Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Autor: Harald

  • Weinernte 2008: Regenwetter

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    Während draussen unbeständiges Regenwetter herrscht, sind im Weinkeller die letzten Fässer für die Weinernte gereinigt worden.

    Hoffentlich bringt der Regen keine Traubenfäulniss. Gut, dass es dabei kalt ist und die Fäulnisserreger  gehemmt werden.


    Rivanerernte – MyVideo

    Noch ein kleines Video von der Rivanerernte bei herrlichem Wetter.  Bitte den schwarzen Punkt im Film beachten. Irgendein Teil hat sich während der harten Einsätze für diesen Blog in der Kamera gelöst und legt sich ab und zu vor den Sensor.

  • Weinernte 2008: Bilderbuchwetter

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    Bilderbuchwetter: Sonnenschein, Morgennebel und die herbstliche Verfärbung der Blätter lassen die Landschaft in einem anderen Licht erscheinen.

    Für unseren Riesling könnte das Wetter nicht besser sein. Mit jedem Sonnentag ein Quentchen Qualität mehr in den Trauben.

  • Weinernte 2008: Der Anfang ist gemacht

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    Die Erntemannschaft funktioniert und die Weinpresse ebenfalls. Heute wurde der Anfang gemacht, oder besser gesagt, geübt, ob noch alles klappt. Der Rivaner wurde im besten Gesundheitszustand geerntet. Für unseren Schoppenwein in einem idealen Zustand.

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    Bei strahlendem Sonnenschein, sehr gesunden und reifen Trauben kam Freude auf. Aber leider ist morgen vorerst wieder Schluß. Dann ist der Rivaner abgeerntet und wir warten auf die Rieslinglese, die evtl. in der zweiten Oktoberwoche beginnt.

  • Weinernte 2008: Die Stimmung steigt

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    Vorfreude auf die kommende Ernte macht sich breit. Kulturtechnischen Maßnahmen, wie z. B. das Entblättern der Traubenzone kurz nach der Blüte und schwächer wachsende Reben, haben bewirkt, dass die Trauben abgehärtet gegen Fäulniss sind und sich momentan in einem sehr gesunden Zustand befinden.  Das kühle Wetter der vergangenen Tage verhindert zusätzlich Traubenfäule.

    Der Reifezustand des Rieslings ist sehr gut. Als dem nördlichem Klima angepasste Rebsorte, lagert der Riesling, trotz der kühlen Witterung, noch Zucker und Geschmacksstoffe ein. Andere an der Mosel angebaute Rebsorten schwächeln bei den vorherrschenden Temperaturen bereits.

    Sehen, riechen und schmecken ist im Weinberg angesagt. Mit den Sinnesorganen erfassen, wie die Aromaausprägung der Trauben ist. Die kühlen Nächte tragen massgeblich dazu bei, dass der Riesling fruchtige Aromen bildet und in die Beeren einlagert. Für die Analytiker: Das Mostgewicht liegt ca. 5 Grad unter dem von 2007 und ungefähr auf dem Niveau von 2005 und 2006. Aber das ist bei uns Nebensache, unwichtig. Die Optik und der Geschmack ist wichtig. Goldgelbe, leicht ins bräunliche gehende Beerenfarbe, saftig, der Traubenkern braun durchgefärbt und hocharomatisch: Der Traum des Rieslingwinzers und auch dieses Jahr zu erreichen wenn das Wetter mitspielt. Es wird spannend!

  • Malheur

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    Ein kleines Malheur auf der Mosel bei Reil: Ein Güterschiff bekam durch einen technischen Defekt die Kurve nicht und strandete am Ufer. Mit Hilfe zweier Schubboote konnte der Frachter nach einigen Stunden freigeschleppt werden. Die Schaulustigen hatten sicherlich ihren Spaß dabei.

  • Jubelperser

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    Am vergangenen Freitag wurde in Trier die neu Moselweinkönigign gewählt.  Da Theresa Arns, unsere letzjährige Ortsweinkönigin, sich auch für dieses Amt beworben hatte, starteten wir mit einer größeren Unterstützungsmanschaft nach Trier, um als „Jubelperser“ oder als „die Claque“ für die nötige Stimmung zu sorgen.

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    Leider ließ die Jury sich nicht von uns beeindrucken und Sonja Christ aus Oberfell wurde als Weinkönigin gewählt. Theresa wird Sie jedoch als Moselweinprinzessin unterstützen und sicherlich viel Spaß als Repräsentantin des Moselweines haben.

  • Weinernte 2008: Generalreinigung

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    Die Vorbereitungen für die kommende Weinernte laufen auf Hochtouren. Der Keller, Holzfässer, Edelstahltanks, Weinpresse und tausend andere Kleinteile werden gründlichst gereinigt. Die Weinpresse, Traktoren, Lesescheren und andere Geräte werden durchgesehen, gewartet und auf Funktionstüchtigkeit geprüft.

    Die Weinernte ist bei uns straff durchorganisiert und eine Maschinenpanne würde den ganzen Ernteablauf stören.  Bislang sind wir zwar von solchen Pannen verschont geblieben, aber wie sagt man: Eine Weinpresse geht nicht im Sommer kaputt…

  • Weinernte 2008: Erste Prognose

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    Die ersten Berichte über die Weinernte 2008 sind schon seit einigen Tagen hier und hier im Internet zu finden. Die ersten Schreckensmeldungen sind auch schon online. Die warmen Tage in der vorletzten Woche, verbunden mit regional ausgiebigen Niederschlägen, haben die Fäulnisbereitschaft der Trauben erhöht. Gottseidank hat das derzeit vorherrschende kühle Wetter die Situation entschärft wie der Winzerblog berichtet. Es gab schon Befürchtungen, das das gleiche Szenario wie 2006 eintritt, als die Trauben nach Regenfällen binnen weniger Tage buchstäblich wegfaulten.

    Wir sind noch ganz entspannt und die Trauben erfreuen sich bester Gesundheit. Der Rivaner, zwei kleine Weinberge, wird frühestens Ende nächster Woche geerntet. Solange es dieTraubengesundheit zuläßt, sollen die Reben noch jeden Sonnenstrahl einfangen und in die Trauben einbauen. Beim Riesling könnte es frühesten in der zweiten Oktoberwoche losgehen. Bis dahin ist es noch eine lange Zeit  und es kann witterungsbedingt noch einiges passieren, bzw. hoffentlich nicht…

    Auf jeden Fall wird es kein schlechter Jahrgang, eher ein guter bis ????. Die Reifemessungen der Agrarberatung liegen zur Zeit in etwa vergleichbar mit 2005. Schlechte Jahrgänge sind seit 20 Jahren abgeschafft. Seit 1988  bemerkt man die Klimaänderung im Weinbau immer stärker. Wenn ich jedoch die Klimakatastrophe rückgängig machen könnte, würde ich liebend gerne einen schlechten Jahrgang akzeptieren, wie z.B. der 1980er, der wegen seiner Säure ideal für vinaigrette war.

    Ganz verwegen ist der Versandhändler Manufactum, der in seinem neuen Warenkatalog, Nr. 21, Seite 231, schon 2008er Riesling Traubensaft (Lieferung erntebedingt ab Mitte Oktober) mit 89 Mostgewicht anbietet . Da könnte man glatt an hellseherische Fähigkeiten denken oder weiss der Lieferant, mein Kollege Hartmut Heintz vom Weingut Zwölberich in Langenlonsheim an der Nahe, mehr wie andere Winzer?

  • lebendig-sinnlich-echt: Nachbericht

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    Die am Samstag stattgefunden ECOVIN-Präsentation, die ich hier ankündigte, war ein voller Erfolg. Mehr als doppelt so viele Besucher wie im letzten Jahr probierten sich durch die angebotenen Moselweine aus ökologischen Anbau.

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    Als Rahmenprogramm gab es lustvoll-bacchantisch inszenierte Kunst von Mana Binz. Den auf Stoff  gemalten Bacchanalien gab die Lichtwand mit verschiedenen Farben den letzten Kick. Nebenbei Zeigte die Künstlerin noch weitere Installationen und Glasarbeiten.

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    Wer nach den anstrengenden Probieren etwas entspannen wollte, setzte sich an die Theke und das integrierte Sushiband brachte weitere Kunstwerke heran.

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    Ralph Schmidt von Restaurant Distel in Ürzig zeigte weitere Kunstwerke, die gemeinhin als Fingerfood bekannt sind und den Tag nicht überlebten.

  • Weinrallye 15: Urlaubsweine

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    Katja Marjan und Thomas Knüwer von Gotorio haben zur aktuellen Weinrallye eingeladen:

    „Wir wünschen uns aus dem Urlaub mitgebrachte Weine, aber genauso Urlaubserlebnisse, die mit Wein zu tun haben und Weinerlebnisse, die mit Urlaub zu tun haben. Oder vielleicht ein Tropfen, der so gut ist, dass er den Urlaub ersetzt? Auch Berichte von Reisen in Weingebiete würden unser Herz erfreuen.“

    Etwas gegrübelt, bis ich den passenden Wein und die Geschichte hatte und dann wurde letzte Woche mein Rechner von einem Trojaner befallen und die Hoffnung, dass ich diesen Beitrag zur Weinrallye schreiben könnte schwand. Aber seit heute morgen arbeitet mein neuer Rechner und ich komme doch noch dazu, mich an dieser Weinrallye zu beteiligen.

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    Freunde brachten von einer Urlaubsreise einen 2006er Spätburgunder aus dem Saarland als Gastgeschenk mit.  Nicht das Sie denken, das das Saarland das 17. Deutsche Weinbaugebiet ist. Genaugenommen liegen die saarländischen Weinberge an der Mosel und nicht, wie viele denken, an der Saar. Im Dreiländereck, Deutschland, Frankreich und Luxemburg, bekannt durch das Schengener Abkommen,  gibt es in allen angrenzenden Ländern Weinbau.

    Sehr erfreut war ich, das der Wein von meinem Kollegen Willi kam, der sich genauso wie wir dem ökologischen Weinbau verschrieben hat. Passgenau am gleichen Tag sollte es Kalbsbraten vom Deutsch-Angus vom biologisch-dymanisch arbeitenden  Hof Kreuzberg geben.

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    Als notorische Weißweintrinker werden bei uns die Rotweine probiert und die Bratensoße freut sich über den Rest der Flasche. In der Regel. Aber der 2006er Spätburgunder von Willi war eine der ganz wenigen Ausnahmen. Nicht zu schwer, bzw. schon eine gewisse Leichtigkeit verbreitend, animierend und Lust auf mehr machend. Eine der selten gewordenen Rotweine in der Sparte Spaßweine. An diesem Abend bekam dann die Soße einiges weniger von diesem Wein ab, die Flasche wurde beim Essen geleert und wir hatten ein schönes Urlaubsfeeling auf der Terasse.  Was braucht der Mensch eigentlich mehr, als gutes Essen und gutes zu trinken?

    Leider gibt es diesen Wein nicht mehr  im Weingut, aber der 2007er Spätburgunder, den ich in den letzten Tagen probierte, ist auch nicht von schlechten Eltern. Zwar etwas oppulenter und dichter, aber immer noch eine Menge Trinkspaß verbreitent.