Zwischen Reben, Chaos und Feierabendwein: Der tägliche Wahnsinn im Weinberg

Kategorie: Weinblogs

  • Weinrallye 31: Faszination Wein

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    Berhard Fiedler, mein Winzerkollege vom Neusiedler See in Österreich ist dieses mal der Ausrichter der Weinrallye:

    „Für jemanden, der noch nie zuvor mit dem Thema „Wein“ in Berührung gekommen ist, muß die Aura, die dieses Getränk umgibt einigermaßen befremdlich wirken. Schließlich wird Wein in vielen Fällen nicht nur einfach getrunken, sondern regelrecht zelebriert. …

    Was macht diese Faszination des vergorenen Traubensaftes aus?…

    Zugegeben, mein Thema ist einigermaßen vage. Damit es trotzdem keine Ausreden für eine Nicht-Teilnahme gibt, werde ich bis in der nächsten Zeit ab und zu kurz jene Aspekte anreißen, die mir spontan eingefallen sind.“

    So die Vorgabe zum Aufruf dieser Weinrallye. In weiteren Beiträgen auf seinem Blog gab er reichlich Anregungen, wie dieses Thema vielleicht zu behandeln ist:

    Faszinierende Metamorphose; Schmeckbare Herkunft; Big Business; Ein anregender Begleiter; Reife Leistung; Mystik, Kultur und Geschichte; Glanz und Glamour; Sensorische Herausforderung

    Fragezeichen bei mir. Was soll ich denn nun schreiben und/oder an Weinen probieren? Zu jedem Themenvorschlag könnte ich Seitenweise schreiben und probieren. Wenn ich es mir recht überlege, viele Themen hatte ich schon im Rahmen dieser im dritten Jahr laufenden Weinrallye angeschnitten:

    Das Big Bussines bei der Tütenweinrallye, Kultur und Geschichte bei der Weinrallye 25, die Schmeckbare Herkunft und Regionalität die mit Weinkönigin Theresa abgearbeitet wurde, eine Reife Leistung mit uralten Sekten bei der Weinrallye 18 und Nr. 6, viel Glanz und Glamour bei der Weinrallye 3 auf unserem Probiertisch stehend und es war immer eine sensorische Herausforderung an alle Freunde, die bei diesen Verkostungen mitgemacht hatten.

    Aber die faszinierende Metamorphose des Weines,  die Weinwerdung, der Werdegang von der Traube zum Wein, dass fehlt noch. Doch wie anfangen?

    Also zum Kühlschrank und die angebrochenen Flaschen von der heutigen Weiterbildungsveranstaltung der Ökokollegen kleinen Weinprobe nach der Weiterbildungsveranstaltung auf den Schreibtisch geholt. Vielleicht inspirieren ja die leckeren Rieslinge.

     Ja! Das ist es!

    Vielleicht sich einmal nicht mitteilen, wie der Wein schmeckt. Keine Geschichten um den edlen Rebensaft. Nur über die Faszination Wein bei einem Glas Moselriesling nachdenken und sinnieren, ohne viel Aufhebens zu machen. Ganz einfach!

    „Ein gutes Glas Wein ist geeignet, den Verstand zu wecken.“
    Konrad Adenauer

    Man muß nicht immer darüber reden!

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    Der Verstand wurde geweckt mit einer 2008er Riesling Spätlese feinherb vom Weingut Hubertushof aus Lieser. Übrigens: Großes Gold beim BioFach Weinpreis.

  • Weinrallye 30: Naturwein

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    Matthias Metze hat das Thema der jetzigen Weinrallye vorgegeben:

    „Was ist eigentlich Naturwein? Genau das gilt es herauszufinden. Wer nach dem Begriff “Naturwein” googelt, bekommt höchst unterschiedliche Ergebnisse. Nach dem Weingesetz war die Bezeichnung Naturwein bis 1971 zulässig – für einen nicht mit Zucker angereicherten Wein; heute ist für viele Natur das gleiche wie “Öko” – so wird  Naturwein oft einfach mit einem Biowein gleich gesetzt. Andere wieder meinen damit einen Wein, der im Keller so wenig wie möglich manipuliert wurde – oder einen Wein, dessen Trauben biodynamisch angebaut wurden.“

    Gute Frage.  Bislang hatte ich noch nicht intensiv darüber nachgedacht, obwohl wir schon 28 Jahre ökologischen Steillagenweinbau machen, der diesem Ideal, nach der Meinung einiger Verbraucher, nahekommen soll.

    Wenn ich meinen Kollegen Bernhard Fiedler zitieren darf, der in seinem heutigen Weinrallyebeitrag folgendes schreibt:

    „Wein ist das Verderben von Obst unter kontrollierten Bedingungen.
    Jim Clendenen, Weingut Au bon Climat

    Für mich ist Wein – wie “puristisch” er auch immer gekeltert worden sein mag – kein Naturprodukt, sondern eine kulturelle Leistung.

    Ohne das jahrtausendealte Wissen und die leitende Hand von Weinbauern und Kellermeistern würde die Menschheit die Früchte der Rebe nämlich auch heute noch ausschließlich so genießen, wie die Tiere: Ungepreßt, süß und unvergoren.

    Nur durch die Beeinflußung und Kontrolle des natürlichen Verderbs von Trauben wird das Entstehen von Wein überhaupt erst möglich. Und allein mit dem Befüllen eines Gärbehälters prägt der Mensch die Ereignisse mehr, als das die Natur je könnte.“

    Genau das ist es, eine kulturelle Leistung! Das Obst sich selbst überlassen, würde vielleicht in den Augen einiger einen Naturwein ergeben, aber so etwas ähnliches bekam auch Jesus am Kreuze zu trinken: Essigstichigen Wein, das Alltagsgetränk eines römischen Soldaten. Die Kulturelle Leistung liegt woanders!

    Zuallererst die Gestaltung der Landschaft, der Weinkulturlandschaft, wie wir sie heute an der Mosel und anderen Weinbaugebieten erleben können. Dann die Kultivierung der Weinrebe mit dem Willen, ein Maximum an Geschmack in die Traube einlagern. Zuletzt die Weinbereitung mit dem Ziel, dieses Maximum an Geschmack was Natur und Winzer in der Traube konzentriert haben, nach Möglichkeit verlustfrei in die Flasche zu bringen.

    Die Zutaten sind eigentlich einfach: Zuerst eine gute Weinlage. Die Reben selbstverständlich ökologisch kultiviert und ein qualitätsbetontes Arbeiten bei niedrigen Erträgen um die Aromen in der Traube zu konzentrieren. Im Weinkeller den Wein begleitend, leicht lenkend. Ist ganz einfach und es braucht nicht viel dazu einen sehr guten Wein zu machen.

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    Der Wein und seine Zutaten: Eine extrem steiler terassierter Weinberg und den Willen, Weinkultur zu pflegen und zu erleben. Unser Freund und Hobbywinzer Michael bewirtschaftet seit etlichen Jahren einen sehr steilen und terassierten Weinberg. Schieferverwitterungsboden, südliche Hangausrichtung, Moselriesling und ökologischer Weinbau sind einige Merkmale.

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    Mit viel Liebe zur Kulturlandlandschaft erbaute Michael vor etlichen Jahren eine eingefallene Weinbergsmauer wieder  auf.

    Bei sehr moderaten Erträgen spiegelt sich der Schieferboden, das Mikroklima und die vielen anderen Faktoren aus dieser Lage in den Trauben wieder.

    2008 übte er sich erstmalig in der Weinbereitung, nur für den Hausgebrauch. Als Moselaner und Weintrinker hatte er schon viel Wissen, weitere Ratschläge kamen von mir und anderen Kollegen. Mit minimalstem technischen Equipment ging er die Sache an. Während Gärung und Weinausbau wurden weitere Fragen seinerseits von mir beantwortet.

    Das Endprodukt war überzeugend! Sauberst vinifiziert, klar in der Nase, dezente Aromatik, spritzig, lebendig und animierend. Mehr braucht man nicht für den täglichen Hausgebrauch.

    Andererseits aber auch etwas verwunderlich. Da schafft es ein Hobbywinzer – gut, ich muß zugeben, das er sehr engagiert ist – mit minimalster Weinkeller- ausstattung und minimalsten Eingriffen in den Weinausbau einen sehr guten Wein zu erzeugen, der fast Vorbildcharakter hat. Da könnten sich einige Profis eine Scheibe abschneiden.

    Für mich ein Naturwein, aber ich würde es besser anders nennen: Eine kulturelle Leistung die nur durch die Arbeit des Menschen in, an und mit der Natur geschaffen werden kann.

    Danke übrigens an Berhard Fiedler, der mir mit seinem Weinrallyebeitrag das Stichwort für diesen Artikel gab.

  • Weinrallye 29: Schweizer Weine und Veltliner Weine

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    lamiacucina, der Kochblog, gibt für diese Weinrallye das Thema vor:

    „Schweizer Weine werden zumeist in der Schweiz getrunken, lächerliche 1 % der Produktion werden exportiert. Da stellt sich gleich die Frage nach der Verfügbarkeit der Weine. Damit das Rallye nicht daran scheitert, erlaube ich mir, das Territorium der Schweiz (temporär) um das italienische Veltlin zu vergrössern.  Das darf ich, gehörte doch das Veltlin zwischen 1512 und 1797 zu  dem heutigen Graubünden….Die kulturelle Vielfalt der Schweiz lässt sich besonders gut beim Wein ablesen. In 6 Weinregionen werden auf unterschiedlichsten Terroirs auf rund 15′000 ha über 50 verschiedene Rebsorten angebaut.“

    Zuerst gegrübelt, dann doch noch im Kühlschrank fündig geworden. Ich glaubte diesen Wein schon längst ausgetrunken zu haben, aber er war noch da. Meine Fremdweinbestände werden mit jeder Weinrallye weniger und ich müßte mal auf Einkaufstour gehen.

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    Aus der größten Kooperative, bzw. Genossenschaft, des Wallis, stammt dieser 2008er Wein. 23 % der Walliser, bzw. 10% der Schweizer Weinproduktion werden bei Provins erzeugt. Eine für die Schweiz sehr große Genossenschaft, die jedoch hochgelobt wird: 2008 Kellerei des Jahres, die Önologin Madeleine Gay ist neben weiteren Auszeichnungen auch Winzerin des Jahres 2008 und in der Kellerei zuständig für die Spezialitäten, wie den in meinem Glas befindlichen Wein. Dieser Wein der Gastronomielinie Grand Métral wird unter den Schweizer Rebsortenbezeichnung Heida, verkauft. International als Savagnin blanc bekannt, der mit dem Sauvignon blanc weder verwandt noch identisch ist.

    Zum Wein: Sehr sauber vinifiziert, intensive florale Aromen, saftig, für mich als Rieslingtrinker sehr weich und anschmiegsam.  Sehr animierend, ein Schoppen davon kein Problem, aber Gottseidank habe ich auf die Alkoholangabe auf dem Etikett geschaut. Sagenhafte 14 % Alkohol.  Es hätte auch weniger getan. Bis auf den Vermutstropfen des hohen Alkohols ein wunderbarer sehr guter, „glasklarer“ Wein.

    Für die, die es am Bild nicht erkannt haben : Der Wein ist nicht glasklar, eine leicht opalisierende Trübung ist noch vorhanden. Schlecht filtriert! Sollte eigentlich bei einem Weißwein nicht sein. Trübungen verhindern die optimale Entfaltung der Bouquettstoffe und  falls es Hefen oder Bakterien sein sollten, ist der Wein nicht biologisch stabil. Die Hefen und Bakterien könnten weiter arbeiten und den Wein verderben. Verwunderlich für mich, da 19 Fachleute dort die Trauben zu Wein verarbeiten.

  • Weinrallye 28: Adventswein oder Wein zum Christstollen

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    Die letzte Weinrallye in diesem Jahr. Thomas Günther von Weinverkostungen gab das Thema vor. Adventwein oder Wein zum Christstollen. Ein Thema, über das ich bisher überhaupt noch nicht nachgedacht hatte. Kuchen, bzw. Christstollen ist weniger mein Ding, der Advent erinnert an das bevorstehende Weihnachten und an die unsäglichen Weihnachtsmärkte mit viel Nippes in den Verkaufsbuden. Aber halt, da gibt es doch den Würzwein, besser bekannt als Glühwein.

    Schon bei den alten Römern wurde Wein mit Gewürzen und Honig aromatisiert. Zum einen hatten die teilweise eingesetzten Gewürze medizinische Wirkung und das heiße Getränk wärmte bestens an Wintertagen, zum anderen wurde sicherlich der eine oder andere fehlerhafte Wein durch Kräuter und Süße im Geschmack kaschiert. Leider habe ich bei etlichen Glühweinständen auf Weihnachtsmärkten und anderen Veranstaltungen auch das Gefühl, das dort durch üppige Süße die billigsten Grundzutaten kaschiert werden sollen. Der Grundsatz:“Nur aus guten Grundzutaten kann ein gutes Endprodukt kreiert werden!“ wird leider allzuoft vernachlässigt.

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    Ein Glück, daß wir einmal jährlich eine Adventsveranstaltung durchführen und unserem Publikum zeigen können, wie ein richtig guter Glühwein hergestellt wird und entsprechend gut schmeckt. Bei der  Bio-Glühwei(h)n-Nacht am ersten Advent (Ich vergaß, hier im Blog davon zu berichten) machten wir unseren Glühwein selbst und natürlich ausschließlich aus Moselriesling.

    Auf einen Liter trockenen Riesling, eine Stange Zimt, zwei Nelken, eine Prise Pfeffer und nach Geschmack dezent gesüßt ( Ich bevorzuge ca. 50 gr. Zucker pro Liter trockenen Riesling). Idealerweise exakt auf 68 Grad temperiert, dazu kaltes Winterwetter mit Schnee und leckeres Weihnachtsgebäck, und dann müßte vorweihnachtliche Stimmung aufkommen.

  • #PauLi – Post aus Lissabon

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    So richtig altmodisch ist das Versenden von Bilderpostkarten geworden. Heute wird gemailt, getwittert oder eine Simse geschickt. Thomas Lippert hatte die Idee, anlässlich seines Besuches der Europäischen Weinbloggerkonferenz in Lissabon, seine Leser und die daheim gebliebenen Weinblogger aufzufordern, ihm ihre Adressen mitzuteilen, damit er Bilderpostkarten verschicken kann. Da ich auch eine der selten gewordenen Ansichtspostkarten bekommen wollte, habe mich natürlich bei Ihm gemeldet.

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    Gestern kam sie an, eine klassische Bilderpostkarte mit Motiven von Lissabon. Auf der Rückseite Grüße und nette Worte von einigen weiteren, mir unbekannten Konferenzteilnehmern. Sogar unter der Briefmarke, die abrubbeln musste, waren noch Grüße versteckt. Danke Thomas!

  • Weinrallye 27: Tankstopp

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    „Jeder kennt sie, die Tankstellen, in der heutigen Zeit mehr denn je Dreh- und Angelpunkt rund um unsere Mobilität. Da die Tankstellenbetreiber kaum mehr vom verkauften Kraftstoff leben können, sind moderne Tankstellen längst zu kleinen Supermärkten avanciert an denen es ein Grundsortiment für unser täglich Leben zu kaufen gibt. Zu diesem Grundsortiment gehört natürlich der Wein,…“

    so der Weinrallyervorschlag von Thomas Lippert.

    Gesagt und getan. Da die Tanke bei uns im Dorf ausser Süßigkeiten und gekühlten Getränken nur noch Benzin und Diesel im Angebot hat, habe ich die Tankstelle im berühmten Nachbarstädtchen Zell angefahren. Fast wie ein kleiner Supermarkt, fehlt nur noch die Frischfleischtheke. Die Weinabteilung zwar klein, aber neben den üblichen verdächtigen Weinen und Sekten – vom Anschauen schon fast eine Fremdweinvergiftung bekommen – habe ich ein ganz regionales Gewächs gefunden.

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    Ich war erfreut, einen 2007er Riesling trocken eines Kollegen für knapp 6 Euro erwerben zu können. Das Etikett ist etwas kitschig – vielleicht für Damenkränzchen auf Kaffeefahrt kaufanimierend – aber mir kam es ja auf den Inhalt an.

    Gut gekühlt noch unauffällig, beim wärmer werden doch etwas laff wirkend. Die für einen Moselriesling so typische spritzige Säure vermisste ich etwas. Wirkte irgentwie weichgeschleudert. Sauber vinifiziert, gelbe Früchte in der Nase, weich in der Säure und kraftvoll im Geschmack. Ein idealer Alltagswein der nicht satt macht und zu einem weiteren Glas anregt.

  • Weinrallye 26: Tipps vom Weinhändler

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    Zur Augustweinrallye wurde von Gotorio aufgerufen:

    „Wir würden uns wünschen, dass diesmal auch Händler Gehör finden – und Einfluss in die Artikel. Sprich: Bitte gehen Sie zum Weinhändler Ihres Vertrauens, legen ihm einen 10-Euro-Schein auf den Tisch und bitten um das nach seiner Meinung Beste, was er zu bieten hat, egal ob rot, weiß, rosé, prickelnd oder still. Und natürlich wären noch ein paar Worte über jenen Händler toll, warum Sie ihn schätzen und was sie schon mit ihm erlebt haben…“

    Da kommt bei mir nur einer in Frage: Götz Kreikemeier vom Wingert Weinhandel in Hannover. Seit etlichen Jahren arbeite ich mit ihm zusammen und manch schöne Weinprobe habe ich in seinem Weinladen gemacht. Wobei, ehrlich gesagt, die Weinprobe auf dem Maschsee im Solarboot Europa-enercity die Schönste war.

    Ab und zu läßt er mir einige Flaschen Wein zukommen. Eine fand ich noch in meinem Weinlager. Sicherlich eines der besten Weine, die er im Sortiment hat. Die 10 Euro Hürde überspringt er sicherlich ganz locker, aber andererseits habe ich ihn ja für weniger bekommen und so passt dieser geschenkte Wein doch noch in die Vorgaben von Gotorio. Als Sommerwein oder Terassenwein am heutigen sehr warmen Hochsommerabend fehl plaziert – gleich wird ein leichter und frischer Riesling aus eigenem Anbau geöffnet- aber so ein kleines Gläschen, lange dran schnüffeln, kleine Schlückchen trinkend, im Mund kauend und die feinen Aromen genießend: Genial!

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    Aus der Domaine Cazes im Weinbaugebiet Rivesaltes ein Vin doux Naturell. Jene kraftvollen Süßweine aus Südfrankreich, bei denen man versuchen könnte, das Glas leer zu riechen, anstatt es zu trinken. Dieser 1990er Tuilé hat 110 Gramm Restsüße per Liter bei lockeren 15% Alkohol.  Ein reifer Wein aus der Grenache Traube, zwölf Jahre im Eichenholzfaß gereift, der sicherlich noch etliche Jahre vertragen kann. Rund mit Schmelz, Kaffee- und Kakaoaromen verbreitend und zum Riechen animierent. Einfach köstlich! Zum genießen bei Schokolade oder Kuchen, aber auch solo ein Genuß.

  • the making of „o mosella“

    Auf vielfachen Wunsch nun das making of „o mosella“. Der Videobeitrag meiner Freunde vom Steffens-Keß Verkosterteam zur Weinrallye 25

  • Weinrallye 25: Wein in Literatur und Film, Zusammenfassung

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    Hier ist sie nun: Die Zusammenfassung der 25. Weinrallye

    Wein in Literatur und Film. Im Vorfeld schon von einigen Bloggern als spannendes Thema bezeichnet und anschließend sehr gut umgesetzt.

    Yvonne Mich, aus dem Land zwischen Obermosel und Saar, hat sich lyrisch betätigt und ein (Wein-)Märchen geschrieben: Dornfelderröschen In bester Brüder Grimm Manier mit König und Königin, Frosch und Kinderwunsch und vielen Verbindungen zum Wein. Eine außergewöhnliche Idee, die klasse umgesetzt wurde.

    Pivu entschuldigte sich, verwies aber auf einen bereits vor längerer Zeit gemachten Blogeintrag, der den Kriterien der Weinrallye entspricht. Wie immer macht sich Pivu Gedanken zu überlebenswichtigen Nebensächlichkeiten nach Feierabend und den Geschmack á la Hollywood.

    Bernhard Fiedler, mein Winzerkollege vom Neusiedlersee, schätzt das Verbrechen, soweit es sich zwischen zwei Buchdeckeln abspielt. Der Schwerpunkt liegt bei ihm natürlicherweise bei den Österreichischen Weinkrimis die größtenteils im Weinviertel spielen, obwohl er einen großen Bogen von Skandinavien nach Südeuropa zieht und die Trinkgewohnheiten der Kriminalkommissare analysiert.

    Matthias Metze hat zwar Wein im Keller, den Krimi vor langer Zeit gelesen und den Inhalt, Titel und Autor vergessen. Nun lobt nun eine Flasche Riesling aus und schreibt das Buch zur Fahndung aus. Wer kann Matthias helfen, den Titel und Autor des Krimis zu finden?

    Iris ist sehr belesen und stellt einige Bücher in Sachen Wein und Literatur vor, bevor Sie über Weinpoesie einen Schwenk zum Film macht. Darüber vergisst Sie das Weinprobieren, verspricht aber, dies in einem folgenden Blogbeitrag nach zu holen.

    Lamiacucina hat sich auch ans Schreiben und Texten begeben. Acht berühmte Romane der Weltliteratur hat er sich elektronisch vorgenommen. Aus jedem der Werke einen oder zwei Sätze extrahiert, die das Wort „Chambertin“ enthalten, und diese  Sätze in eine Reihenfolge gestellt. Beim Lesen seines neuen Romanes der Weltliteratur gab es natürlich eine gute Flasche 1994er Chambertin zu trinken.

    Nathalie las Commissario Brunettis siebzehnter Fall und telefonierte mit Ihrer Mutter, die Ihr den entscheidenden Tip gab. Ein  Masi Rosato, wie im Krimi beschrieben, musste her und wurde verkostet.

    Der Brüller schlechthin, der Gastbeitrag! Nein, ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Ich war nur Kameramann und technischer Mitarbeiter. Der weibliche Teil des Steffens-Keß Verkosterteams hatte die Idee, übte unter viel Gelächter und setzte das ganze im Weinberg um. Danke an Rosi, Marita, Felicitas und Elke. Demnächst, wie im richtigen Film, gibt es noch ein Making of.

    Robert Freudenthaler von Vinissimus legt den Schwerpunkt seines Berichtes auf den Grünen Veltliner und damit die Polt Krimis, in denen der Landgendarm Simon Polt die interessanten Kriminalfälle im Weinviertel unspektakulär löst. Als Österreicher musste er natürlich noch auf den legendären Hans Moser und sein Lied „Die Reblaus“ mit einem Video hinweisen.

    „Guck und hier hat der Goethe gewohnt, hier zu Mittag gegessen und dort hat er den vorzüglichen und bekömmlichen Heidelberger Wein genossen“

    so hatte Thomas sich das vorgestellt, als er mit Mikel gemeinsame Sache machen wollte. Doch weit gefehlt. Als Rucksacksäufer getarnt, beschützt vom Kellerhund, Fahrräder dabei um sich nach Alkoholgenuss abstützen zu können, wurde Heidelberg unter dem Gesichtpunkt der Weinrallye erkundet um  in den Trinkpausen auf den Stufen des Heidelberger Schlosses Weinlyrik zu schreiben. Absolut Lesenswert!

    Zu guter letzt noch mein eigener Beitrag. Das Steffens-Keß Verkosterteam und ich wandelten auf den Spuren Kurt Tucholskys der 1929 mit Freunden die Mosel besuchte und seinem Reisebericht entnehmend, reichlich Moselriesling genossen hat.

    Ich hoffe, das ich keinen Beitrag vergessen habe. Hat mir sehr gut gefallen, diese Jubiläumsweinrallye. Das Thema wurde sehr kreativ angegangen und es sind bemerkenswerte Beiträge gemacht worden. Danke an alle, die sich beteiligt haben.

    Das nächste Weinrallyethema wird von GotoRio in den nächsten Tagen veröffentlicht..

  • Weinrallye 25: Wein in Literatur und Film

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    Nun mein eigener Beitrag zu der von mir aufgerufenen Weinrallye. Natürlich Mosel und Riesling, geht ja auch nicht anders. Wie immer bei meinen Weinrallyebeiträgen, kurz und schmerzlos, auf allzu viele Worte bei der Weinbeschreibung verzichtend.

    Als Vorlage dient Kurt Tucholskys Reisebericht von einer Fahrt mit der Moseltalbahn 1929, Auszug aus „Panter, Tiger und Co“

    Verkostet wurde natürlich mit dem Steffens-Keß Verkosterteam nebst meinem Mexikoschwager.

    Zu dieser Zeit gab es noch das berühmte Saufbähnchen. Eine einspurige Eisenbahn der Moselbahn AG, die den Mäandern der Mosel folgend, von Bullay nach Trier führte. Die Reichsbahnstrecke folgte der Mosel von Koblenz bis Bullay um dann bei Pünderich das Moseltal verlassend durch die Eifel bis Trier zu fahren.

    Saufbähnchen daher, weil die Züge einen Salonwagen dabei hatten, in dem man Wein trinken konnte.

     „An der Mosel ging es noch an. Wir soffen uns langsam den Fluß hinab, wir fuhren mit dem Saufbähnchen von Trier nach Bulley hinunter, und auf jeder dritten Station stiegen wir aus und sahen nach, wie es mit dem Weine wäre. Es war.“

    Jede dritte Station? Konnten die Herren durch den Wein nicht mehr zählen? Ich komme zu einem anderen Ergebnis wenn ich mir das alte Kursbuch anschaue.

    Aber auch egal, das Bähnchen gibt es nicht mehr und so beschränke ich mich bei den Weinen auf die nähere Umgebung von Reil.

    „Wenn wir das festgestellt hatten, stiegen wir wieder ein: der Zug führte einen Waggon mit, der sah innen aus wie ein Salonwagen, von hier aus hätte man ganz bequem Krieg führen können, so mit einem Telefon auf dem Tisch, mit dicken Zigarren und: »Seiner Majestät ist soeben der Sturmangriff gemeldet worden.« Wir führten aber keinen Krieg, sondern drückten auf die Kellnerin, und dann erschien ein Klingelknopf, oder umgekehrt, und dann konnte man auf dem langen Tisch einen naturreinen Mosel trinken und dabei Würfel spielen.“

    Ja dieser Salonwagen. Ich wäre gerne mal mitgefahren. Aber leider wurde der Schienenverkehr in den Sechzigern eingestellt. Apropos Sturmangriff: Passend vom Kirchenweingut Wolf der U-Boot Wein.

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    Die Kinder von Ulrike und Markus haben das Etikett gestaltet. Mit nur 10,5 % Alkohol ist dieser Riesling Kabinett ein sehr leichter Wein und man kann mehr davon genießen. Sehr fruchtbetont, erfrischend und animierend. Macht Lust auf mehr. Aber bitte nicht die Kellnerin drücken…

    „Wir nahmen dies zur Kenntnis und stiegen in den Mosel – erst in den offenen, dann in einen jungen, frischen, dann in einen alten, goldgelben, der sehr schwer war.“

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    1989er Bernkasteler Riesling Auslese. Der Inhalt ein sehr reifer, süßer und Goldgelber  Riesling, der trotz seine 20 Jahre noch sehr agil wirkt. Dazu natürlich das klassische geschliffene Treverisglas, das bei solch älteren Wein immer noch seine Berechtigung hat.

    „Es ging schnell mit uns; Mosel ist kein so bedächtiger Wein wie der Rheinwein oder der Steinwein … es ging sehr schnell. Wir hatten auch schon am frühen Nachmittag gemoselt – wir tranken vom Mittagessen unmittelbar in den Dämmerschoppen hinüber, vielleicht war es das. Karlchen und Jakopp tranken, was sie konnten – und sie konnten!“

    Gemoselt!!! Welch ein Ausdruck!

    Dann lasset uns moseln. Einmal durch die Zeller Moselschleife, die bei Reil beginnt und in Bullay aufhört.

    Von Felicitas und Thomas Müller, die als Team-Mitglieder des Steffens-Keß Verkosterteams die Weine mitprobierten, machte ein halbtrockener 2008er Riesling Kabinett den Anfang der Trinkreise durch unsere Moselschleife.

    Aus der Pündericher Marienburg, durch die das ehemals längste Eisenbahnhangviadukt Deutschlands führt, ein leckerer Riesling Kabinett vom Ökoweingut Jutta und Frank Brohl. Ein Lob an EUCH! Sehr gut!

    Vis-á-vis gegenüber dem ehemaligen Standort der Güterverladung des Moselbähnchens in Briedel das Weingut Thomas Fritzen dessen trockene 2008er Spätlese kurze Zeit später im Weinglas war.

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    Direkt im alten ehemaligen Bahnhofsgebäude von Zell zu genießen: „Der Bahnhofsschoppen“ Peter Lehmen, im Hauptberuf Winzer, leitet die Bahnhofswirtschaft und ist bekannt für sein Riesenrumpsteak, dass selbst hungrigste Männermägen vollständig füllt. Der Wein war die Überraschung des Tages. Extraklasse! In einer Literpulle hätte ich nie eine so gute Qualität erwartet.

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    Eine Station weiter, in Zell-Merl, steht der nächste noch erhaltene Bahnhof des Saufbähnchens. Aus dem dortigen Merler Stephansberg ein Ökoriesling von Alfred Cuy, der neben dem Weinbau noch wunderschöne Ferienwohnungen in seinem uralten Fachwerkhaus vermietet.

    „Bernkastel, Traben-Trarbach, Bulley … dann aber setzten wir uns in einen seriösen Zug und fuhren nach Kolbenz. (Diese Aussprache wurde adoptiert, falls Jakopp ein künstliches Gebiß hätte: es spricht sich leichter aus.) In Kolbenz tranken wir der Geographie halber einen Rheinwein, und der konnte Papa und Mama sagen, wir aber nicht mehr. Am nächsten Morgen – es war ein Sonntag hell und klar – gingen wir spazieren.“

    Ein seriöser Zug? Ich frage mich wie die Herren, nachdem sie den ganzen Tag gemoselt hatten, am Endbahnhof der Moseltalbahn, die wenigen Meter bis zum „regulären“ Bahnhof geschafft haben.

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    Vielleicht gab es schon damals das Weingut  Pargen in der Bahnhofsstraße in Bullay und die Reisegruppe um Kurt Tucholsky kehrte dort ein und trank noch einen Rieslingschoppen. Wir hatten einen 2008er Bullayer Brautrock Riesling Hochgewächs trocken in Glas, der den Abschluss der virtuellen Weinreise die  Mosel hinunter  bildete.

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    Danke noch an die Freunde vom Steffens-Keß Verkosterteam, die wie immer mit Weinflaschen zum Thema beitrugen und manche Diskussion um die verkosteten Weine mit mir führten. Den Gesamten Text von Tucholskys Moselreise gibt es hier, weitere Bilder, Information und links zur Moseltalbahn sind hier zu finden.