Wir schlaufen die Rebtriebe zurzeit in den Drahtrahmen, damit kein Windbruch entsteht. Die Reben haben dadurch eine optimale Belichtung und Besonnung. Der erste Durchgang erfolgte letzte Woche, nun sind wir bei der zweiten und letzten Runde.
Das Ganze dazu noch ganz gemütlich und stressfrei. Leider!
Die anhaltende Trockenheit bremst das Wachstum der Rieslingreben stark. Es gab zwar im Wochenrhythmus 15, 10 und heute 11 Liter Regen, aber das hilft nur einige Tage. Nicht wirklich befriedigend und ausreichend. In einer jungen Rebanlage wird es nur noch wenige Tage dauern, bis die ersten Trockenstressanzeichen massiv auftreten. Zumindest sind die Weinbergserdbeeren, die am verdorren waren, wieder ins Leben zurückgekehrt.
Die Meteorologen machen uns für die nächsten Tagen Hoffnung. Ich lasse mich überraschen.
Ich will nicht jammern und zu laut Regen herbei wünschen. Das ging schon im letzten Jahr schief, als wir bei der damals herrschenden Trockenheit viel Regen wünschten. Leider wurden diese Wünsche reichlich erfüllt und es regnete ab Juli fast ununterbrochen und wir hatten eine problematische Weinernte. Ich berichtete auch hier und hier.






Die jungen Beeren sind prächtig gewachsen. Erbsenstadium sagt der Winzer. Man sieht deutlich die kleineren Trauben dazwischen. Durch die Hitzewelle während der Blüte nicht bestäubt und klein geblieben. Dadurch bleibt die Traube lockerbeerig. Die Gefahr, dass sich große Beeren bei weiterem wachsen gegenseitig kaputt drücken und faulen, ist dadurch geringer.
Die Wetteraussichten für die nächsten Tage sind – zumindest für den Winzer – optimal. Es könnte reichlich geben, sozusagen auf Vorrat. Endlich!
Die sommerlichen Hauptarbeiten sind erledigt. Die Rebtriebe sind geheftet, oder wie es in Österreich bei meinem Kollegen Berhard Fiedler heißt, 

In jüngeren Weinbergen, in denen die Rebe noch nicht tief genug wurzelt und an Stellen, an denen der Fels hoch ansteht, bietet sich schon ein anderes Bild. Das Längenwachstum der Triebe hat sich verlangsamt bis zum Stillstand, die Triebspitze ist gestreckt. In den nächsten Tagen werden sich sicherlich die Blätter von der Sonne weg drehen, um weniger Wasser zu verdunsten.
