Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Schlagwort: Trockenheit

  • hitzefrei

    2015-07-01 entlaubenSeit vorgestern gibt es täglich hitzefrei. Mittags im Schatten fast vierzig Grad, in der prallen Sonne im Weinberg einiges darüber. Sobald morgens die Sonne aufgeht, wird es ungemütlich. Beim entlauben der Traubenzone mit dem Raupenschlepper – eine der wichtigsten kulturtechnischen Massnahmen –  kommt zudem die Abwärme der Maschine dazu.

    Schon vor der Mittagsstunde sind Mensch und Maschine von der Hitze weich gekocht. Der Mensch kann nicht so schnell trinken wie er die Flüssigkeit wieder ausschwitzt. Das Hydrauliköl der Maschine ist, trotz zusätzlichem Ölkühler, überhitzt und die Leistung geht stark zurück.

    So halte ich in der Mittagshitze eine etwas längere Siesta oder suche Arbeit im immer noch sehr kühlen Weinkeller.

    Die Hitzewelle soll noch einige Tage andauern. Hoffentlich wird sie nicht mit einem massivem Gewitter beendet. Regen wäre schon sehr willkommen, da die Bodenwasserreserven sehr gering sind. Wenn Gewitter, dann aber bitteschön ohne die üblichen Begleiterscheinungen eines Gewitters, also die feste Form des Wassers.

  • Gut und sehr gut

    2015-06-22 Regen

    Gut, sehr gut! Es regnet! Ein schöner Landregen, den ganzen Tag lang. Die Nacht soll es auch durchregnen. Zusammen mit den in den vergangenen Tagen gefallenen Regenschauern dürfte unser Trockenheitsproblem in den Weinbergen vorerst behoben sein. Zwar keine Luxusversorgung der Rieslingreben, aber es reicht vorerst. Nun noch wärmere Temperaturen, damit die letzten Rebblüten auch noch bestäubt werden und der Winzer schon Vorfreude auf die kommende Weinernte hat, falls nicht etwas anderes schief läuft. Aber daran denke ich noch nicht.

  • Laubarbeiten

    2015-06-18 HeftenWir schlaufen die Rebtriebe zurzeit in den Drahtrahmen, damit kein Windbruch entsteht.  Die Reben haben dadurch eine optimale Belichtung und Besonnung. Der erste Durchgang erfolgte letzte Woche, nun sind wir bei der zweiten und letzten Runde.

     

    Das Ganze dazu noch ganz gemütlich und stressfrei. Leider!

     

    Die anhaltende Trockenheit bremst das Wachstum der Rieslingreben stark. Es gab zwar im Wochenrhythmus 15, 10 und heute 11 Liter Regen, aber das hilft nur einige Tage. Nicht wirklich befriedigend und ausreichend. In einer jungen Rebanlage wird es nur noch wenige Tage dauern, bis die ersten Trockenstressanzeichen massiv auftreten. Zumindest sind die Weinbergserdbeeren, die am verdorren waren, wieder ins Leben zurückgekehrt.

     

    Die Meteorologen machen uns für die nächsten Tagen Hoffnung. Ich lasse mich überraschen.

     

    Ich will nicht jammern und zu laut Regen herbei wünschen. Das ging schon im letzten Jahr schief, als wir bei der damals herrschenden Trockenheit viel Regen wünschten. Leider wurden diese Wünsche reichlich erfüllt und es regnete ab Juli fast ununterbrochen und wir hatten eine problematische Weinernte. Ich berichtete auch hier und hier.

  • Regen?

    2015-06-11 Trockenheit

    Die ersten, im letzten Jahr nachgepflanzten, jungen Reben sind mittlerweile vertrocknet. Die vergangene Woche gefallenen Niederschläge haben die Reben nur kurz aufatmen gelassen.  Die Weinbergsbegrünungen sind am verdorren.

    Das Hoffen auf reichliche Niederschläge geht weiter. Die tiefen Wurzeln der Reben finden zwar noch Wasser, aber – so mein Eindruck – das Längenwachstum der Rebtriebe ist langsam geworden.  Für heute sind Unwetter angesagt. Die erste Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes kam eben per mail.

    Ich lasse mich überraschen, was denn vom Himmel kommt. Wie schon hier gesagt, ich nehme fast alles. Am liebsten Landregen. Nur die feste Form des Regens und Sturzbäche vom Himmel kann ich nicht gebrauchen.

  • Es hat geholfen

    2015-06-03 Autowäsche

    Es hat geholfen! Sie wissen schon, das mit dem Auto und den Fenstern putzen. Wie auch schon im letzten Jahr praktiziert, der Notnagel, wenn es an Regen fehlt.

    Letzte Nacht gab es ein Gewitter mit 15 Liter je qm und damit ist uns vorerst geholfen.  Für die Reben genau zum richtigen Zeitpunkt. 2015-06-02 Erdbeeren

    Die Weinbergserdbeeren im Weinberg sind trockenheitsbedingt sehr klein geblieben. Also nicht mal kurz bücken, um eine Handvoll während der Arbeit ernten. Es ist schon etwas mehr Arbeit, um an diese köstliche Zwischenmahlzeit zu kommen.

  • Wieder eine Chance vorbei

    2015-05-28 Triebspitze

    Wieder eine Chance vorbei. Es sollte heute und morgen passieren, aber die Wetterfrösche lagen schon wieder daneben. Schon seit einigen Wochen wurde für die nahe Zukunft, also vier bis fünf Tage im Voraus, Regen gemeldet. Mit jedem Tage, mit dem sich der gemeldete Regen näherte, verringerte sich die Prognose bis auf null. Heute Morgen waren es magere 5 Liter im Regenmesser, gerade genug um den Staub zu binden.

    Die Bodenwasservorräte sind sehr knapp. Das Längenwachstum vieler Triebe hat sich verlangsamt und die Triebspitze ist bei vielen Reben schon gestreckt. Nachgepflanzte Reben leiden schon massiv unter der Trockenheit. Das bislang kühlere Wetter schonte zwar noch das Bodenwasser, aber diese Woche soll – den Meteorologen zufolge, wenn man diesen noch glauben darf –  die 30 Grad Marke überschritten werden.

    Noch sind es kleine Sorgen, die jedoch zu großen Sorgen werden könnten, wie ich letztes Jahr schrieb.

    Wir nehmen alles was an Regen vom Himmel kommt sehr gerne. Auch Starkregen mit 40 Liter je Quadratmeter, wenn es denn nur Eisfrei ist, wie Kollege Bernhard Fiedler schon vor zwei Wochen in seinem Blog anmerkte.

  • Erste Nacht – Zweite Nacht – Erster Tag…

    2014-07-08 Regenmesser

    Erste Nacht des angekündigten Regens: 5 Liter je qm. Nicht erwähnenswert.

    Zweite Nacht: Endlich ergiebiger Regen, 14 Liter je qm. Schon besser.

    Erster Tag, also heute: Nochmals 10 Liter obendrauf. Freude kommt auf!

    2014-07-08 Traube

    Heute schon den Eindruck im Weinberg gehabt, dass es den Reben besser geht und die jungen Trauben durch den Regen schon viel dicker geworden sind. Kann aber auch Einbildung sein…

    Jetzt sind noch zwei weitere Regentage gemeldet. Leider ist die Regenmenge um einiges geringer prognostiziert wie noch vor zwei Tagen. Also doch nicht auf Vorrat Regen, eher knapp am Limit. Dieses Jahr, während der Vegetationsperiode, schon mit 136 Liter je qm Regen, im Vergleich zum langjährigen Mittel, im Rückstand.

  • Erbsengröße

    2014-07-03 TraubeDie jungen Beeren sind prächtig gewachsen. Erbsenstadium sagt der Winzer.  Man sieht deutlich die kleineren Trauben dazwischen. Durch die Hitzewelle während der Blüte nicht bestäubt und klein geblieben. Dadurch bleibt die Traube lockerbeerig. Die Gefahr, dass sich große Beeren bei weiterem wachsen gegenseitig kaputt drücken und faulen, ist dadurch geringer.

    Nicht alle Trauben sehen so aus. Mangels Wasser ist das Dickenwachstum in etlichen Weinbergen noch nicht so weit fortgeschritten wie ich es gerne hätte.

    2014-07-06 WetterDie Wetteraussichten für die nächsten Tage sind – zumindest für den Winzer – optimal. Es könnte reichlich geben, sozusagen auf Vorrat. Endlich!

  • Hoffnung in den Zeiten der Dürre

    2014-06-28 Regen

    Der Transporter war sauber gewaschen, die Fenster am Haus auch und die Meteorologen hatten ausnahmsweise auch recht. Regen! Zwar nicht reichlich, aber immerhin soviel, das uns vorerst geholfen ist. Die für morgen geplante Bewässerung unserer zweijährigen Junganlage ist somit abgesagt und der Winzer ist seiner Sorgen enthoben, vorerst zumindest.

  • der Druck ist raus

    2014-06-25 FertigDie sommerlichen Hauptarbeiten sind erledigt. Die Rebtriebe sind geheftet, oder wie es in Österreich bei meinem Kollegen Berhard Fiedler heißt, eingestrickt. Die Traubenzone wurde entblättert und der erste Laubschnitt ist auch schon erledigt.

    Die Weinberge sehen jetzt akkurat wie nach einem Frisörbesuch aus. Etwas Ruhe kehrt nun ein. Nicht, das wir arbeitslos wären, aber, wie sagt man so schön, der Druck ist raus.

    Wenn denn jetzt das akute Problem der extremen Trockenheit noch gelöst würde, wären wir sehr zufrieden. Dann könnten die kleinen Beerchen zügig wachsen und uns volle Fässer bescheren.  Regen ist für das Wochenende gemeldet, der Praktikant hat den Transporter gewaschen und die Chefin die Fenster – Sie kennen das doch mit dem Auto und Fenster waschen und meistens regnet es direkt danach -.  Müsste Muss einfach klappen, dass mit dem Regen.