Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Autor: Harald

  • Topfreben

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    In unserem neu gepflanzten Weinberg in der Reiler Goldlay sind leider 10% der jungen Reben nicht ausgetrieben. Normalerweise liegt die Ausfallquote bei max. 2 – 3%. Nach einigen Telefonaten mit meinem Lieferanten habe ich heute einige Reben zur Diagnose durch ihn ausgebuddelt und im Gegenzug Topfreben als Ersatz bekommen.  Die Reben werden Anfang nächster Woche gepflanzt und müssen ausreichend angegossen werden, damit sie anwachsen.

    Es ist noch ein weiter Weg, bis diese jungen Reben den ersten Ertrag bringen.

  • Idealzustand

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    Das wäre für die kommenden warmen Tage der Idealzustand: Eisgekühlten Sekt auf der Terrasse trinken. Zeit hätte ich zumindest, da die meiste Arbeit im Weinberg getan ist.

  • Laubscnitt

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    Nachdem Anfang Juli das erste mal die Rebtriebe mit dem Laubschneider eingekürzt wurden, war jetzt soviel nachgewachsen, das der zweite Schnitt nötig war. So richtig gelohnt hatte es sich im obigen Weinberg. Trotz der vorherrschenden Trockenheit war das Triebwachstum ungebremst und eine „Frisur“ war dringend notwendig.

    In einigen jüngeren Weinbergen können wir uns diese Arbeit sparen. Die Reben haben das Wachstum eingestellt und leiden etwas unter Trockenstress. Die Gewitterniederschläge der letzten Tage sind in anderen Teilen der Mosel niedergegangen und haben dort teilweise zu Schäden geführt.

  • Nicht nachdenken! Hauptsache nachgeplappert…

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    Ohne nachzudenken wird hier, hier und hier von der „Journaille“ über Wein in Plastikflaschen berichtet. Kritiklos werden Pressemeldungen von Unternehmen übernommen. Einfach so nachgeplappert. Ebenso nachgeplappert wird ein Testergebnis der Stiftung Warentest über Geschmacksbeeinträchtigungen bei Mineralwässern in der Pet-Flasche. Dabei steht es sogar auf Mineralwasserflaschen drauf, das Geschmacksbeeinträchtigungen möglich sind. Man muss nur des Lesens und Denkens fähig sein, sich eine Meinung bilden und einen mal kritischeren Beitrag schreiben.

    An der guten alten, absolut geschmacksneutralen, Glasflasche führt beim Wein kein Weg vorbei, wenn man hochwertige Weine zum Verbraucher bringen will. Zudem sehr gut recycelbar oder im Idealfall wieder befüllbar. Der einzigste Diskussionspunkt ist dann nur noch der Verschluss, aber davon ein andermal mehr.

  • Pure Unvernunft

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    Es ist pure Unvernunft bei der herrschenden Trockenheit ein Feuer zu machen.  Da wollte wohl jemand seinen Abfall verbrennen und das Feuer geriet ausser Kontrolle. Es brannte oberhalb von Reil und die Feuerwehr musste löschen.  Weinberge kamen nicht zu schaden. Nur einige Bäume, Hecken und trockenes Gras wurden Opfer der Flammen.

    Eigentlich ein Unding, das in unserem Land mit einer geordneten Abfallwirtschaft, noch immer Abfälle verbrannt oder einfach in den Wald verklappt werden.

  • Hundemarke

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    Die Hundemarke des letzten Feldhüters der Gemeinde Reil. Im Weinbaumuseum von Familie Schnabel in Reil festgenagelt, damit sie keine „Beine“ bekommt. Der Feldschütz oder Flurwächter hatte die Aufgabe die Äcker, Weinberge und Obstgärten zu bewachen.

    In die Literatur kam der ‚Feldschütz‘ durch Carl Zuckmayers Theaterstück Schinderhannes, dem berühmten Räuberhauptmann vom Hunsrück, dessen Vater zeitweise als Feldschütz gearbeitet haben soll.

  • Roter Brenner: Bekämpfungsstrategien

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    Wie ich hier schon berichtet hatte, hat die Pilzkrankheit Roter Brenner uns in der Reiler Goldlay etliche Trauben gekostet. Um im nächsten Jahr diesen Pilz zurück zu drängen, muss schon jetzt nachgedacht werden.  Sozusagen eine Strategie entwickelt werden, damit wir diese heimtückische Krankheit zurückdrängen können, die alle paar Jahre Epedemieartig auftritt. Da beten nicht hilft, muss ich anders vorgehen.

    Kurz zur Biologie: Die Sporen überwintern auf dem Boden. Nach ausreichender Feuchtigkeit reifen sie und können bei den nächsten Niederschlägen (mind. 10 l/qm) auf die Blätter verfrachtet werden. Zum Eindringen in das Blatt/Blütenstand wird keine Feuchtigkeit benötigt.  Besonders empfindlich ist unser Riesling und die Infektionen findet man bevorzugt in flachgründigen Schieferweinbergen mit schwächer wachsenden Reben.

    Unsere Strategie:

    Die Rebsorte wechseln kommt natürlich nicht in Frage. Wir bleiben bei unserem Riesling.

    Wir könnten auch hoffen, das der Regen, im Gegensatz zu dem diesjährigen Gewitter, als Nieselregen fällt und die ausgeschleuderten Sporen den Sprung zu den grünen Rebteilen nicht schaffen.

    Die Spritzung unserer Pflanzenpflegemittel, die auch eine Wirkung auf diesen Parasit haben, näher an vorhergesagte Niederschläge terminieren, damit durch das Wachstum der Rebe die Wirkstoffe nicht verdünnt werden.

    Als ganz wichtige Maßnahme ist die Steigerung der Bodenfruchtbarkeit anzusehen. Wobei ich dieser Steigerung mit gemischten Gefühlen entgegensehe. Aber der Reihe nach. Starkwüchsige Anlagen haben eine geringeren Traubenbefall als schwächer wachsende Weinberge. Also muß aufs Gaspedal getreten werden.  Kompostfahren ist angesagt. Nach dem Blattfall im Herbst werden wir Grünschnittkompost in die betroffenen Weinberge bringen. Zu einem „verschütten“ wir die Überwinterungsform des Roten Brenners und senken das Infektionspotential und die bisher schwach- bis frohwüchsigen Reben werden durch die Kompostgabe hoffentlich Starkwüchsig.

    Aber da beißt sich die Katze in den Schwanz:

    Die Empfindlichkeit gegenüber unseren anderen Pilzkrankheiten Peronospora, Oidium und Botrytis wird zunehmen und entsprechende Gegenmaßnahmen erfordern.

    Um qualitativ hochwertige Rieslingtrauben  zu erzeugen, sind frohwüchsige, leicht unter Stress stehende Reben erforderlich, die lockere und kleinbeerige Trauben tragen. Da dann die Reben stärker wachsen (hoffentlich) sind zusätzliche Arbeitsgänge erforderlich um lockere und kleinbeerige Trauben zu erhalten.

    Fazit:

    Es gibt jede Menge Arbeit! Angefangen mit mit der Kompostausbringung bis hin zu ertragsreduzierenden und qualitätsfördernden Maßnahmen.

  • 2006er

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    Dieser Tage verkosteten wir einige 2006er Rieslinge mit Freunden und hatten jede Menge Spaß dabei. Im Gegensatz zu den immer noch sehr jugendlichen 2007er Rieslingen einiges reifer schmeckend, das Bouquet intensiver und subtiler. Der Riesling braucht im Gegensatz zu anderen Rebsorten etwas mehr Zeit um zu reifen und um seine Aromatik zu entfalten.

    Teilweise schade, dass die Weine zu früh getrunken werden und immer nur der letzte Jahrgang im Weingut nachgefragt wird.

  • WEB 2.0

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    WEB 2.0, das Internet zum mitmachen. Mit der Freischaltung unserer neuen Homepage hatten wir um Kommentare und Meinungen gebeten. Die als Anreiz versprochenen drei 3er Weinpakete wurden ausgelost und werden die Tage unser Weingut verlassen. Die Gewinner sind benachrichtigt.

    Hitmeister Superblogs 2008

    Mitmachweb auch hier. Wir sind nominiert für die Superblogs08. In der Kategorie Firmenblogs können Sie bis zum 17. Juli Ihre Stimme für unseren blog abgeben. Ob es was nützt oder nicht, sinnig oder unsinnig ist, weiß ich nicht, aber Mario Scheuermann vom trinktank macht auch mit und Charles M. Bugnowski vom Weincasting wird sicherlich wieder über einen Riesen-Schwanzvergleich schreiben.

  • Nicht schon wieder…

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    Wie im letzten Jahr hat die Pilzkrankheit Roter Brenner in den Weinbergen zugeschlagen. Einige Parzellen in der Reiler Goldlay hat es sehr heftig getroffen. Dort sind neben dem Blattverlust auch Traubenverluste entstanden. Das gleiche Szenario wie im Vorjahr: Reife Sporen auf dem Boden und dann das heftige Hagelunwitter am 30. Mai, welches die Pilzsporen so richtig auf die Rebblätter und Blütenansätze verteilt.

    Noch ist die Ernte nicht in trockenen Tüchern. Es kann noch einiges passieren.