Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Schlagwort: Wetter

  • Hoffnung in den Zeiten der Dürre

    Die Trockenheit nimmt zu. Ein kräftiges Gewitter letzte Woche hat keine Entspannung bei der Wasserversorgung der Rieslingreben gebracht. Seit fast sechs Wochen hat es bis auf diese Ausnahme nicht geregnet. Bei einigen jungen Rieslingreben sieht man schon vergilbte Blätter und Kümmerwuchs.

     

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    Ein Beitrag geteilt von Weingut Schönhals (@weingutschoenhals)

    Wir haben es schon mit Fenster putzen und Auto waschen versucht – sie wissen schon, sobald eines der beiden sauber ist, regnet es auch prompt – , hat aber meistens nix geholfen. Die Jungwinzerinnen vom Weingut Schönhals in Rheinhessen, versuchen es mit einem Regentanz auf Ihrer Instagrammseite. Auch einmal einen Versuch wert!

    Hoffnung in den Zeiten der Dürre…

  • grandios

    Der Blick in die Traubenzone beim Riesling ist grandios. Jede Knospe ist im April ausgetrieben und der Blütenansatz war überaus reichlich. Die Rebblüten sind nicht alle bestäubt worden, so das größtenteils lockerbeerige Rieslingtrauben zu erwarten sind, die eine frühzeitige Fäule durch gegenseitiges Abquetschen der Beeren verhindern.

    Die Rebstöcke hängen voll mit Trauben und wir erwarten eine sehr gute Erntemenge.

    Das Wetter war bisher auch perfekt. Jetzt dürfte müsste es noch etwas regnen, da die Böden schon stark ausgetrocknet sind.

    Unsere jungen Reben merken schon den Wassermangel und stellen die sonst gebogene Triebspitze gerade. Ein Hinweis auf beginnenden Wassermangel bzw. Trockenstress.

  • Verrieseln

    Das Verrieseln, das Abstoßen der nicht befruchteten Beeren. Ein ganz normaler Vorgang. Normalerweise werden nicht alle Rebblüten bestäubt, je nach Rebsorte nur 30 bis 60% der Blüten. Die nicht befruchteten Beerchen fallen später raus, rieseln nach unten.

    Idealerweise soll die mittlere Tagestemperatur bei der Rebblüte mindestens 15 °C, besser jedoch 20–25 °C betragen. Zudem trockenes Wetter. Während des Blütezeitraumes vor zwei Wochen lagen die Temperaturen etwas höher, so das eine geringere Bestäubung statt fand. Zudem konkurrierten Rebblüte und Triebspitzen um die gebildeten Nährstoffe, was durch das rasend schnelle Wachstum zu einem Nachteil für die Blüte führte, da die Triebspitze vorrangig versorgt wird.

    Die nun die verbliebenen Rieslingbeeren haben bei dem nun folgenden Dickenwachstum mehr Platz und es besteht hoffentlich nicht die Gefahr, dass sich die dicken Beeren schon vorzeitig abquetschen und Fäulnis entsteht wie im letzten Jahr.

    Da dieses Jahr sehr große und viele Blütenstände vorhanden waren, mache ich mir um geringen Ertrag – wenn sonst keine weiteren Wetterunbilden dazu kommen –  wirklich keine Sorgen, eher das Gegenteil.

  • Reichlich

    Reichlich Regen gab es vor zwei Tagen. Geschätzte 50 Liter je qm regnete es bei einem nächtlichen Gewitter. Reichlich genug um die Bodenwasservorräte nach einem trockenen Mai wieder aufzufüllen. Reichlich genug, um die Mosel schnell über die Ufer treten zu lassen. Auch schnell steigend, so dass ein parkendes Auto gestern mit dem Abschlepper vor dem Moselwasser gerettet werden musste.

    Gottseidank kam der Gewitterregen ohne Hagel. Leider gab es kleine Erosionsschäden, die aber nur etwas ärgerlich sind.

  • Wir haben Mai

    Wir haben Mai und der Riesling ist am blühen! Ungefähr drei Wochen vor der normalen Zeit. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass die Rieslingblüte jemals so früh erfolgte.

    Der Klimawandel lässt grüßen.

    Die Rahmenbedingungen sind sehr gut. Warme Tage und Nächte dürften sich positiv auf eine optimale Bestäubung auswirken. Zusammen mit der sehr hohen Anzahl an Blütenständen könnte eine quantitativ große Ernte bevorstehen.

  • Die erste Hürde ist überstanden

    Die erste Hürde ist überstanden. Dank des hochsommerlichen Wetters letzter Woche ist das Rebwachstum rasant fortgeschritten. Vor einer Woche war noch nichts grünes zu sehen und jetzt sind schon die ersten Blättchen entfaltet. Aus allen Knospen wachsen Rebtriebe.

    Es gibt fast keine Verluste durch Austriebsschädlinge, die die Knospen ausfressen. Auch kein Frost in Sicht, der bittere Gedanken an das letzte Jahr aufkeimen lässt.

    Bisher gefällt mir das aktuelle Weinjahr. Noch ist alles im grünen Bereich und ich hätte nichts dagegen, dass es so weitergeht. Vielleicht einmal eine Normalernte mit vielen gefüllten Weinfässern? Dann hoffe ich einmal, dass uns dieses Jahr die Witterung freundlich gesonnen ist.

  • Start in das neue Weinjahr

    Jetzt kommt Schwung in die Natur. Die letzten warmen Tage bemerkt man schon an den Pflanzen. Das allgemeine Ergrünen der Landschaft wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.

    Die Pfirsichbäume stehen kurz davor, die Blüten zu entfalten, die anderen Obstbäume werden sicherlich binnen weniger Tagen folgen.

    Die Startbedingungen für die Reben sind auf jeden Fall hervorragend. Der in den letzten Tagen reichlich gefallene Regen füllte die Bodenwasservorräte auf.  Der Austrieb der Rieslingreben ist durch die kalten Tage in den letzten Wochen verzögert worden und später als im letzten Jahr.  Die Gefahr durch Spätfröste ist dadurch geringer. Wenn uns in den kommenden Wochen beim Austrieb der Rhombenspanner in Ruhe lässt, wäre das ein idealer Start in das neue Weinjahr 2018.

  • Frühlingsgefühle

    Immer öfter wärmenden Sonnenschein beim Rebschnitt, die Tage werden auch länger und

    erste Korbblüter, die irritiert durch den bisher warmen Winter, schon oder immer noch ihre Blütenpracht zeigen. Vorboten des Frühlings, wären da nicht die Meterologen, die einen Kälteeinbruch für die nächsten Tagen vorhersagen.

    Es wird nächste Woche frühmorgens beim Rebschnitt eiskalte Finger geben, die hoffentlich durch die aufgehende Sonne wieder gewärmt werden.

  • Hochwasser 2018, Teil 3: Lästiger Besucher

    Schaurig schön, das Moselhochwasser vor unserem Weingut in der nächtlichen Dunkelheit. Nach den gestrigen Prognosen waren wir sehr entspannt. Heute stieg die Anspannung nach den morgendlichen Hochwasserprognosen wieder. Ein Wiederanstieg über den bisherigen Höchststand wurde für morgen vorhergesagt. Mit der Tendenz weiter zu steigen.  Meine persönliche Schmerzschwelle war damit überschritten.

    Azubi Ken war sofort zur Stelle, als ich Ihn anrief. Übrigens das erste Mal, dass bei einem Hochwasser der Lehrling oder Praktikant erreichbar war und mithalf. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, oder durch Wasser beschädigt werden kann, kam in Gitterboxen und wurde ins Trockene gebracht. Die Holzfässer wurden mittels Gurten am Fasslager festgezurrt.

    Der ganze Flaschenkeller wurde umgestapelt. Unter die gefüllten Gitterboxen kam eine leere Box. Moselschlammverkrustete Weinflaschen sind vor dem etikettieren nicht so leicht zu reinigen. Nun sind die Weinflaschen bis zu einem Pegelstand von knapp über 9 m gesichert.

    Zu guter Letzt entfernten wir die gestern angebrachte Abdichtung, die verhinderte, dass die Mosel über die Regenwasserkanalisation in den Keller kam. Da wir ja einiges unter dem Wasserstand der Mosel lagen, schoß das Wasser mit Kraft in den Weinkeller.

    Ich lasse mich einmal überraschen, wie lange sich dieser lästige Besucher in unserem Weinkeller aufhält.

  • Wintergrau

    2017-11-11 Blick vom BirkensteinchenDie Mosellandschaft zeigt sich zur Zeit im grauen Winterkleid. Hat was, vom Panoramablick Birkensteichenchen bei Reil ins winterliche Moseltal zu schauen. Schneebedeckte Moselhänge sind zwar reizvoller, aber seltener an der warmen Mosel.

    2016-05-20 Schattenbild

    Wir haben die jungen Rieslingweine letzte Woche von der groben Hefe abgetrennt. Nun dürfen sie auf der Feinhefe weiter reifen. Dabei wurden sie intensiv verkostet. Sie entwickeln sich sehr gut! Ein förmliche Explosion der Geschmacksstoffe, wie ein bunter Feldblumenstrauß vor dem geistigen Auge. Ganz anders, wie es das wintergraue Probenbild suggeriert.