vor zwei Jahren dann die Überraschung: Die eigenen Kinder, Schwiegerkinder und ein langjähriger Freund der Familie wollen das Weingut übernehmen. Eine gelungene Überraschung an Weihnachten! Die Lebensinteressen waren schnell geklärt. Übernahmedatum durch die Kinder, Ausscheiden unsererseits passte bestens zusammen. Die Übernahmebedingungen waren schnell klar. Die wichtigste Bedingung der Übernehmer an die sogenannten Altenteiler (also wir, Marita Keß und Harald Steffens) war, dass wir eine neue Behausung suchen müssen, die so weit weg vom Weingut entfernt ist, dass wir „den Mantel nehmen“ müssen, um nach Hause zu kommen.

     

    Das ist vor einigen Wochen schon geschehen und wir wohnen jetzt in Ortsrandlage mit einem herrlichen Blick auf die Mosel und die Weinberge. Auch wenn wir für den Weg zum Weingut nun einen Mantel anziehen – den Hut werden wir noch nicht nehmen. Dies ist auch von unseren Nachfolgern erwünscht!

     

    Es gibt noch viel zu tun: Wissen über Weinbau, Kellerwirtschaft und Betriebsführung muss weitergegeben werden. Wir bleiben aktiv dabei, unterstützen mit unserer Erfahrung und unserer Arbeitskraft. Im Verkauf bleiben wir weiterhin die Ansprechpartner für unsere treuen Kunden.

     

    Was sich verändern wird? Das Weinsortiment wird sich ein wenig weiterentwickeln und diverser werden. Bleiben wird die hohe Qualität, der ökologische Anbau und die von uns gewohnte Stilistik. Eine direkt spürbare Veränderung ist der Name des Weinguts. Ab sofort heißt es:

     

    „Weingut von Vielen“

    Felix Keß-Krüger, Vanessa Krüger, Sophie Keß, Lino Keß und Leon Heimes.

     

    Wir freuen uns auf alles, was kommt – und darauf, weiterhin ein Teil dieses Projekts zu sein.