Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Autor: Harald

  • Ein Wildschwein wäre mir lieber…

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    Ein Wildschwein wäre mir lieber gewesen, aber das Fangen wäre ungleich gefährlicher und schwieriger. Mit einem beherzten Sprung schnappte ich mir diesen Junghasen und für meine Azubine gab es eine Unterweisung in Biologie und Lebensweise der Hasen. Das Tier wurde anschließend wieder in die Freiheit entlassen.

  • Weinrallye 25: Wein in Literatur und Film

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    Mir wird die Ehre zuteil, zur 25. Weinrallye einzuladen. Das erstes kleine Jubiläum dieser monatlich stattfindenden Internetweinverkostung.

    Egal ob Film, Krimi, Roman, Liebesgeschichte oder Komödie, das Thema Wein hat viele Facetten, die in Film und Literatur Niederschlag finden. Eure Kreativität ist gefragt. Lasst Eure Freunde daran teilnehmen, schreibt ein Drehbuch, führt Regie und trinkt gute Weine.

    Einige Anregungen:

    Besudelt Euch mit Dornfelder und spielt die Leiche in einem Weinkrimi.

    Macht es so wie Michael Broadbent: Der bedeutendste Weinschriftsteller der Gegenwart der kaum einen Schritt ohne seine Frau Daphne unternimmt, schreibt in seinem sehr persönlichen Buch „Große Weine“ über seinen ersten Deutschlandbesuch:“In den ersten Jahren unserer Ehe verbrachten wir jeden Sommerurlaub in einer anderen Weinregion. …Wir hatten, nein, ich hatte mir damals außerdem zum Ziel gesetzt, Daphne in einem berühmten Weinberg zu lieben – was notwendigerweise nachts und in aller Heimlichkeit geschehen musste…“

    Die Moselfahrt aus Liebeskummer oder eine Episode aus Goethes Leben könnten ebenso das Thema sein.

    Die Filme „Die Winzerin von Langenlois“, „Sideways“ oder die Polt-Krimis sind auch ergiebig.

    Wie wäre es mit dem Lied „Summertime“ oder „Wenn Das Wasser im Rhein Goldener Wein Wär“? Mitträllern und einen Terrassenwein trinken.

    Vielleicht Comedy? Stermann & Grissemann, Fry and Laurie, USB-Wine oder Oliver Kalkofe?

    Für die ganz Wagemutigen und Trinkfesten ist auch das „Dinner for one“ zu empfehlen oder macht es wie Tucholsky in Tiger, Panther und Co: „Wir soffen uns langsam den Fluß hinab“

    Lasst Eure Phantasie spielen und berichtet am 23. Juli über Euren Wein und die dazu gehörende  Literatur und/oder einen Film.

    Teilnehmen kann jeder. Ein eigener Weblog ist nicht notwendig. Ich veröffentliche gerne Gastbeiträge auf unserem Weblog. Bitte meldet eure Weinrallye-Beiträge an weingut(at)steffens-kess.de.
    Die Spielregeln können hier beim Winzerblog nochmals nachgelesen werden.

  • Er steht wieder

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    Der alte Aussichtsturm auf dem Prinzenkopf wurde vor vier Jahren wegen Baufälligkeit geschlossen. Von diesem Turm aus gab es einen grandiosen Blick auf die Zeller Moselschleife um die Marienburg. Hier gibt es diesen Rundumblick als 360 Grad Kugelpanorama.

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    Mittlerweile wurde mit finanzieller Unterstützung aller anliegenden Gemeinden und vieler Privatpersonen ein neuer Turm erbaut. Ich freue mich schon auf die Einweihung am 11 Juli. Seit langer Zeit kann dann wieder diese Aussicht genossen werden und ein touristisches Highlight an der Mosel ist wieder nutzbar.

  • Erhalten durch aufessen: Für die biologische Vielfalt

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    Kartoffeln? Heute ist die Sortenauswahl im Supermarkt nur auf die Spezifikation mehlig oder festkochend beschränkt. Je Spezifikation nur eine Sorte und damit basta. Regionale Sorten sind weitestgehend unbekannt und auch durch die Saatgutgesetze sanktioniert. Nur noch Einheitskühe, -schweine und Turbopflanzen mit dem entsprechenden Einheitsgeschmack stehen auf Äckern und Weiden. Eine biologische Vielfalt ist nicht mehr gegeben. Damit einhergehend verschwinden Genreserven mit den aussterbenden Nutztierrassen und Nutzpflanzen und die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft ist gefährdet.

    Mit unserem Essverhalten können wir Gegensteuern. Aus rotfleischigen Kartoffeln mal Pommes schnitzen und unter die normalen mischen: Der Renner auf jedem Kindergeburtstag. Salat mit gelben, weißen oder schwarzen Tomaten, die vielleicht eine eckige Fruchtform haben? Bei engagierten Bio-Landwirten sind solche „seltenen“ Pflanzensorten und Tierrassen öfter zu finden. Wir als Verbraucher sind mit unserem Einkaufsverhalten gefragt, um die biologische und geschmackliche Vielfalt, sowie die  genetischen Ressourcen zu erhalten.

    Zu obigen roten Kartoffeln gab es gebratenen Moselzander und einen leckeren Moselriesling aus eigenem Weingut. Der Fisch wollte schwimmen…

  • Das Wetter, die Rebblüte und die erste Gefahr für die Ernte

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    Herrlich diese Wolken am Himmel. Für uns als Talbewohner mit einem eingeschränktem Horizont (Nein, nicht der geistige!) nicht alltäglich. Die dieser Tage aus solchen Wolken gefallenen Niederschläge haben den Bodenwasservorrat reichlich gefüllt.

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    Die Rebblüte hat nun voll eingesetzt und wir hoffen, das das in den nächsten Tagen einsetzende warme Wetter zu einer optimalen Befruchtung führt. Andernorts gibt es durch das in den letzten Tagen vorherrschende nasskalte Wetter schon Probleme mit der Befruchtung der Blüten. Die Pilzkrankheiten sind auch schon auf dem Vormarsch.

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    Durch Infektionen während der Regenphase zwischen dem 06. und 12. Mai kam es in der Gemarkung Reil zu einem Ausbruch des Roten Brenners. Dieser Pilz hatte im vergangenen Jahr einen erheblichen Tribut von uns verlangt. Massive Blatt- und Traubenverluste waren die Folge.

    Unsere Bekämpfungsstrategien und die regelmäßigen, in kurzen Abständen, erfolgten Spritzungen mit mineralischen und pflanzlichen Pflanzenpflegemitteln haben bisher Erfolg gebracht. In unseren Weinbergen ist nur ein kleiner Blattbefall am untersten Blatt des Rebtriebes feststellbar. Die Blüten sind befallsfrei. Bei anderen Kollegen, die nicht reagiert hatten, sind schon etliche Blätter befallen und Schäden an den Blüten dürften in den nächsten Tagen sichtbar werden.

    Bis auf diese erste  Gefahr ist ansonsten noch alles im grünen Bereich. Das Wetter soll in den nächsten Tagen die benötigte Wärme für die Blüte bringen. Danach steht genügend Wasser im Boden bereit um die junge, kleinen Beeren wachsen zu lassen. Mal schauen, was die nächsten Wochen bringen. Vielleicht werden wir dieses Jahr von den Unbilden der Natur verschont.

  • Rebwachstum

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    Die Laubarbeiten sind im vollen Gange. Zur Zeit schlaufen wir die jungen Rebtriebe in den Drahtrahmen. Dieses Jahr läuft es gemütlicher wie in den letzten Jahren. Die zur Zeit herrschende Schafskälte bremst das Längenwachstum der Rebe, so daß die Arbeit auf einen etwas längeren Zeitraum verteilt wird. Das Hoch- und Runterlaufen im Steilhang ist bei diesen kühleren Temperaturen zudem viel angenehmer.

    Die Rebblüte dürfte in den nächsten Tagen einsetzen. Für die nächsten beiden Tage ist Regen gemeldet und danach wieder wärmere Temperaturen, so das die Rebblüten optimal bestäubt werden können.

    Unsere Kollegen in den südlicheren Weinbaugebieten haben schon vor einigen Tagen über die  Rebblüte berichtet. Bernhard Fiedler berichtete schon am 21 Mai über die einsetzende Blüte in Mörbisch am Neusiedler See, Lars von Schreiberswein folgte am 1. Juni mit der Blüte im südlichen Baden und Iris aus Südfrankreich schwärmt am 03. Juni vom schönen Wetter der letzten Woche und der Rebblüte.

    So ca. 120 Tage nach der Blüte ist die Vollreife vom Riesling erreicht. Wer nachrechen möchte, Urlaub hat und als Erntekraft bei uns anheuern will, die Kontaktdaten sind ja bekannt.

  • Sechs auf einen Streich

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    Es ist mir zwar bekannt, das Wühlmäuse Schäden an den Reben verursachen können, aber selbst gesehen oder gar im eigenen Weinberg: Noch Nie! Umso verwunderter war ich, als beim Ergrünen der Reben sechs Rebstöcke in einer Zeile  leblos blieben. Beim Nachschauen stellte ich fest, das die Wurzelstangen komplett durchgenagt worden sind. Neben Wildschweinen und Rehen, die die Triebspitzen abfressen, noch ein neuer tierischer Gegner. Ich hasse sie alle.

    Im Gegensatz zu den anderen vierbeinigen Viechern darf man sie selbst bekämpfen. Entweder mit „High-Tech“ oder mit einfachsten Geräten auf den Feind lauern.

  • Wandertipp: Ahringstal

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    Anläßlich des gestrigen Deutschen Mühlentages stand eine Wanderung mit Freunden an. Da wir idealerweise über einen Bahnanschluß verfügen, wurde die ersten Kilometer mit dem Moselweinexpress zurückgelegt. Eine Station weiter, in Kövenig, verliessen wir den Zug um in das nächste Nahverkehrmittel zu wechseln.

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    Die Personenfähre zwischen Kövenig und Enkirch brachte uns sicher an das andere Ufer. Ein kurzes, aber nettes Pläuschchen mit der einzigsten Fährfrau der Mosel und wir hatten schon übergesetzt.


    Größere Kartenansicht
    Nach dem Übersetzen ging es per Pedes durch das Ahringstal zur Oberen Starkenburger Mühle. Anläßlich des Deutschen Mühlentages am Pfingstmontag fand dort ein kleines Volksfest stattfand.

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    Die erste Rast bei Schmalzbrot und Riesling fand nach der Besichtigung der Mühle statt. Die Mühle ist voll funktionsfähig und die Mühlengesellschaft hatte die Mühlentechnik für die Schaulustigen in Betrieb genommen.

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    Faszinierend, wie sich mit so wenig Wasserkraft Getreide zu Mehl mahlen lässt.

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    Nachdem wir aus dem Tal zum Felsennest Starkenburg aufgestiegen waren, bot sich wieder die gewohnte Kulisse von Rebsteilhängen und Mosel. Sehr schöne Fotos und Panoramen finden Sie hier.

    Nach dem Abstieg über Moselhöhenweg und schmale Weinbergspfade wurde die Rückreise mit Fähre und Bahn angetreten und der Tag bei einem Gläschen Moselriesling im Heimatdorf beendet.

  • Unsere wilden Haustiere

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    Immer wieder verirren sich Tiere in unser Weingut.  Dieses mal hatte es einen jungen Vogel erwischt. Im Verkaufslager hörte ich ein verdächtiges Rascheln. Kurz bevor ich das Tier geortet hatte, verstummte das Geräusch. Als es wieder anfing zu rascheln und scharren wiederholte sich das Spielchen. Geortet wurde der Vogel in einem Stapel leerer Weinkartons, die daraufhin vorsichtig durchsucht wurden um unserem Gast die Freiheit wieder zu geben.

    Nach Kröte, Salamander und Molch im Weinkeller, einer Fledermaus als Übernachtungsgast im Wohnzimmer, der Siebenschläfer und die Marder unterm Dach, nun ein gefiedertes Tier als Irrläufer in unserem Weingut. Über die Mäusejagd vor einigen Jahren möchte ich hier allerdings nicht berichten. War fast so komisch wie der gleichnamige Film.

  • Vor fünf Minuten Angstzustände bekommen

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    Vor fünf Minuten Angstzustände bekommen. Kräftiges Anklopfen auf dem Scheunendach. Die Hagelkörner hatten eine beträchtliche Größe.

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    Einige könnte man als schön bezeichnen. Gottseidank war es nur der Rand eines Gewitters und der Hagel kam fast gemütlich und sparsam vom Himmel. Ausser einigen zerfetzten Blättern und abgeschlagenen Triebspitzen dürften keine weiteren Schäden in den Weinbergen entstanden sein. Hoffentlich!